Corvonism

I LIKE TRAINS: THE CHRISTMAS TREE SHIP | Dezember 15, 2008

I LIKE TRAINS: THE CHRISTMAS TREE SHIP: 2008: FANTASTICPLASTICCRECORDS

Legende in Seidenmatt.

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iliketrains

Dass Zugfahren depressiv macht, ist ein anderes Thema, dass Weihnachten den Melancholieschub fördert, ist nämlich das heutige. Neben dem kollektiven Freischießen am Glühweinstand oder Wettlaufen in der Mall eures Vertrauens, gehört dann eben noch die von allen Seiten lauthals gepriesene Stille, Ruhe und das Innehalten zum großen Fest. Endlich mal Zeit, ohne schlechtes Gewissen tagelang durch zuhängen und seltsame Leuchtobjekte in den Fenstern der Nation als Augenhighlight abzusegnen. Mit Glück dann noch ein paar Tannennadeln im Zeh und dazu eine Reihe anheimelnder Geschichten, fertig ist’s. Letzteres übernehmen in der diesjährigen Saison übrigens die Herrschaften von > I Like Trains <, welche zwar keine Lust mehr auf Mixturen aus Groß- und Kleinschreibung oder auch Gesangsspuren haben, dafür ihre Liebe für althergebrachte Geschichten weiter ausbauen. Ergibt eine knappe halbe Stunde Shoegaze der eher klassischen Fraktion. Elegisch nennt man diese Gitarrenspuren, dramatisch den konzeptionellen Albumaufbau. Ideengeber dafür ist die Mär des gen Lake Michigan gesunkenen Weihnachtsbaumhändlers Herman E. Schuenemann aus dem Jahre 1912.

Als visueller Bonus liegt eine DVD zum Soundtrack bei.Die gut ausgeleuchteten Briten ohne verzerrte Mienen an ihren Instrumenten, eine schwarzhaarige Dame mit songabhängigem Ausdruckstanz zwischen Schneefall und Sturmszenario, und dies in gerne gesehener Schwarz-Weiß- Ästhetik.

Soll fazitös heißen: Für die Stunden zwischen dem familiären Supergau schenken > I Like Trains < das weniger erleuchtende, aber angenehm plätschernde Stück musikalischen Adventsstollen, schwerer Magen ausgeschlossen.


Veröffentlicht in ROTATION

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