THE WINCHESTER CLUB: NEGATIVE LIBERTY: 2011

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Jeder hat offene Arme für Gewinner – die meisten auch ein ebenso großes Herz für die ewigen Verlierer,
von oben bemitleidet es sich schließlich am besten.
Doch wer vereinigt sich gerne mit dem Durchschnitt, den Vertretern des Mittelmaß?
Dem Londoner Fünfer namens THE WINCHESTER CLUB wird der dritte Fall zuteil.
Sie agieren im Postrock, dem der konventionellen – leider auch unspektakulären Sorte.
Da wo die szenetypischen Berg/Talfahrten in epischer Länge auf Spoken Word-Einspieler treffen, ist fast schon Schluss mit Definition.
Dass die zweite Veröffentlichung “Negative Liberty” sich konzeptionell einer Dokumentation widmet, liest sich schön.
Dass die Hintergrundthematik sich jedoch ausgerechnet mit der Freiheit in unserer Gesellschaft beschäftigt, ist dabei fast eher latenter Hohn statt pfiffiger Aufhänger.
Der ohne Overdubs und Klicks live eingespielte Soundtrack zu wichtigen politischen Fragen des Seins im Jetzt,
reisst sich selbst nämlich viel zu selten aus seiner tontechnischen Gefangenschaft und liest sich leider am Ende auf dem Papier interessanter als im schon fünften Hördurchlauf.
Schade. Nun heißt es, auf die allgemeine Liebe zum Durchschnitt hoffen.
(Exile On Mainstream Records)
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written for FUZE Magazine