MONO / NIHILING: HAMBURG: HAFENKLANG: 29.03.2009

Feedback garantiert.
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Der Heavy Metal ist also konservativ, Country ja sowieso, vom Jazz mal ganz zu schweigen. Wirklich anders sieht es jedoch im Bereich des Postrock auch nicht aus. Die Altvorderen werden verehrt, bejubelt, sogar ausverkauft. Doch nimmt man MONO einmal den Vorreiter-Bonus weg, bleibt da nicht viel. So ehrlich darf man sein, dass sie genauso wie EXPLOSIONS IN THE SKY und MOGWAI songwritingtechnisch längst von raffinierten Nachzüglern überholt wurden. Das Quartett aus Tokio pfeifft auch 2009 auf elektronisches Geplänkel, seltsame Vokalexperimente oder der Handreichung zum klassisch angehauchten Riffrock. Das dürfen sie ja auch, waren MONO seit jeher mehr für ihre gewaltigen Liveauftritte bekannt.
Der Hafenklang ist knackevoll, eine satte Party wird trotzdem nicht gefeiert. Da schieben schon NIHILING im Vorspiel, hinter vorgehaltener Hand auch Hamburgs postrockende Allzweckwaffe genannt, einen Riegel vor. Sie sind nervös, das dürfen sie auch sein. Skeptische Gesichter beim stimmlichen Einsetzen des Bandkopfes Gorka waren absehbar. Doch rein instrumental agieren muss nicht dauerhaft die Devise sein, und Richtung groovenden Rock und gleichzeitig kompakt poppigen Songstrukturen schielen, kann bei der MONO-Community fast nur negativ beäugt werden.
Primetime des Abends wird die erwartete Dosis „Druck, Rüttelbewegungen, Schwingungen“, schön episch angelegt. Pompös, bombastisch und traumwandlerisch fehlen noch. MONO können mitreissen und die Wall Of Sound bis zur Maxime schrauben, dass selbst die Langhaarigsten sich wider willen die Ohren halten. Sie können diese genretypische Wellenstimmungen bis zur Perfektion ausreizen, aber ihnen fehlen am Ende leider die sogenannten Hits, welche THIS WILL DESTROY YOU und THREE STEPS TO THE OCEAN z.B. in rauen Mengen bunkern. Innovation muss nicht der Gradmesser von Relevanz und Existenzberechtigung sein, aber Vorhersehbarkeit und Songverläufe wie am Reissbrett zählen letztlich doch in jede Wertung. Diese vier Musiker lieben das, was sie tun und Leidenschaft spricht ihnen niemand ab, doch das Stil-Monopol sind sie schon lange nicht mehr.
Hoffe, du bist nicht eingeschlafen, wie andere Personen damals im Uebel & Gefährlich.
Kommentar von Christoph — März 30, 2009 @ 12:40