Corvonism

REEPERBAHNFESTIVAL 2009: HAMBURG: 24.-26.09.2009

REEPERBAHNFESTIVAL 2009: HAMBURG: 24.-26.09.2009

Reeperbahnfestival.

Von der Skyline über den Bordstein und zu oft zurück.

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Drei Tage Reeperbahnfestival bedeutet für jeden etwas anderes. Das Gute vorweg: der Sommer ist vorbei, hier gibt es kein Campinggelände und somit kein Heringstechen und Klostehen. Aber letztlich kein Festival ohne Zeitplan im Hinterkopf bzw. Stechuhr als Antrieb. Für Otto-Normal-Musikhörer sind der Donnerstag bis Samstag einfach das livehaftige Überraschungsprojekt, bei Musikfreaks eher Rennen samt Ärgernis. Große Leerphasen treffen mehrfach gestapelte Highlights. Da heißt es abwegen. Mit Glück hat man dann rückblickend die korrekten Entscheidungen getroffen.

Gut getroffen war z.B. der Auftritt des Fleet Foxes-Drummers J. Tillman. Die These, dass die Typen hinterm Schlagzeug solotechnisch meist belangfrei agieren, wird eher selten wiederlegt. J. tut das. Nicht lautstark, nicht triumphierend, eher im klassischen Singer/Songwriter-Stil. Wo Blues und Semi-Country latent den Ton abgeben. Wo nicht der einzelne Track im Vordergrund waltet, sondern die gesamte Atmosphäre dank Hall und Zweistimmigkeiten zum Zerschneiden bereit steht.

Soloding die Zweite: Ramona Falls. Brent Knopf, Menomena-Gründungsmitglied, hat sich von seinen verschrobenen Soundmixturen losgesagt, den Obskuritäten entkleidet und steht schlacksig und songtechnisch halbnackt in der kleinen Hasenschaukel. Spätestens live entwickeln Perlen wie „Russia“ (!) oder „Going Once, Going Twice“ ihre ganze Leidenschaft. Mit den Dear Reader-Mädels im Background, wenigen kleinen Verspielern und einem Schlagzeuger, der sogar den nahestehenden Ofen mitverwendet, werden die 45 Minuten zum Gefühls-Stand-In der sympathischsten Gattung.

Und wenn man schon beim Emo-Thema ist, da können Dear Euphoria nicht weit sein. Aufbruch ist da natürlich No-Go, eher innerer Einbruch. Das Klavier wird von Elina Johansson in der Tradtition bekannter Grand Dames der Pop-Historie wie Tori Amos bedient. An den Tasten leidet es sich wohl für immer am besten. Wenn noch Schweden als Herkunft im Pass steht, ist nahezu Verlass auf Feingeistiges ohne Verfallsdatum.

Neben all der zelebrierten Trauer muss doch irgendwo Platz für das Wort Fest in Festival sein. Das gibt es als quasi Rausschmeisser der netten Spot-on-Denmark-Reihe im Knust dank Turboweekend als Samstags-Headliner. Das Programm verdreht das, was der Bandname versprechen könnte. Kein zappelnder NuRave, der außer Knarzen nichts hält, was er verspricht. Turbo sind eher die überwiegenden Kompositionen, welche deutlich tanzbar und agil schallen, aber dennoch klassisches, potentes Songwriting atmen. Mit elektronisch verstärktem Unterbau fliegen die Pophits in spe wie  „Trouble Is“ und „Up With The Smoke-Down With The Ash“ durch die Bude. Sänger Silos hievt auch die weniger starken Tracks mit seinem naturgebenen Charisma, welches zwischen tanzfreudigen Schuljungen und konzentriertem Mikrohalter pendelt, Richtung Daumen hoch.

Und was war noch? Nichts, wo man sich nicht vorstellen könnte, wie die Lage ausschaut. Bei Emiliana Torrini schreien die 15-Jährigen nach dem „Jungle Drum“, die Editors geben den Upper-Class-Neo-Wave im proppevollen D-Club, Jose Gonzales soll mit seinen Akkustik-Intimitäten eine Kunststoff-O2-Arena beglücken, Olafur Arnalds klaviert sich vor einem gaffenden Sitzpublikum etwas unpassend in die Nacht, und Seasick Steve gibt einen den Entertainment-Glauben an alternde Ex-Knackis zurück. Klingt bunt – war es auch. Und wie steht an einem Haus Richtung Reeperbahn: Gesund ist bunt.

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Die sieben Formen des Schenkens.

Die Hände offen halten, gierig raffen oder sich holen, was bei 4 nicht hinter den Bäumen ist – Nehmen ist gut, Geben tut das jedoch ebenso. Schenken macht frei und angeblich schön. Doch Vorsicht: Schenken ist nicht gleich schenken. Da steckt der Unterschied weit unter der Ringelschleife.

presented

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01] Das versöhnliche Geschenk:

Nach dem Krach am Ehebett oder der Ohrfeige vor der Partymeute gibt es nur eines, was die Situation wieder begradigt – eine Geste der Versöhnung. So staubig und soap-opera-like es sich auch liest, die Friedenspfeife in eingepackter Version macht sich weiter gut, und ersetzt ein übertriebenes „Pardon“ auf Knien (ist dennoch das winselnde Schoßhündchen unter den Geschenkeformen).

Gerne gewählt: Rote Pflanzen (Rosen, Nelken), Pralinen, ein Essens-Gutschein

Nicht an: den Chef, den One-Night-Stand von letzter Woche

02] Das alberne Geschenk:

Wenn man sich keine großen Gedanken oder Mühen machen bzw. den Clown aus der Torte springen lassen möchte, wählt man ein Präsent, welches dumm und gerne auch dümmer ist. Wo die Stirn des Beschenkten ein runzelndes Fest feiert und dieser im Stillen nicht weiß, ob laut gelacht oder leise Galle gespuckt werden soll. Ein bißchen Spaß unter dem Geschenkpapier darf mal sein, sollte jedoch nicht zum ständigen Running-Gag mutieren.

Gerne gewählt: Sexualspielzeug, 1 Euro-Artikel, Restposten

Nicht an: die Schwiegereltern, die Ehefrau

03] Das Genie-Geschenk:

Man hat Ideen und will in allem besser sein, selbst im Schenker-Sein. Nichts mit abgenudelten Durchschnittsstoff, welcher ebenso von den Eltern oder Nachbarn hätte kommen können. Das überraschte Gesicht beim Auspacken, die Bewunderung allerorts ist Triebfeder und lässt parallel den allgemeinen Druck stetig wachsen.

Gerne gewählt: Selbsterfundene Hilfsmittel der individuellen Sorte wie unbekannte Maschinerien oder selbstentwickelte Versuchsreihen

Nicht an: Bekanntschaften, sich selbst

04] Das überladene Geschenk:

Kingsize ist was für Amateure. Kleinkram und geschenktes Fingerfood langweilt, und so packt man ein, was Rahmen sprengt bzw. andere Konten implodieren würde. Es ist wie die ausgestreckte Hand aus Platin oder die Golddusche. Trotzdem wirkt es wie das natürlichste des Tages, schließlich gönnt man dem Anderen ja sonst nichts bzw. wer definiert schon Protzbrocken?

Gerne gewählt: Immobilien, 5-Türer, Modekollektionen, Inseln

Nicht an: die-Partnerschaft, dem Haustier

05] Das fiese Geschenk:

Geschenke können gerne mehr sein als nur lieblich gemeinte Streicheleinheit. Werden vielleicht mit dem Halbgrinsen überreicht, zeigen nach dem Schleifchenlösen dann aber Stacheln und Stinkefinger im Doppelpack. Sollen Problemzonen offenbaren und Seitenhiebe als ganze Lattenroste umfunktionieren.

Gerne gewählt: Hygieneartikel, Mülltüten, Sterbeurkunde

Nicht an: Arbeitskollegen, gute Freunde

06] Das offensichtliche Geschenk:

Etwas zu überreichen kann mit Pomp und Anmut passieren, genauso aber mit der naturgegebenen Langeweile oder Sonntagsatmosphäre. Schenken ist halt Pflicht und gehört sich so. Muss praktisch sein, funktionieren und Sinn machen.

Gerne gewählt: Handtücher, Socken, Krawatte

Nicht an: den Schwarm, die Kinder

07] Das Fettnäpfchen-Geschenk:

Treudoof und mit guten Absichten steigt man in die Schenkungsarie und landet schlußendlich doch wieder bei der Ernte von Spott, Enttäuschung und Kopfschütteln. Wenn man unter vier Augen von einem Intimpilz hörte, ist das Überreichen einer teuren Spezialsalbe nett, ebenso aber reichlich unpassend. Und nach einer Scheidung macht sich eine verpackte Premium-Mitgliedschaft bei New-in-love.com allenfalls naiv.

Gerne gewählt: Dinge, die schon eingepackt doof aussehen

Nicht an: Menschen, die einem wichtig sind

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Danke, Lady Gaga.

Lady GaGa

Sollen sie dich doch beschimpfen, erniedrigen oder im Endeffekt nur nicht verstehen. Dich reduzieren auf deine selten nachvollziehbaren Werbeaktionen. Dich als fremd kreiertes Objekt zwischen SM-Trash und 90er-Jahre-Subunkultur wahrnehmen. Als Sängerin, die ihre Lieder nicht ernst meinen kann bzw. die junge Zielgruppe mit querpolierten Eurodance-Songs samt Zungenschlag bitte nicht in die Irre führen soll. Ein dubios wirkendes Spiegelbild als Idol darf nicht gut gehen. Geht es aber, nicht grundlos wird „Pokerface“ an der internationalen Top-Single 2009 kratzen. Das wandelnde Fragezeichen nutzt die überschaubar prodzierten Tanzkroketten nur als Mittelsmann zum künstlerischen Zweck. Schließlich liebt sie genau das: die Kunst.

Während weibliche Dauergänger wie Beyonce Knowles ständig was von großer Tiefe, Weiterentwicklung und Liebe zur Musik vorraunen, bist du es liebe Gaga, welche uns kein Huhn als Ei verkauft. Du verweist auf Andy Warhol und Queen, einen imaginären homosexuellen Lifestyle und das urbane Treiben in sozialen Nebenschichten, billige Slogans die Aufsatzstoff bieten. Du verkleidest dich, bist der Bruder, den niemand möchte bzw. die Tochter, an der jeder verzweifelt. Machst Typen Angst, wirfst Zweifel auf. Das ist mehr als Marusha, Madonna und Lolo Ferrari zusammen je stabeln könnten. Du trägst abwischbare Burlesque-Kleidung, Glitzerstäbe und Kopftücher -parallel. Hast den Badeanzug wieder schalom-fähig gemacht, von Perücken ganz zu schweigen. Wen interessiert schon, wer die Person wirklich ist, die bei den MTV Awards Kunstblut ausschwitzt, und angeblich mit Marilyn Manson auf Friedenspfeife ist. Die Person, die Verträge von TV-Sendern vorgehalten bekommt, die strikte Busenverdeckung intus haben. Die gesamte Wahrheit ist so schrecklich berechenbar, darum bleib noch eine gute Saison der Konventionen-Schreck auf dem Thron. Be- statt nur wundern wird man dich erst eine gute Dekade später, wenn wieder die graue Feminenz das kommerzielle Ruder übernommen hat und der nötige Abstand herrscht, um zu sehen was wir an dir hatten, kleines Biest.

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Die Top 20-Suchbegriffe

… die zu Corvonism leiteten:

froster

01] mann von frau erdrückt

02] robert pattinson auf laufband

03] community ist nur lügen und betrogen

04] typische pornofigur

05] entscheide dich herz oder verstand

06] einführung calippo cola

07] coole kleingartenhäuser

08] jared leto schlechteste konzert meines lebens

09] runterspülen

10] model le visage

11] jungs beim wichsen

12] ich vermisse dich

13] metro rum geschenkkarton

14] wie kommt man step by step zur frisur

15] wer nimmt coca cola glaspfand zurück ?

16] thomas victor kann einfach mehr

17] wunde mit herzform

18] für nichts zu schade

19] urbanize verarscht du mich ? ich weiß es

20] frau wichst schwänze in unterwäsche

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ANTICHRIST.

antichrist

ANTICHRIST: 2009

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„Der umstrittenste Film des Jahres“. So bewirbt das Flugblatt einer kleinen Berliner Kinoinstitution die 104 Minuten. Die Erwartungshaltung dank des in Stein gemeiselten Filmtitels darf immens sein. Der aufwirbelnde Ruf, der seit der Cannes-Revue besteht, muss erstmal Bestätigung finden. Doch die Moral der Geschichte wird auf den Kopf gestellt, liegen am Ende doch mindestens drei Schlussfolgerungen auf den Kinosesseln, welche die Fragezeichen ersetzen sollen.

Die Frau an sich ist die Verkörperung des Bösen, die Geisel bedingungsfreier Befriedigung, der Motor von Erniedrigung und unausgeglichenem Schmerzaustausch. Klingt so spannend, wie hetzerisch unausgegoren.

Traue keinem Tier ohne wirkliche Haustieravancen. Die leben schließlich nicht grundlos dort, wo nachts noch wirklich Nacht ist.

Vergrabe dich, jedoch nicht in eine Diplomarbeit oder andere wichtige Lebensaufgabe, die Aufmerksamkeit und Konzentration erfordert.

Lars von Trier selbst überschlägt sich selbst wenig in Aufklärung und Erörterungswut. Soll man doch selbst rausziehen, was sich eben ziehen lässt. Und da steckt mehr, als man wahrhaben möchte. Die Liebe zur Natur, zur traditionellen Sagenwelt und zu den Gletscherspalten der menschlichen Psyche. Die Freude am Sezieren verzweifelter Taten, Ausleben der Slow-Motion.

„Antichrist“ ist nicht der polarisierende Schocker, vor dem international das Warnschild prangt. Nicht der gewaltverherrlichende Streifen Kulturgut, der unter dem gestürzten Kreuz mit allzu typischen Hilfsmitteln den Zweck bedient. Da steckt der Teufel im offensichtlichen Detail, nicht beim blutenden Handjob. Die im Finstern prasselnden Eicheln, das liebliche Reh samt Totgeburt, die Knochen- und Sehnensituation der Darsteller. Es setzt Symbolik im Sonderangebot, gedankliche Verknüpfungen allerorts. Hochästhetisch in Szene gesetzt, mit einer Prise Doom in visueller Hinsicht. Videoclipatmosphäre der besonderen Art, Spielfimflair der fast geläufigen. Alles in allem nachhaltig und akzentuiert, doch nicht dermaßen im Chaos gefangen wie man vermuten durfte.

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RAMONA FALLS: INTUIT

RAMONA FALLS: INTUIT: SOUTTERAIN (ROUGH TRADE): 2009

Intuit

Hände im Schoß.

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Warum das Spice Girls-Comeback floppen musste? Ganz klar, da der „Girl Power“-Banner allgegenwärtig ist, sich geradezu penetrant in alle Richtungen zoomt. Gleichberechtigung hinter dem Mikro ist ausgekämpft bzw. längst vom Unentschieden gekippt. 70% des Radio- und Clipprogramms ist weiblich gekleidet. Und diese Doppel-X-Chromosierung nimmt sich dermaßen viel raus, dass man verwundert und empört zugleich sein darf. Da braucht man über die zunehmende Rücknahme der männlichen Zunft nicht verwundert sein. Isolation, abgedunkelte Arbeitszimmer, aufgezogene Kapuze, Furcht vor Nähe.

Wenn Ramona fällt, leidet mindestens einer mit. Der, der dort bedrückt in der Fensterbank sitzt. Inmitten der groß produzierten Instrumentierung und doch fernab vom bombastischen Großstadttrubel. Der, der sich zurückzieht, der nach unten singt. Der, der ohne Tränen leidet. Der ohne obligatorisches Magnet anzieht, seine Songs aber reihenweihe auszieht. Alles runterbricht, was nicht stehen möchte. Da fehlt die Frage, wo Pop anfängt, Extravaganza aufhört und wann Typen sich mal ins Kissen drücken dürfen. Wie das Panorama des Mount Hoods mit den Straßen Portlands  im Vordergrund.

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Der Herbsthoroskop-Quickie 2009.

Der Herbsthoroskop-Quickie 2009:

Direkt, offenherzig und verdammt realistisch. Heute wissen, was die kommenden 3 Monate regiert.

boot.

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Jungfrau [24.08.-23.09.]

> Genial!

Du bekommst imaginäre Auszeichnungen, Urkunden und Medaillen für dein Sein, v.a. von erwartungsbefreiten Mitexistenzen und gerne wie aus dem Nichts . Weiter nicht nach unten orientieren, das potentielle Auf-Köpfe-Spucken-Können genießen!

Waage [24.09.-23.10.]

> Neudimensional!

Unerklärliche Begegnungen und Erlebnisse der vierten Art kreuzen deinen Weg bzw. stellen dir Häkchen. Du als Akte X-Beauftragte/r 09, mit Hut auf der Hut sein!

Skorpion [24.10.-22.11.]

> Turbo!

Eine Stufe aufwärts und zwar nicht im Leerlauf. Du erreichst Ungeahntes, erlebst intensiver und bist mitten im wohlwollenden Chaos. Scheiß auf Anti-Blockiersystem!

Schütze [23.11.-21.12.]

> Tragisch!

Tränen lügen vielleicht nicht, sind aber dermaßen salzig, dass es weh tut. Schick die Stressoren und Unglücksmacher dahin, wo keine Sonne scheint. Weg bleiben von Sümpfen und Morast!

Steinbock [22.12.-20.01.]

> Ausgekugelt!

Sich vor Laschen rollen, vor Schmerzen kringeln oder vor Abschreckung zusammenziehen. Ein Festival der gefühlten Zerrungen und Wirrungen steht an. Da heißt es, gut aufwärmen bzw. vorglühen!

Wassermann [21.01.-19.02.]

> Missverstanden!

Du möchtest eine Torte, erhälst einen Löffel. Du sehnst dich nach Urlaub, bekommst Kopfhörer. Es ist nicht so, dass man dich zwanghaft falsch verstehen möchte, doch gibst du Drehmomenten ständig Futter. Steh aufrecht und mach auf transparent!

Fische [20.02.-20.03.]

> Anrüchig!

Die Hände in den Schoß legen, interpretierst du auf deine ganz eigene Weise. Da mal gaffen, dort kurz greifen. Immer mit der Zweideutigkeit im Unterbewusstsein/Unterleib. Aber: Ist der Ruf erst uriniert…!

Widder [21.03.-20.04.]

> Satt!

Du willst viel – viel zu viel. Der Hunger nach Aufmerksamkeit und ein stetiges Lechzen nach Spiel/Spaß/Spannung zeugt von Aktionismus, könnte genauso verschrecken. Stillstand auf Zeit gerne mal zulassen!

Stier [21.04.-20.05.]

> Leidlich!

Der wünscht dir womöglich den Tod oder wenigstens 1x Lebenslänglich, der andere Mitmensch will lediglich deine Kohle, deinen Körper oder dein I-Phone. Alle sind böse, das setzt dir zu und bei dir an. Schmollmund wegschminken!

Zwillinge [21.05.-21.06.]

> Interaktiv!

Immer up-to-date, ständig im kollektiven Geschehen und eigentlich nie bei dir selbst. Hebt deinen Freunde-Bonus, verursacht eines Tages jedoch vielleicht den Sozial-Seuche-Anschliff. Zurücknehmen- und lehnen!

Krebs [22.06.-22.07.]

> Stinkig!

Niemand macht es dir recht und eigentlich scheint alles unecht. Du zweifelst, grübelst und motzt in dich rein. Das bleibt nicht unerkannt. Wechsel vom Mittelfinger auch mal Richtung Daumen!

Löwe [23.07.-23.08.]

> Verschlafen!

Die Zeitumstellung kann nicht für alles herhalten, das Wetter erst recht nicht. Du bist träge, auf Standby-Modus und stehst überwiegend neben dir und dem alltäglichen Wuselkabinett. Augen offen halten!

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Corvonistisches Spätsommer-Off.

Just The Imagination Available At Present. Please Click Later Again.

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beached

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Der S.

funshine.

Er mochte ihn nicht. Wie er einfach ankam, plötzlich einkehrte, sich breit machte und alle/s mit sich zog. Selbst die unter genereller Lethargie und ungekünstelter Sofa-Kartoffel-Mentalität agierenden Mitmenschen ließen sich auf ihn ein. Ob nun in finanzieller Hinsicht alles lockerer saß, der Biorhythmus bewusst verlegt wurde oder die Ansicht ausgelebt wurde, Aktionismus und Aktivität lägen nicht grundfrei knapp hintereinander. Er veränderte – manipulierte sogar. Dabei legte er auch frei, was verhüllt bleiben sollte. Unausgegorene Beziehungsstaatii bzw. unverfrorene Bekleidungsintermezzi. Sie sollten zeigen, was menschlich bleibt, auch und gerade bei gewünschtem Ü30-Sonnenschutzfaktor. Dabei wollte er sie doch lediglich auf den Boden holen. Den, der Tatsachen. Den, der chlorophyllreich ist und angeblich Picknick heißt. Den, der Menschen vereint, die nicht viel wissen bzw. zu viel. Dass übersteuerte Lichtzufuhr zwar zu Glücksgefühlen, ebenso zu Wahrnehmungsdefiziten führt. Gerne vermengt sich beides, wie die Hyperdosierung Animationsdeo mit der Tropfweinhöhle aus Schweiss und weiteren Körpersekreten. Er verursachte Menschenansammlung an unhygienischen Plätzen. Brachte zusammen, was nicht zusammen gehört. War grün und bunt, mächtig überstrahlt und dennoch mit weiten Schattenflächen. Jetzt ist er fort. Und obwohl er all diese Nebenwirkungen im Gepäck trägt, ist es erneut schwer zu sagen: Adios, bis nächstes Jahr, und jetzt geh auch endlich!

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SWITCHBLADE: SWITCHBLADE

SWITCHBLADE

„Switchblade“

Switchblade

Bored Candle In The Wind.

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Monotonie ist grundsätzlich der Welten Hohn. Im Falle der Schweden von SWITCHBLADE wird jedoch der bandinterne Slogan „Less Is More“  nicht nur berücksichtigt, sondern geradezu penetrant ausgereizt.
Da freut sich der Spannungsbogen, könnte man denken.
Doch leider gefehlt. Innerhalb der 49 Minuten wird der zähschleppende Doomaufguss mit einer Geduld abgehandelt,
die im Gegensatz zum Vorgänger weniger faziniert, als erschreckt.
Der dreigeteilte Trauerkloss nimmt weder Gefangene, noch ein paar Zuhörer zum Lachen in den Keller.
Das Gesicht eines Albums fällt mit song-gegebener Ausstrahlung, doch hier liegt bereits alles am Boden:
Hoffnung, Träume, Wunsch nach Tageslicht und Abwechslung.
Das kann Freunde grabestiefer Ritualsklänge natürlich ungewollt glücklich stimmen, Anhänger der angeblichen Brüder im Geiste wie CULT OF LUNA oder ISIS jedoch eher ein Schulterzucken entlocken.
Dafür klingen SWITCHBLADE eben dann doch so, wie der Alltag es vormacht: Ziemlich eintönig und schwarzmalerisch.

(Trust No One Recordings)

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written for FUZE Magazine


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IN vs. OUT-Liste: SEPTEMBER 2009

SEPTEMBER 2009

roomwithaview.

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[IN]

! Autofreundschaften] Da ist mehr statt nur  Blech und Ansehen als Investitionsobjekt. Röhrender Kumpel, der den Weg frei macht. Hätte dann aber auch häufiger eine Wäsche verdient.

! Bedienungen mit Anti-Charme] Lassen das eh schon dürftige Angebot nochmal überdenken bzw. sind der Gegenpol zur Sahne auf der Latte.

! Überraschungsbegegnungen an der Borsteinkante] Kommen nicht, um zu bleiben. Der sympathische Händeschüttel-Quickie für Zwischendurch.

! Schlafsitzung vorm Diskozelt] „Diese Veranstaltung verwendet eine Lichtschau, die zu neurologischen Fehlleitungen führen kann“. Schlummernd davor, statt nur dabei.

! Ausladungen] Ungewollt raus zu sein, bleibt No-Go.

! Plan A] Um den ständigen Zweiten als Notnagel zu verdrängen.

! Schuhlos wandern] Yeah, mal wieder Boden unter Füßen.

! Honig auf Vollkornbrot] Die Essenz des Endsommer-Genuss, von alternden Imkern empfohlen.

! Rasen-Mäh!] Das obligatorische Synonym einer Nutzziege.

! Alleinunterhaltung] Minimalistisch und doch die Reduktion aufs Wesen/tliche.

! Dram-affin] Mehr menschlich als weiblich.

! Lieblingslieder] Ab sofort möglich: Täglich ein neues, ganz ohne langatmige Versprechungen oder Konsequenzen.

! Klar-Schiff-machen] Fördert Übersicht und Orientierung in der Simultan-Schaltung.

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[OUT]

? Fashionexperimente] Blaue Schuhe, lila Diskojacken, weiße Pullunder – in der Kunst ist alles möglich. Ästhetisch unmöglich jedoch genauso viel.

? Pärchentoleranz] Gruscheln, Stubsen, Grinsen – haut alles in die Binsen!

? Parkplatzstress] Alter, da steh ich!

? No Promotion] Sets No Emotion.

? 100 Watt-Birne] Goodbye, Lightning Friend. Der Nachfolger – die Sparglühlampe – gilt jetzt schon als der verkappte Menschenfeind. Gaukelt Tageslicht vor und verwirrt damit insgeheim Madame Biorhythmus.

? „Brunch Is Not Dead“-Slogan] Die Aussage steht felsenfest, an der allgemeinen Umsetzung hapert es leider.

? Falsch/e Hupen] Überfordert die Sinne.

? Fehlfahrten] Auf  „der Weg ist das Ziel“ spucken.

? Umzüge] Vorsicht: Ziehen Zeit, Nerven und Muskelkraft ab. Soll jedoch das anschließende belegte Brötchen und Absacker im Kartonchaos wert sein.

? Birnen-Cidre] Existiert nämlich gar nicht, leichtgläubiger Herr Ober!

? Nachtragen] … kann Mutti das Pausenbrot, der Rest bleibt als abgehakt im Hinterkopf.

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