Corvonism

IN/OUT: OKTOBER

Oktober 5, 2008
Kommentar schreiben

+IN

+ Wehende Taschentücher, winkende Handpartien, funktionierende Trändendrüsen. Mit Abschieden semi-filmreif umgehen zu können, ohne pralle Anflüge von Nostalgie. Jaja, Veränderungsscheiße als Chance.

+ Windbeutel. Am liebsten heiß und fließend, schlemm.

+ Kurzbesuche, jedoch ohne den fiesen Überraschungseffekt. Gäste sind wie Probleme, kommen und gehen meist auch wieder.

+ Staub in Unmengen. Gut gebündelt ergibt es fast einen schlafsack bzw. den Bummi-Ersatz zum Streicheln.

+ Musikalische Infernos. Das tonale Klimperspiel gibt es viel zu häufig, Hörstürze bitte reloaded.

+ Herbstverstimmung. Die feucht-steife Brise leuchtet so rasant wie angemessen den Weg zum Jahresende.

+ Wodka-Orange / Waldmeister-Wodka. Sicher, eigentlich längst überholt, doch wird 2008 nahezu alles kurzfristig zurück geholt. Schluck und weg, und wo Weg?

+ Esel. Gerne unterbewertet, im Grunde aber der sympathischste weil visuell realistischste Kollege des Tierreichs. Hängender Kopf, miese Miene, wenig Antrieb und mürrische Reaktionskunst.

+ Gewieft sein. Nicht zu verwechseln mit dumm-dreist und überheblich, schafft natürlich nicht jeder.

+ Motels. Rein, raus, weg.

+ Dänische Steinfelsen. Da beissen sich Alkoholkarenz und kommunikative Dysbalance die Zähne aus, empfehlenswert.

_OUT

_Grinsevisagen am Wegesrand, vor allem wenn grundlos und völlig unpassend.

_Alles was voll ist. Volle Mägen, volle Schränke und vor allem volle Clubs. nicht alles mistet sich leider von selber aus. Volle Körbe mit Verantwortung, kann denn nicht mal jemand entleeren helfen?

_Zähne. Wobei es gut ist, solange sie noch in sind. Bitte dem Dentist ab sofort Folgendes überweisen: Schmerzen, verschwitzte Schlaflosnächte und Schmerzen und derbe Traumscheiße.

_Fremdländischer Moostee. Sich darauf betten ist das eine, ein verwurzelter Pelz im Mund das andere.

_Dorfatmosphäre als Lebensinhalt. Wenigstens lässt der Hahn einmal täglich einen gucken.

_Fliegenklatschen. Diese Mordwerkzeuge scheinen aus dem Sortiment vieler der Haushaltsutensilienläden gewandert zu sein. Pazifismus everywhere bzw. Freedom between human and insects?

_Fast-Food-Sightseeing. Der turbulente Cocktail aus alten Schlössern, seltsamen Statuen und angeblich historisch hochprozentigen Plätzen ist Gift für Augen und Hirn.

_Doppelbilder und Fehler in der Wahrnehmung. Schlafen, Medikamente absetzen oder Licht an.

_Internet-Cafes. Nur übelste Notlösung und schlecht gewählter Platz zum Aufwärmen.


Veröffentlicht in IN / OUT

THE SECRET: HAMBURG: ROTE FLORA: 28.SEPTEMBER 2008

Oktober 2, 2008
2 Kommentare

THE SECRET: HAMBURG: ROTE FLORA: 28.SEPTEMBER 2008

Intoxication 2 Go.

___________

Mit 5 Euro kann man eine ganze Menge anstellen: Verstecken, an die Tabakindustrie spenden, ein wohl dosiertes Fast-Food-Menü finanzieren oder sich eine Bratpfanne in die Magengrube rammen. Letzteres übernehmen die Herren von > The Secret < nämlich gegen genannten Unkostenbeitrag fehlerfrei.

All denen, die sich beim soeben beendeten Reeperbahnfestival an musikalischen Wattebällchen ergötzt haben, würde am Sonntagabend die ultimative Schlachteplatte zum Abgewöhnen vors Gemächt geschleudert.

Feingeistig ist woanders, gut poliert ist eh scheiße, dem zu Folge wird eine gute halbe Stunde das garniert, was weh plus gut tut. Natürlich leidet die Rote Flora nicht unter Platzmangel, schließlich hört auch der rockende Mob eher ungern diesen rohen, knochentrockenen Grindcoreanfall. Wenn Hoffnungen auf Marschrichtung gen ausschweifender Atmosphäre dank des Debüts „Luce“ jemals aufkamen, spätestens hier werden sie zerschlagen. Hier ist zwar Platz, nicht aber für Teelichter. Rumms, und es ist vorüber. Doch die Eingeweihten wissen, ein guter Darmdurchbruch kommt selten allein. Danke, > The Secret <.


Veröffentlicht in THE STAGE OF NO RETURN
« Vorige Seite