Corvonism

TWILIGHT: Bis(s) zum Morgengrauen. | Januar 19, 2009

twilight1

TWILIGHT: Bis(s) zum Morgengrauen (Kinostart: 15.01.2009)

::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

Vampirismus goes Pop again. Dabei könnte man es sich recht einfach machen, die Verfilmung Nummer 1 der Stephenie Meyers-Bücherreihe „Twilight“ als blutleere (ähem) Romanzette einer periodisch populären Thematik zu betiteln.  Statt gut gepfefferter Sequenzen zwischen Pfählen, Köpfen und klopfender Sargdeckel besteht- für alle Unwissenden -das romangetreue Stück Zelluloid, mit Catherine Hardwicke auf dem Regiestuhl, aus der großen Ladung Teenagergefühle. Das Paar der Stunde  Bella Swan und Edward Cullen lebt im highschoolenden Hier und Jetzt namens Forks. Nichts mit stinkendem Mittelalter, mächtig ausstaffierter Kostümsause und altbackener Sprachästhetik. Wer „Interview mit einem Vampir“ aus dem Jahre 1994 bereits als den emotionalen Supergau der Blutsaugerthematik ausschimpfte, wird schon beim plakativen Filmtitel „Bis(s) zum Morgengrauen“ giftig den Pflock erheben.

Dabei werden die 121 Minuten Kinounterhaltung überraschenderweise mit der Portion Atmosphäre gefüttert, nach welcher die Mammutproduktionen von „Harry Potter“ oder „Narnia“ gerne lechzen würden. Unterschwellig und latent baut sie sich auf. Der Bravo-Fraktion werden keine überdimensionalen Effektbatzen zugemutet, die Chemie zwischen dem weiblichen Schulneuling Bella (Kristen Stewart) und dem dubiosen Eigengewächs Edward (Robert Pattinson) bestimmt die Handlung.

Besonders der 1986 in London geborene Robert perfektioniert die Rolle des geheimnissumwobenen Sonderlings mit bissfesten Hintergrund derart gekonnt, ohne die notwendige Seite Ironie auszusparen. Jugendliche Haut, welche in der Sonne glitzert und blitzartige Flüge gen Baumgipfel kann und sollte man auch nie mit striktem Ernst inszenieren. Sie sieht ihn, er sieht sie. Die innige Liebe kommt jedoch völlig ohne Triebe aus. Wer auf kleine sexuelle Schocker wartet, hat schlecht gewettet: Keusch is the new Intimacy. Muss schließlich auch was  in Sachen Spannungsaufbau bis zur nächsten Episode am Brodeln gehalten werden. Bis dahin ist klar: Starre Blicke, gediegene Blässe, rote Lippen und James Dean auf Gothic-Kurs sind in.


Veröffentlicht in LE SPECIALE

Noch keine Kommentare »

Kommentieren? Kommentare-RSS TrackBack URI