Corvonism

SOAP&SKIN: HAMBURG: KAMPNAGEL: 25.03.2009 | Mär 26th 2009

SOAP&SKIN: HAMBURG: KAMPNAGEL: 25.03.2009

soapskin

Glanzlicht im Halbdunkeln.

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Die Tribüne sitzt voll. Voll mit erwartungsschwangeren Gesichtern zwischen knapp Postpupertär und rentenfähigem Alter. Sollte der Feuilleton recht behalten, die allgemeine Medienpräsenzenz der vergangenen zwei Monate die angepriesenen Früchte tragen und diese kleine, dunkel gekleidete Anja Plaschg tatsächlich dem wuchernden Interessenrummel Stand halten und Zweiflern Paroli bieten?

Bandnamen, die weniger verheißen als verdient? Nicht unselten. Leidende Frau am Piano? Altes Thema. Laptopspielerein als musikalische Auflockerung und Relevanzwahrung des Hier und Jetzt? Üblich, Zeitgeist und so.

Der Kampnagel schweigt brav, während Anja ihre Sitzung am Flügel recht klassisch und ebenso gediegen beginnt. Lediglich zwei Scheinwerfer leuchten, inszeniertes Stageacting bleibt vor der Tür. Dezent latente Effekte blubbern zu den übersichtlichen Tastenläufen, der Gesang schwelgt unaufdringlich. TORI AMOS calling? Von wegen. Sie kann und will auch anders. Es folgen die kleinen Brüche, gut akzentuierte Sperrigkeiten, vokalen Ausreißer, ohne dass der rote Faden zerspringt und die Atmosphäre kippt. Fehlerfrei durchgezogen, nennt man das, doch die Unsicherheit im Zwischenraum und innere Überwältigung kann die Wahl-Wienerin nicht verstecken. Muss sie auch nicht. Das Publikum klatscht sich die Begeisterung frei, nach dem kurzen Songwriting-Wunder „The Sun“ oder spätestens dem ergreifenden Hit im Geiste  „Spiracle“, auch wenig überraschend. Das ist erst der Anfang? Zu jung, um wahr zu sein.


1 Kommentar »

  1. [...] Hier ein weiterer Eindruck des Abends. [...]

    Pingback von Soap & Skin im Konzert « Kixkalogic — März 27, 2009 @ 9:34


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