Corvonism

Die Tasche des Bösen.

Juli 23, 2009
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die tasche

Verstauungsobjekte für all die überflüssigen, ggf. auch flüssigen Dinge im Alltag, wechseln modisch und persönlich bedingt gerne. Ist im Februar noch der funktionelle Rucksack die gewählte Ladestation am Mann, darf es im Juli nur die Arschtasche der halbweiten Jeans sein, um im November von einer Hängetasche abgelöst zu werden. Handtelefon, Kleingeld, Taschentuch für die Freundin, Notizbuch für Nebensächliches und die typischen Suchtutensilien wie Feuerzeug und Zigarettenschachtel müssen ja irgendwo ihren Platz finden. Gedacht sind diese Sammelbehälter als Hilfsmittel, bei Damen auch nicht selten als generelles Mystikum oder eben Waffe bzw. Beweis für die soziale Schichtzugehörigkeit. Was aber, wenn sich die Tasche z.b. als offensichtlicher Feind entpuppt, als Gefahrenquelle, sogar stoffgewordene Axt des Leibhaftigen?

Nein, Gedanken an schlecht inszenierte Szenen aus einem D-Horror-Streifen, mit abrupt angreifenden oder bedrohlich sprechenden Taschenmodellen, sollten nun nicht aufkeimen. Eher diese latenten Vorkommnisse aus dem Alltag, die man bei der Rechnung der dreigeteilten Quersumme nur auf dieses Stück Stoff als Urheber runterbrechen kann.

Wenn innerhalb von zwei Monaten zwei EC-Karten, welche es sich im Tascheninneren mehr als bequem machen, einen totalen Defekt erleiden und die Demagnetisierung keinen anderen Hintergrund findet, ist Stirnrunzeln angesagt. Wenn in Einkauszentren diverse Kassen ein fieses Piepen beim Durchlaufen (ganz ohne Klauenseuche als kriminellen Hintergrund) abgeben, die Tasche dabei stets vor Ort ist, darf man aufhorchen. Fangen jedoch taschengelagerte Batterien urplötzlich Feuer, ist nicht mehr nur Vorsicht geboten, sondern zu handeln. Weg mit der Production Of Evil!

Ohne Tasche keine Competition? Mit Tasche eher keine Vision!

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Wörter, die … nichts mit Festival zu tun haben.

Juli 16, 2009
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Wörter, die … nichts mit Festival zu tun haben.

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Anstand: Anstehen schon eher.

Beileid: Höchstens bei den Nachbarn mit der Hörsturz-Dauerschleife.

Chiffre: Ja, jeder ist nur eine Nummer, open air selten jedoch eine zu groß.

Daunenedecke: Kommt tagsüber bestenfalls von oben, nachts in Form der prallen Sächsin als wärmende Beilage.

Einnahme: Finanziell eher umgekehrt, oral oft gegen Kontrollrichtlinien.

Friseur: Hat frei.

Gasse: Livetechnisch nicht selten die mit dem Sack.

Hummer: Currywurst geht schneller.

Imker: Honig ums Maul gibt es vor Ort selten.

Jahrgang: Bleibt, Einsatz erlischt.

Kultur: Steckt auch höchstens im Beutel.

Luxus: Zeigt dir den Mittelfinger im Stundentakt.

Mutti: Will gar nicht wissen, was der Kleine mit „War Witzig“ zusammenfassend meint.

Notdurft: Outdoor ja eher Grundrecht.

Optimismus: Nein, die Bandabsage war kein Fake.

Personalveränderung: Schade, Helga noch immer da.

Qualifiziert: Sind die Konversationen nicht absichtlich.

Randgruppen: Alle die, die zu spät Richtung Hauptbühne stürzen.

Schmusen: Siehe 12-köpfige Meute mit dem „Ficken 4 Free(dom)“-Banner.

Teatime: Muss ausfallen, Klara macht Mixgetränke.

Ungeduld: Freitag ist nicht Sonntag, sorry.

V - ersteck: Es gibt kein wirkliches Off.

Weide: Wird zum braun gefärbten Morast.

X-Y Ungelöst: Nicht für alle Fleisch gewordenen Fragezeichen gibt es eine Aufklärung.

Z – ypresse: Höchstens ähnlich bittere Luftverhältnisse.

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Das grimmige Waldschaf im Fressstreik?

Juni 24, 2009
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Wald.

Die Vögel zwitschern gerne mehr als nötig durch Feld und Flur, welche Neuigkeit sich jedoch momentan baumgipfelwärts verbreitet, stimmt nachdenklich. Das kurzfristig populäre Waldschaf hat sich längst schon Richtung Dickicht verzogen um den alten Ruhm zu verarbeiten, setzt sich inzwischen jedoch vor allem für ein Recht ein, welches noch unklar erscheint. Die Mittel sind zumindest offensichtlich: Was das eine S im Wort Fressstreik zu viel scheint, frisst das wandelnde Stück Wolle momentan zu wenig. Eine Verbrüderung im Geiste mit den Milchbauern der Nation? Wird doch eher den überforderten Mitarbeitern der Kindertagesstätten gedacht, will das Schaf gar ein politisch schlecht einschätzbares Statement zur Lage um Opel setzen? MySpace streicht ab demnächst jede dritte Stelle, da kaut man doch gerne mal jeden dritten Tag am Hungertuch. Böse Zungen sprechen gar von Neid auf die inzwischen weltweit bekannte Schweinegrippe, welche der grauen Maus unter den Infektionskrankheiten, der Maul-und Klauenseuche, längst den Rang abgelaufen hat. Doch zwischen all den Spekulationen über eine politisch manifestierte Streiksituation, wird von Lifestyle-Kennern einem völlig anders gearteten Motiv Glauben geschenkt. Scary Skinny: der erschreckend dehydrierend anmutende Begriff Hollywoods. Thinner Is Winner? Das Schaf soll nicht nur mit akurat abgesensten Wollkleid jedem Windhund Konkurrenz machen, auch der Körperfettanteil sinkt angeblich deutlich. Will das Getier ab sofort dazugehören, oder mit dieser Taktik die kesse Mittelhufe in den weiter vorpreschenden Schönheitselan strecken. So eintönig das generelle Mäh, wer kann da die Absichten erkennen?

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Thema: AUFSTIEG & FALL.

Juni 13, 2009
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AUFSTIEG & FALL:

Sie saß mit entsetztem Augenpaar im Halbdunkeln.
Was geschah da bloß, was tat sich direkt vor ihr auf?
Ein Szenario, welches sie bereits in der Vergangenheit beim Hörensagen von sich wies,
schließlich lebt es sich angenehm als Tochter von Traurigkeit und beste Freundin der grauen Maus.
Der Frustgewinn ihrerseits stieg an, ihr Blick wuchs parallel,
das war mehr als ein Kampf zwischen Schocken und Schockenlassen.
Würde dieses aufkeimende Objekt gar gleich etwas freilegen bzw. noch mehr Raum einnehmen wollen?
Sie ballte endgeistesgegenwärtig die Hand zur Faust und schlug mit Ruck und Wucht darauf ein.
Statt einer fiesen Fontäne als Spontanreaktion, implodierte die Gefahrenquelle abrupt.
Dann fuhr es ihr urplötzlich wie ein Slogan durch das Kleinhirn: Gefahr gebannt, aber Gefahr verkannt?

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Bandnamen, die es leider nie gegeben hat. Nummer II

April 9, 2009
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Weiterhin fallen und steigen Images, Ansehen und der potentielle Erfolg mit der Wahl des Bandnamens.  Die originellsten, seltsamsten, beschissensten und trotzdem erfolgreichsten Versionen kennen wir bzw. brauchen sie nicht aufzählen. Doch es gibt auch eine Reihe an Namen, welche es tatsächlich nie gab und aus diversen Gründen niemals geben könnte. Schade, birgt  die folgende 19-teilige Liste mehr als nur latent so manche Platingaranten für Kreativität und Imagepflege.

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01] Rent A Bar

02] Doppelkoks

03] The Boy Toy Convoi

04] Are You Logical Or My Friend?

05] Tarynkoskofork

06] Grollmops in Aspik

07] More Guts For Earthnuts

08] Arschtritt frei!

09] Traumspray

10] Die zwei gesunden Hände feat. Doppel-D-Seite

11] In Love With A Spreizkeil

12] Taxi 2 Maryse

13] Intercontinental Toiletcam Searching

14] Diva La Vida

15] Du als Klolektüre

16] Rotten Tottens

17] Schundluder

18] World Wide Wrap

19] Geprügel am Hügel

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Enter: END PILOT Festival 09. Exit: Later.

März 27, 2009
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endpilot

Festivals? Geil, diese menschlichen Zusammenkommennisse von dicken Bandnamen, dichten Zelten, prallen Hupen und massiver Klangoverdose. Anstehen, abgehen, fremdschämen. Kann sein, muss aber nicht.

Ausgabe Nummer 4 des Erfurter End Pilot Festivals kämpft einmal mehr gegen alle Vorurteile, überflüssigen Randnotizen und Nebenwirkungen des F-Worts. Es ist weder Sommer, noch kann man bühnennah zelten, Schweißbänder werden ebenso wenig für lau verscherbelt. Abstand vom Abschaum, den Anspruch umarmen. So oder völlig anders könnte es lauten, wenn am Samstag, den 11.April 2009, ab 19 Uhr die drei Etagen des Centrums für noch mehrschichtigere Klänge und Einflüsse herhalten dürfen und müssen. Inoffiziell als elitäre  Speisekarte des Edelklangs zwischen Postrock und Tiefbeat betitelt, offiziell als Festival, welches Musik als Kunst begreifen soll.

Was man erwarten darf? Der Osterhase steckt im Detail und vielleicht noch tiefer. Wobei: Wer orientiert sich schon gern nach unten?

Die fabelhaften LOGH aus Schweden weiten die Arme aus, und das mit Armen imaginär verschränkt und vor Augen gehalten. KANGDING RAY macht Schläge ohne zu schlagen. SCRAPS OF TAPE sind da, wo Postpop gerne wäre. Die Berliner TER HAAR treiben es schwitzig ohne zu tropfen. NILS FRAHM plus sein Klavier = da kommt lange nichts mehr. CAPTAIN CAPA sind auch ohne Sonnebrille cool und im Jetzt. Das alles und noch viel mehr, zwischen Kaltgetränk der Wahl für Rachen, der „Lieblingsempire“ – Ausstellung für Augen und viel zu viel für Ohren. Von wegen, der Mainstream malt die schönsten Eier. Die Endsturz-Community geht wider dem aufkeimenden Ruf, nicht  zum Lachen Richtung Keller, obwohl es da ebenso dreckig und Underground ist.

Save The Last Dance: Ankommen, 18 Euro abgeben, dabei sein, freuen.

[SAMSTAG / 11.APRIL 2009 / 19 UHR / ERFURT / CENTRUM]

http://www.endpilot.de

http://www.myspace.com/endpilot

http://www.lastfm.de/event/884505

&

http://www.lieblingsempire.org

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Le Vokabular (Allgemeinwörter vor dem Durchbruch)

März 18, 2009
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ITCHES : [itsches], die, nur in der Mehrzahl möglich, Wortbastard aus Ische, Bitch und Witch

Beschreibung von weiblichen Mitmenschen, die einen sichtbaren Anspruch bezüglich eigener Modeführung, Selbstdarstellung- und Bewusstsein und nach außen getragener Abgrenzung zur Dominanz des männlichen Geschlechts leben, nicht als Schimpfwort einzusetzen, eher als leicht dominante Redensart über Dritte

LIVEHAFTIG: [laifhaftig], Adjektiv

Wird benutzt, wenn man persönlich vor Ort war, Ablösung des abgehalfterten „Leibhaftig“, in Bezug auf besuchte Events gerne einsetzbar, soll jedoch mehr bei eindrucksvollen Ereignissen Verwendung finden, das A aber nicht als Ä sprechen

Abstand!: Signalwort

Das wortgewordene Stoppschild, als Warnung bei Penetranz oder Fehlkommunikation mit dem Gegenüber oder Nebenan anzuwenden, gerne durch ein vor- bzw. anschließendes „Ey“ verdeutlichen, US-affine geöffnete Handabweisung unterstreicht den Impact ebenso

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Keep Sundays Indoor.

Februar 23, 2009
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sundaybed.

Die nennenswertesten Gründe für die sonntägliche Isolation:

] für das gigantisch angelegte Brunchspektakel die passenden motivierten Mitmenschen und zugehörigen Öffnungszeiten der In-Bars und Eckcafes fehlen, sowie das liegen gebliebene Kleingeld für mehr als ein weich gekochtes Ei

] man gar nicht sehen will, wie erfrischt und kollektiv glückbeseelt die Umgebung ohne Kater und vermasselten Biorhythmus durch die Prärie wandelt

] der Hausmeister, Vermieter oder die pampige Dackelfrau lautes Spielen am Haus/Block zum Ruhetag Sonntag eh nicht tolerieren

] weil davor halt Samstag war-is klar, und Schatten seiner selbst besser drinne bleiben

] weil die „Entdeckungstour Eigene Vier Wände“ potentiell ertragreicher ist als gedacht (neue Zeitschriften auf Toilette, veränderter Putzplan, gewischte Böden etc.)

] da die einzigen heißen Miezen der Sonntagsmesse  lediglich bis 22 Uhr raus dürfen, außer in den Ferien

] da alle konsumtechnisch relevanten Einkaufsmöglichkeiten nach wie vor keine alternativen Öffnungszeiten anbieten

] es ja doch zu dem positiven Überraschungsbesuch kommen könnte, der abseits von Erziehungsberechtigten und Zweckbekanntschaften liegt

] da laut halb-offiziellen Studien die Luftzusammensetzung zum Sonntag übermäßig mit Staub, Geruchsstoffen, Ruß und Scheiße vom Vortag vernebelt ist

] ein Tag mehr und vor allem weniger gefühlter Wellness pro Woche drin sein sollte

] es eh gleich wieder dunkel wird

] man immer den erneut vernichtenden Beweis sehen möchte, dass zum Familientag Nummer 1 wieder nicht das sehenswerte Unterhaltungsprogramm für Groß, Klein und all die Zwischenformen geboten wird

] weil dieser Tag generell weniger Stunden parat zu haben scheint, trotz dezenter Camembert-Ästhetik im Verlauf

] weil die Definition von Tristesse außerhalb der Bude auch nicht kompensiert werden kann


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They All <3 Bonbongirls!

Februar 20, 2009
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lily

Der Blick hängt so tief wie das akurate schwarze Pony und trifft wandelnd durch die vorbei laufende Meute des Stadtzentrums bzw. direkt in den Spiegel der Schminkkommode. Ein gut inszeniertes Grinsen wird sogleich wieder von ernster Miene zum großen Spiel eingeholt. Der Weg gleicht einem Catwalk, nur das man über der imaginären Paparazzi steht und zielgerichtet voran schreitet. Hochhackig, Ballerina-like und doch fast ohne das unsympathisch großstädtische Zicken-Elite-Flair. Das Kleidchen sitzt eng, wirkt klassisch, dennoch erinnert es leicht an Schneewittchen, welche leider häufiger aus dem Suppentopf nascht, sobald die Zwerge aus dem Haus sind. Wenn schon keine Kirschen an den Ohren hängen, hat sie irgendwelche Früchte auf dem Nachtschrank stehen bzw. als neckisches Motiv auf dem erwähnen Kleid mit großer Schleife plus Leggins 2 Go drunter. Sie umgibt sich gerne mit weiteren Geschlechtsgenossinnen, die müssen ihr jedoch zumindest das visuelle Wasser bzw. Cocktail halten, wenn schon nicht reichen können. Tanzbewegungen nach Mitternacht sind möglich, jedoch selten ausladend, schließlich ist sie mehr als der feminine Mob und für weniger zu haben, als man erhoffen könnte. Sie nennt es selektiv und individuell, die Jungs hinter vorgehaltener Hand eher prüde, frigide und mehr Schein als Sein. Statt dem wechselnden Bang nimmt sich das sogennante Bonbongirl lieber Zeit für die verkappte Rollenverteilung. Leckere Eigenkreationen am Herd sind ihr wohl gesonnen, gegen Heimarbeiten wie nasse Wäsche aufhängen und kreative Umräumaktionen in den vier Wänden hat sie nichts einzuwenden. Das Bonbongirl ist die junge Prinzessin des neuen Jahrtausends, > Lily Allen < und > Katy Perry < machen es zum guten Beispiel vor. Plakativ lieblich, doch es lohnt sich immer, die Kratzbürste hinter  den frisch lackierten Fingern zu halten.


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They All <3 Wendycoreboys!

Februar 18, 2009
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wendycoreboys

Lässig steht er da, eine gewisse Dosis Arroganz ist unübersehbar, die Jeans sitzt so eng wie gut, die Frisur irgendwo zwischen gescheit und gescheitelt, echte Blickkontake sind nicht, Distanz ist der Weg Richtung Herz. Die Saison der wagemutigen und dauersmarten Surfjungs ist genauso gelaufen, wie das Treiben der verfrüht klassisch beeinflussten Indieknaben. Eine neue Horde hat sich ihre Spur gen weiblicher Traumwelt geschlagen, ohne jedoch Fäuste oder tatsächliche Waffen einzusetzen. Die einzige ist ihr aufgesetzt abwehrender Charme. Die jonglieren nicht raffiniert mit ihrem Ego, sind lediglich etwas selektiver und anspruchsvoll. Eher Vogelarme als praller Bizeps werden vom dunklen Karohemd verdeckt. Dass sie gerade Zeit haben, genau dort zu sein, wo sie sich gerade befinden, ist schon beachtenswert. Schließlich sind sie immer eine Spur drüber, leicht über dem Umfeld. Statt Zockingsessions mit Freunden oder Zappelalarm zur Dance-Revisited-Fete, sind sie dort, wo es kultiviert zu geht. Das darf die Bücherei sein, gerne auch das Theatercafe, eine Vernissage samt Lange-Beine-Präsentation, notfalls auch eine Jamsession skandinavischer Postcorebands. Geraucht wird gerne, getrunken sowieso, gegessen eher selten und geredet nicht mit jedem. Sind diese Dandy-becomes-Wendycoreboys nun eigentlich metro, retro oder potentielle Pinups der nächsten „Schwullissimo“? Feingeister, von Natur aus brusthaarfrei oder Typen ohne Eier? Wer weiß das schon/will es sagen. Dennoch brodeln die Mädchenherzen unaufhaltsam, wenn die aktuellen Vertreter wie Claes von > Immanu El < und Felix von > Polarkreis 18 < bzw. die Altvorderen wie Perry Farrell von > Jane’s Addiction < und > Tocotronic > -Dirk von Lowtzow ihre kleine Schau darbieten. Alles nur verkappte Diven? Nun, dazu muss man weder Postrock spielen, noch sich ausschließlich von Wattebäuschchen in O-Saft ernähren. Die kommen zumindest überall rein-Punkt für sie.


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Paris Hilton: My New BFF.

Februar 10, 2009
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bff

Das öffentliche Jonglieren mit Normen, Werten und dem alten Spinnefeind namens Moral geht wieder in eine neue Runde. Sich vor Publikum von mies bis erschreckend bedeutungsfreier Jury bewerten zu lassen, gehört zum TV-Alltag wie auch zum guten Ton. Die Suche geht ja nie zu Ende bzw. gesucht wird immer. Ob nun ein vermeintlicher Star der Superlative, der Top-Dog oder das Nachwuchsmodell der Saison, Medaillen sind zum Verteilen da.

Während unser aller US-Darling und A-Class-Ikone Paris zu gerne mit gemein gemeinten Urkunden bedacht wird, hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, die höchste aller gesellschaftlichen Auszeichnungen zu verleihen. Nicht das dickste Steak, die schlecht gemachtesten Möpse oder der ungenierteste Umweltsünder stehen zum Abschuss bereit, es geht um den neuen besten Freund. Genau, der „best fuckin’ friend“ für die Zwecke Madame Hiltons wird auserkoren. Da lässt die Paris natürlich keine Berater oder Assistenten ans Werk, da vertraut sie sich selbst am besten, zumindest fast. Kulturkanal Nummer 1 MTV ist der gaffende Begleiter auf der spannenden Reise. Kursierten vor Drehstart der Realityshow die Gerüchte, nicht mehr als 40 Bewerbungen wären bei der zugehörigen Casting-Website eingegangen, änderte man bald die offizielle Zahl auf satte 85.000 junge Menschen, von welchen lediglich 18 die Fernsehrunde erreichten.

Paris hat selbstverständlich mehr Ansprüche an einen besten Freund als das Volk. Ob männlich oder weiblich ist im Grunde egal, ein gutes Schmuckstück und ansehnliches Mitbringsel muss die Person jedoch schon sein. Ob bei stürmendem Wind oder engstem Partygewimmel, da muss alles sitzen, verrutschen nur wenn es was bringt. Feten bis zum Anschlag ist standard, doch die Queen Paris übertrumpfen fällt natürlich raus. Jetleg darf sein, sehen sollte das jedoch niemand. Außerdem ist man als Paris’  Freund auch Geschäftspartner und Vertreter einer Weltmarke, da muss eine Spur Scharfsinn bis Abgebrühtheit schon im Inneren lodern. Das klingt alles so statisch und gefühlsarm, dass es einer Hilton gar nicht würdig sein kann. Dabei will sie doch nach all den Enttäuschungen von Ausnutzern und menschlichen Schmarotzern nur endlich festen Halt an ihrer schlecht genährten Hand spüren. Wer spielt ein Spiel und wer mit ernsten Absichten? Das ist hart, Paris. Jedoch kommt ihr bei den Entscheidungsshows die schauspielerische Erfahrung, welche man ihr generell ja absprechen möchte, sichtlich zu Gute. Sie gibt sich so nah an den aufgeregten Kandidaten, mit sichtlich Interesse, gleichzeitig thront sie distanziert über den Clan, der schließlich noch nichts geleistet hat. Sie wandelt mit Zauberstab und ihrer Gott gegebenen Coolness bzw. Distanz, ggf. auch Dummheit plus Naivität, durch die verschiedenen Szenen und beeindruckt das erste Mal für das, was sie kann: Sich selbst inszenieren.

Man will ihr wünschen, dass die mehrteilige Suche nach dem besten Freund von morgen neben dem dicken Promoeffekt auch das hält, was der Slogan verspricht: Den Freund für die Ewigkeit. Wahrscheinlichkeit der Realisierung liegt im Dunkeln oder auch Argen, dafür beschert uns Miss Hilton die Unterhaltung, die wir im Jahre 2009 einfach verdient haben.

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Konversation des Monats.

Januar 28, 2009
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Es ist gegen 21 Ihr in einem gerne bis notgedrungenerweise besuchten Discountkonsum. Die gut gelockte und ebenso gut gefütterte Kassiererin grinst quer über ihren Arbeitsplatz. Ein Mann mit einer geröteten Nase und sichtbar scheufreier Auftrittsweise entert das Artikellaufband.

ER: Haben sie Zigaretten, die leicht sind?

SIE: Ja, Leichte haben wir da. Wie die schmecken, kann ich ihnen aber nicht sagen. Die haben aber einen weißen Filter.

ER: Ja, das ist doch gut.

SIE: Die sehen zumindest fluffig aus.

ER: Fluffig?

SIE: Naja, ganz fluffig.

ER: Wie ‘ne Schwuchtel?

SIE: Ja ja ja, haha. Wie eine Schwuchtel.

ER: Wie der Lorenzo, die aus’m Dschungelcamp.

SIE: Da muss man aber mal sagen, dass der als Frau besser aussieht als wie als Mann.

ER: Das sehen wir Männer ja anders.

SIE: Muss jeder ja selbst wissen. Schnipp-Schnapp, Schniedel ab, haha. 3€ blablabla.

ER: Sie sind witzig, passen hier gut rein.

SIE: Muss ja sein.

ER: Sonst alles schon so ernst.

SIE: Tschüüüß!

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Bandnamen, die es leider nie gegeben hat.

Januar 9, 2009
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Mit Bandnamen fallen und steigen Images, Ansehen und der potentielle Erfolg. Die originellsten, seltsamsten, beschissensten und trotzdem erfolgreichsten Versionen kennen wir bzw. brauchen sie nicht aufzählen. Doch es gibt auch eine Reihe an Namen, welche es nie gab und aus diversen Gründen nie geben könnte. Schade, birgt  die folgende 19-teilige Liste mehr als nur latent so manche Goldgaranten für Kreativität und Imagepflege.

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01] And The Christ Superstar

02] Snuff Enough

03] Klang.

04] The Beat Tells That Yesterday All My Troubles Seemed So Far Away

05] Frederike Friedhöfer und Freunde

06] Our Transpotential Fake Lake Production

07] Klatsch Mona

08] The Clow Boyz

09] Ps: I Love You!

10] Mothercake

11] KKK vs. FKK

12] Connectionizer

13] Die Reiernden Bleierenten

14] Gez-Alt

15] Steel Cage Terror Army

16] Nacktbaden, hey!

17] Whooo(ooo)

18] Frostrated

19] Wonderbra @ Wonderbar

& als Bonus] Nageln mit Köpfchen

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