Die 10 bewertesten Telefon-Alibis.

Man kennt das: der Festnetzapparat läutet und zeitgleich auch die persönlichen Alarmglocken. Schließlich ist man nicht durchgehend bereit für Knopfdruck-Kommunikation mit Familie, Vormund, Beziehungsanhang oder Bekanntschaften aus 1001 Nacht. Doch das völlige Ignorieren des Klingelns könnte weitere Fragen am anderen Ende aufwerfen. Das bedeutet: der Mitbewohner, Kumpel oder die inoffizielle Reinigungskraft der Einrichtung müssen den Hörer abnehmen und sich einen triftigen Abwesenheitsgrund überlegen. Da hilft kein rausgepoltertes „Er/Sie kann gerade nicht!“ als Reaktion, da müssen Ideenreichtum und Kalkül mit einkehren. Anbei die zehn wasserdichtesten Alibis fürs telefonische Nicht-Drangehen.
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Nr. 01] ER/SIE DUSCHT GERADE. > Der Klassiker weil niet- und nagelfest. Was soll man auch im schaumig-feuchten Zustand Richtung Telefon laufen. Das Wasser läuft zu prasselnd, man singt zu laut bei miesen Duschradiohits mit, vor der Badtür ist kalt, man hat noch nicht mal die Toilette gespült und akute FKK ist eher Mus als Muss.
Fazit: Gerne einsetzbar, könnte auch bis zu eine satte Stunde frei halten, jedoch nicht mehrmals täglich verwenden lassen.
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Nr. 02] ER/SIE SCHLÄFT. > Die beruhigendste und schönste Ausrede. Die Vorstellung, dass der Angerufene gerade selig schlummert, beruhigt ungemein. Wecken ist schließlich unmenschlich.
Fazit: Gerne einsetzbar, lässt sogar ganze Tage telefonische Ruhe einkehren. Doch Vorsicht: Bei ständigem Schlafverweis könnte der Anrufer misstrauisch werden. Letztlich liegen Schlaf und Tod nah beieinander.
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Nr. 03] ER/SIE IST IN DER STADT. > Ein Alibi so sicher wie die nächste Stromrechnung. Das Leben bedeutet auch Verpflichtungen. Zwischen Arztpraxis, Einwohnermeldeamt, Bäckerei und Trinkhalle vergehen etliche Stunden. Stadtzentren sind voller Überraschungen, ob nun durch Abschleppdienst, abrupte Erledigungen oder Überraschungswinken am U-Bahngleis.
Fazit: Raffinierte Aussage, weil die eigene Wohnungsstätte nicht stetiger Place-To-Be sein kann und darf. Doch allzu häufig auch nicht die Ausrede der Wahl, da das Treiben im Großstadtdschungel bekanntlich auch Unmengen an Gefahren mit sich bringt.
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Nr. 04] ER/SIE IST ARBEITEN. > Eine Aussage so sicher wie die Bank früher. Ohne Fleiß kein Preis bzw. Arbeit ist der Welten Hohn. Da gibt es kein zweites Fragezeichen, nach wie vor ist Arbeit Arbeit und Schnaps eben Schnaps.
Fazit: Die gesprochene Abwehrhand, irgendwo müssen doch die Stressfalten und allgemeine Alltagsunlaune herkommen. Achtung! – nach 13 Tagen in Folge könnte der Anrufer sich arbeitsrechtlich jedoch kundig machen.
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Nr. 05] ER/SIE ISST GERADE. > Die konservativste Reaktion, welche man auftreiben kann. Essen = Ruhe. Dementsprechend realistisch könnte es dann doch aufgefasst werden. Mit vollem Mund spricht man nicht und außerdem wird sowohl ein Toast als auch ein Rückensteak schneller kalt als einem lieb ist.
Fazit: Machbar, jedoch nur bei Mitmenschen, welche bekanntermaßen gerne, ausgedehnt und ungestört Nahrung aufnehmen. Nachfragen, was es denn gäbe, sind außerdem klares Beiwerk, da sind vorherige Absprachen Pflichtprogramm. Bei zu häufiger Verwendung droht außerdem die Gefahr der Essproblematik-Gerüchte bzw. dem aufkeimenden Vorwurf, Kilojoule wären wichtiger als Gespräche.
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Nr. 06] ER/SIE MACHT SPORT. > Eine Aussage mit Brisanz. Zwischen Stadtpark-Joggen, schwitziger Hantelpumperei und Sit-Ups während GZSZ, ist da alles möglich. Niemand will ein Keuchen plus Stöhnen am Hörer. Nicht jeder glaubt jedoch an plötzliches Interesse für Muskelaufbau und Waden-Neudefinition beim Gegenüber.
Fazit: Abwägbares Alibi, welches Risiken birgt. Bei zwei Wochen stetigem Sportverweis ohne offensichtliche Resultate im Nachhinein, könnte der Schwindel bald auffliegen.
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Nr. 07] ER/SIE LERNT. > Die Aussage mit bis zu meterhohem Fragezeichen. Beachtlich und erfreulich für Erziehungsberechtigte, die wieder an das Gute in ihrem Sprössling glauben. Dann aber auch skeptisch bei Menschen, die am Fließband arbeiten oder seit fünf Semestern keinerlei Studium-Feedback gaben.
Fazit: Alibi mit Hoffnungsschweif. „Endlich wird wieder gelernt“, oder „Was soll der schon lernen?“, sind mögliche Gedankengänge am anderen Ende der Strippe.
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Nr. 08] OH, DIE VERBINDUNG IST SO SCHLECHT! > Die ärgerlichste und gleichzeitig wirksamste Methode. Wenn an der Technik gerade gearbeitet wird, seltsame Schwingungen den Kontakt beeinflussen oder das Telefon einfach umher spinnt, ist Hopfen und Malz vorerst verloren – höhere Gewalt sozusagen.
Fazit: Empfehlenswert für eine Zeit von ca. ein Monat, dann steht entweder der Anrufer oder ein neues Telefon live vor der Tür.
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Nr.09] HM, KOMISCH ER/SIE IST HIER NICHT ANZUTREFFEN. MOMENT…HM, NEE, NICHT DA! > Die ahnungslose, naiv-dümmliche Art, die einem erstmal jemand vorwerfen soll. Keine Ahnung bedeutet eben auch keine Auskunft – Dummheit siegt ja meistens.
Fazit: Daumen-hoch-Methode, die aber auf Dauer eher für einen dämlich-uninformierten Freund/Mitbewohner spricht bzw. die positive Connection zwischen dem Abnehmer und Angeruften in Frage stellen könnte.
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Nr. 10] ER/SIE WOHNT HIER GAR NICHT. > Die absolute, aber mitunter aufwühlenste Reaktion. Zahlendreher sind menschlich, Verwirrungen ebenso. Mit Pech wird aber im panischen Marathon die Nummer wiederholt, und so wird keine Ruhe einkehren.
Fazit: Als Gag oder Notnagel einsetzbar, aber keine regelmäßige Lösung.
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Ein Hoch auf: die Kapuze.

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Anhängsel sind einerseits gerne gesehen und geben sowas wie Rückendeckung, können aber auch nerven, stören und als überflüssig durchgehen. Doch ein Fortsatz, welcher namentlich auf einen katholischen Bettelorden zurückzuführen ist, bleibt modisch zeitlos und dauerhaftes Must-Go.
An der kostengünstigen Windjacke, dem prallen Winterpullover oder auch schicken Stylomaten-Trainer. Unisex einsetzbar. Ob lässig im Nacken hängend, auf Halbmast über Kappi bwz. Mütze oder tief Richtung Visage gezogen, die Kapuze steht und fällt mit ihren Aufgaben. Und da hat sie so einige zu verzeichnen. Sie verdeckt fettiges , zu wenig oder schlecht nachgefärbtes Haarwerk. Versteckt Mahnmale von kopforientierten Schlagabtauschen, gibt das Gefühl von Sicherheit bei innerem Ungleichgewicht. Ist mal mehr Zeichen für gewollte Distanz, Arroganz oder Szenerevelanz. Lässt Bölleralarm an Outdoor-Neujahrsnächten überstehen, gibt einen Funken Hoffung bei Instantregen und spendet dem wichtigsten Körperorgan Wärme und weitestgehend Schutz vor schädlichen Einflüssen. Doch Achtung: Kapuze – von latein cappa / italienisch capuccio übernommen – am Mann bedeutet nicht parallel mittendrin und sowieso dabei zu sein. Jeder kann und darf grundsätzlich diese tragen und nutzen, aber nicht bei Jedem funktioniert sie über ihren Nutzen hinaus, leider.
Doch Motto bleibt: Wer die Kapuze nicht ehrt, ist den erhobenen Fashion-Daumen nicht wert.
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MTV EUROPE MUSIC AWARDS 2009: 05.11.2009: BERLIN: O2 World

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Worauf freuen sich die Majorlabels? Gut, im Grunde auf fast gar nichts mehr. Aber es gibt da einen Tag, der potentiell mal wieder Kohle bzw. kurzfristiges Interesse aufwerfen könnte. Die EMA’s. Das jährliche Schaulaufen der von MTV dank Playlist-Einsatz Richtung Popularität getriebenen Popstars und Musikfratzen ohne realistisches Verfallsdatum. Nicht umsonst fallen in den Werbeblöcken die gar nicht mehr wahrgenommenen Billig-Download-Trailer komplett raus und werden von Unmengen Spots aller Neuveröffentlichungen von eh schon in den Top 10 platzierten Künstlern abgedichtet.
Dabei erwartet man von Awardverleihungen selten wirklich viel. Überreichte Preise, die ihre Produktion kaum wert sind. Laudatoren, welche keine sind und außer „Make Some Noise!“ nicht viel falsch oder richtig machen können. Live-Auftritte mit viel Hokus und letztlich gähnend viel Pokus. MTV setzt dann gerne einen inszenierten Pseudo-Skandal ins Hochglanz-Nest um den Hauch von Jugendlichkeit und Spontanität abseits der gecasteten U21-Zuschauermenge zu bieten. Parteilosigkeit und Nähe zur Basis ist ja dank des Netz-Votings gegeben. Die regelmäßige Warnung vor gewalt(tät)igem Inhalt und Stroposkopalarma scheint dabei wie das Achtung-Schild vor einem Kaninchenkäfig.
Die 2009′er Ausgabe ist Geschichte. Wo wir auch gleich beim historisch eingebettetenThema wären: 20 Jahre Mauerfall. Nicht umsonst hat man sich in die Geburtsstädte der Europe Music Awards begeben, drängt sich feierbedingt ja geradezu auf. Und wenn man kein nationales, host-taugliches Gesicht für die 150 Minuten TV-Unterhaltung findet, schnappt man sich eben was Weltbekanntes mit Spiel/Spaß/Spannung: Katy Perry. Hat sie bereits im vergangenen Jahr erschreckend souverän ihren moderierten Kleiderwechsel durchgezogen und ist auch gefühlte drei Jahre nach „I Kissed A Girl“ noch immer nicht auf der totalen Out-Liste, war sie der passende Joker. Ob auf dem Mond, im Champagnerglas oder im Löcherkleid: sie steht ihre Frau amtlich.
Und die Anderen? Waren da. Green Day eröffnen rebellisch und standardgemäß den Abend mit „Know Your Enemy“ plus „Minority“. Blond steht Billie Joe genauso wie der Witz mit dem gewonnenen Best Cock-Award. Um den bejubelten Gast David Hasselhoff darf man nur noch Angst haben, da haben Wahrnehmung und Ausdruck inzwischen seltsames Eigenleben begonnen. Inwieweit Placebo nach wie vor die relevante Alternative darstellen, sagt der Best Alternative-Award Gott sei Dank nicht aus. Und ob Lil’ Kim gerade nur Ausgang hat oder tatsächlich wieder gen Upperclass robbt, war nicht ganz auszumachen. Was die Mädels an der kleinen Schmuserock-Vorlage Pete Wentz finden, bleibt weiter fraglich. Stotternd vom Prompter im Backstageraum ablesen kann er zumindest. Siegerin des Abends ist Beyonce, deren „Halo“ als Best Song von Wrestlingstar Batista übergeben wird. Außerdem geht sie für ein Jahr als Best Female Artist durch, ihr tanztechnisch interessanter Clip zu „All You Single Ladies“ parallel als Best Video. Lady Gaga bleibt der Fete lieber fern und gibt einer Aidsgala trotz Best New Act-Auszeichnung den Vorrang. Auch Eminem bastelt im Studio statt in der deutschen Landeshauptstadt als Best Male gefeiert zu werden.
Während die Verkaufszahlen im Inland schwinden, der Kulturteil jedoch zeitgleich sein Interesse hochfährt, sind Tokio Hotel mit dem Best Group-Award gut gefahren. Vor zwei Jahren noch von MTV sträflich missachtet, gehören sie nun dazu wie Markus Kavka. Nur die Dankesrede des Haarchemie-Freundes Bill, ausschließlich in englisch gehalten, wird für einige böse Briefe zur Bravo-Community sorgen. Best German Act sahnt Nena ab. Ach nein, Silbermond mit ihrer dauerfreudig-euphorischen Sängerin sind es wohl eher.
Doch ob nun die türkischen Kollegen von MaNga mit der Best European Act-Trophäe, Dave Grohl mit Matte im Gesicht oder Shakira bzw. Leona Lewis samt ihrer gewollten Livedarbietungen, am Ende kann es immer nur einen geben. Den Retter: Bono. U2 sagen „Live is where this band lives“. Und so sind sie es, die das triumphale Highlight der Show inmitten von Freiheitsparolen wie „Get up, stand up for your rights“ samt Best Urban-Gewinner Jay-Z zelebrieren dürfen. Exklusiv am Brandenburger Tor mit der Lichtshow des Monats und dem Pathos des Halbjahres geben sie ihre Greatest Hits-Anwärter „One“ und „Sunday Bloody Sunday“ zum besten. Ost und West leuchtet auf. Alles vereint. Frei von Zwängen und Ketten. Schön. Danke, U2. Danke, Bono. Gute Nacht, MTV.
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ONE WEEK: KANADA: 2008

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Nichts will als mehr Zeit- und Nervenverschwendung durchgehen als die alte „Was-wäre-wenn?“-Frage. Hätte die Nachbarin nicht geklingelt, die U-Bahn keine Verspätung oder der Hund keinen Durchfall gehabt. Die Geschichte würde anders geschrieben werden. Spekulation ist der Menschen Wohl und Hohn in einem. Stelle dir vor, du bekämst heute akut die Diagnose, welche nur eines schlussfolgert: Die Zeit rennt bzw. ist nahezu vorüber. Was nun? Entgegen flitzen, sich beruhigt zurück legen oder für die un/bestimmte Zeit genau sich der Existenz hingeben, die man nie oder immer sein wollte.
Wer will einem vorschreiben, wie man sich in Extremsituationen verhält? Wer will wissen, welche gedanklichen Kanäle parallel Achterbahn fahren? Wo fängt Egoismus an und hört Selbstbestimmung auf?
Regisseur und Drehbuchautor Michael McGowan tut in „One Week“ gar nicht so, als würde er es wissen. Er wühlt die Fragen auch zu keiner Zeit psychoanalytisch auf, verzettelt sich nicht in pathetischer Überinterpretation des Gedankens an Tod, Vergängnis und Endlichkeit.
Kanada scheint mit seinen idyllischen und teilweise unfassbar anmutenden Weiten geradezu prädistiniert als Kulisse für einen Roadmovie, der im Grunde keiner sein möchte. Joshua Jackson bricht aus seinem mittelprächtigen US-Serien-Image raus, ohne die Figur des Endzwanzigers Ben eine künstlich aufgesetzte Dramatik aufzuheizen. Solch eine endgültige Diagnose bringt um den Verstand, lässt Zweifeln und alles hinterfragen, was zwischen Beziehung und Lebensführung bisher Bestand hatte. Liane Balaban spielt die Rolle der in sich versteiften und eindimensional agierenden Verlobten außerordentlich überzeugend. Man möchte sie schütteln, Szenen festhalten und ihr klar machen, dass es Ben ist, der für sich selbst Entscheidungen treffen muss.
Charmant und mit einer sensiblen und doch nicht luftleeren Leichtigkeit wird man quer durch Bens Motorradreise geführt. All die ernüchternde Schwere wird hinter den Bergen belassen, jedes inszenierte Augenzwinkern kommt passend und kämpft nicht um erzwungen auflockernde Situationskomik. Und so ist der Hauch von Tragik durchgehend spürbar, wird jedoch nie als Mittel zum typischen Zweck erkoren. Was bleibt, sind 94 Minuten getragener Unterhaltung, die mal wieder nachhaltig die gedankliche Waagschale vom Sein und Werden füllen. Da darf man auch mal Danke sagen.
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(500) Days Of Summer: USA: 2009

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Songs, welche von sich behaupten, keine Liebeslieder zu sein, oder liebliche Geschenke, die auf keinen Fall liebenswert gemeint sein sollen, sind schon so eine seltsame Seuche der Neuzeit. Dass das Genre „No-Love-Movie“ von Jahr zu Jahr dichter besetzt wird, passt da nur umso besser in die allgemeine Entwicklung rein. Der Konsumt, Hörer oder Zuschauer kann anscheinend selbst schlecht einschätzen, wo die Botschaft hingeht oder das was das imaginäre Etikett aufzeigen soll. Das nimmt Spannung und Erwartung, schließlich wird der Begriff Liebe dann nur skelletiert, in seine allgemein kritischen Bestandteile zerpflügt. Das nennt man berechenbar. Im schlimmsten Falle langweilig.
Anti-Beziehungskomödien gibt es zuhauf. Partnerschaften, die zum Scheitern verurteilt sind bzw. so tun müssen, um der Nähe zu Realität und Alltag Rechnung zu tragen. Wo die Aussage: Stay solo! aufleuchtet, die Contra-Liste mit einer satten Portion Überhangmandaten aufwarten kann. Die Verliebten naive Träumer sind, verkappte Neuauflagen ihrer Eltern. Ziemlich einfach gedacht alles.
In (500) Days Of Summer lebt sich diese Sparte quer gedrückter Großstadtromantik wie ein extra errichtetes Paradebeispiel aus. Die Hauptcharaktere Tom und Summer erleben die Liebesgeschichte mit Verfallsdatum. Wobei hierbei der Katy Perry-Verschnitt mit ihrer lockeren, unverbindlichen Art zu Beginn noch begeistern kann, im Laufe der 97 Minuten dann an Coolness verliert bzw. Entscheidungen trifft, die weder Tom, noch der konventionelle beziehungserprobte Zuschauer gut heißen oder nachvollziehen kann. Der Rahmen oder Platz zum Mitfühlen fehlt leider, fällt inmitten der zahlreichen angedeuteten Ideen von Script und Produktion misslicherweise den Stadtpark runter, der Dreh- und Angelpunkt des Geschehens sein darf. Drumherum wird das liebenswerte, aber recht bissfreie Gefühlsunterfangen in den zu erwartenden unchronologischen 500-Tages-Kalender gepackt, bekannte bis verdrängte Indie-Popsongs inklusive. Euphorische Melancholie auf Zelluloid kann schön sein, unbeschwertes Coming-Of-Age-Geschwurbel mit Mute-Taste und dem Schenkelklopfer-Finale des Monats sind spätestens übermorgen vergeben und vergessen.
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Die Hände offen halten, gierig raffen oder sich holen, was bei 4 nicht hinter den Bäumen ist – Nehmen ist gut, Geben tut das jedoch ebenso. Schenken macht frei und angeblich schön. Doch Vorsicht: Schenken ist nicht gleich schenken. Da steckt der Unterschied weit unter der Ringelschleife.

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01] Das versöhnliche Geschenk:
Nach dem Krach am Ehebett oder der Ohrfeige vor der Partymeute gibt es nur eines, was die Situation wieder begradigt – eine Geste der Versöhnung. So staubig und soap-opera-like es sich auch liest, die Friedenspfeife in eingepackter Version macht sich weiter gut, und ersetzt ein übertriebenes „Pardon“ auf Knien (ist dennoch das winselnde Schoßhündchen unter den Geschenkeformen).
Gerne gewählt: Rote Pflanzen (Rosen, Nelken), Pralinen, ein Essens-Gutschein
Nicht an: den Chef, den One-Night-Stand von letzter Woche
02] Das alberne Geschenk:
Wenn man sich keine großen Gedanken oder Mühen machen bzw. den Clown aus der Torte springen lassen möchte, wählt man ein Präsent, welches dumm und gerne auch dümmer ist. Wo die Stirn des Beschenkten ein runzelndes Fest feiert und dieser im Stillen nicht weiß, ob laut gelacht oder leise Galle gespuckt werden soll. Ein bißchen Spaß unter dem Geschenkpapier darf mal sein, sollte jedoch nicht zum ständigen Running-Gag mutieren.
Gerne gewählt: Sexualspielzeug, 1 Euro-Artikel, Restposten
Nicht an: die Schwiegereltern, die Ehefrau
03] Das Genie-Geschenk:
Man hat Ideen und will in allem besser sein, selbst im Schenker-Sein. Nichts mit abgenudelten Durchschnittsstoff, welcher ebenso von den Eltern oder Nachbarn hätte kommen können. Das überraschte Gesicht beim Auspacken, die Bewunderung allerorts ist Triebfeder und lässt parallel den allgemeinen Druck stetig wachsen.
Gerne gewählt: Selbsterfundene Hilfsmittel der individuellen Sorte wie unbekannte Maschinerien oder selbstentwickelte Versuchsreihen
Nicht an: Bekanntschaften, sich selbst
04] Das überladene Geschenk:
Kingsize ist was für Amateure. Kleinkram und geschenktes Fingerfood langweilt, und so packt man ein, was Rahmen sprengt bzw. andere Konten implodieren würde. Es ist wie die ausgestreckte Hand aus Platin oder die Golddusche. Trotzdem wirkt es wie das natürlichste des Tages, schließlich gönnt man dem Anderen ja sonst nichts bzw. wer definiert schon Protzbrocken?
Gerne gewählt: Immobilien, 5-Türer, Modekollektionen, Inseln
Nicht an: die-Partnerschaft, dem Haustier
05] Das fiese Geschenk:
Geschenke können gerne mehr sein als nur lieblich gemeinte Streicheleinheit. Werden vielleicht mit dem Halbgrinsen überreicht, zeigen nach dem Schleifchenlösen dann aber Stacheln und Stinkefinger im Doppelpack. Sollen Problemzonen offenbaren und Seitenhiebe als ganze Lattenroste umfunktionieren.
Gerne gewählt: Hygieneartikel, Mülltüten, Sterbeurkunde
Nicht an: Arbeitskollegen, gute Freunde
06] Das offensichtliche Geschenk:
Etwas zu überreichen kann mit Pomp und Anmut passieren, genauso aber mit der naturgegebenen Langeweile oder Sonntagsatmosphäre. Schenken ist halt Pflicht und gehört sich so. Muss praktisch sein, funktionieren und Sinn machen.
Gerne gewählt: Handtücher, Socken, Krawatte
Nicht an: den Schwarm, die Kinder
07] Das Fettnäpfchen-Geschenk:
Treudoof und mit guten Absichten steigt man in die Schenkungsarie und landet schlußendlich doch wieder bei der Ernte von Spott, Enttäuschung und Kopfschütteln. Wenn man unter vier Augen von einem Intimpilz hörte, ist das Überreichen einer teuren Spezialsalbe nett, ebenso aber reichlich unpassend. Und nach einer Scheidung macht sich eine verpackte Premium-Mitgliedschaft bei New-in-love.com allenfalls naiv.
Gerne gewählt: Dinge, die schon eingepackt doof aussehen
Nicht an: Menschen, die einem wichtig sind
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ANTICHRIST: 2009
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„Der umstrittenste Film des Jahres“. So bewirbt das Flugblatt einer kleinen Berliner Kinoinstitution die 104 Minuten. Die Erwartungshaltung dank des in Stein gemeiselten Filmtitels darf immens sein. Der aufwirbelnde Ruf, der seit der Cannes-Revue besteht, muss erstmal Bestätigung finden. Doch die Moral der Geschichte wird auf den Kopf gestellt, liegen am Ende doch mindestens drei Schlussfolgerungen auf den Kinosesseln, welche die Fragezeichen ersetzen sollen.
Die Frau an sich ist die Verkörperung des Bösen, die Geisel bedingungsfreier Befriedigung, der Motor von Erniedrigung und unausgeglichenem Schmerzaustausch. Klingt so spannend, wie hetzerisch unausgegoren.
Traue keinem Tier ohne wirkliche Haustieravancen. Die leben schließlich nicht grundlos dort, wo nachts noch wirklich Nacht ist.
Vergrabe dich, jedoch nicht in eine Diplomarbeit oder andere wichtige Lebensaufgabe, die Aufmerksamkeit und Konzentration erfordert.
Lars von Trier selbst überschlägt sich selbst wenig in Aufklärung und Erörterungswut. Soll man doch selbst rausziehen, was sich eben ziehen lässt. Und da steckt mehr, als man wahrhaben möchte. Die Liebe zur Natur, zur traditionellen Sagenwelt und zu den Gletscherspalten der menschlichen Psyche. Die Freude am Sezieren verzweifelter Taten, Ausleben der Slow-Motion.
„Antichrist“ ist nicht der polarisierende Schocker, vor dem international das Warnschild prangt. Nicht der gewaltverherrlichende Streifen Kulturgut, der unter dem gestürzten Kreuz mit allzu typischen Hilfsmitteln den Zweck bedient. Da steckt der Teufel im offensichtlichen Detail, nicht beim blutenden Handjob. Die im Finstern prasselnden Eicheln, das liebliche Reh samt Totgeburt, die Knochen- und Sehnensituation der Darsteller. Es setzt Symbolik im Sonderangebot, gedankliche Verknüpfungen allerorts. Hochästhetisch in Szene gesetzt, mit einer Prise Doom in visueller Hinsicht. Videoclipatmosphäre der besonderen Art, Spielfimflair der fast geläufigen. Alles in allem nachhaltig und akzentuiert, doch nicht dermaßen im Chaos gefangen wie man vermuten durfte.
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„Care For Your Forest-Project“.

Fünf Männer in kollektiver Mission im dänischen Outback. Wie Freie Körperkultur sich thematisch gekonnt zur Heimatliebe hangelt, und dennoch sympatisch bleibt, beweist Schlagzeuger Rasmus Sejersen.
>> Hi! Wir sind THE PSYKE PROJECT aus Kopenhagen, Dänemark. Wir spielen Hardcore, welcher Wert auf harte Riffs und epische Strukturen legt, also liebt uns! <<
„Dead Storm“ kriecht quer durch den Sumpf, und scheint dabei einer existentiellen Erfahrung zu huldigen: dem Ankommen in der Natur mit all ihrer Kraft und Anmut. Zurück zum Ursprung – euer Pfad und gewähltes Konzept der vierten Veröffentlichung?
>> Als wir anfingen, uns Gedanken über das Schreiben zu ”Dead Storm” zu machen, wussten wir bereits, dass unser neues Material unsere skandinavische Herkunft wiederspiegeln soll. Also begannen wir zum Thema Skandinavien zu recherchieren, uns selbst zurück zu erinnern und einfach alles einzuatmen. Alles von Volksmusik über Erzählungen bis hin zu alten Sagen, lieferte uns die Inspiration um loszulegen. Diese Arbeitsmethode zahlte sich wirklich aus, schließlich waren die Inspirationsquellen nahezu endlos. Wenn du in einer Band spielst, die bereits drei Alben auf dem Rücken hat, musst du deine Herangehensweise frisch halten. Das Konzept half uns dabei sehr.
Wir wussten ebenso, dass wir die Sache langsam angehen lassen, und uns komplett auf das Songschreiben und die Dynamik jedes einzelnen Stücks konzentrieren wollten. Mit dem Konzept im Hinterkopf, waren wir darauf aus, die Natur Skandinaviens innerhalb der Songs zu portraitieren. Ob nun donnernd, morsch und zerbrechlich, oder bombastisch – all diese Stimmungen sollten in der Musik eingefangen werden. Es war definitiv ein neuer Weg des Songschreibens für uns. <<

Wie steht es um die Gerüchte, die neuen Songs wurden im Blair Witch-Stil kreiert, weit weg vom Stadtzentrum? Kommt sonst keine wahre Atmosphäre auf, so zwischen Rechner und einem Cocktail 2 Go?
>> Die Gerüchte stimmen. Der Großteil des Materials wurde innerhalb einer Marathonsitzung in einer Waldhütte geschrieben. Hoch im Norden zu sein, ohne die potentiellen Ablenkungsmanöver, hatte auf jeden Fall einen positiven Effekt auf das Endergebnis. Wir wollten die Atmosphäre, welche im Wald herrscht, regelrecht aufsaugen, und dies konnten wir wohl auch erfolgreich auf ”Dead Storm” wiederspiegeln. Der Rest des Albums wurde innerhalb des Kopenhagener Grenzgebiets geschrieben. Wenn du den Ort kennst, wirst du die bedrohliche Atmosphäre nachvollziehen können, welche die Platte in sich trägt. Das generelle Konzept war ja, sich während des Schreibens möglichst von der Gesellschaft zurückzuziehen.
Es ist recht einfach, sich ablenken zu lassen, wenn der Laptop in Reichweite ist. In Kopenhagen gibt außerdem immer etwas zu sehen bzw. zu tun. Aber ich kann nicht ganz nachvollziehen, warum ein Cocktail ausschließlich im Großstadtleben möglich sein sollte… <<
Eure Songtitel wie „Stockholm Bloodbath“ klingen wie Überschriften zu netten B-Movie-Ausgaben. Woher kommen diesbezüglich eure Inspirationen?
>> Als ein großer von B-Movies, möchte ich für die Assoziation bedanken. Zu schade, dass du die Arbeitstitel niemals gehört hast, haha. Normalerweise hören wir uns den Song an, verbinden es mit etwas, und kommen so zu unseren Songtiteln. Oft sind es nicht mal an die Texte, welche uns zum endgültigen Titel inspirieren. Eigentlich geht es letztlich darum, den Titel für die Zuhörer und uns denk- oder erinnerungswürdig zu gestalten.<<
Entgegen der immer häufigeren Meinung, Videoclips wären inzwischen lediglich sinnfrei rausgeworfener Teil des eh begrenzten Budgets, habt ihr zum Track “Winter“ einen Clip abgedreht. Erzählt doch mal von den Aufnahmen im Dickicht. Irgendwelche nennenswerte Verletzungen bzw. unbekannte Waldsubjekte vor Ort?
>> Der Dreh zu ”Winter” war eine interessante Erfahrung, um es kurz zu sagen. Im Winter mit seinen Bandkollegen nackt durch den Wald zu rennen, sich in Schlamm zu hüllen und auf Bäume zu klettern, war keinesfalls etwas, an was ich in meinem Leben je gedacht hätte. Doch es war ein Mordsspaß und wir hatten alle eine tolle Zeit. Ich muss dich enttäuschen, wir hatten keinerlei Verletzungen. Das einzige was verletzt wurde, war mein Stolz, haha.
Eine witzige Geschichte habe ich jedoch. Unser Gitarrist Mikkel und ich saßen nackt und voll von Matsch in einem Baum. Als wir während des Drehs unseren Song spielten, kamen zwei Läufer vorbei und riefen: ”Sieht klasse aus, Jungs!”. Ich muss schon zugeben, dass ich mir in diesem Moment ordentlich dumm vorkam. Doch das Ergebnis spricht für sich. Es war all die Herzschmerzen wert.
Zum Thema Videoclips kann ich mich nicht anschließen. Wir nutzen all die Plattformen, ob Myspace, Youtube und so weiter. Das erlaubt uns, uns mit Tausenden von Leuten zu teilen. Ich denke, Videos haben ihre Relevanz zurück gewonnen. Es ist außerdem eine nette Möglichkeit, mit unseren Zuhörern in Kontakt zu kommen. So ist es ihnen möglich, uns in Aktion zu erleben. Es ist auch eine Frage der künstlerischen Herangehensweise. Man sollte es schon visuell ansprechend gestalten. <<
Passend zum groß angelegten Wald- und Wiesenthema, wäre doch ein Nachtkonzert im dänischen Unterholz nun so etwas wie halbe Pflicht. Die Frage ist nur, für wen das Ereignis furchteinflößender wäre – für die Zuschauer, den Jäger oder der beheimateten Fuchsfamilie von nebenan?
>> Wenn sich Leute blicken lassen würden, würden wir es sicher in Erwägung ziehen. Und was das mit dem am meisten Fürchten betrifft, würde das wahrscheinlich jeder der Anwesenden sein. Ich habe Martin im Wald schreien hören, und das ist gar nicht schön! <<
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http://www.thepsykeproject.dk
http://www.myspace.com/thepsykeproject
„Dead Storm“ Veröffentlichung: 24.08.2009 (Lifeforce Records)
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written for FUZE Magazine

AMERICA’S MOST SMARTEST MODEL.
MTV ist für vieles gut, für einiges gut genug, sich letztlich auch für nichts zu schade. In treuer Kooperation mit seinem Ableger VH 1 kämpft der unermüdliche Unterhaltungsriese seit televisionalen Menschengedenken für Shows, die Grenzen in alle erdenkliche Richtungen einreissen. Da wird die Moral getreten, jeder Anspruch bespuckt und trotzdem läuft nichts mehr ohne den nicht ganz so wahrheitsgetreuen Realitydoku-Wahn. Reine Clipstrecken sind außerdem so 90er.
Im Ausland längst schon abgestandener Entertainment-Schnee, im deutschsprachigen Raum gerade erst zu Ruhm im festen Show-Programm gerettet: America’s Most Smartest Model.
Da werden gesellschaftliche Ansichten ad absurdum geführt. Schließlich geht es auch nirgends um Spaniens zärtlichste Haus- und Hofschlachter, oder Japans introvertiertesten Schlangendompteur. Trotzdem schön, den Geist und das Weitdenken potentieller Top-Modelle von morgen unter die Lupe zu nehmen. Da werden jobtypische Vorurteile nicht nur plakativ bestätigt, gerne auch dank dem Schwarz/Weiß-Denken der Produzenten zu neuen Höhen gehievt. Natürlich kann man top aussehen und parallel mehr im Kopf hausieren lassen, als „Everything’s Cool As Long As I’m Getting Thinner“. Wer lässt sich schon gerne als lediglich nette Visage bezeichnen. Da muss doch mehr im persönlichen Angebot sein. Gerade, wenn es um 100.000 Dollar geht, und der straffe Eliminations-Wettbewerb zwischen 14 Kandidaten ausgefochten wird. Da sollte man miese Tricks Richtung nächste Runde nicht nur erahnen, sondern auch eiskalt durchziehen. Während dem muss das Sixpack dennoch stahlhart bleiben, die Frisur im Wind sitzen, das halb-zementierte Grinsen nicht wanken.
Als Zuschauer ertappt man sich überschnell dabei, auf die erahnten Fettnäpfchen und IQ-Defizite der Kandidaten zu schielen. Man wartet auf Catfights im Backstage-Bereich und zumindest angedeutete Kinnhaken. Und all das kommt. Zu viel Hüftspeck, zu aggressives Grundtemperament, zu wenig Persönlichkeit. Wer wird warum nie ein echtes Topmodel sein, und darf man nun eigentlich essen? Dem altehrwürdigen Jury-Chef Ben Stein bleibt mit Hilfe seiner aussagekräftigen Co-Richterin Mary Alice Stephenson nichts verborgen. All die kecken Spielchen für die Teilnehmer sind im Grunde nur fieses Mittel zum Dreck-Zweck. Dabei ist das Ferkel-Sizieren samt Organbenennung genauso schwer, wie das abrupte Aufzählen von Erfragtem während sicheren Steglaufens, von Fastfood-Verdrücken als Strafe ganz zu schweigen. Wirklich fragwürdig wird der Doku-Spuk jedoch erst in der deutschen Übersetzung. Das blonde Dummchen wird dann genauso klischeebeladen synchronisiert, wie der überhebliche „Sovjet!“-Brüller. Das macht Spaß, aber ganz bestimmt nicht schön. Vielleicht ja in Staffel 2.
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All diese edelkulturellen Spartenstreifen mit ihren unterschwelligen Botschaften und Zeigefingern auf den Wundpunkten des menschlichen Seins. So schön sie auch sind, Ratschläge fürs Leben können auch ohne schleichenden Aufbau und cineastischen Feingeist den Zuschauer erreichen. Am besten direkt mit dem Schlaghammer des Unterschichten-Humors, der Schleuder voll Bollo-Slapstick und Situationskomik, die 2009 eigentlich keine mehr sein dürfte.
Da hängt man nun also nach 100 Minuten im Kinosessel, ist selbst erledigter als die Protagonisten, von all dem Fremdschämen, Kopfschütteln und betreten zum Sitznachbar Schauen. Dummerweise war dazwischen auch noch diverses Gegrinse und Faustlachen angesagt – passende Gegenwehr als Fehlanzeige.
Storyline-Aufhänger des von Todd Philipps in Szene gesetzten Ü30-Klamauks ist ein Thema der großen Missverständnisse: Der Junggesellenenabschied. Genau, dieser zeitlich begrenzte, geplante Supergau der versammelten Männlichkeit. Egal, was kommt – an diesem Abend muss alles raus: der Frust und verkappte Lust. Da wird der eingefahrene Alltag von hinten genommen. Werte und Normen dürfen abrupt dahin, wo Erwachsen drauf steht. Kind und Kegel werden von Absinth und Pegel überschattet. Und geschieht genau das, findet man sich eben im Fachbegriff des Kinotipps der Woche wieder: dem Hangover.
Nennt man auch Filmriss, Blackout oder Amnesie. So schön der fette Kater sich auch anfühlt, die Erinnerung an den Vorabend bringt er leider nicht ins Spiel. Dumm, wenn jedoch die Hochzeit ansteht, der dazugehörige Bräutigam aber genau dort ist, wo die kaputten Kumpels nicht sind. Ein alkoholbedingtes Revue-Menü schmeckt oft bitter, v.a. dann, hat man sich für den Abschied vom Ledig-sein Las Vegas als Tatort auswählte. Wer war wann wo und vor allem warum? Was in Vegas passiert… – wir wissen Bescheid.
Als Jon Lucas und Scott Moore sich am Hangover-Drehbuch vergangen, müssen sie selbst fern von Gut und Böse existiert haben. Jede noch so abstruse Idee fand ihren Platz. Gerne auch mehrmals. Da wird Mike Tysons Tiger gestohlen und rückwärts beglückt, Baby Carlos bekommt seine Wichsen-am-Tisch-Szene und Zahnziehen im Club seinen verdienten Auftritt. Von all den kleinen Obzönitäten zwischen Tangaschau eines dicken Semi-Pädophilen, Blowjobs im Lift und aus Autos springenden FKK-Japanern, mal ganz abgesehen. Dennoch wird Hangover nicht zum wirren Manifest der verfilmten Absurditäten, dafür hat die Geschichte im Endffekt dann doch leider genug Hand und Fuss. Daumen hoch und Empfehlungswarnung für alle, die den herrlichsten Abspann des Jahres und einen dämlich ungehemmten Abend mit seinen Jungs erleben möchten. PS: Die Moral von der Geschicht – Heirate nicht mit Krebsgesicht.
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Die Tradition der Ambition
So schnell wie die wirtschaftliche Lage des spanischen Heimatortes Alicante sich entwickelt, wäre es doch nur passend,
dem Quartett NAHEMAH den ebenso verdienten kommerziellen Rutsch vorwärts zu wünschen.
Sänger und Lyrikbeauftragter Pablo Egido über staatliche Unterstützung, die nicht existiert, aktuelle Trends, die es zu bekämpfen gilt, und der goldenen Trophäe namens Zukunft.
Eine liebliche Hafenstadt an der Costa Blanca, mit der marmorübersäten Palmenpromenade Explanada de Espanada,
ausgedehnten Wochenmärkten und einer Stierkampfarena – klingt nach der Werkstätte einer Latinpop-Legende,
ist aber auch Herkunft der nach wie vor unter Wert verkauften NAHEMAH.
Macht sonnige Dauereinstrahlung gar kreativer? Wie steht es überhaupt um das Musikgeschehen
Spaniens außerhalb der nationalen Mainstream-Riege?
Wir sind keine Standardband in unserer Heimat. Im Grunde fühlen wir uns recht isoliert, denn bezogen auf das Songwriting beeinflusst uns der heiße Süden überhaupt nicht, schließlich kommen all unsere musikalischen Einflusse aus dem Ausland. Die Musikszene ist hier wirklich mies und außerdem schlecht organisiert. In Spanien werden außergewöhnliche Ideen oder Stilrichtungen nicht richtig akzeptiert. So lange du nicht innerhalb der Massenklischees liegst, wirst du meistens abgelehnt. Genau so läuft es ja mit unserer Band, dass wir eben im Ausland eindeutig mehr Anerkennung erhalten als hier vor Ort. Dank der Internationalität unseres Plattenlabels werden wir jedoch außerhalb Spaniens nicht als 100% spanisches Produkt wahrgenommen. Wir wurden bisher als eine Art Ausnahmeerscheinung behandelt, ganz ohne die Vorurteile, welche spanischen Metall generell anhaftet. Ich bin mir fast sicher, wären NAHEMAH eine skandinavische oder amerikanische Band, würden wir wir bereits an der Spitze der Metal-Welt spielen.
Im Jahre 1997 bereits gegründet, folgten einige Schritte nach vorne, vor allem jedoch Richtung Sackgasse:
Unveröffentlichte EP’s, diverse Besetzungswechsel und eine generell sehr langatmige Entwicklung innerhalb der internationalen Musikszene.
Nun scheint es, als hätte der steinige Weg seine Gründe bzw.Vorteile gehabt,
haben sich Lifeforce Records inzwischen NAHEMAs angenommen und damit die Möglichkeit, sie endlich auf die nächste Karrierestufe zu hieven.
Bei Lifeforce Records zu landen, war ein Riesenschritt für uns. Diese schleichende Entwicklung, welche du bereits erwähntest,
lag in der Vergangenheit an der mangelnden Unterstützung seitens der spanischen Szene. Doch jetzt haben wir mit Lifeforce’ die Hilfe, welche wir benötigen, um als Band weiter zu wachsen, und weltweit veröffentlichen zu können.
Doch du weißt ja, der Mensch ist anspruchsvoll, und wir denken schon, dass wir noch weitaus bessere Aussichten in Zukunft erwarten können. Wir werden hart arbeiten um NAHEMAH auf eine deutlich bessere musikalische Position zu bringen.
Die Zeiten riechen mehr und mehr nach Veränderung, gerade die wachsende Anzahl verschiedenster kreativer Einflüsse
lassen NAHEMAH den alten Black-Metal-Tagen weiter Lebewohl sagen.
Kompakte Progressivität sind die Worte der Stunde, welche dem Titel „A New Constellation“ hörbar gerecht werden möchten.
„A New Constellation“ liegt weit von unseren früheren Aufnahmen entfernt. Jedoch eher im Stil, nicht im Geiste, arbeiteten wir doch stets mit der gleichen Atmosphäre.
Unsere neueste Veröffentlichung ist eine Mischung all der Musikrichtungen, welche wir selbst gerne hören.
Ein Cocktail experimenteller Sounds und spiritueller Gefühle war einfach die logische Konsequenz.
Aber eigentlich ist die Scheibe nur ein weiterer Schritt nach vorne, wir haben nämlich bereits jede Menge neuer, noch abgefahrener Ideen, mit welchen wir unsere Hörer hoffentlich in Zukunft erneut überraschen können.
Videoclips, Coverartwork, das Image – Kunst ist das, was du draus machst,
letztlich aber doch der Grund musikalisch Schritte voran zu gehen, oder ?
Ja, natürlich. Ich würde sagen, dass Kunst der Hauptgrund ist, überhaupt weiter Musik zu machen.
Sie ist der Weg unsere Gedanken und Gefühle auszudrücken und mit anderen auszutauschen.
Kunst ist die Sprache unseres Seins. Sie ist der Grund, weshalb es uns gibt, um eben unsere Gefühle in dieser Weise nach außen zu tragen.
Dabei ist das Image natürlich wichtig, schließlich ist es genau das, was mit Hilfe unserer Sinne aufgenommen wird.
Erst wenn man Musik mit Ohren und Augen erlebt, prägt sie sich wirklich im Gehirn ein.
Die Konkurrenz im Bereich progressiver Gitarrenmusik scheint deutlich härter zu werden.
In Zeiten, in denen Bands wie THE OCEAN, BURST oder CALLISTO erfolgreich nach neuen Methoden suchen, um extreme Musik unvorhersehbar und interessant zu gestalten, scheint Standard fast schon zum Schimpfwort zu mutieren.
Ich weiß nicht, ob du uns zu der Gruppe dieser Bands zählst, wir selbst tun es jedoch.
Die genannten Bands arbeiten und kämpfen hart dafür, gerade wegen ihres eigenen und unverwechselbaren Sounds Gehör zu finden.
Fühlt ihr euch bereits wie in den Fängen des Musikzirkus?
Ich würde es gar keinen Musikzirkus nennen, auch kein musikalisches Rennen.
Ich denke, es ist eher ein Kampf gegen die Trends und Massentendenzen. Ein Kampf, um klar zu machen,
wie ernst wir es mit unserer Musik meinen, und dass wir unsere künstlerische Seite einfach rauslassen müssen.
Eines wird deutlich, die Jungs meinen es wirklich ernst.
Da ist es fast schon scheinheilig, nach den gewünschten Zukunftsaussichten zu fragen.
Selbstverständlich ist die Existenz und das Fortbestehen NAHEMAHs eines unserer Hauptanliegen,
und wir arbeiten täglich daran.
Gerade planen wir eine Promotour, welche jedoch wohl nicht vor kommenden Herbst realisierbar sein wird.
Aber dann könnt ihr uns auf der Bühne erleben und das rund um Europa.
Keine Angst, wir werden vor Ort sein, wenn auch nicht so gut gebräunt wie unsere südländischen Kollegen.
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Turrón ist ein empfehlenswertes Stück Süßgarnitur, bestehend aus Mandeln, Honig, Zucker und Eiklar.
Für die geschmackliche Weiterverarbeitung gilt die alte Swinger-Weisheit: Alles kann, nichts muss.
Wird hergestellt in Nahemas Geburtsort Alicante, von den Einwohnern traditionell vor allem im feierintensiven Spätdezember verzehrt.
Der Glukosebatzen zeigt sich als längliche Tafel, und liegt deutlich schwerer in der Magengrube als jeder
„A New Constellation“-Track rückwärts.
Daran schuld ist das traditionelle Reinheitsgebot der produktionstechnischen Verarbeitung bzw. eine extra dafür
engagierte Überwachungsorganisation. Selber machen ist möglich, der Export dennoch das Mittel der der Kilojoule-Wahl.
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written for FUZE Magazine
ALLE ANDEREN.
(Deutschland 2009)

Beziehungen leben bekanntlich von ihrer generellen Inkonstante. Was sich heute auf das eine bezieht, zieht morgen den Gegenüber auf, aus oder emotional ab. Abhängig von der bedienten sozialen Gangschaltung wird analysiert, ignoriert oder terrorisiert. Probleme sind entweder da, um sie zu lösen oder man löst eine Beziehung, in dem man genau diese auf den Tisch packt. Am besten genau solche, welche nicht oder noch nicht da sind.
Fimtechnisch umgesetzt gehören die gefühlstechnischen Achterbahnen rund um die rosa Brille zum großen Muss. Schließlich geht und insgeheim spricht das große L-Thema leider alle an. Genau so oft landen die Stories und Konversationen jedoch mitten in die Kiste der Peinlichkeiten und Abstrusitäten, wo Grotesken gern gewähltes Mittel der Qual werden.
Wird dem weiblichen Geschlecht auf dem Regiestuhl zu gerne der Hang Richtung luftarmer Scheinwelt und romantisierten Wunschgedanken zugesprochen, scheint Maren Ade in „Alle Anderen“ die selten gut bestückte Schublade der Glaubwürdigkeit gezogen zu haben.
Ein noch junges Paar fern vom zu Hause im Urlaubsabseits. Was auf einer Welle und dem liebenswerten Draht zueinander beginnt, entwickelt sich zum Gefühlsfiasko. All das, wofür das Miteinander steht, gerät ab einem lauen Finkagrillabend ins Wanken. Dem einladenden – sympathietechnisch jedoch recht ausladenden – konventionellen Paar mit der klassischen Rollenverteilung und all den volksnahen Aha-Effekten sei Dank. Was ist männlich, wie wichtig ist beruflicher Erfolg und wer hört eigentlich wem nicht zu?
Gitti, herrlich gespielt von Birgit Minichmayr, und Chris, authentisch wankemütig von Lars Eidinger inszeniert, führen mit einer erschreckend lockeren Gangart durch die 119 Minuten, die locker noch 30 Minuten hätten so weiter gehen können. Wortwitz, Situationskomik, raffinierte Stimmungwechsel und die obligatorischen kleinen Alltagskniffe zwischen Mann und Frau heben das urtümliche Genre des Liebesdrama in die höhere Filmliga, die ihr zusteht.
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Rezept: Wodka Doppel-G.
Es ist Ende Juni, die Außentemperatur liegt bei über 24° Celsius, die Stirnen der Nationen tropfen, die Kehlen klingen heiser plus dehydriert, es lechzt alles nach einem kühlen Nass. Wo Cola und Eistee auf Dauer keine Erfrischungsrevolution mehr starten können, anscheinend niemand mehr auf seine Dosis Hochprozentiges verzichten möchte, kehrt ein neues Getränk schräg nach vorne Richtung Mixdrink-Olymp: Wodka Doppel-G.
Benötigt wird für eine Person:
+ ein sauber gespültes 250 ml Glas
+ 20 ml Wodka in Reinkultur
+ 230 ml Ginger Ale mit der Extraportion Ingwer
+ 10 hauchdünn geraspelte grüne Gurken-Scheiben
+ vier gut durchgefrostete Eiswürfel
+ für die Damen und die, die es gerne wären natürlich ein Strohhalm
+ Lust auf die alkoholische Wand kopfwärts im Teufel-komm-raus-Modus
Der Vorgang:
Das Glas nehme man aus dem Schrank bzw. der Spülmaschine und stelle es auf die Küchenarbeitsplatte. Man startet mit dem Obligatum des Getränks, dem Wodka. 20 ml dürfen im Glas landen, bei Bedarf auch unab/angemessen mehr. Die grüne Gurke darf je nach Können mit einem geeigneten Messer oder einer Gurkenschneide bearbeitet/klein gehäxelt werden. Danach wird Ginger Ale dem Glas zugegossen, die Eiswürfel eingeworfen und Gurkenscheibchen oben aufgelegt. Nun noch einen Platz zum Präsentieren der flüssigen Mischpoke suchen, ggf. auch zum Anbieten für mögliche Geschlechtspartner, über die Freshness erstaunt sein und den plötzlichen Knalleffekt genießen. Fresh 4 Fantasy!
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