OLAFUR ARNALDS: HAMBURG: ZEISE KINOS: 08.11.2008
Schöner schlafen.
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Was macht eigentlich ein gutes Konzert aus? Die Frage kann man aus dermaßen vielen Blickwinkeln betrachten und dem zu Folge beantworten, dass manchmal ein wirkliches Fazit aus bleiben muss.
Es ist Samstag Nacht. Als Ort des Geschehens steht das Zeise Kino in Altona auf dem Plan. Laut allen potentiellen Internetanbietern sind die Karten vergriffen, doch vor Ort zeigt sich dieses Bild keinesfalls. Etliche der roten Kinositze bleiben durchgehend unbesetzt. Verständlich einerseits, da Herr Arnalds sich, sagen wir mal so, in diesem Jahr livetechnisch nicht wirklich rar gemacht hat und 16 geforderte Euro eben gerne zweimal überdacht werden. Sei’s drum. Hamburgs Musikinteressenten sitzen mehr oder weniger fest in den Sesseln. Bis der Isländer mit 87er Jahrgang jedoch nach dem Stelldichein von > Finn < seine kleine Reise zur Mitternacht beginnen lässt, vergeht Zeit, Zeit und Zeit. Ayo Technology.
Warning-Schilder vor dem Eingang wären reinste Ironie gewesen, hatte der Lichtverantwortliche genau nichts zu tun, während der Sound auch eher leise sein Wesen trieb. Passt ja auch alles, schließlich hat man es hier laut Zeitungsbeschreibung mit „Gediegener Neo-Klassik“ zu tun. Nämlich die, welche den frisch gebügelten Anzug außen vor lässt und lieber mit Hemd und Turnschuhen die Menschen zwischen Festival und Indiefete ansprechen soll.
Da gibt es kaum Ansagen. Wenn, dann ruhig und mit Verweis auf die Schmerztabletteneinnahme zuvor und den Merchandisestand am Ausgang. Doch das sind Randnotizen, im Mittelpunkt stehen die immer wieder herrlichen Klangstücke der „Eulogy For Evolution“- Scheibe von 2007 und auch Songs der neuen „Variations Of Static“- EP. Streicherarrangements, welche weniger auf Dynamik als weitgreifende Melancholie setzen. Keyboardmelodien, die aufgeräumt und wohl dosiert ihren Raum erhalten. Hin und wieder elektronische Einwürfe und dazwischen: Rauschen. Herrlich. So angenehm, dass man möglicherweise vom Konzertgeschehen lediglich passiv noch etwas aufnimmt und erst durch abschließendes Klatschen in das Jetzt zurück gezogen wird. Verwerflich? Im Falle Olafur dann vielleicht doch ein gutes Zeichen.
Damn, bei mir hats wieder nicht dafür gereicht, aber ich kann mir jetzt vorstellen, wie es war.
Kommentar von bee. — November 10, 2008 @ 3:22