OKKERVIL RIVER: THE STAND INS: JAGJAGUWAR (CARGO RECORDS): 2008
Rettung am Wegesrand.
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Man stelle sich vor: Man ist seit zwei Wochen unterwegs, quer durch die Prärie, hat außer weiten Feldern, flüchtenden Wildtieren und dem verschwommenen Spiegelbild im Bergsee, nichts wirklich gesehen.
Nein, die Zweifel an der Reise werden verdrängt, mögliche Ängste und Heimweh einfach beim Waten durch den nächsten Sumpf erdrückt.
Doch die Sonne lächelt lästig und so hofft man insgeheim auf Mitmenschen, Kontakt und aufbauende Worte.
Plötzlich springen > Okkervil River < aus dem nächsten Busch und stehen mit ihrem Instrumentarium bewaffnet vor dem ausgemergeltem Ich. Sie sind gekommen um zu begleiten.
Im Repertoire haben sie eine Ladung dieser aufrührend-vorantreibenden Indiepop-Hymnen mit der Ladung Folk und klassischem Liedgut, die wie gerufen kommt.
Die 11 sympathischen Landstraßenweisen, welche auf der letztjährigen Veröffentlichung „The Stage Names“ keinen Platz mehr finden konnten, haben sich nun auf der gelungene Nachladung „The Stand Ins“ versammelt.
Gut, das musikalische Stelldichein zeigt auch kleine Durchhänger, gewisse Längen und das ein oder andere zu gut gemeinte „LaLa“. Außerdem wurde an der sonstigen > Okkervil River <-schen Schwere etwas gedreht, die sonst wegweisende Spur Sehnsucht im Proberaum belassen.
Aber Moment, wir sind doch in der Pampa: Dort, wo jedes tonale Schulterklopfen als gut gemeinter Seelenstreichler gilt. Da wollen die Beine wieder schneller, der Kopf hebt sich langsam aufwärts und das Wort Hoffnung verkommt nicht mehr zum zynischen Schimpfwort zwischen Stock und Stein. An der nächsten Gabelung sind sie nach 40 Minuten verschwunden, doch all die Melodien fliegen weiter umher, leise aber nachhaltig. Was, noch 176 Meilen? Sei’s drum, die erlebte Spielfreude hält standfest und wach.