Corvonism

ERYN NON DAE: Hydra Lernaia | August 9, 2009

ERYN NON DAE.

„Hydra Lernaia“

Hydra Lernaia

„Scheinkräfte sind die musikalischen Schwarzfahrer“, gilt als denkwürdige These.
Es gibt zumindest keine fatalere, weil irreführendere Genrebezeichnung als die
des Power Metal. Im Grunde arbeitet man dort selten ansatzweise mit der Kraft der zwei Herzen.
Da lauern ja mehr Schein als Sein und unechte Energieschübe, als noch in den berüchtigten US-Motivationsevents „Hour Of Power“.
Kraftanwendungen brauchen Raum und Luft, und wenig schweißtreibendes Leder plus Nieten.
Dichte und Intensität existieren ebenso ohne Nebelmaschinen, gefühlte Weite ohne den Plastikfels in der Brandung und
völlig steinfreie Wege bleiben der Feind des Spannungsfeldes.
Vom sich aufbauenden Knalleffekt haben auch Ernyn Non Dae, ehemals END., nicht nur gehört,
sondern anscheinend auch ordentlich im heimischen Toulouse gelöffelt.
In der Furche, wo TEPHRA zu eintönig werden, GOJIRA schon seit jeher Überzeugungsarbeit leisten,
wirft der französische Fünfer seinen „Volle-Kraft-voraus“-Anker dermaßen überzeugend grimmig nach links und rechts,
dass man den Begriff „Leben“ als Haupteinfluss der Band fast schockiert annehmen möchte.
Fest steht, dass die alten Initialien END. genau das wiederspiegeln, was sich hörbar abspielt,
jedoch zukunftstechnisch nicht das Schicksal der Band sein darf.

(Metal Blade)

:::

written for FUZE Magazine


Veröffentlicht in ROTATION

Noch keine Kommentare »

Kommentieren? Kommentare-RSS TrackBack URI