Corvonism

Hello Ween! | Oktober 31, 2008

Jemand sagte mal, letztlich ist jeder Tag wie Halloween. Was soll man sich schon dabei denken bzw. was hat er sich eigentlich dabei gedacht? Auf die Kürbisse kann es nicht bezogen sein, schließlich ist der Umsatz dieser Sorte Obst ausschließlich Ende Oktober auf Hochtouren. Die Hexenthematik passt auch eher weniger, denn geflattert wird vielleicht in der Walpurgisnacht oder eben in jeder durchschnittlich funktionierenden Beziehung. Es geht um was anderes. „Gib Süßes-sonst Saures!“. Gut, könnte man aufkleistern. Wenn auch nur zum Schein und Befriedigung der gesellschaftlichen Etikette, Smiliies kommen grundsätzlich gut. Gut gegrinst ist halb gewonnen. Wer jedoch das Honigkuchenpferd mimt, dem wird eher belächelnd als freudig zurück gewunken. Und ganz wörtlich genommen: Wer mit Scheiße wirft, kann keinen Honig als Retoure erwarten. Zwirbeln wir das weiter auf. All die Masken, falschen Identitäten und vorgegaukelten Persönlichkeiten. Oft und gerne nur schlechte Schau. Hinter Fassaden lässt sichs gut die Augen verdrehen, auch gleich schließen oder eben abflennen. Mach ich heute den Lachsack, vermutet niemand den dahin siechenden Trauerklops. Bin ich die devote Vampirdiva, kann das unsichere Mädel vom Lande nicht ferner sein. Aber mal die Uhren zurück gedreht… Doch schon als Kind macht der seltsam bemalte Clown zwischen Pony und Hullahuppreifen mit seinen abrupten Späßen eher Angst als alles andere. Allein will man den auch nicht treffen. Aber mal ehrlich, wer ist schon durch und durch er selbst? Wie anstrengend und aufbäumend. Den ganzen Tag ohne Vorhang, ohne schlechter Beleuchtung? Man wäre von sich selbst erschlagen, vom eignen Sein genervt. Helloween, ich mag dich irgendwie (das ätzende Geklingel kann trotzdem bitte ausfallen, danke).


Veröffentlicht in DAILY DRIVE

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