Corvonism

DEVIL SOLD HIS SOUL: HAMBURG: MARKTHALLE: 01.12.2008 | Dezember 2, 2008

DEVIL SOLD HIS SOUL: HAMBURG: MARKTHALLE: 01.12.2008

devil sold his soul

Die Besten nach vorn.

______________

An gestürzte Kreuze wird man dank EMP-Katalog oder wandelnden Black-Metal-Shirts ja regelmäßig erinnert, gestürzte Festivalreihen sind dann doch eher selten gesehener Gast. Die herrlich plakative „Santa Slaughter“-Eintages-Festivaltour beweist mal wieder, dass Gerechtigkeit wohl nicht immer siegen soll. Dreht man das Line-Up der europäischen Livereihe einmal auf Kopf, hat man den Abend, den es sich zu geben lohnt. Doch Geschmack ist weder streitbar, noch käuflich, daher schleicht der Abend in Hamburg mit drei eher zwiespältigen Vertretern der Hardcore-Zunft Richtung Bedeutungslosigkeit.

> Bury Your Dead < werfen als Headliner die Portion Groove, Schwung und 2001er Nostalgieschwingungen in das Marx, welche > Full Blown Chaos < nicht besitzen wollten oder konnten. Dass > Emmure < derzeit hoch im Kurs der Stardust-Fraktion stehen, war abzusehen, dieser „Mehr-Schein-als-Sein“-Auftritt dann aber doch nicht.

Die Hansestadt spart bekanntlich an Freunden der schrägmetallischen Sparte, dementsprechend übersichtlich zeigen sich die üblich-verdächtigen Locations meist besetzt. Wer dies übersehen sollte, wird mit Hilfe von > Time Has Come < nicht nur einmal daran erinnert. Mikrohalter Marcel schmiert das seiner Stadt ja generell unter die Nase, ändern tut das nichts. Wir sind weder in Berlin, noch Belgien oder London. Und auch nicht am besten Tag der Lokalmatadoren, dermaßen routiniert läuft der Gig runter. Das Material der „White Fuzz“-Scheibe bleibt trotzdem mehr als Bollobollo-Ballaballa, den es ja anschließend zu Genüge schüttet. Zurück bleibt der Verdacht einer gesanglich leichten Kehrtwende oder Erweiterung- wird sich zeigen.

Den letzten beissen die Hunde oder haben es einfach nicht verdient, das eigentliche Highlight der Nikolausrockreise vor die Augen/Ohren gestellt zu bekommen. Qualitativ vollmundiger als mit den Briten von > Devil Sold His Soul < kann es quasi kaum starten. Die unpassenden Lobhymnen des Kerrang!-Magazins („Grossbritanniens Antwort auf Tool“) lassen wir außen vor. Die Jungs um Sänger Edd Gibbs gehen schließlich einen Schritt weiter. Atmosphäre gibt es nicht im Sonderangebot, Stimmung erst recht nicht- > Devil Sold His Soul < haben da die naturgegebenen Fühler für. Wild überschlagen tut sich hier nichts, Polterabend fällt ebenso aus, Erfüllung von plumpen Klischees sowieso- von der „Darkness Prevails“- EP bis zur unglaublichen „A Fagile Hope“ von 2007 tönt alles durchdacht, reif und fertig und trotzdem nicht abgestanden. Sie fallen dermaßen positiv aus dem Rahmen, dass es schon wieder verdächtig ist. Zurück bleibt das Wissen von gut und böse, pro und contra und dass man kotzen könnte, sechs gelangweilte Armverschränker neben sich stehen zu haben.


Veröffentlicht in THE STAGE OF NO RETURN

Noch keine Kommentare »

Kommentieren? Kommentare-RSS TrackBack URI