Corvonism

Keep Sundays Indoor. | Februar 23, 2009

sundaybed.

Die nennenswertesten Gründe für die sonntägliche Isolation:

] für das gigantisch angelegte Brunchspektakel die passenden motivierten Mitmenschen und zugehörigen Öffnungszeiten der In-Bars und Eckcafes fehlen, sowie das liegen gebliebene Kleingeld für mehr als ein weich gekochtes Ei

] man gar nicht sehen will, wie erfrischt und kollektiv glückbeseelt die Umgebung ohne Kater und vermasselten Biorhythmus durch die Prärie wandelt

] der Hausmeister, Vermieter oder die pampige Dackelfrau lautes Spielen am Haus/Block zum Ruhetag Sonntag eh nicht tolerieren

] weil davor halt Samstag war-is klar, und Schatten seiner selbst besser drinne bleiben

] weil die „Entdeckungstour Eigene Vier Wände“ potentiell ertragreicher ist als gedacht (neue Zeitschriften auf Toilette, veränderter Putzplan, gewischte Böden etc.)

] da die einzigen heißen Miezen der Sonntagsmesse  lediglich bis 22 Uhr raus dürfen, außer in den Ferien

] da alle konsumtechnisch relevanten Einkaufsmöglichkeiten nach wie vor keine alternativen Öffnungszeiten anbieten

] es ja doch zu dem positiven Überraschungsbesuch kommen könnte, der abseits von Erziehungsberechtigten und Zweckbekanntschaften liegt

] da laut halb-offiziellen Studien die Luftzusammensetzung zum Sonntag übermäßig mit Staub, Geruchsstoffen, Ruß und Scheiße vom Vortag vernebelt ist

] ein Tag mehr und vor allem weniger gefühlter Wellness pro Woche drin sein sollte

] es eh gleich wieder dunkel wird

] man immer den erneut vernichtenden Beweis sehen möchte, dass zum Familientag Nummer 1 wieder nicht das sehenswerte Unterhaltungsprogramm für Groß, Klein und all die Zwischenformen geboten wird

] weil dieser Tag generell weniger Stunden parat zu haben scheint, trotz dezenter Camembert-Ästhetik im Verlauf

] weil die Definition von Tristesse außerhalb der Bude auch nicht kompensiert werden kann


Veröffentlicht in DAILY DRIVE

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