Corvonism

BLOC PARTY: INTIMACY | November 18, 2008

BLOC PARTY: INTIMACY: COOPERATIV (UNIVERSAL): 2008

Schlüpfriger Quantensprung.

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bloc

Intimität. Da wehen einem unweigerlich Begriffe wie Liebkosen, Schmusen, Spüren und Berühren um die Hirnrinde, schauder-schauder. Dann noch der angedeutete Kuss des gewollt sinnigen Artworks, und der Bezug zum Kuschelrock des gehobenen Formats ist quasi schon hergestellt.

Dabei benehmen sich die Londoner von > Bloc Party < auf der Überraschungsveröffentlichung „Intimacy“ eher wie eine offene Hose. Was sich in der Vergangenheit bereits andeutete, ob durch das 2005er Remix-Album von „Silent Alarm“ oder diverse vertrackt-elektronische Elemente des Vorgängers „A Weekend In The City“, ist nun offiziell: Die Herren um Kele Okereke haben sich längst von der abflauenden UK-Rock-Welle abgesetzt um ihren eigenen Weg einzuschlagen.

Fernab der flachen Stadionheuler aus dem Hause „Kaiser Chiefs“ oder den gähnfördernden Auswürfen der „Kooks“ wird sich sich mit Scheibe Nummer 3 die individuelle Suppe gekocht, welche so nicht zu erwarten war.

Es wird nicht gestreichelt, es wird geleckt. Es wird nicht getänzelt, es wird gerockt. Und das alles mit dem Großstadtvibe, den die massive Ladung Elektronik eben frei gibt.

So stellt man sich ein Wochenende nach Mitternacht vor. Ordentlich was intus, mitten im Wuselkabinett der Clublandschaft. Es knallt, es fiebt, teilweise schon der tonale Overkill. Dazwischen Bläser, Break- und Downbeats, verzerrte Stimmlinien samt Choräle und letztlich doch kein Etikettenschwindel. Das sind „Bloc Party“, mit Schweiss und Edelparfume in einem. Der Urgedanke von Rock, eingebettet in eine auf Hochglanz polierte Kopfhörer-Produktion. The Opposite Of Low-Fidelity.

Vielleicht ist das tatsächlich die Alternative, mehr Indie als der aktuelle Soundcheck des „Musikexpress“ zusammen. Oberflächlichkeit klingt anders, also doch innig und unglaublich nah, wie Cover und Titel anpreisen. „We Dance To The Sound Of Sirens“? Gerne doch.


Veröffentlicht in ROTATION

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