Na, wie läuft’ s denn so? – Ja, man schlägt sich so durch.
Falsch, nichts da. Jeder sucht sich insgeheim doch den Weg des einfachsten Widerstandes und umgeht Ärger, Peinlichkeiten und unangemessenes Aufsehen wie gut es eben geht. Dank kleiner Notlügen, mieser Tricks und verkappter Boshaftigkeiten geht es quer durch den Alltagssumpf. Oder vielleicht nicht? Hat man das weder nötig, noch persönlich drauf? Das sollen die folgenden zwölf Fragen aufdecken.

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01] Du liegst verpennt im Bett. Es klingelt an der Tür, dein/e beste/r Freund/in steht laut dem Spion genau vor diesem. Deine Laune auf Kommunikation und Aktivität liegt jedoch bei Null, was tust du?
A: Ich mache gequält auf, biete ihr/ihm an rein zukommen, mache jedoch gleich klar, dass weder viel zu erwarten ist, noch abrupte Freude durch die Wohnung schießt.
B: Ich schleiche zurück zum Bett, lege mich wieder hin und bin mir sicher, dass die Ausreden: „Habe das Klingeln gar nicht gehört!“, bzw. „War überhaupt nicht zu Hause“, später als glaubwürdig aufgenommen werden.
C: Ich reiße die Tür auf, mache der/dem sogenannten Freund/in klar, dass diese Art von Überraschungen niemanden etwas bringen und verschwinde mit dem Schall des Türknalls erneut in den Federn.
02] Zurück von der Arbeit, wird der Briefkasten geleert. Ein wilder Papierhaufen an undefinierbarem Werbemüll hat es sich sich in genau diesem bequem gemacht. Was tust du mit dem überflüssigen Papier?
A: Das geht natürlich alles mit in meine Wohnung und wird dort dann fachgerecht nach Papier- und Kunststoffmüll getrennt.
B: Was soll ich damit? Raus nehmen und dem eh dauerhaft miesepetrigen Nachbarn in den Postschlitz stecken.
C: Mir fällt der bereits beginnende Papierstapel in der Ecke auf. Dort kann der Kram doch gerne gesammelt werden, ich muss weiter.
03] Freitag Abend, das nette Restaurant um die Ecke. Eine wahrlich attraktive Bedienung verrechnet sich beim Abkassieren mehrstellig zu deinen Gunsten, und nun?
A: Ich werfe den coolsten Blick der Stadt auf und gleichzeitig die Kohle in mein Portmonee. Gut, dabei denke ich noch: „So eine hübsche Visage und nichts dahinter.“ Jetzt raus hier, bevor das auffliegt.
B: Ich lasse sie/ihn erstmal wieder Richtung Tresen wandeln, schreibe dann meine E-Mail-Adresse plus Handynummer auf die Rechnung inklusive dem Zusatz: „Die 25 Euro über bekommst du dann morgen Abend im Zwiegespräch zurück.“.
C: Ich bin irritiert und gebe das falsch ausgegebene Geld wieder an sie/ihn zurück. Alles andere wäre auch unfair, muss es letztlich wohl aus eigener Tasche finanzieren, oh nein.
04] Du hast deinen wohlverdienten freien Tag unter der Woche. Jedoch hast du nichts vor und relaxt zwischen Küche und Stube. Dann siehst du einen Anruf deines Chefs/deiner Chefin auf dem Handydisplay. Was wird getan?
A: Was wollen die denn bitte? Frei ist frei. Wenn die nochmal durchtröten, schalte ich es aus und spätestens dann ab.
B: Au weia, die rufen doch nicht grundlos durch. Sofort ran!
C: Ich überlege, was ich vielleicht am letzten Arbeitstag vergessen haben könnte bzw. ob ich mich mit dem freien Tag im Datum irrte. 5 Minuten später rufe ich zurück.
05] In deinem Haushalt lebt ein sehr milchbedürftiger Mitbewohner. Einer, welcher ohne seine Dosis Laktose pro Tag nicht überlegen kann bzw. will. Er bittet dich, vom Einkauf ein paar Tetra Paks mitzubringen. Du vergisst es, dir fällt es jedoch direkt vor der Wohnungstür wieder ein. Wie wird denn nun verfahren?
A: Milchsucht? Ach was, das ist sein/ihr persönliches Problem. Ich gehe nicht nochmal los, Basta. Ich sage einfach, weder genug Geld, noch meine EC-Karte am Mann gehabt zu haben. Wenn ich Lust habe, stimme ich noch „ No Milk Today“ sarkastisch an.
B: Ich versuche die hektische Szenerie zu fahren. Laufe genervt und sichtlich überspannt durch die Bude, damit die Frage, wo bitte die Milch geblieben ist, gar nicht erst gestellt werden möchte.
C: Ich stelle den Einkauf in die Küche und rufe rein, nochmal schnell los zu flitzen. Bis gleich!
06] Du hast eine Internetbekanntschaft, mit der seit Wochen ein reger Schreibaustausch läuft. Das Blind-Date steht an. Es läuft alles grundsätzlich beschwerdefrei, dennoch ist die Realität von den gut ausgeleuchteten Bildern der Netz- Fotogallerie meilenweit entfernt. Bei dir knistert rein gar nix. Sie/Er scheint dies aber nicht zu sehen bzw. sehen zu wollen, was jetzt?
A: Ich rufe von der Toilette eine/n gute/n Freund/in an und bitte sie/ihn, mittels eines gestellten Notrufs 10 Minuten später das Treffen ohne jede potentielle Peinlichkeit abzuwürgen.
B: Ich warte den richtigen Moment ab und verlasse die Bar. In der Nacht werde ich wohl noch eine „Sorry“- Mail senden.
C: Ich stelle klar, dass die anderen um uns herum sich gerne nah kommen dürfen, wir das jedoch lassen sollten. Man muss sich schließlich erstmal kennen lernen…
07] Es ist November, du hast vor, deine Wohnung neu zu streichen. Der zugehörige Farbeimer ist bereits eingekauft. Beim abendlichen Ausladen des 10 Liter-Eimers stürzt dir der Eimer zu Boden und die Hälfte der weißen Suppe fließt quer über den Parkplatz. Oh, und jetzt?
A: Einmal rasch der Rundumblick? Keiner hat’ s gesehen? Dann den Eimer hinter den Baum und schnellstmöglich die Parkfläche verlassen.
B: Das ist ja wohl ein Fauxpas, den ich selbst gar nicht beheben kann. Ich rufe den Hausmeister an und berichte von einer Farblache, die wohl soeben von jemanden verursacht wurde. Soll er mal machen.
C: Ich flitze schnell in den Keller und packe soviel gelagerte Pappe unter den Arm, wie möglich. Dann flott den Tatort bedecken und den halb leeren Eimer mitnehmen. Das mit dem Streichen passt momentan zeitlich sowieso weniger.
08] Du bist bei Freunden eingeladen. Seit langem sitzt man wieder einmal komplett zusammen, das unausgesprochene Ziel ist kollektives Lichterausschießen. Die gesellige Runde wird dank Wodka, Tequila und weiteren hochprozentigen Fahrlässigkeiten feucht-fröhlich. Die Gespräche werden flacher, die Sätze knapper, doch die Gläseranzahl pro Minute dichter. Dein Pegel ist erreicht, doch all deine Freunde sind weiter fleißig am Kippen. Wie verfährst du weiter?
A: Sollen sie saufen. Ich lasse mir dann Wasser reichen. Manchen dämlichen Spruch von den billigen Plätzen nehme ich gelassen hin. Die Badegarnitur vor Ort ist einfach zu edel zum Bespucken.
B: Ich mache nicht den Spielverderber. Weiter geht es. So jung kommen wir… rülps!
C: Wenn ich nicht sofort stoppe, passiert ein peinliches Missgeschick. Das wollen wir uns doch alle ersparen, also schütte ich meine folgenden Kurze unauffällig gen Stuhlnachbars Glas bzw. Vase in Reichweite.
09] Du fliegst in den Urlaub und hast noch Unmengen an Wäsche in die Maschine zu werfen, außerdem ist eine finale Runde der voll geladenen Spülmaschine vor Abflug von Nöten. Es ist jedoch Sonntag kurz nach Mitternacht. Nachdem eine halbe Stunde lang die Technik ordentlich in Wallung kam, klopft es von unten massivst gegen die Decke. Und jetzt?
A: Na bitte, wer wird denn so kleinlich sein? Ist ja wohl ein Notfall und passiert nicht ständig. Eigentlich habe ich nichts gehört. Noch 30 Minuten und der Wackel-Spuk hat ein Ende. Klopft der nochmal, komme ich runter.
B: Ich wusste, es ist eine dämliche Idee. Der Rest will schließlich schlafen. Aus mit dem Lärm. Kann man nicht ändern.
C: Okay, es ist tatsächlich nicht gerade leise. Ich schalte aus und in einer halben Stunde wieder an. Spätestens dann werden die von unten sicher im Tiefschlaf angekommen sein.
10] Deine Lieblingsband ist in der Stadt. Das Problem: Der Gig war binnen kürzester Zeit ausverkauft und du warst zu spät. Trotzdem flitzt du am Abend vor die Location, in der Hoffnung auf einen Last Minute- Verkäufer am Eingang. Ein weiterer Fan läuft an dir vorbei und verliert sein Ticket, bemerkt es jedoch nicht. Wie reagierst du?
A: Als Fan passt man wohl besser auf sein Ticket auf. Drei-Zwei-Eins. Sorry, Kolleg/e/in, ab sofort: Meins!
B: Was soll ich machen? Er/sie wird es jeden Moment merken und ich bin dann hier der Dieb. Also gebe ich ihm/ihr die Karte und frage, ob er/sie mir vielleicht irgendwie noch helfen kann.
C: Ich stecke sie ein. Mein schlechtes Gewissen kann ich jedoch nicht wirklich verstecken. Spätestens, wenn ich direkt angesprochen werde, rücke ich sie wieder raus.
11] Dir gegenüber wohnt eine ältere Dame, welche zufälligerweise immer zur selben Zeit das Haus verlässt wie du. Die Gute ist jedoch täglich sichtlich gehandicapt. Sie schleppt ihren Rollator mit Mühe die Treppen abwärts, du bist meist etwas knapp dran. Was nun?
A: Passt ja eigentlich ganz gut. Ich werde ihr in Zukunft einfach kurz helfen, um mit dem Gefühl einer guten Tat in den Tag zu starten.
B: Die Frau hat ja Zeit. Das habe ich leider nicht. Im Notfall wird sich bestimmt jemand finden, der da mal mit anpackt. Reicht sicher auch, wenn ich ihr „Guten Morgen“ wünsche, oder?
C: Bevor das ihr oder jemandem der Nachbarn auffällt, gehe ich ab demnächst wohl besser 10 Minuten früher außer Haus. Unvorhergesehenes kann ich in meinen morgendlichen Ablauf echt nicht rein packen.
12] Du bist neu in einer Beziehung. Dein/e Partner/in ist eingeweiht, dass unregelmäßig jedoch die guten alten Männer/Frauenabende stattfinden. Ohne Anhang, versteht sich. Was jedoch nicht auf den Tisch kam, war die Tatsache, dass eben nicht nur Freunde/innen anwesend sind, außerdem auch dein/e Ex. Wie verhälst du dich auf Dauer?
A: Ich werde das sicher mal aufdecken. Vorerst lasse ich das aber besser unterm Tisch, gibt nur unnütze Fragen und Sorgenfalten.
B: Sie/er muss das ja eigentlich gar nicht erfahren. Das ist ein Teil meiner Freizeit, der letztlich an unserer Beziehung ja nichts ändert oder hindert.
C: Das ist schon Belügen, was ich da mache. Genau deswegen, werde ich es sofort klar stellen oder vielleicht meine/n Ex bitten, da bitte nicht anwesend zu sein. Oder ich gehe einfach gar nicht mehr hin.
Ergebnis:
Lösung durch Addieren der jeweils zutreffenden Buchstaben und den zugehörigen Zahlen!
| Frage | I | II | III | IV | V | VI | VII | VIII | IX | X | XI | XII |
| A | 1 | 1 | 3 | 3 | 2 | 3 | 3 | 1 | 2 | 3 | 1 | 3 |
| B | 3 | 3 | 2 | 1 | 3 | 2 | 1 | 2 | 1 | 1 | 2 | 2 |
| C | 2 | 2 | 1 | 2 | 1 | 1 | 2 | 3 | 3 | 2 | 3 | 1 |
12-21 Punkte: Liebling der Massen
Fuck Everybody’s Darling! Es ist ja allerliebst, dass du nicht nur die 10 Gebote tief verankert hast, sondern zusätzlich die Reihe allgemein gültiger Normen, Etikette und Werte stets griffbereit in der Tasche. Das ist so herrlich selbstreflektiert, vorausschauend, ehrlich und kameradschaftlich, was du dir da Tag für Tag auf die Fahnen schreibst. Du hast eines jedoch übersehen: All deine Nächstenliebe ist jederzeit zum Abschuss bereit. Du bist Freiwild, mit dir kann man es ja machen. Nach dem Schulterklopfen kommt hinter deinem Rücken das Gelächter und Gegähne. Aus dem süßen Winken wird heimlich ein derber Mittelfinger. Willst du das wirklich? Ist da die große Enttäuschung und der böse Fall Richtung gesellschaftlicher Realität nicht doch zu gefährlich? …
22-29 Punkte: Treulose Tomate
Du bist ja böse und so gemein. Zieh dir ein Black Metal- Shirt an, sage laut was dir nicht passt, lüge wie eine offene Hose und mache Fehler so, dass jeder Bescheid weiß. Tomaten sind grundsätzlich rot-> Signalfarbe. Aber das macht dich auch gleich so offensichtlich verdächtig. Und entschuldige, du bist nicht clever bei deinen Vorgehensweisen. Du wirkst nicht dreist oder abgebrüht, sondern meist plump und dumm. Du bist mehr Bär statt Fuchs. Wenn du schon allen überflüssigen Tätigkeiten, Fragen und Situationen aus dem Weg gehen möchtest, musst du auf leisen Sohlen unterwegs sein, und immer einen Schritt voraus.
30-36 Punkte: Streicheltier von morgen
Dein Ruf ist nicht der schlechteste. Es gibt nicht viel zu rütteln, bist du doch das Fleisch gewordene Abziehbild des verkappten Intriganten. Ist irgendwas im Busch, bist du schon längst auf und davon und hast die Aufmerksamkeit fernab von dir geworfen. Keiner kann dir wirklich was anhaben, bist du doch stets zu kalkuliert im Auftreten und einen Schritt weiter als der Mob. Der Heel des Alltags, auch gut. Das Tragische jedoch: All die Lügner und miesen Spalter werden eines Tages Opfer ihres eigenen Handels. Und was resultiert daraus? Die Hinkehr zu den konventionellen Wertesystemen. Heute noch der, welcher bei Pannen der anderen am lautesten lacht und seine eigenen Intermezzi gut vertuschen kann. Morgen schon der reumütige Dackelblickträger mit der Freude an der lieblichen Veränderung. Sei standfest!
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Outet euch direkt hier und sofort. Fuchsalarm?
Man wird doch nur belogen. Man wird sogar mächtig betrogen, nicht nur im kleinen Rahmen.
„Laß dich nicht verarschen“ lautete ein schmissiger Werbeslogan, wir wollen trotzdem nicht hören. Vom großen Klimawandel ist spätestens seit der Jahrtausendwende mehr als unüberhörbar die Rede. Von Sommern, die bösartige Tumore direkt Richtung Mensch ziehen lassen. Von Wintern, die jede erdenkliche Härte und frostige Durchschlagskraft vermissen lassen. Plötzlichen klimatischen Einbrüchen wird dank uns Menschheit angeblich schon vorgesorgt. Der Tod kommt schleichend.
Mitte November 2008. Von wegen, der gefühlte Mord übermannt einen vorwarnungsfrei. Ob Landeshauptstadt Berlin oder die Hamburger Altstadt. Alle panikorientierten Gedanken über den jährlichen Temperaturanstieg werden auf den Betonboden geworfen, welcher einem gerade das Beinwerk wegziehen möchte. Sind sie noch dran? Sind das wirklich vier Schichten? Ist das Deutschland? Nun gut, statt sich dämliche Fragen zu stellen, wird man eher von einer abrupten Wut über persönliche Kosteneinsparungen in Bezug auf Schal, Handschuhe und doppelter Sockenfraktion erfasst. Noch schneller jedoch vom inneren Drang der Flucht, der Sehnsucht nach Nestwärme oder anzüglich hochprozentigem Alkohol. Nackt auf den nächstbesten Kamin bzw. umringt von einem frisch aufgekochten Wärmeflaschenmantel. Todesnähe bringt kurzfristig geniehafte Gedankenzüge. Am besten zwischen Oktober und April nicht mehr außer Haus gehen? Fehlalarm, ist auch kein garant für Dauerwärme. Defekte Rohre und lahm gelegte Warmwasserverbindungen sind keine Seltenheit. Verlasst euch auch nicht auf Freunde oder Familie. Sind sie generell gebefreudig, ziehen sie im Winter alle Sparregister. Irgendwo muss man angeblich ja ansetzen.
Wir sind zurück auf der leicht schneebedeckten Straße mit dem Zug von allen Himmelsrichtungen und der Kälte mit ohne angezogener Bremse. Klimakatastrophe geht alle an, an dem Abend ist man selbst Teil des Gegenteils. Gute Nacht, ich muss weg, mein Schwein pfeift.
Nicht nur die Männerrunde ist zufrieden.
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AS IN REBEKKAMARIA: HAMBURG: KNUST: 21.11.2008

Während sich Hamburg faul und vom plötzlichen Wintereinbruch wie gelähmt in den eigenen vier Wänden verscharrt, in den einschlägigen Bars und kneipentechnischen Zwischenstopps vor- und gleichzeitig nachglüht bzw. den allseits geliebten Dom zur Freizeitstätte degradiert, passieren seltsame Dinge im Knust.
Auf eine Leinwand projezierte Hasen, Füchse, Katzen und Teddys wackeln und galoppieren durch das Bild. Männer mit Indianerschmuck oder Fahrradschlössern als Halskette haben die Bühne geentert. Zwei Damen geben in knapp aber wirksam einstudierten Tanzsalven mit Laserlichtern oder Drumsticks den Hauch Glamour in die heiligen Hallen. Die Bühnendeko zeigt weiße Tücher und wieder Tiermotive aus Karton. Knapp 27 Menschen stehen davor, was mal wieder beweisst: Die Hansestadt hat entweder nur bedingt Musikkenntnisse oder agiert bewusst ignorant.
Indie-Dance wird der Spaß, den > As In Rebbekkamaria < verzapfen, wohl inoffiziell genannt. Fraglich, warum die Hütte nicht zum Bersten gefüllt ist, hapert es doch nie an tanzfreudigen Cocktailmädels in engsitzenden Strumpfhosen und Jungs, die genau das beobachten möchten. Tja, einen flächendeckenden Clubhit hat das Debütalbum „Queen Of France“ eben nicht abgeworfen und MTV hat von der Bande leider auch noch keine Notiz genommen. Schade.
Dafür wird on Stage auch für die kleine Discoclique alles gegeben. Besonders Dreh- und Angelpunkt Rebecka Maria Wallgren scheint neue Maßstäbe in Sachen Mimik, Gestik und offensiver Ausdrucksstärke setzen zu wollen. Sie ist ein Profi, unumstritten. Könnten Songs wie „Army Of Foxy“ oder „Alabee“ fälschlicherweise voreilig als schräge Viva-Club-Rotation-Eskapaden ihren Stempel erhalten, wird besonders live deutlich, dass es beim Lampshade-Nebenprojekt nicht um den ausladenden Trashfaktor geht. Vielmehr handelt es sich um relativ klassisch konstruierte Popsongs, welche dank Rebeckas eigenwilligem Stimmorgan (alter Vorwurf: Björks kleine Schwester) und dem elektronisch hochgetuneden Vorbau fernab von skandinavischen Unmutssoundtracks, eher dem aufgeschlossenem Melt!-Publikum in den Schoß fallen sollten. Getänzelt wird im ehemaligen Schlachthof auch ausgiebig, genügend Platz ist ja vorhanden. Spätestens als Rebecka zum Abschluss freudig Bier an die überschaubare Runde verteilt, wird wieder mal klar, dass Masse oft nicht alles ist und das „Danish Arts Council“ diese Truppe nicht grundlos supportet.

Mitmenschen sind und bleiben die besten Opfer für inoffizielle Feldforschungen des alltäglichen Miteinanders.
3 neue Beweise für ER + SIE- Unrühmlichkeiten:
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Er läuft allein und mit hängendem Kopf dem Ausgang der Partylocation entgegen. Eine Sie tippt ihn von hinten an.
SIE: Hey, wer bist du denn?
ER: (Brummbrumm).
SIE : Und was arbeitest du? (ein weiterer junger Mann aka Typ kommt dazu)
TYP: Nina, hööööy! (Nina wendet sich abrupt ab, Er schaut noch zwei mal verloren zum neuen Gesprächsduo, verlässt dann die Szene, Nina bemerkt nichts davon)
FAZIT: Traurig, aber wahr.
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Er gröhlt Sie im Partygewühle an.
ER: Na, wo willst du denn hin?
SIE: Äh, ich bin dann mal weg.
ER: Da komm ich dann auch mal hin. (Sie verschwindet schnell, eine andere Sie streift ihn)
ER: Na, wo willst du denn hin?
FAZIT: Plump, panne und doch sicher nicht ganz hoffungsfrei, ob mit oder ohne Alkohol im Blutkreislauf.
//
Er schaut Sie an.
ER: Dich kenn ich doch!
SIE : Neee, das will ich nicht.
FAZIT: Nonsens.
//
to be continued…
BLOC PARTY: INTIMACY: COOPERATIV (UNIVERSAL): 2008
Schlüpfriger Quantensprung.
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Intimität. Da wehen einem unweigerlich Begriffe wie Liebkosen, Schmusen, Spüren und Berühren um die Hirnrinde, schauder-schauder. Dann noch der angedeutete Kuss des gewollt sinnigen Artworks, und der Bezug zum Kuschelrock des gehobenen Formats ist quasi schon hergestellt.
Dabei benehmen sich die Londoner von > Bloc Party < auf der Überraschungsveröffentlichung „Intimacy“ eher wie eine offene Hose. Was sich in der Vergangenheit bereits andeutete, ob durch das 2005er Remix-Album von „Silent Alarm“ oder diverse vertrackt-elektronische Elemente des Vorgängers „A Weekend In The City“, ist nun offiziell: Die Herren um Kele Okereke haben sich längst von der abflauenden UK-Rock-Welle abgesetzt um ihren eigenen Weg einzuschlagen.
Fernab der flachen Stadionheuler aus dem Hause „Kaiser Chiefs“ oder den gähnfördernden Auswürfen der „Kooks“ wird sich sich mit Scheibe Nummer 3 die individuelle Suppe gekocht, welche so nicht zu erwarten war.
Es wird nicht gestreichelt, es wird geleckt. Es wird nicht getänzelt, es wird gerockt. Und das alles mit dem Großstadtvibe, den die massive Ladung Elektronik eben frei gibt.
So stellt man sich ein Wochenende nach Mitternacht vor. Ordentlich was intus, mitten im Wuselkabinett der Clublandschaft. Es knallt, es fiebt, teilweise schon der tonale Overkill. Dazwischen Bläser, Break- und Downbeats, verzerrte Stimmlinien samt Choräle und letztlich doch kein Etikettenschwindel. Das sind „Bloc Party“, mit Schweiss und Edelparfume in einem. Der Urgedanke von Rock, eingebettet in eine auf Hochglanz polierte Kopfhörer-Produktion. The Opposite Of Low-Fidelity.
Vielleicht ist das tatsächlich die Alternative, mehr Indie als der aktuelle Soundcheck des „Musikexpress“ zusammen. Oberflächlichkeit klingt anders, also doch innig und unglaublich nah, wie Cover und Titel anpreisen. „We Dance To The Sound Of Sirens“? Gerne doch.

Hände hoch, Partyalarm! Duftkerze aus, Licht in der Cocktailbar an!
Man drehe 52 Wochen, 176 Beiträge, 61 Kommentare, 6.274 Direktaufrufe und gefühlte 666 Stunden Blut featuring Schweiss und verschobene Hirnmasse zurück, und man ist wieder am 15.11.2007, dem Tag der corvonistischen Offenbarung.
Als orientierungsloses Stück WordPress.com gestartet, hat sich die Seite zu mehr entwickelt als einem Urlaubsblog oder dem Ort für private Ungereimtheiten.
Corvonism hat sich einmal quer geschlängelt, inzwischen sein Profil erhalten und unbestimmte Marschroute gefunden.Der klebrig ziehende bis bitter nachhängende Cocktail aus dem alltäglichen Tralala. Corvonism versucht sich nicht an hochpolitischen bis heikel-provokanten Themen, sondern greift nach den nah hängenden Äpfeln.
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Corvonism greift Trends auf, sieht den Siegerpodest vor der Verleihung und die liegende Banane vor dem Sturz. Das Beste: Ihr dürft alle daran teilhaben. [Kategorie: In / Out]
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Corvonism wühlt und stöbert in den Untiefen des Alltags. Ob die Auszubildende vom Eckbäcker, der wilde Rüpel des Jugendzentrums oder die junge Mutti aus der Vorstadt. Sie alle sind ein Teil des corvonistischen Kollektivs. Jeder gehört dazu, jeder darf rein, und bitte ohne vorher Schuhe auziehen. Hier findet sich wieder, wer will und kann. Sowohl gefährlich-ehrliches Fragengut und aberwitzige Spielereien, als auch tief schürfende Vorausschauungen gen eintretende Gegenwart oder eben Rückblicke in unser Gestern, Corvonism hüllt auf und deckt parallel ab – Wahnsinn! [Kategorien: Daily Drive / Questions Of Horror / Unknownym 13 / Futurism / GVDNV / Gameover ]
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Bei Corvonism spielt Musik stets vordere Geige. Neuveröffentlichungen aus der Wühlkiste aktueller Popmusik oder Querverweisen zu, massentechnisch gesehen, Werkstücken des alternativen Untergeschosses. Grundsätzlich geht, was sich dreht. [Kategorie: Rotation]
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Corvonism scheut sich außerdem keinesfalls, direkt am Ort des livehaftigen Geschehens zu sein. Ganz im Gegenteil, immer mitten rein. Ob durch die tropfende Meute gedrängelt oder zwischen 12 zahlende Mitmenschen gestellt. Post- Lobhudelein treffen auf latentes Kopfschütteln, meist zeitnah für euch einlesbar.[Kategorie: Stage Of No Return]
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Hier eine Reihe an lieblichen Worten und verkappten Zungenbissen des Corversum:

CORVONISM in 3 Worte zusammengefasst:
_Yippie Yippie Yeah!
_So wie du! (Leben/Musik/Schabernack)
_ Neu. Interessant. Danke.
_ Smart über’ m Standard.
_ Ja, mach mal!
_ ids little world
_Abgehoben, subtile Popkultur, lässig.
_cor vo nism
Was hat dir CORVONISM gelehrt bzw. wo dir weiter geholfen/deinen Alltag erleichtert?
_Erschwert, wenn dann! Ansonsten: Stay trendy!
_Lehre/Hilfe/Erleichterung verbinde ich dann doch eher weniger mit deiner Seite…:-)Eher könnte man von >amusement< sprechen—doch, ich fühlte mich zeitweise seeehr gut unterhalten.
_In-und-Out-Liste.
_Glaube niemals blind einem Web-Blogger.
_Man kann hier prima seine Freizeit verballern.
_Halte mich strikt an die In/Out-Liste, ecke damit jedoch sehr häufig an.
_Mit einem Klick wird der Laboralltag zur corvonistischen Großpause.
_Ich bin jetzt schwanger, schön Dank auch!
_“Steck dir nicht alles in den Mund” (hat mir Mutti nie gesagt)
Dein Lieblingsbeitrag von CORVONISM?
_Ö stinkt.
_Immer der aktuelle.
_Witboy/Foto-Love-Story/GAG/ M. aus D.>unknownym 13
_ATTENTATION AT THE SPRECHANLAGE!
_A Nightdancers Lament
_Unknownym 13 Fall 2 (surprise, surprise)… fällt mir da spontan ein, ohne weiter drüber nachzudenken.
Deine Lieblingsrubrik von CORVONISM?
_In / Out & Futurism
_Eigentlich alles…. ist das ne verwertbare Aussage?
_In/Out.
_Unknownym 13, Gvdnv (war nach 3. zu erwarten…)
_Reviews
_IN/OUT (sowohl die “Fälle”, als auch die in/out- Standpunkte, köstlich!)
_Unknownym 13, In and Out
_Fragen Fragen Fragen

Was dir an CORVONISM übel aufstösst bzw. dich schon immer störte?
_Dass CORVONISM nicht auf isländisch erhältlich ist.
_Finger weg von Psychologie!!!:) An Urheberrechte denken…
_Dass ich mir bisher leider nie wirklich Zeit genommen habe…
_Dieser omnipräsente Druck!
_Bitte nicht so schwammige Horoskope! Und bei der Waage speziell mal mehr die Liebesschiene fahren… Venus bestimmt doch hier schließlich mind. die Hälfte des Waagedaseins.
_Dass du offensichtlich deine vollen Schränke nicht leer bekommst!
_Schleichwerbung
_Die Kommasetzung!
Deine Glückwünsche, Grüße und Lobesworte:
_52 Wochen sind wie 3 Tage Bart wachsen lassen! Glückwunsch.
_Danke Id.
_Herzlichen Glückwunsch, eine Seite zu betreiben, die neben Freizeit auch Ego frisst
_Corvonism 4 president!
_Awesome, fuckin’ awsesome, keep it going on!!!
_Gute Sache, weiter so.
_Hoffentlich ist dein Einjähriger nicht beleidigt, wenn der Frischling TK-BS immer mehr an Priorität gewinnt!
_Ich hab mich bisher echt noch nicht so mit dem Corvonism auseinandergesetzt!!! Aber Happy Birthday trotzdem!!
Die orginellsten Suchbegriffe, die zu Corvonism leiteten:
_Stinkmorchelzugehörigkeit
_Giftige Haarfarben
_Schwanger pissen
_Gil Ofarim nackt in der Bravo
_Der Säufer und der Hurenbock
_Menschenfleisch muss gepeinigt werden
_Junggesellenabschied + Lackanzug
_Sexi Partyoutfit
_Offener Bauch / Angst vor Bauchgeräuschen
_Grossmutter wichst Videoclips
_Blick ins Dekoltee
_Bürgerlicher Name von Webcam Julia
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Corvonism trotzt allen Neidern oder übertriebenen Verehrern und hängt eine weitere Staffel des regelmäßigen Netz-Beschmutzens dran. Ihr denkt, ihr hättet alles gelesen? Weit gefehlt, war das doch erst Kapitel Eins. Corvonism wird sich weder verbiegen, noch den üblichen bis üblen Gepflogenheiten anpassen.
[www.corvonism.wordpress.com] bleibt der gut geölte bis zart gestählte Notnagel eures Alltags. Also, weitersagen, gegebenenfalls nachfragen und auch in harten Zeiten nicht verzagen.
Ein verkapptes Dankeschön für Inspiration, Meditation und geistige Organisation geht an:
CS, SH, SG, KL, DS, BB, MS und dem unausgesprochenem Rest.
Kakao für alle.
In Love, CL. //
Als Zusatz, das Gewinnspiel zum Fest:
Wie nennt sich die immer mehr in die Breite gehende Community des heute gefeierten Webverbrechens?
A] Lieblingsempire
B] Corversum
C] Highschool
Die richtige Antwort plus Anschrift bis zur nächsten Trockenperiode unter: krilugz@hotmail.com einreichen und mit Glück und guten Referenzen gibt es eine gewagte Wundertüte direkt ins Postfach. Der Rechtsweg ist wohl ausgeschlossen.
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Irgendwo in der dunkelsten Schulhofecke, im Keller, hinter dem Spielplatz oder direkt im Wald passiert es. Man ist zwischen 10 und 15 Jahre jung und schon hormonbedingt experimentierfreudig. Der große Bruder vom besten Freund oder das toughe Mädel aus dem Nachbareingang stehen plötzlich vor einem, mit einer geöffneten Zigarettenschachtel. Der Onkel hat seinen Tabak auf der Terrasse liegen lassen oder der neue Schwarm zieht samt Gang mit rauchendem Stängel an einem vorüber.
Was tun?
Dem versüfften Elternhaus aus Prinzip wider handeln und dem Dampf keine Chance geben, den auf Vernunft und Vorbildcharakter erbauten Bild der Erzeuger Paroli bieten und sich der Neugier hingeben oder den Lachern der coolen Klassenmeute aus dem Weg gehen und gruppenzwangtechnisch den erwarteten Versuch starten.
Denn sie wissen nicht, was sie tun.
Zu dem historischen Ereignis des ersten Zigarettenzugs gehört natürlich neben verstecktem Herzklopfen die obligatorische Anleitung des richtigen Inhalierens eines Großen oder bereits Eingeweihten.
Ey, du machst doch Backe! – Verkackt!
Hektisches Husten ist zu unterlassen, Würgen sowieso und auch abwehrendes Händefächern wirkt in der Runde eher unpassend. Die Frage nach dem tatsächlichen Geschmack bleibt auch besser unbeantwortet. Hat man die erste geschafft, bleibt man zurück mit dem Gefühl, dazu zu gehören, insgeheim seine Erziehungsberechtigten enttäuscht zu haben oder eh vom vertrauensunwürdigen Klassenclown verpetzt zu werden.
Mit dem Beginn regelmäßiger Rauchaktivitäten beginnt zusätzlich der Erstkontakt mit einem halben Doppelleben. Kleine Lügen, Deo am Hals plus Pfeffi im Mund als Last-Minute-Rettung und immer mit der Gewissheit, von irgendwem gesehen werden zu können, da blüht Spannung auf. Bis der Tag kommt und Mutti entsetzt am Küchentisch sitzt, während Vati bittet, vor der Familie die gesamte Schachtel leer zu rauchen.
Da werden die Kinder wieder ganz klein: Flennen, Dackelblicke, Flehen nach dem baldigen Ende des Fernseharrests und dieser unangenehmen Familienstimmung.
Ich mach’s nie wieder! Und geschmeckt hat das nie, ehrlich!
Meist entscheidet die Ersterfahrung den potentiellen Verlauf der Raucherkarriere, ist klar. Und alle, die mit 18+ der Marlboro-Community beipflichten, sollten darüber den Mantel des Schweigens hüllen.
OLAFUR ARNALDS: HAMBURG: ZEISE KINOS: 08.11.2008
Schöner schlafen.
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Was macht eigentlich ein gutes Konzert aus? Die Frage kann man aus dermaßen vielen Blickwinkeln betrachten und dem zu Folge beantworten, dass manchmal ein wirkliches Fazit aus bleiben muss.
Es ist Samstag Nacht. Als Ort des Geschehens steht das Zeise Kino in Altona auf dem Plan. Laut allen potentiellen Internetanbietern sind die Karten vergriffen, doch vor Ort zeigt sich dieses Bild keinesfalls. Etliche der roten Kinositze bleiben durchgehend unbesetzt. Verständlich einerseits, da Herr Arnalds sich, sagen wir mal so, in diesem Jahr livetechnisch nicht wirklich rar gemacht hat und 16 geforderte Euro eben gerne zweimal überdacht werden. Sei’s drum. Hamburgs Musikinteressenten sitzen mehr oder weniger fest in den Sesseln. Bis der Isländer mit 87er Jahrgang jedoch nach dem Stelldichein von > Finn < seine kleine Reise zur Mitternacht beginnen lässt, vergeht Zeit, Zeit und Zeit. Ayo Technology.
Warning-Schilder vor dem Eingang wären reinste Ironie gewesen, hatte der Lichtverantwortliche genau nichts zu tun, während der Sound auch eher leise sein Wesen trieb. Passt ja auch alles, schließlich hat man es hier laut Zeitungsbeschreibung mit „Gediegener Neo-Klassik“ zu tun. Nämlich die, welche den frisch gebügelten Anzug außen vor lässt und lieber mit Hemd und Turnschuhen die Menschen zwischen Festival und Indiefete ansprechen soll.
Da gibt es kaum Ansagen. Wenn, dann ruhig und mit Verweis auf die Schmerztabletteneinnahme zuvor und den Merchandisestand am Ausgang. Doch das sind Randnotizen, im Mittelpunkt stehen die immer wieder herrlichen Klangstücke der „Eulogy For Evolution“- Scheibe von 2007 und auch Songs der neuen „Variations Of Static“- EP. Streicherarrangements, welche weniger auf Dynamik als weitgreifende Melancholie setzen. Keyboardmelodien, die aufgeräumt und wohl dosiert ihren Raum erhalten. Hin und wieder elektronische Einwürfe und dazwischen: Rauschen. Herrlich. So angenehm, dass man möglicherweise vom Konzertgeschehen lediglich passiv noch etwas aufnimmt und erst durch abschließendes Klatschen in das Jetzt zurück gezogen wird. Verwerflich? Im Falle Olafur dann vielleicht doch ein gutes Zeichen.

Mindestens einmal im Jahr vergisst MTV alle Sparmaßnahmen und feiert sich und seine Stars seit 1994 kompromisslos ohne Punkt und Komma, wenn nämlich eine weitere Ausgabe der Europe Music Awards, dem europäischen Pendant zu den Video Music Awards, über die gut ausgeleuchtete Bühne geht. Klotzen, Kleckern und den glitzernden Schein zelebrieren als gäbe es kein Morgen. Austragungsort am 06.11.2008 war die Echo Arena in Liverpool, England.
Nachdem von Tom Jones über Ronan Keating bis zu Xzibit oder Justin Timberlake schon eine bunte Riege der Musiklandschaft als Gastgeber durch den Abend führen durfte, war es diesmal an Katy Perry, den unterhaltsamen Host zu mimen.

Die ließ es sich nicht nehmen, die hippe Gala direkt mit einer Kurzfassung ihres Sommerhits „I Kissed A Girl“ einzuleiten, auf einem übergroßen Lipstick im Footballtrikot. Sie entschuldigt sich schon im Voraus für etwaige Versprecher und dank ihrer herrlich inszenierten Moderation, welche dennoch locker und frisch rüber kommt, wird klar, dass sie Ex-Host Christina Aguilera schon mal mit Leichtigkeit übertrumpft. Ein keckes Früchtchen, die Kleine. Egal, ob auf ebenfalls überdimensionalen Kirschen, Bananen oder aus einem angefressenem Apfel lugend.
Kategorien wie „Best Song“ oder „Best Group“ waren gestern.. Die könnten jedoch altbacken wirken, also nannte sich der erste Preis schon mal „Most Addictive Track“. Was beim MTV-Publikum Suchtfaktor garantiert, servierten uns die Sugababes, die anscheinend ewig durchhaltende Girlgroup Englands, im Top 3-Modus. „So What“ von Pink räumte hierbei ab. Abschreckend wirkt jedoch der zu eng geratene blaue Rock des Rockchics aus Pennsylvania. Den hatte sie später bei der Performance des internationalen Nummer 1- Schmeißers durch die Meute mit finaler Kissenschlacht Gott sei Dank ausgetauscht.
Jared Leto hatte in seiner VIP-Couchecke neben seinen 30 Seconds To Mars-Kollegen abwechselnd MTV-Gesichter zu Gast. Als Interviews, geschweige denn Gespräch, ging da natürlich nichts durch. Egal, ob Comeback-Sternchen Anastacia, Langweiler Craig David, die gut frisierte Leona Lewis oder der trinkfreudige Kid Rock da halb-gemütlich Platz nahmen.
Überhaupt Hr. Leto: Dank des massiven Airplays der eigentlich schon althergebrachten Hits, konnte sowohl für den „Rockout“-Award große Namen wie Metallica oder Linkin Park ausstechen, und den „Videostar“ setzte es für den den Clip zu „A Beautiful Lie“, diese perfekt eingefangene Grönland-Ästhetik.
Den „Headliner“- Preis nahmen die Jungs von Tokio Hotel mit nach Hause. Sie verwiesen auf ein Wiedersehen nächstes Jahr, dann mit neuer Platte in petto.
„Ultimate Urban“ setzte es für Kanye West, der seine Mom grüßte.Überraschend war, nach der plötzlich weltweiten Wandlung zum geläuterten und wieder erfrischten Pop-Superstar, die Auszeichnung „Act of 2008“ und „Album Of The Year“ für unsere Britney Spears trotzdem. Gerade die Scheibe „Blackout“ wurde von Kritikern fast durchgehend als elektronisch verhampelter Ofenschuss gehandelt. Britney zeigt sich auch lediglich per Videoeinspieler dankend, vom Set ihres neuen Clips. Der „German Act“ ging an „Fettes Brot“. Der Scherz des Abends: Rick Astley wird „Best Act Ever“. Da wird die Macht bzw. Tücke des Netz doch mal wieder offenbart, au weia. MTV befragt neben den Menschen vor den Fernsehapparaten anno 08 auch seine selbst gemachten Helden nach ihren Favoriten des Jahres. Heraus kam dabei der „Artists’ Choice“-Award für das wandelnde Ein-Mann-Tattoo Lil Wayne. So wirklich groß wurde es mit der Vergabe der Auszeichnung für die „Ultimate Legend“. U2-Kopf Bono übergab in einer kraftvoll gesprochenen Einführung an Paul Mc Cartney, der unter erwartungsgemäß tobendem Applaus seine schlichte Dankesrede hielt. Mehr muss für MTV jedoch auch gar nicht sein.
Auch live auf der Bühne reichte sich das Who-Is-Who der Hitlisten das Mikro in die Hände.
Beyonce gab erneut mehr die Balladen-Diva statt das Schüttel-R’nB-Child. Die Herren von Take That hätten ohne die bombastischen Lichtspielereien mit ihrer neuen, austauschbaren Single kaum für Erhellung gesorgt. The Killers haben inzwischen zwar auch mehr Keyboardteppiche als Gitarren im Gepäck, aber die abgefahrene XXO-Show verdrängte dies fast komplett. Kanye West kann mit dem Pitch-Vocal-Clubtrack fast nicht mehr ferner vom Hip-Hop sein. Im Duo mit Estelle kam natürlich noch der Radiohit „American Boy“ hinten dran, die abschließende Barack Obama- Flagge war dann Zeichen und einer von diversen mehr oder weniger versteckten Tributs an den brandneu gewählten US-Präsidenten. The Ting-Tings brachten ihren „That’s Not My Name“-Ohrwurm ganz überzeugend über die Bretter, während Kid Rocks „All Summer Long“ nun wirklich einen Sommer zu lang quer durch die Republik dudelte. Sicher, „Mercy“ war der Überraschungshit für Duffy. Ihr Stylist des Abends gehört jedoch verhauen, soviel an äußerlicher Jugend kann und sollte man doch nicht weg/verstecken.
Frau Perry selbst ging auch nicht mit leeren Händen Richtung Hotel. Den Award für „New Act“ wurde ihr zuteil, überreicht von der gewagt gekleideten Grand Dame Grace Jones. Mit „Hot’n Cold“ gingen die 120 Minuten Promischau schließlich zu Ende.
Entertainment der Marke „Music Television“ ist nach wie vor flach, aber auch klebrig und locker . Ein Fernsehabend lang geht das Spektakel in Ordnung, ein Jahr Pause aber auch.
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TIGER LOU: A PARTIAL PRINT: STARTRACKS (INDIGO): 2008
Kein Schulterklopfen nötig.
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Es gibt ja eine Menge Arten von Freundschaft. Die aus Nostalgie und Gewohnheit geführten Quartalsfreundschaften z.B., oder die eigentlichen Freizeit-Bekanntschaften, welche lediglich zum geselligen Freitag Abend bzw. nächsten Konzert der Wahl relevant sind. Nicht zu vergessen sind Nutz/Zweckbeziehungen, die den kostengünstigen Weg zur Arbeit anbieten oder das stetige Gefühl, immer einen Schritt weiter und schneller als der andere zu sein.
Fängt Freundschaft da an, wo man sich wohl fühlt, gerne hängen bleibt und das Geben-Nehmen-Konzept für beide Seite zu verantworten ist. Gut, dem zu Folge ist Karl Rasmus Kellermann tatsächlich ein Freund.
Seinen Lauf nahm das Miteinander im Jahre 2004 dank des Mixtape-Schlagers „Sell out“. So schlicht, so klein, ein Evergreen des Schwedenpop.
Das Nachfolgealbum „The Loyal“ war dann die gelungenste Freundschaftsgeste, die sich erst nach und nach in all ihrer Schönheit offenbarte. Aus dem War wird ein Ist.
Elf Hymnen, elf mal der Beweis für kompaktes Songwriting mit dem Anspruch auf Zuspruch. Rasmus sang lauter, direkter, nahm seine Kapuze endlich ab. Verstecken blieb zwecklos.
Und jetzt? Ist aus der freudigen Bekanntschaft die Freundschaft plus dem potentiellen Stempel mit ohne Verfallsdatum geworden. Das Wiedersehen ist geglückt, die Erinnerungen waren nicht gefälscht.
Doch aus dem kleinen Stein am Wegrand hat sich teilweiser ein recht massiver Brocken gebildet. Die Produktion hat an Luftigkeit eingebüßt, streckenweise bersten sich sogar Postrock-Riffs aufwärts. Detailreicher, voller und dichter ist die Tonwelt des > Tiger Lou < geworden. Aber eines kristallisiert sich wieder heraus: Stimmung kann man nicht kaufen.
Der Kellermann hat sich zurück gezogen, nicht um irgendwas unter die Meute zu werfen, sondern nicht weniger als das kreative Optimum seines Jetzt. Für alle Käufer der Premium-Edition gibt es außerdem die komplette Scheibe im elektronischen Remix auf einer Zusatzdisc. Selbst zwischen Ambientflächen und clubfähiger Beatkorsage wirken die Songs. Tanzen, aber bitte mit Seele, heißt es da. Da darf sich im Booklet gerne bei den jeweiligen Künstlern bedankt werden. Auf der Bühne will er das Album am Stück spielen, so eng gehören die frischen Werkstücke für ihn zusammen. Kreativer Kopf, Perfektionist und seit 22.Oktober wieder Begleiter so mancher Autofahrten, nächtlicher Kakaositzungen und nun auch alternativer Tanztees weltweit. Danke, sicher nicht das letzte Mal.

+IN+
+ Corvonism. Im Falle November einmal mehr als sonst, schließlich gibt es am 15.11. fliegende Geburtstagstorten zum Einjährigen. Gratulationen, obszöne Anbiederungen und schriftliche Bauchklatscher bitte direkt an: krilugz@hotmail.com oder am besagten Stichtag auf die Page eures Vertrauens (diese hier).
+Lollies. Unverhofft soft, bitte für jeden offensichtlich, dabei aber kleb-süß und in unverschämter Stückzahl, schleck.
+Genervte Verabschiedungen. Erspart den ewigen Cocktail aus sentimentalen Dackelblicken und banalem Blablabla an der Kreuzung.
+Milch. Gerade wegen der Mär der sich darin suhlenden Würmern und der resultierenden Blutvergiftung. Volksweisheiten bleiben eben ganz groß.
+Internationales Finanzdesaster. Das vom Schicksal geschickte Alibi für die eigene Krise zwischen Geldbörse und Auszahlungsautomat.
+Unkonventionelle Schlafgelegenheiten. Nach dem schockierten Kopfschütteln schlummert es sich wie von alleine.
+Tabula Rasa. Probleme auf’n Tisch, und das ohne Schutzdecke drüber. Macht dicke Luft klarer.
+Deftektes Technikutensilium. Was sollen abrupte Implodierungen und durchgeknallte Leitungen, wenn man sonst nichts hat.
+Unerwartete Geschenke. Es kommt die unausgesprochene Frage auf, was der Schenker dreckmäßig nur am Stecken hat. Hui, endlich Spannung.
+Nächtliche Fernseherkundungen. Das schlechtere Pendant zu PC-Tätigkeiten oder diesem Schlafen.
+Glukosezufuhr bis zur Entgleisung. Immer ran an den Speck, dass du auch morgen noch kraftvoll zupacken kannst.
_OUT_
_Prall gefüllte Schränke. Wann kommt jemand zum Abholen bzw. Benutzen?
_Lauer Kaffee, kalte Fresstaschen und rohes Fleisch vom Fladenbroteck. Hr. Würgen trifft auf Fr. Dünnpfiff. Und jeder weiß von deren unrühmlicher Präsenz.
_Alarmrufe am Morgen. Klar, keine Macht dem Morgenmuffel, für die Frühstückspolizei wird dennoch ungerne gehalten.
_Deftektes Technikutensilium. Was sollen abrupte Implodierungen und durchgeknallte Leitungen, wenn man sonst nichts hat.
_Inneren Groll einmotten. Immer raus mit den Bad Vibrations. Wackelt ja sonst nicht viel.
_Verpatzte Kneipentouren. Wenn schon „druff, druff, druff,“ dann nicht zwischen Truckerjungs, halbgarer Tresenschlägerei und fremdländischen Damen mit ohne Orientierung.
_Unzuverlässigkeit. Altbekannte Anti-Tugend, auch Ende 08 fernab des persönlichen Wunschdenkens vom Miteinander.
_Einen gucken lassen. Paris, Britney und Kate dürfen das unregelmäßig aus Prestige- und Promogründen, Anika und Karin von nebenan lassen von dem verruchten Hauch von Nichts als Unterwäsche besser die Greifer. Mehr Schenkel- statt Schwanzklopfer.
_Publikumsflaute bei musikalischen Ereignissen des Undergrounds. Haben diese Insider keine Freunde zum Mitzerren?
_Unpräzise Komplimente. Da bleibt stets die Frage zurück: Kann ich mir darauf was einbilden oder einen runterholen?
_Umzugskommandos. Schwitzen, fressen, wissen alles besser. Sind am Ende aber auch noch so was wie ‘ne Hilfe, huch. PS: Lieber streicheln als streichen.
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