„Care For Your Forest-Project“.

Fünf Männer in kollektiver Mission im dänischen Outback. Wie Freie Körperkultur sich thematisch gekonnt zur Heimatliebe hangelt, und dennoch sympatisch bleibt, beweist Schlagzeuger Rasmus Sejersen.
>> Hi! Wir sind THE PSYKE PROJECT aus Kopenhagen, Dänemark. Wir spielen Hardcore, welcher Wert auf harte Riffs und epische Strukturen legt, also liebt uns! <<
„Dead Storm“ kriecht quer durch den Sumpf, und scheint dabei einer existentiellen Erfahrung zu huldigen: dem Ankommen in der Natur mit all ihrer Kraft und Anmut. Zurück zum Ursprung – euer Pfad und gewähltes Konzept der vierten Veröffentlichung?
>> Als wir anfingen, uns Gedanken über das Schreiben zu ”Dead Storm” zu machen, wussten wir bereits, dass unser neues Material unsere skandinavische Herkunft wiederspiegeln soll. Also begannen wir zum Thema Skandinavien zu recherchieren, uns selbst zurück zu erinnern und einfach alles einzuatmen. Alles von Volksmusik über Erzählungen bis hin zu alten Sagen, lieferte uns die Inspiration um loszulegen. Diese Arbeitsmethode zahlte sich wirklich aus, schließlich waren die Inspirationsquellen nahezu endlos. Wenn du in einer Band spielst, die bereits drei Alben auf dem Rücken hat, musst du deine Herangehensweise frisch halten. Das Konzept half uns dabei sehr.
Wir wussten ebenso, dass wir die Sache langsam angehen lassen, und uns komplett auf das Songschreiben und die Dynamik jedes einzelnen Stücks konzentrieren wollten. Mit dem Konzept im Hinterkopf, waren wir darauf aus, die Natur Skandinaviens innerhalb der Songs zu portraitieren. Ob nun donnernd, morsch und zerbrechlich, oder bombastisch – all diese Stimmungen sollten in der Musik eingefangen werden. Es war definitiv ein neuer Weg des Songschreibens für uns. <<

Wie steht es um die Gerüchte, die neuen Songs wurden im Blair Witch-Stil kreiert, weit weg vom Stadtzentrum? Kommt sonst keine wahre Atmosphäre auf, so zwischen Rechner und einem Cocktail 2 Go?
>> Die Gerüchte stimmen. Der Großteil des Materials wurde innerhalb einer Marathonsitzung in einer Waldhütte geschrieben. Hoch im Norden zu sein, ohne die potentiellen Ablenkungsmanöver, hatte auf jeden Fall einen positiven Effekt auf das Endergebnis. Wir wollten die Atmosphäre, welche im Wald herrscht, regelrecht aufsaugen, und dies konnten wir wohl auch erfolgreich auf ”Dead Storm” wiederspiegeln. Der Rest des Albums wurde innerhalb des Kopenhagener Grenzgebiets geschrieben. Wenn du den Ort kennst, wirst du die bedrohliche Atmosphäre nachvollziehen können, welche die Platte in sich trägt. Das generelle Konzept war ja, sich während des Schreibens möglichst von der Gesellschaft zurückzuziehen.
Es ist recht einfach, sich ablenken zu lassen, wenn der Laptop in Reichweite ist. In Kopenhagen gibt außerdem immer etwas zu sehen bzw. zu tun. Aber ich kann nicht ganz nachvollziehen, warum ein Cocktail ausschließlich im Großstadtleben möglich sein sollte… <<
Eure Songtitel wie „Stockholm Bloodbath“ klingen wie Überschriften zu netten B-Movie-Ausgaben. Woher kommen diesbezüglich eure Inspirationen?
>> Als ein großer von B-Movies, möchte ich für die Assoziation bedanken. Zu schade, dass du die Arbeitstitel niemals gehört hast, haha. Normalerweise hören wir uns den Song an, verbinden es mit etwas, und kommen so zu unseren Songtiteln. Oft sind es nicht mal an die Texte, welche uns zum endgültigen Titel inspirieren. Eigentlich geht es letztlich darum, den Titel für die Zuhörer und uns denk- oder erinnerungswürdig zu gestalten.<<
Entgegen der immer häufigeren Meinung, Videoclips wären inzwischen lediglich sinnfrei rausgeworfener Teil des eh begrenzten Budgets, habt ihr zum Track “Winter“ einen Clip abgedreht. Erzählt doch mal von den Aufnahmen im Dickicht. Irgendwelche nennenswerte Verletzungen bzw. unbekannte Waldsubjekte vor Ort?
>> Der Dreh zu ”Winter” war eine interessante Erfahrung, um es kurz zu sagen. Im Winter mit seinen Bandkollegen nackt durch den Wald zu rennen, sich in Schlamm zu hüllen und auf Bäume zu klettern, war keinesfalls etwas, an was ich in meinem Leben je gedacht hätte. Doch es war ein Mordsspaß und wir hatten alle eine tolle Zeit. Ich muss dich enttäuschen, wir hatten keinerlei Verletzungen. Das einzige was verletzt wurde, war mein Stolz, haha.
Eine witzige Geschichte habe ich jedoch. Unser Gitarrist Mikkel und ich saßen nackt und voll von Matsch in einem Baum. Als wir während des Drehs unseren Song spielten, kamen zwei Läufer vorbei und riefen: ”Sieht klasse aus, Jungs!”. Ich muss schon zugeben, dass ich mir in diesem Moment ordentlich dumm vorkam. Doch das Ergebnis spricht für sich. Es war all die Herzschmerzen wert.
Zum Thema Videoclips kann ich mich nicht anschließen. Wir nutzen all die Plattformen, ob Myspace, Youtube und so weiter. Das erlaubt uns, uns mit Tausenden von Leuten zu teilen. Ich denke, Videos haben ihre Relevanz zurück gewonnen. Es ist außerdem eine nette Möglichkeit, mit unseren Zuhörern in Kontakt zu kommen. So ist es ihnen möglich, uns in Aktion zu erleben. Es ist auch eine Frage der künstlerischen Herangehensweise. Man sollte es schon visuell ansprechend gestalten. <<
Passend zum groß angelegten Wald- und Wiesenthema, wäre doch ein Nachtkonzert im dänischen Unterholz nun so etwas wie halbe Pflicht. Die Frage ist nur, für wen das Ereignis furchteinflößender wäre – für die Zuschauer, den Jäger oder der beheimateten Fuchsfamilie von nebenan?
>> Wenn sich Leute blicken lassen würden, würden wir es sicher in Erwägung ziehen. Und was das mit dem am meisten Fürchten betrifft, würde das wahrscheinlich jeder der Anwesenden sein. Ich habe Martin im Wald schreien hören, und das ist gar nicht schön! <<
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http://www.thepsykeproject.dk
http://www.myspace.com/thepsykeproject
„Dead Storm“ Veröffentlichung: 24.08.2009 (Lifeforce Records)
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AMERICA’S MOST SMARTEST MODEL.
MTV ist für vieles gut, für einiges gut genug, sich letztlich auch für nichts zu schade. In treuer Kooperation mit seinem Ableger VH 1 kämpft der unermüdliche Unterhaltungsriese seit televisionalen Menschengedenken für Shows, die Grenzen in alle erdenkliche Richtungen einreissen. Da wird die Moral getreten, jeder Anspruch bespuckt und trotzdem läuft nichts mehr ohne den nicht ganz so wahrheitsgetreuen Realitydoku-Wahn. Reine Clipstrecken sind außerdem so 90er.
Im Ausland längst schon abgestandener Entertainment-Schnee, im deutschsprachigen Raum gerade erst zu Ruhm im festen Show-Programm gerettet: America’s Most Smartest Model.
Da werden gesellschaftliche Ansichten ad absurdum geführt. Schließlich geht es auch nirgends um Spaniens zärtlichste Haus- und Hofschlachter, oder Japans introvertiertesten Schlangendompteur. Trotzdem schön, den Geist und das Weitdenken potentieller Top-Modelle von morgen unter die Lupe zu nehmen. Da werden jobtypische Vorurteile nicht nur plakativ bestätigt, gerne auch dank dem Schwarz/Weiß-Denken der Produzenten zu neuen Höhen gehievt. Natürlich kann man top aussehen und parallel mehr im Kopf hausieren lassen, als „Everything’s Cool As Long As I’m Getting Thinner“. Wer lässt sich schon gerne als lediglich nette Visage bezeichnen. Da muss doch mehr im persönlichen Angebot sein. Gerade, wenn es um 100.000 Dollar geht, und der straffe Eliminations-Wettbewerb zwischen 14 Kandidaten ausgefochten wird. Da sollte man miese Tricks Richtung nächste Runde nicht nur erahnen, sondern auch eiskalt durchziehen. Während dem muss das Sixpack dennoch stahlhart bleiben, die Frisur im Wind sitzen, das halb-zementierte Grinsen nicht wanken.
Als Zuschauer ertappt man sich überschnell dabei, auf die erahnten Fettnäpfchen und IQ-Defizite der Kandidaten zu schielen. Man wartet auf Catfights im Backstage-Bereich und zumindest angedeutete Kinnhaken. Und all das kommt. Zu viel Hüftspeck, zu aggressives Grundtemperament, zu wenig Persönlichkeit. Wer wird warum nie ein echtes Topmodel sein, und darf man nun eigentlich essen? Dem altehrwürdigen Jury-Chef Ben Stein bleibt mit Hilfe seiner aussagekräftigen Co-Richterin Mary Alice Stephenson nichts verborgen. All die kecken Spielchen für die Teilnehmer sind im Grunde nur fieses Mittel zum Dreck-Zweck. Dabei ist das Ferkel-Sizieren samt Organbenennung genauso schwer, wie das abrupte Aufzählen von Erfragtem während sicheren Steglaufens, von Fastfood-Verdrücken als Strafe ganz zu schweigen. Wirklich fragwürdig wird der Doku-Spuk jedoch erst in der deutschen Übersetzung. Das blonde Dummchen wird dann genauso klischeebeladen synchronisiert, wie der überhebliche „Sovjet!“-Brüller. Das macht Spaß, aber ganz bestimmt nicht schön. Vielleicht ja in Staffel 2.
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All diese edelkulturellen Spartenstreifen mit ihren unterschwelligen Botschaften und Zeigefingern auf den Wundpunkten des menschlichen Seins. So schön sie auch sind, Ratschläge fürs Leben können auch ohne schleichenden Aufbau und cineastischen Feingeist den Zuschauer erreichen. Am besten direkt mit dem Schlaghammer des Unterschichten-Humors, der Schleuder voll Bollo-Slapstick und Situationskomik, die 2009 eigentlich keine mehr sein dürfte.
Da hängt man nun also nach 100 Minuten im Kinosessel, ist selbst erledigter als die Protagonisten, von all dem Fremdschämen, Kopfschütteln und betreten zum Sitznachbar Schauen. Dummerweise war dazwischen auch noch diverses Gegrinse und Faustlachen angesagt – passende Gegenwehr als Fehlanzeige.
Storyline-Aufhänger des von Todd Philipps in Szene gesetzten Ü30-Klamauks ist ein Thema der großen Missverständnisse: Der Junggesellenenabschied. Genau, dieser zeitlich begrenzte, geplante Supergau der versammelten Männlichkeit. Egal, was kommt – an diesem Abend muss alles raus: der Frust und verkappte Lust. Da wird der eingefahrene Alltag von hinten genommen. Werte und Normen dürfen abrupt dahin, wo Erwachsen drauf steht. Kind und Kegel werden von Absinth und Pegel überschattet. Und geschieht genau das, findet man sich eben im Fachbegriff des Kinotipps der Woche wieder: dem Hangover.
Nennt man auch Filmriss, Blackout oder Amnesie. So schön der fette Kater sich auch anfühlt, die Erinnerung an den Vorabend bringt er leider nicht ins Spiel. Dumm, wenn jedoch die Hochzeit ansteht, der dazugehörige Bräutigam aber genau dort ist, wo die kaputten Kumpels nicht sind. Ein alkoholbedingtes Revue-Menü schmeckt oft bitter, v.a. dann, hat man sich für den Abschied vom Ledig-sein Las Vegas als Tatort auswählte. Wer war wann wo und vor allem warum? Was in Vegas passiert… – wir wissen Bescheid.
Als Jon Lucas und Scott Moore sich am Hangover-Drehbuch vergangen, müssen sie selbst fern von Gut und Böse existiert haben. Jede noch so abstruse Idee fand ihren Platz. Gerne auch mehrmals. Da wird Mike Tysons Tiger gestohlen und rückwärts beglückt, Baby Carlos bekommt seine Wichsen-am-Tisch-Szene und Zahnziehen im Club seinen verdienten Auftritt. Von all den kleinen Obzönitäten zwischen Tangaschau eines dicken Semi-Pädophilen, Blowjobs im Lift und aus Autos springenden FKK-Japanern, mal ganz abgesehen. Dennoch wird Hangover nicht zum wirren Manifest der verfilmten Absurditäten, dafür hat die Geschichte im Endffekt dann doch leider genug Hand und Fuss. Daumen hoch und Empfehlungswarnung für alle, die den herrlichsten Abspann des Jahres und einen dämlich ungehemmten Abend mit seinen Jungs erleben möchten. PS: Die Moral von der Geschicht – Heirate nicht mit Krebsgesicht.
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Die Tradition der Ambition
So schnell wie die wirtschaftliche Lage des spanischen Heimatortes Alicante sich entwickelt, wäre es doch nur passend,
dem Quartett NAHEMAH den ebenso verdienten kommerziellen Rutsch vorwärts zu wünschen.
Sänger und Lyrikbeauftragter Pablo Egido über staatliche Unterstützung, die nicht existiert, aktuelle Trends, die es zu bekämpfen gilt, und der goldenen Trophäe namens Zukunft.
Eine liebliche Hafenstadt an der Costa Blanca, mit der marmorübersäten Palmenpromenade Explanada de Espanada,
ausgedehnten Wochenmärkten und einer Stierkampfarena – klingt nach der Werkstätte einer Latinpop-Legende,
ist aber auch Herkunft der nach wie vor unter Wert verkauften NAHEMAH.
Macht sonnige Dauereinstrahlung gar kreativer? Wie steht es überhaupt um das Musikgeschehen
Spaniens außerhalb der nationalen Mainstream-Riege?
Wir sind keine Standardband in unserer Heimat. Im Grunde fühlen wir uns recht isoliert, denn bezogen auf das Songwriting beeinflusst uns der heiße Süden überhaupt nicht, schließlich kommen all unsere musikalischen Einflusse aus dem Ausland. Die Musikszene ist hier wirklich mies und außerdem schlecht organisiert. In Spanien werden außergewöhnliche Ideen oder Stilrichtungen nicht richtig akzeptiert. So lange du nicht innerhalb der Massenklischees liegst, wirst du meistens abgelehnt. Genau so läuft es ja mit unserer Band, dass wir eben im Ausland eindeutig mehr Anerkennung erhalten als hier vor Ort. Dank der Internationalität unseres Plattenlabels werden wir jedoch außerhalb Spaniens nicht als 100% spanisches Produkt wahrgenommen. Wir wurden bisher als eine Art Ausnahmeerscheinung behandelt, ganz ohne die Vorurteile, welche spanischen Metall generell anhaftet. Ich bin mir fast sicher, wären NAHEMAH eine skandinavische oder amerikanische Band, würden wir wir bereits an der Spitze der Metal-Welt spielen.
Im Jahre 1997 bereits gegründet, folgten einige Schritte nach vorne, vor allem jedoch Richtung Sackgasse:
Unveröffentlichte EP’s, diverse Besetzungswechsel und eine generell sehr langatmige Entwicklung innerhalb der internationalen Musikszene.
Nun scheint es, als hätte der steinige Weg seine Gründe bzw.Vorteile gehabt,
haben sich Lifeforce Records inzwischen NAHEMAs angenommen und damit die Möglichkeit, sie endlich auf die nächste Karrierestufe zu hieven.
Bei Lifeforce Records zu landen, war ein Riesenschritt für uns. Diese schleichende Entwicklung, welche du bereits erwähntest,
lag in der Vergangenheit an der mangelnden Unterstützung seitens der spanischen Szene. Doch jetzt haben wir mit Lifeforce’ die Hilfe, welche wir benötigen, um als Band weiter zu wachsen, und weltweit veröffentlichen zu können.
Doch du weißt ja, der Mensch ist anspruchsvoll, und wir denken schon, dass wir noch weitaus bessere Aussichten in Zukunft erwarten können. Wir werden hart arbeiten um NAHEMAH auf eine deutlich bessere musikalische Position zu bringen.
Die Zeiten riechen mehr und mehr nach Veränderung, gerade die wachsende Anzahl verschiedenster kreativer Einflüsse
lassen NAHEMAH den alten Black-Metal-Tagen weiter Lebewohl sagen.
Kompakte Progressivität sind die Worte der Stunde, welche dem Titel „A New Constellation“ hörbar gerecht werden möchten.
„A New Constellation“ liegt weit von unseren früheren Aufnahmen entfernt. Jedoch eher im Stil, nicht im Geiste, arbeiteten wir doch stets mit der gleichen Atmosphäre.
Unsere neueste Veröffentlichung ist eine Mischung all der Musikrichtungen, welche wir selbst gerne hören.
Ein Cocktail experimenteller Sounds und spiritueller Gefühle war einfach die logische Konsequenz.
Aber eigentlich ist die Scheibe nur ein weiterer Schritt nach vorne, wir haben nämlich bereits jede Menge neuer, noch abgefahrener Ideen, mit welchen wir unsere Hörer hoffentlich in Zukunft erneut überraschen können.
Videoclips, Coverartwork, das Image – Kunst ist das, was du draus machst,
letztlich aber doch der Grund musikalisch Schritte voran zu gehen, oder ?
Ja, natürlich. Ich würde sagen, dass Kunst der Hauptgrund ist, überhaupt weiter Musik zu machen.
Sie ist der Weg unsere Gedanken und Gefühle auszudrücken und mit anderen auszutauschen.
Kunst ist die Sprache unseres Seins. Sie ist der Grund, weshalb es uns gibt, um eben unsere Gefühle in dieser Weise nach außen zu tragen.
Dabei ist das Image natürlich wichtig, schließlich ist es genau das, was mit Hilfe unserer Sinne aufgenommen wird.
Erst wenn man Musik mit Ohren und Augen erlebt, prägt sie sich wirklich im Gehirn ein.
Die Konkurrenz im Bereich progressiver Gitarrenmusik scheint deutlich härter zu werden.
In Zeiten, in denen Bands wie THE OCEAN, BURST oder CALLISTO erfolgreich nach neuen Methoden suchen, um extreme Musik unvorhersehbar und interessant zu gestalten, scheint Standard fast schon zum Schimpfwort zu mutieren.
Ich weiß nicht, ob du uns zu der Gruppe dieser Bands zählst, wir selbst tun es jedoch.
Die genannten Bands arbeiten und kämpfen hart dafür, gerade wegen ihres eigenen und unverwechselbaren Sounds Gehör zu finden.
Fühlt ihr euch bereits wie in den Fängen des Musikzirkus?
Ich würde es gar keinen Musikzirkus nennen, auch kein musikalisches Rennen.
Ich denke, es ist eher ein Kampf gegen die Trends und Massentendenzen. Ein Kampf, um klar zu machen,
wie ernst wir es mit unserer Musik meinen, und dass wir unsere künstlerische Seite einfach rauslassen müssen.
Eines wird deutlich, die Jungs meinen es wirklich ernst.
Da ist es fast schon scheinheilig, nach den gewünschten Zukunftsaussichten zu fragen.
Selbstverständlich ist die Existenz und das Fortbestehen NAHEMAHs eines unserer Hauptanliegen,
und wir arbeiten täglich daran.
Gerade planen wir eine Promotour, welche jedoch wohl nicht vor kommenden Herbst realisierbar sein wird.
Aber dann könnt ihr uns auf der Bühne erleben und das rund um Europa.
Keine Angst, wir werden vor Ort sein, wenn auch nicht so gut gebräunt wie unsere südländischen Kollegen.
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Turrón ist ein empfehlenswertes Stück Süßgarnitur, bestehend aus Mandeln, Honig, Zucker und Eiklar.
Für die geschmackliche Weiterverarbeitung gilt die alte Swinger-Weisheit: Alles kann, nichts muss.
Wird hergestellt in Nahemas Geburtsort Alicante, von den Einwohnern traditionell vor allem im feierintensiven Spätdezember verzehrt.
Der Glukosebatzen zeigt sich als längliche Tafel, und liegt deutlich schwerer in der Magengrube als jeder
„A New Constellation“-Track rückwärts.
Daran schuld ist das traditionelle Reinheitsgebot der produktionstechnischen Verarbeitung bzw. eine extra dafür
engagierte Überwachungsorganisation. Selber machen ist möglich, der Export dennoch das Mittel der der Kilojoule-Wahl.
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ALLE ANDEREN.
(Deutschland 2009)

Beziehungen leben bekanntlich von ihrer generellen Inkonstante. Was sich heute auf das eine bezieht, zieht morgen den Gegenüber auf, aus oder emotional ab. Abhängig von der bedienten sozialen Gangschaltung wird analysiert, ignoriert oder terrorisiert. Probleme sind entweder da, um sie zu lösen oder man löst eine Beziehung, in dem man genau diese auf den Tisch packt. Am besten genau solche, welche nicht oder noch nicht da sind.
Fimtechnisch umgesetzt gehören die gefühlstechnischen Achterbahnen rund um die rosa Brille zum großen Muss. Schließlich geht und insgeheim spricht das große L-Thema leider alle an. Genau so oft landen die Stories und Konversationen jedoch mitten in die Kiste der Peinlichkeiten und Abstrusitäten, wo Grotesken gern gewähltes Mittel der Qual werden.
Wird dem weiblichen Geschlecht auf dem Regiestuhl zu gerne der Hang Richtung luftarmer Scheinwelt und romantisierten Wunschgedanken zugesprochen, scheint Maren Ade in „Alle Anderen“ die selten gut bestückte Schublade der Glaubwürdigkeit gezogen zu haben.
Ein noch junges Paar fern vom zu Hause im Urlaubsabseits. Was auf einer Welle und dem liebenswerten Draht zueinander beginnt, entwickelt sich zum Gefühlsfiasko. All das, wofür das Miteinander steht, gerät ab einem lauen Finkagrillabend ins Wanken. Dem einladenden – sympathietechnisch jedoch recht ausladenden – konventionellen Paar mit der klassischen Rollenverteilung und all den volksnahen Aha-Effekten sei Dank. Was ist männlich, wie wichtig ist beruflicher Erfolg und wer hört eigentlich wem nicht zu?
Gitti, herrlich gespielt von Birgit Minichmayr, und Chris, authentisch wankemütig von Lars Eidinger inszeniert, führen mit einer erschreckend lockeren Gangart durch die 119 Minuten, die locker noch 30 Minuten hätten so weiter gehen können. Wortwitz, Situationskomik, raffinierte Stimmungwechsel und die obligatorischen kleinen Alltagskniffe zwischen Mann und Frau heben das urtümliche Genre des Liebesdrama in die höhere Filmliga, die ihr zusteht.
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Rezept: Wodka Doppel-G.
Es ist Ende Juni, die Außentemperatur liegt bei über 24° Celsius, die Stirnen der Nationen tropfen, die Kehlen klingen heiser plus dehydriert, es lechzt alles nach einem kühlen Nass. Wo Cola und Eistee auf Dauer keine Erfrischungsrevolution mehr starten können, anscheinend niemand mehr auf seine Dosis Hochprozentiges verzichten möchte, kehrt ein neues Getränk schräg nach vorne Richtung Mixdrink-Olymp: Wodka Doppel-G.
Benötigt wird für eine Person:
+ ein sauber gespültes 250 ml Glas
+ 20 ml Wodka in Reinkultur
+ 230 ml Ginger Ale mit der Extraportion Ingwer
+ 10 hauchdünn geraspelte grüne Gurken-Scheiben
+ vier gut durchgefrostete Eiswürfel
+ für die Damen und die, die es gerne wären natürlich ein Strohhalm
+ Lust auf die alkoholische Wand kopfwärts im Teufel-komm-raus-Modus
Der Vorgang:
Das Glas nehme man aus dem Schrank bzw. der Spülmaschine und stelle es auf die Küchenarbeitsplatte. Man startet mit dem Obligatum des Getränks, dem Wodka. 20 ml dürfen im Glas landen, bei Bedarf auch unab/angemessen mehr. Die grüne Gurke darf je nach Können mit einem geeigneten Messer oder einer Gurkenschneide bearbeitet/klein gehäxelt werden. Danach wird Ginger Ale dem Glas zugegossen, die Eiswürfel eingeworfen und Gurkenscheibchen oben aufgelegt. Nun noch einen Platz zum Präsentieren der flüssigen Mischpoke suchen, ggf. auch zum Anbieten für mögliche Geschlechtspartner, über die Freshness erstaunt sein und den plötzlichen Knalleffekt genießen. Fresh 4 Fantasy!
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Die offensichtlichsten Beweise, beim falschen Konzert zu sein:

+ diverse wehende Feuerzeuge um dich rum, sind knapp davor, dein Haupthaar oder Bart zu gefährden
+ die Anzahl eindeutig williger Zweierkonstellationen beim Zungenaustausch wird von Song zu Song mehrstelliger
+ du überlegst dir, was sich alles auf „Circle Pit“ oder „Wall Of Death“ reimen könnte
+ du bleibst auf der Toilette im mehrminütigen Smalltalk stecken
+ Mitmenschen ohne ausreichend Kleidung bitten dich auf die Bühne und bieten außerdem lasziv einen Stuhlplatz an
+ du denkst an dein Bett, den kommenden Arbeitstag oder einen gefüllten Magen
+ du wühlst in deiner Tasche nach einem Fernglas für die Sichtung der ersten Leinwandfront
+ die Typen neben dir fordern den aktuellen Charthit oder „Ausziehen!“
+ es kommt Schaum von oben, schlimmstenfalls gar von unten
+ alle nehmen sich bei den Händen und lachen oder wackeln kollektiv auf Knopfdruck
+ du schaust nachdenklich zu Boden und überlegst, ob die jetzt Raemonn oder Reamonn heißen
+ dich treffen Bonbons und lautstarke Spruchsalven wie „Helau!“ und „Hossa!“
+ deine Eltern winken und jubeln dir von der Bar aus zu
+ du wachst an der Schulter des tropfenden Konzertveranstalters oder im leeren Backstage-Bereich auf
+ du hast mehr deine Uhr als die Bühne im Blick
+ du fragst deinen Stehnachbarn, ob dies schon die Hauptband sei
+ du versteckst dich hinter dem letzten Pfeiler, der ausgetragensten Kapuze oder dem Bierstand
+ du zählst 2,5 Gitarrenanschläge pro Minute bzw. hast urplötzlich Thrombose-Symptomatik
+ du trägst den Event sofort nach heimatlicher Ankunft aus deinem LastFM-Kalender
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Weitere Offensichtlichkeiten bekannt?

Nackte Fakten sind zwar trocken, doch da muss man angeblich durch. Stockholm ist die Hauptstadt Schwedens und mit 187 m² Fläche und einer wohnenden Menschenanzahl von 795.160 die größe Stadt Skandinaviens. Sowohl das schwedische Parlament, als auch die schwdische Regierung haben dort ihren Sitz. So weit, so nebensächlich. Nackt ist gut, dann aber bitte mit Tatsachen. Schön reden kann jeder, versuchen wir es. Guter Ruf und nichts dahinter? Nicht ganz. Dass das Ausbildungsniveau der Bevölkerung deutlich über dem Reichsdurchschnitt ist beachtlich, sieht man aber auch. In der Lehre des Selbsterhalts liegen die Stockholmer sichtlich vorne. Auch wenn sich die Innenstadt überfüllt mit Candyshops jeder Colour (vor allem aber bunt und rosa) präsentiert, das Volk bleibt dünn. Schließlich gehören Gurken bekanntlich in Fässer, nicht in Röhren. Modisch stets Richtung Upper-Class, mehr Schick als Schnick Schnack, weniger Innovation, dafür gekonnter Einweglook. Und falls die netten Cafeketten und Eckbars zuviele Glukoseköstlichkeiten bieten, gibt es schließlich noch Fortbewegung als aktiven Gegenspieler. Nein, mit Auto fährt man hier eher weniger. Joggend kommt man schließlich auch ans Ziel. Ziel der Wochenenden sind zumindest nicht die wilden Clubs nach Mitternacht. Warum? Weil, sind nicht vorhanden. Vorglühen bei Ole und Anneke , kurzes kollektives Warmtanzen im Schaufensterpub, dann aber husch wieder nach Hause und sich bei heimatlichen Softklängen von „Dreamboy“ oder „Markus Krunegard“ in den Schlaf kuscheln. Der nächste Morgen kommt bestimmt, und wer hat dann schon gerne einen Kater neben sich? Stockholm wird als relaxt und laid-back beworben. Aber ist ausgeschlafen und trist verpennt nicht ein Unterschied? Zumindest wird beim schäumenden Latte-Schlürfen nach 9 Uhr, dank der inspirierenden Kulisse zwischen Altstadt und Södermalm, für all die künstlerisch agierend und engagierten Mitmenschen, das visuelle Futter geboten. Von denen gibt es vor Ort nämlich mehr als ausreichend. Der Nachwuchs wird in den 16 ansässigen Hochschulen und Universitäten, in u.a. den angebotenen Bereichen Musik, Theater, Tanz oder Film, unterrichtet. Fazit: Die selbst ernannte „City On Water“ ist eine ansehnliche Lehrstunde in Architektur, Gemütlichkeit und Fashion von morgen, bleibt für alle Partyhungrigen oder Urbanfanatiker letztlich jedoch nur ein liebliches Stelldichein ohne dringende Wiederholungswut.
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Ist er eins oder ist er keins?
Er liebt mich, er liebt mich nicht…?
Vergesst das alberne Blümchenrupfen, hier wird Tacheles geschrieben, was die Relevanz deines männlichen Anhangs angeht.
Ein nettes Leinentuch der potent-nonfrequenten Unmenschlichkeiten.
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] er hechtet hektisch dem Lichtschalter entgegen, dreht sich beschämt weg oder brabbelt irgendwas von Würgereiz, sobald du dich vor ihm umziehst
] er legt dir dein Beautycase stets benutzungsbereit und vor allem demonstrativ vor den Spiegel
] er grinst, wenn du weinst
] er sagt, er müsse wieder was erleben und geht Zigaretten holen, trifft sich mit alten Zivikollegen oder meldet sich im nächst abgelegenen Fitnesstempel an
] er stellt sich schlafend bis tot, wenn du klingelst und imitiert möglicherweise ein irrelaes Besetztzeichen beim Mobilanruf deinerseits
] er faltet den Ober regelmäßig bei der Frage der Rechnungsverteilung mit einem zünftigen: “ Jeder von uns kann alleine essen, kann also jeder von uns alleine zahlen“ zusammen
] er wünscht sich zu eurem Jahrestag gleichzeitig ein Dartspiel und aktuelles Passfoto von dir
] er spricht im gemeinsamen Urlaub nach Sonnenuntergang erschreckend häufig von Wunsch nach Abhängigkeit
] er lässt sich immer rechtzeitig deinen Dienstplan reichen, arbeitet dann trotzdem komplett entgegegen gesetzt
] er beginnt, in der Nähe seines laufenden Laptops Fallen aufzustellen
] er beschenkt dich öfters mit Fachbüchern zum Thema „Ökotropholgie“
] er zieht beim Thema Hausarbeit und neuer Verteilung dieser, sein Hemd aus oder fragt, ob es dir nicht um Liebe und sowas ginge
] er ruft von Events ohne deine Anwesenheit an und gibt öde Tristesse an, während im Hintergrund ein lautstarker Chor von „Zieh! Zieh!“-Parolen auf „Ausziehen! Ausziehen!“ wechselt
] er schenkt dir eine illegal gezogene Dawsons Creek-Staffel zum Valentinstag und die Rose sollst du dir denken
] er trägt seit deiner unterschwelligen Hochzeitsanfrage immer mehr Ringe pro Finger
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:::::::: Analyze Ya Dreams! / Corvonism blickt hinter die Rapid Eye Movement-Fassaden.
/ Laß dir deine tiefsten Ängste und verdrängtesten Abgründe kostenfrei spiegeln. / Viva La Spoilarma! ::::::::::::::
Möhren:
Nein, weder geht dein Libidohaushalt heimlich saftig hausieren, noch stehst du kurz vor dem Break zu einer Diätwelle. Neben Karotten und Rüben werden die orangefarbenen Beetbesetzer auch Wurzeln genannt, schon haben wir den buchstäblichen Salat hinter deiner Träumerei. Die Wurzel deines aktuellen Übels wird ausgegraben, offenbart und ist ab sofort zum Ernten und anschließenden Kompostwurf bereit.
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Plüschtiergeburtstag:
Nein, das gemütliche Stelldichein mit Bello, Brummi und Hoppel samt Gedeck im Mini-Format weist nicht auf eine geistige und seelische Rückentwicklung zur großen Kindergartengruppe hin, auch soll es nicht das Bedürfnis nach mehr Spiel und Spaß in der Freizeit wiederspiegeln, es liefert eher den Beweis, dass du dir mehr Umgang wünschst, welchen du selber steuern kannst. Arbeitskollegen, Zweckfreundschaften und immer der gleiche bissige Postbote, du willst aus diesem menschlichen Irrkreis raus und selbst das Miteinander leiten.
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Asche im Bett:
Nein, deine Bettlaken stehen nicht in Flammen und du wirst auch keinen pathologischen Befund als Folge eine deiner Suchten vor Augen bekommen, du hast eher irgendwo in der Vergangenheit verbrannte Erde hinterlassen und die überlebenden Brandblasen stellen sich nun urplötzlich und provokativ vor dich. Lügen, Habgier, Neid und vom Banknachbar abschreiben: die Rache könnte bereit stehen.
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Unausschaltbares Telefon:
Nein, deine Familie bettelt nicht insgeheim nach einer regelmäßigen Meldung aus deinem Hause und die Telefon/Handyrechnungskosten werden dir in absehbarer Zeit auch nicht die Luft nehmen, es ist vielmehr die aktuelle Reizüberflutung, die dir den Hals abschnürt, nur willst du das nicht wahrhaben- und nehmen.
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Zehn nackte Friseusen:
Nein, deine Freundesmeute lädt dich nicht überraschend auf einen herrlich primitiven Balla-Ballermanntrip ein, dein Hairstyling braucht auch nur bedingt ein krasses Makeover. Eher bezieht sich dein semipornographischer Hirninhalt auf die große Entscheidungsscheiße. Eher die kecke Blonde, die devote Schwarze oder das flippige Lockentier? Jetzt bist du an der Reihe. Selection Against Infection.
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Nachtspaziergang mit ohne Laternen:
Nein, deine Lebensweise wandelt nicht apokalyptisch im Dunkeln und auch gibt die Technik deiner Wohnung nicht baldmöglichst den Geist auf bzw. stellt man dir den Strom ab, mehr noch suchst du immer weiter nach dem Sinn deiner aktuellen Lebensführung. Das kann doch nicht alles sein, geht dir immer wieder mehr oder weniger quer durchs Gedankenlabyrinth.
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Achtung: Individuelle Anfragen sind zum einen möglich, zum anderen dringlichst erwünscht.

FORM 01] Der spannungsfreie Abschied.
Man läuft zusammen noch bis zur nächsten Ecke, gibt nach einer kurzen Schweigephase eine neutrale Phrase wie „Man sieht sich!“ oder „Yo, dann hau rein!“ mit auf den Weg und verschwindet schon im selben Moment auf dem kommenden Zebrastreifen und in Vergessenheit.
Ergibt: Das passendste Auseinandergehen im Falle einer Zweckfreundschaft, Arbeitsbekanntschaft oder dem eigenen Wunsch auf Unverbindlichkeit
Vergleichbar mit: Dem Rollen eines Artikels über das Aldi-Laufband.
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FORM 02] Der abrupte Abschied.
Plötzliche Umstände zwingen zur Trennung, wie das aufgeregte Telefonat des Partners, die gerade einkehrende Bahn, Anzeichen eines Durchfalls oder ein Wirbelsturm. Lässt höchstens Platz für ein abgehacktes „Öh, mach’s gut!“.
Ergibt: Meist den ungewollten Cut eines Meetings, der im Nachhinein vielleicht passender kam als im enttäuschten ersten Moment gedacht.
Vergleichbar mit: Dem rumms-bumms eingeworfenen Abspannbalken und Werbetrailer von RTL II nach der spannenden bis emotionalen Schlußszene.
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FORM 03] Der langatmige Abschied.
Eigentlich ist alles gesagt, der Schritt tendiert schon deutlich Richtung wegwärts und trotzdem wird dem Phrasenschwein nochmal ordentlich Futter gegeben. „Naja, dann sag ich mal Tschüß.“ wird zum wiederholten Mal vom etwas dümmlich wirkenden „Gut, dann…meld dich mal“ gefolgt.
Ergibt: Den zähflüssigen Wortbrei, der nach abschließenden Worten ringt und nicht weiß, ob man sich mit einem Umarmen oder hanseatischen Adioszeichen nicht endgültig befreien sollte.
Vergleichbar mit: Dem im Kreis laufenden Pony auf dem Kleinstadtrummel.
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Form 04] Der alberne Abschied.
Mit der eigenen Überforderung, die Abschlusssequenz dramafrei und eigentlich unspektakulär zu meistern, verkommt es dank dem letzten Stich bzw. der Kitzelgeschichte in die Hüftgegend, übertriebenem Schulterklopfen, doofen Grimassen oder Panneslogans wie „Tschüssikowski!“ und „See you later, Alligator“ zum Goodbye des Fremdschämens.
Ergibt: Für Außenstehende, das Pleiten, Pech und Pannen-Schauspiel, wo man noch auf ein fliegendes Furzkissen oder Huckepack 2 Go wartet.
Vergleichbar mit: Dem Witz zum Schluss, welcher nur Eingeweihten/Eingeweiden ein Lachen entlockt.
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Form 05] Der melodramatische Abschied.
Tiefe Blicke mit Tränenpotenz werden ausgetauscht, welche sich abwechselnd treffen und anschließend wieder betreten zu Boden fallen. Hände wandern schwitzig zwischen Hosentasche und Hals des Anderen. „Geh nicht!“ wird offiziell ausgesprochen oder liegt zumindest wie der große Banner über dem drohenden Auseinanderdriften.
Ergibt: Ein kleines Fest der Emotionen auf öffentlicher Showbühne, dass als Gegenargument zum stetigen Werteverfall und allgemein wachsender Distanz funktioniert.
Vergleichbar mit: Dem zweistimmigen Refrainfinale eines Pophits zum Weihnachtsgeschäft.
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Form 06] Der unechte Abschied.
Nochmal ein oberflächliches Fazit über das Treffen ziehen, viel Glück wünschen, erneut für die neue Frisur gratulieren, seichtes Bussi und geschwungenes Winken aus der rechten Hand. Ein „Das müssen wir öfters machen“ folgt dem „Ciaoi, melde mich!“.
Ergibt: Eine Trennung mit Wahrung der Etikette, doch ohne Kette der Wahrheit.
Vergleichbar mit: Einer Konversation mit Paris und Bruce Darnell gleichzeitig.
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Form 07] Der pampige Abschied.
Abschied ist ein schweres Schwert, in diesem Falle eher ein scharfer Dolch. Unabhängig von der Relevanz des Treffens oder der Bedeutung des freundschaftlichen Miteinanders wird zum Ende mit dem bösen Gesicht aufgewartet. Mit Vorwürfen, kleine verkappte Beleidigungen und dem Zurücklassen des Gefühls von Bedeutungslosigkeit wird bis zum Grand Finale gewartet.
Ergibt: Ein Ende mit Schrecken, welches dennoch vorhersehbar ist.
Vergleichbar mit: Der versteckten Stinkbombe im geworfenen Ball.
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Rätsel: Um welche Form handelt es sich auf dem oben ersichtlichen Foto?

TWILIGHT: Bis(s) zum Morgengrauen (Kinostart: 15.01.2009)
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Vampirismus goes Pop again. Dabei könnte man es sich recht einfach machen, die Verfilmung Nummer 1 der Stephenie Meyers-Bücherreihe „Twilight“ als blutleere (ähem) Romanzette einer periodisch populären Thematik zu betiteln. Statt gut gepfefferter Sequenzen zwischen Pfählen, Köpfen und klopfender Sargdeckel besteht- für alle Unwissenden -das romangetreue Stück Zelluloid, mit Catherine Hardwicke auf dem Regiestuhl, aus der großen Ladung Teenagergefühle. Das Paar der Stunde Bella Swan und Edward Cullen lebt im highschoolenden Hier und Jetzt namens Forks. Nichts mit stinkendem Mittelalter, mächtig ausstaffierter Kostümsause und altbackener Sprachästhetik. Wer „Interview mit einem Vampir“ aus dem Jahre 1994 bereits als den emotionalen Supergau der Blutsaugerthematik ausschimpfte, wird schon beim plakativen Filmtitel „Bis(s) zum Morgengrauen“ giftig den Pflock erheben.
Dabei werden die 121 Minuten Kinounterhaltung überraschenderweise mit der Portion Atmosphäre gefüttert, nach welcher die Mammutproduktionen von „Harry Potter“ oder „Narnia“ gerne lechzen würden. Unterschwellig und latent baut sie sich auf. Der Bravo-Fraktion werden keine überdimensionalen Effektbatzen zugemutet, die Chemie zwischen dem weiblichen Schulneuling Bella (Kristen Stewart) und dem dubiosen Eigengewächs Edward (Robert Pattinson) bestimmt die Handlung.
Besonders der 1986 in London geborene Robert perfektioniert die Rolle des geheimnissumwobenen Sonderlings mit bissfesten Hintergrund derart gekonnt, ohne die notwendige Seite Ironie auszusparen. Jugendliche Haut, welche in der Sonne glitzert und blitzartige Flüge gen Baumgipfel kann und sollte man auch nie mit striktem Ernst inszenieren. Sie sieht ihn, er sieht sie. Die innige Liebe kommt jedoch völlig ohne Triebe aus. Wer auf kleine sexuelle Schocker wartet, hat schlecht gewettet: Keusch is the new Intimacy. Muss schließlich auch was in Sachen Spannungsaufbau bis zur nächsten Episode am Brodeln gehalten werden. Bis dahin ist klar: Starre Blicke, gediegene Blässe, rote Lippen und James Dean auf Gothic-Kurs sind in.
Die Konzerte des Jahres:
+Björk: Melt!-Festival, Ferropolis / 20.Juli [R]
+Tegan & Sara: Hamburg, Fabrik / 09.März
+Tiger Lou: Hamburg, Übel & Gefährlich / 03.Dezember [R]
+Dillinger Escape Plan: Berlin, Kato / 07.März
+Isis: Hamburg, Übel & Gefährlich / 15.April
+Jeniferever: Hamburg, Prinzenbar / 27.Mai [R]
+Alaska In Winter: Hamburg, Astrastube / 30.September [R]
+Mr. Oizo: Berlin, Maria am Ostbahnhof / 25.Oktober
+Crystal Castles: Hamburg, Neidklub / 25.September
+Dune: Dockville-Festival, Hamburg / 16.August
[Wäre es gern geworden:
+Emiliana Torrini: Hamburg, Stageclub / 20.Oktober
+30 Seconds To Mars: Berlin, Columbiahalle / 05.Mai] [R]
Das Festival des Jahres:
+Melt!, Ferropolis 18.-20.Juli [R]
[Wäre es gern geworden:
+Stoner Hands Of Doom-Festival: Erfurt, Stadtgarten / 20.September]
Promoaktion des Jahres:
+Radiohead: In Rainbows
Comeback des Jahres:
+Britney Spears
[Wäre es gern geworden:
+Guns'n Roses]
Newcomerhoffnung des Jahres:
+Nihiling
Bedauerlichste Bandauflösung des Jahres:
+From A Second Story Window
Musikerenttäuschung des Jahres:
+Aydo Abay verlässt Blackmail.
Unterhaltungssportlerin des Jahres:
+Maryse (WWE)
Unterhaltungssportler des Jahres:
+Randy Orton (WWE)
TV-Sendung des Jahres:
+I Love New York 2 (MTV)
[Wäre es gern geworden:
+Hot Or Not (VIVA)
DVD-Entdeckung des Jahres:
+Auf Anfang [: Reprise]
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Seltsamkeit des Jahres:
Körperlaser/röntgen per Handy
Entdeckung des Jahres:
Mumpelmonster [R]
Die Weisheiten des Jahres:
+Wenn es gut läuft, kann es ruhig spritzen!
+Wenn sie da vorne soviel sieht, wie ich hier hinten, sieht sie nichts.
+Allein ist auch fast schön.
[Wäre es gern geworden:
+Stop Bitchin' – Start A Revolution, Baby!]
Die Schlagwörter des Jahres:
+Butze
+Fiasko, Fiasko!
+Tempokiller Bodenschwelle
+Mümmeln
+Magen/Darm
+Wuselkabinett
+Etikettenschwindel
+Der Typ mit der Wunde
[Wäre es gern geworden:
+Machbar
+Möööp!
+Spalthämmer Öf Satan]
Die Überraschung des Jahres:
+Super Bleifrei:
Stand Ende Juni-> 1,60 € pro Liter
Stand Ende Dezember-> 1,05 € pro Liter
Die Farbe des Jahres:
+Schwarz
[Wäre es gern geworden:
+Weiß]
Kinofilm des Jahres:
+Cloverfield
[Wäre es gern geworden:
+House Bunny
+Die Kunst des negativen Denkens]
Die Webseite des Jahres:
[Wäre es gern geworden:
+Cometro.de]
Die Nahrung des Jahres:
+Belegtes Brötchen
[Wäre es gern geworden:
+Ovomaltine Crunchy Cream]
Das Getränk des Jahres:
+Wodko (Wodka plus Orange)
[Wäre es gern geworden:
+Kakaoretto (Kakao plus Amaretto)
Die Stimmung des Jahres:
+Blah!
[Wäre es gern geworden:
+Euphorisch]
Die Voraussicht auf 2009:
+Marathon der Fehler und laienhaften Tätigkeiten.
[Würde es gern werden:
+Die große Wende]
>>> Goodbye, 2008!
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[R] = Rezension/Bericht im Corvonism-Archiv auffindbar und einlesbar