
Ich bin raus.
Heute Standardspruch für nach der Party oder am Ende der ICQ-Session, letztlich aber auch ein unausgesprochenes Eingeständnis an sich selbst. Und wo ging es denn hin? Ins Ungewisse, das Fremde?
Nein, viel besser, direkt ab ins Dorf.
Da können fieses Zähnefletschen und entrüstetes Tischklopfen der 500 Mann-Gemeinde auch nicht viel retten, Endstation Dorf.
Dabei ist doch alles so schön da.
Der ortsansässige Fuchs bleibt höchstens in seiner eigenen Pisse stecken, die Großmutter vom Ackerweg ist über jedes Fremdfahrzeug erbost und die alte Kirche fast ausschließlich noch Freund von Motte und Wurm. Das einzige was hier brennt, ist mal der Ofen des komischen Einsiedlers im vermoosten Bauwagen oder eine Zichte des langsam aufmüpfenden Jugendquartetts.
Klingt doch alles gut, ist es vielleicht auch.
Man darf die oft quer geschätzte Landluft nicht unterschlagen, die ausschließlich natürliche Geräuschkulisse und all die Farben und Motive aus dem Bilderbuch. Oh, aber nicht hinter die Spitzengardine luken.
Da sitzt Mutter verzweifelt vor der Röhre, Vater ist eh nur hinten in der Werkstatt oder Sportlerheim und Hartz IV überweist sich nicht mehr von selbst. Das Buddeln in der Gartenerde ist mehr Automatismus und Pflicht als Befreiung und Erfüllung, schade. Verpassen kann man nur den Fleischerwagen, immer an den geraden Tagen. Anna wird diesen Herbst sicher wieder als Laubprinzessin gekrönt, das wird ein Fest. Ihre Schwester ist in die Stadt gemacht, die war ja schon immer was Besseres.
Wir winken auch für Dörfler? Natürlich, mit der Portion Achtung und Mitleid in einem. Böse Menschen bringen an dieser Stelle den Spruch: Das Grab als Chance, der Rest darf das ab heute ebenso.
[Quelle: Meet the Village People]
Echemmmmm *räusperende* ich nehm dir die patenschaft des kaltblüters hinter unserem haus wieder weg! LOL
Kommentar von ireen — September 26, 2008 @ 10:25