Corvonism

REEPERBAHNFESTIVAL: 25.-27.09.2008

Es ist Ende September, dementsprechend kann man die Festivalsaison als Geschichte betrachten. Nicht ganz, schließlich steht Ausgabe Nummer 3 des großen Hamburger Clubtreibens noch auf dem Endsommerplan. 19 Locations, 139 Künstler, 15 000 erwartete Besucher – soweit das Zahlenbashing.

> Immer auf’m Sprung <, so in etwa könnte sich das inoffizielle Motto des Reeperbahnfestivals schimpfen.

Der Donnerstag startet namentechnisch gemächlich, wobei allgemein 2008 die ganz großen Namen und raffinierten Underground-Magnete zu fehlen scheinen. Sei’s drum.

Eben noch im rheinland-pfälzischen Königsau, jetzt schon auf der Bühne des D-Clubs: Jenniffer Kae. Sie hat den Soul gefrühstückt, und für hiesige Verhältnisse äußerst professionell, international klingend und auch abgesehen der Radiosingle „Little White Lies“ recht überzeugend.

Kristof Schreuf, eine Hamburger Schule-Institution und gern gelesener Schreiberling der TAZ und Spex, gab in der Prinzenbar eines seiner seltenen Stell-dich-eins. „Halt die Fresse und spiel!“ gröhlt es aus Reihe 1. So liebenswert direkt wie seine Zuhörer, gibt sich Hr. Schreuf natürlich auch. Er braucht nur eine Gitarre und so manch dämlichen Einruf, schon gibt Unterhaltung de la Minimal.

Schweden, schmissiges Singer/Songwriter- Material, männlich. Kristoffer Ragnstam führt der eigentliche Gedanke, dank dem Musikerleben an Mädels zu gelangen, direkt in Angie’s Nightclub. Solide, punkt.

So gefährlich und derbe sich die Jungs von K.I.Z. gerne imagetechnisch geben, abgesehen von 17 Schimpfwörtern per Minute, ist im Mandarin Kasino nichts Bahn- oder Knochenbrechendes los. Gut, „Geld essen“ wird als Hit eingetragen.

Wenn Reykjavik einen der zahlreichen musikalischen Landsmänner in die Hansestadt schickt, kann es fast nur Gedränge geben. Das Imperial Theater ist zumindest dicht besetzt, als das Seabear-Kollektiv rund um Sindri Sigfusson zur stimmungsvollen Abendreise ansetzt. Easy-Listening-Folk wird das gerne genannt, Popmusik der lieblichen Sorte würde es auch treffen.

Der Wochenendeinstieg braucht dann letztlich wohl doch mehr als Gitarre und Piano, zumindest ist der Neidklub zum Bersten gefüllt, als die hochelektrische Alarmanlage Crystal Castles zum Schlag ausholt. Das knackt dank einer unüberhörbaren Punk-Attitüde tüchtig durch, die nicht selten bekannt tönenden Beats und verzerrten Vocals geben den Rest zum Dancy-Gang-Bang.

Im Anschluss steht die Windmaschine schon bereit, Sarah Walker entert die Bühne. Statt dem erwarteten Electroclash, setzt es jedoch mehr handzahmen Dance-Pop. Nun, zumindest Frau Walker und der Ventilator gehen zusammen steil.

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Der Wochenendstart ist eingeläutet, das macht das Treiben zwischen Spielbudenplatz und Feldstraße mehr als deutlich. Und zum Freitag ist entweder unerschrockenes Durchsetzungsvermögen bzw. langer Geduldsfaden gefragt, gemäß dem großen Ansturm auf all die Veranstaltungsorte.

Die Hälfte der Bagagerie scheint den Abend mit der dicken Ladung Oxford- Hype live im Grünspan beginnen zu wollen, das nennt man zumindest eine gewaltige Schlange. Die Foals laden zum Tanz, und allen, die lediglich den unkaputtbaren Discoschmeißer „Cassius“ im Ohr haben, wird der ein oder andere Überraschungsmoment ereilen. Die fünf Jungs sind ja letztlich so was wie die Postrocker des UK- Dancepunk. Vertrackte Songstrukturen und hektische Tanzbarkeit schließen sich eben nicht aus. Spätestens beim furiosen Schlagzeug- Supergau als Finale tropft der Laden ausnahmslos.

Was in Australien schon mit reichlich Auszeichnungen prämiert wurde, kann für das Molotow gerade gut sein. Wally DeBacker bzw. Ein-Mann-Projekt Gotye, baut on stage auf eine Leinwand mit netten Illustrationen, einen Apple, der die großen Klanggerüste per Klick absetzt, ein Schlagzeug und seine nahezu R’n B-hafte Stimmführung. Ein Studiofreak mit dem Traum, die ganz großen Popsongs zu schreiben. Na, die Mädels hat er zumindest schon mal.

Wie klingt es, wenn z.B. Britney mit ihrer Frauenclique Bock auf Rock hat? Die Prinzenbar weiß es: Sahara Hotnights. Den schwedischen Ursprung hört man weniger raus, hier setzt es die Ladung Powerpop mit Mitgröhlpotential.

Das Imperial Theater lässt jede Feierstimmung vor der Tür, finn. betritt heimatlichen Boden. Wer es bisher schaffte, Patrick Zimmer zu ignorieren oder nicht zu mögen, wird höchstwahrscheinlich genau jetzt überzeugt. So herrlich intim wird es wohl die drei Tage nicht mehr werden. Zerbrechlich und doch fest stehen sie im Raum, die kleinen Popweisen zum Runterkommen.

Die nächste Gefühlskiste wartet schon, hat sich doch Justin Vernon von Bon Iver aus seiner einsamen Waldhütte getraut. Unglaublich viele glücklich drein schauende Gesichter verharren bei den Singer/Songwriter- Werkstücken. Monate der Isolation, ihr habt euch gelohnt, muss der Herr mit der gerne brechenden Stimme im maximal besiedelten Knust sich denken.

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Das große Schlendern als finales Kapitel. Wieder ohne Regen, wieder herrlich kalt.

Da, wo es gestern stimmungsvoll zu Ende ging, setzt es heute ebenso kuschelig an. Die Norwegerin Ane Brun führt sie vor, die Macht der Stimme. Das geht tief und setzt wieder mal neue Standards für musikalische Unterhaltung im Minimalprinzip.

Auch Paul Murphy, Kopf des wohl ewigen kanadischen Geheimtipps Wintersleep, hat heute gespart, ließ er doch gleich seine ganze Kapelle außen vor. So schön die akustischen Töne den Grünen Jäger beschallen, so sehr freut man sich auf die livehaftige Komplettbesetzung im Dezember.

Indiepop aus Deutschland, nicht grundlos ein Thema der großen Missverständnisse. Dabei haben Slut mit ihrem aktuellen Album „Still No.1“ den überzeugendsten Gegenbeweis unters Volk geworfen. Da hat wohl jemand Atmosphäre gekauft, und das im internationalen Format. Danke, Slut, das Übel & Gefährlich ist begeistert.

Dänemark strikes back. Nephew kehren im Grünspan ein. Da weht ein Hauch von anklagendem Protest, im elektronifizierten Marsch-Rock. Kurzzeitig spannend.

Nada Surf im D-Club. Radiotaugliche Liebelei-Hits, die der Meute gerade richtig kommt.

Der nächtlichen Feierlaune ist der sehr skeletthafte Singer/Songwriter- Stoff des Gravenhurst- Sängers Nick Talbot eher wenig zuträglich. Gehauchte Emotionen haben wir die drei Tage schon zwingender erlebt.

Die Medien-Propaganda hat es mal wieder vorbildlich geschafft, einen Namen, welcher vor drei Monaten noch für verblüfftes Kopfschütteln gesorgt hätte, potzblitz unters Volk zu streuen, ohne auch nur einen zugehörigen Laut gehört zu haben. Lykke Li, ist genau dieser. Dahinter versteckt sich ein internationaler Push, der wohl verdient ist, hat es die 22-jährige Schwedin einfach drauf, ein rappelvolles Übel & Gefährlich vollends zu überzeugen. Das Interesse der Massen wurde befriedigt, schließlich werden diese abwechslungsreichen Pop-Hymnen zwischen Elektronik, Indietum und herzlichen Songwritings ihren vorgeeilten Ruf abstrichfrei gerecht. Ungelogen: das Festivalhighlight.

Dann sind die Bühnen weitestgehend abgebaut, die allgemeine Feierlaune parallel dazu gut aufgeladen. Hat noch eben die gute Lykke die Meute mit Zauberstab bei Laune gehalten, sind es nun Wodka- Orange und obligatorische Revolverclub- Reißer, ein üblich-gefährliche Mischung.

Fazit: 2009, wohl kaum drei Tage wach ohne Kiez-Festivalbändchen.


Eine Ode an die (Be-)Dörflichkeit.

Ich bin raus.

Heute Standardspruch für nach der Party oder am Ende der ICQ-Session, letztlich aber auch ein unausgesprochenes Eingeständnis an sich selbst. Und wo ging es denn hin? Ins Ungewisse, das Fremde?

Nein, viel besser, direkt ab ins Dorf.

Da können fieses Zähnefletschen und entrüstetes Tischklopfen der 500 Mann-Gemeinde auch nicht viel retten, Endstation Dorf.

Dabei ist doch alles so schön da.

Der ortsansässige Fuchs bleibt höchstens in seiner eigenen Pisse stecken, die Großmutter vom Ackerweg ist über jedes Fremdfahrzeug erbost und die alte Kirche fast ausschließlich noch Freund von Motte und Wurm. Das einzige was hier brennt, ist mal der Ofen des komischen Einsiedlers im vermoosten Bauwagen oder eine Zichte des langsam aufmüpfenden Jugendquartetts.

Klingt doch alles gut, ist es vielleicht auch.

Man darf die oft quer geschätzte Landluft nicht unterschlagen, die ausschließlich natürliche Geräuschkulisse und all die Farben und Motive aus dem Bilderbuch. Oh, aber nicht hinter die Spitzengardine luken.

Da sitzt Mutter verzweifelt vor der Röhre, Vater ist eh nur hinten in der Werkstatt oder Sportlerheim und Hartz IV überweist sich nicht mehr von selbst. Das Buddeln in der Gartenerde ist mehr Automatismus und Pflicht als Befreiung und Erfüllung, schade. Verpassen kann man nur den Fleischerwagen, immer an den geraden Tagen. Anna wird diesen Herbst sicher wieder als Laubprinzessin gekrönt, das wird ein Fest. Ihre Schwester ist in die Stadt gemacht, die war ja schon immer was Besseres.

Wir winken auch für Dörfler? Natürlich, mit der Portion Achtung und Mitleid in einem. Böse Menschen bringen an dieser Stelle den Spruch: Das Grab als Chance, der Rest darf das ab heute ebenso.

[Quelle: Meet the Village People]


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Fall 21.

D. aus B.S.

01] Einmal über die Startlinie… und Hartz IV ist eingeführt.

02] Stadt der ungeküssten… Schlampen.

03] Wer dreht mir den Goldhahn zu?… Nur die Armut.

04] The curse of being a girl… is not being a boy.

05] Bier plus cola… plus x.

06] Burnout 4 free… fun for pay.

07] Nächster Halt: Zeltplatz… Hurricane.

08] Unser aller Schlemmerecke… ist der Butterbrotkanten.

09] Alter, mach die Leine los!… Ich hab Hunger!

10] Die Angst vorm Zweiteilen… weil schnell nur noch ein Viertel übrig bleibt.

11] Viva La Viva… ne doch lieber MTV.

12] Zwei Tage Krach… und danach nicht aufgewacht.

13] Zum Abschied gibt’s… ‘ne Fanta.

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ATTENTATION AT THE SPRECHANLAGE!

Es klingelt an der Tür. Bevor man den Öffnungsknopf betätigt, ist natürlich das Abnehmen der Sprechanlage angesagt. Man kann ja grundsätzlich für alles offen sein, aber für jeden?
Generell begegnen einem da bekannte Stimmen oder zumindest bekannte Phrasen. Es gibt jedoch auch Aussagen und Spruchsalven, welchen man mit Skepis und der verdienten Portion Zweifel entgegen treten sollte.
Vorsicht! Hände weg! > hier eine Reihe der gefährlichsten Aussagen durchs Sprachrohr live from the Haustürschwelle:

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01] Nicht auflegen!

02] Könnten sie bitte die Musik etwas lauter stellen?

03] Hallo Schatz!

04] Pissen ist eine Notdurft, also lassen sie mich rein, bevor sie sich strafbar machen.

05] Wo sind sie gerade?

06] Besitzen sie ein Auto?…Wenn ja, dann habe ich das soeben angefahren.

07] Ich weiß, was du letzten Sonntag getan hast.

08] Heute schon gezahlt?

09] Ja, bitte?!

10] Sorry, mein Schlüssel passt nicht.

11] Bitte fortführen: „Eins, zwei“?

12] Darfst du heute noch raus?

13] Auch so allein?

14] Huch, verklingelt….Oh, schon wieder.

15] Sie haben keine neue Nachricht.

16] Entschuldigung, es dauert auch nicht lange.

17] Zeig mir deine weisse Pfote, Geißlein.

18] Mach schon auf, geht schließlich um Liebe auf den ersten Blick.

19] Die Tür klemmt und ich bin vom städtischen Reinigungsdienst.

20] Noooot!


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EMILIANIA TORRINI: ME AND ARMINI

EMILIANA TORRINI: ME AND ARMINI: ROUGH TRADE (INDIGO): 2008

Einmal kurz raus.

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Menschen sind im Grunde einfach gestrickt, ob Männer im besonderen, bleibt mal außen vor.
Schubladen sind schließlich dafür da, um sie zu füllen. Das geschieht bestenfalls schnell, unreflektiert und und nahezu unwiederbringlich.
Man nehme doch nur mal den Bereich Damenpop. Da hat sich doch flitzebogenartig ein Bild festgesetzt, welches es nur schwer zu überdenken gilt.
> Katy Perry < wird für immer die sein, die neckisch dem weiblichen Flirt von gestern nachschlabbert, > Janet Jackson < hat massentaugliches Gut im Dekoltee, > Avril Lavigne < tritt in rosa Pants irgendwelchen Checkern in den Arsch und > Amy Winehouse< läuft torkelnd zur nächsten Line. Im Falle > Emiliana Torrini < war die Kategoriserung auch schnell gefunden.
Weltweit durch ihren herrlich leidenden Beitrag am Herr-der-Ringe-Soundtrack für Aufmerkamkeit gesorgt, mit dem akustischen Glanzstück „Fisherman’s Woman“ 2005 das Bild der isolierten Künstlerin von Fernab weiter bestärkt, ist sie nun drei Jahre später zurück auf der Bühne der Populärmusik und rückt ihren Ruf doch tatsächlich in manche neue Ecke.

Irgendjemand scheint die gute Emiliana am Rockzipfel aus dem verlassenen Seedorf gezogen bzw. ihr eine Gratisfahrt, gerne per Boot, Richtung Stadt überreicht zu haben.
Sicher hat sie die Taschen nach wie vor prall gepackt mit Melancholie und sitzt weiter auf dem Stuhl zwischen Fern- und Heimweh, doch hat sie die Haare aus dem Gesicht gekämmt und hinter die städtischen Mauern gelukt.
Da trifft sie im Titeltrack auf eine lässige Raggaesession, kehrt in „Heard It All Before“ guter Dinge beim Neo-60’s-Tanz ein, haucht in „Ha Ha“ fast schon lasziv gen Barmikro und spätestens bei „Big Jumps“ oder „Jungle Drum“ sieht man Madame barfuß und lächelnd zum Konditor steppen.

Teile des alten Zopfes sind also abgeschnitten, bereichert von teilweise unerwarteten Extensions und Farbsträhnchen. Hat sich der erste kleine Schock bei der heimatlichen Fischergesellschaft dann gelegt, folgt die innere Überzeugung, es trotzdem nach wie vor mit der lieb gewonnenen Singer/Songwriterin von einst zu tun zu haben, nur hat sie die Schublade eine Etage höher zeitgleich noch aufgeschoben.
Gut so, letztlich weiß sie ja, wo es am schönsten ist.


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OKKERVIL RIVER: THE STAND INS

OKKERVIL RIVER: THE STAND INS: JAGJAGUWAR (CARGO RECORDS): 2008

Rettung am Wegesrand.

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Man stelle sich vor: Man ist seit zwei Wochen unterwegs, quer durch die Prärie, hat außer weiten Feldern, flüchtenden Wildtieren und dem verschwommenen Spiegelbild im Bergsee, nichts wirklich gesehen.
Nein, die Zweifel an der Reise werden verdrängt, mögliche Ängste und Heimweh einfach beim Waten durch den nächsten Sumpf erdrückt.
Doch die Sonne lächelt lästig und so hofft man insgeheim auf Mitmenschen, Kontakt und aufbauende Worte.

Plötzlich springen > Okkervil River < aus dem nächsten Busch und stehen mit ihrem Instrumentarium bewaffnet vor dem ausgemergeltem Ich. Sie sind gekommen um zu begleiten.
Im Repertoire haben sie eine Ladung dieser aufrührend-vorantreibenden Indiepop-Hymnen mit der Ladung Folk und klassischem Liedgut, die wie gerufen kommt.
Die 11 sympathischen Landstraßenweisen, welche auf der letztjährigen Veröffentlichung „The Stage Names“ keinen Platz mehr finden konnten, haben sich nun auf der gelungene Nachladung „The Stand Ins“ versammelt.
Gut, das musikalische Stelldichein zeigt auch kleine Durchhänger, gewisse Längen und das ein oder andere zu gut gemeinte „LaLa“. Außerdem wurde an der sonstigen > Okkervil River <-schen Schwere etwas gedreht, die sonst wegweisende Spur Sehnsucht im Proberaum belassen.
Aber Moment, wir sind doch in der Pampa: Dort, wo jedes tonale Schulterklopfen als gut gemeinter Seelenstreichler gilt. Da wollen die Beine wieder schneller, der Kopf hebt sich langsam aufwärts und das Wort Hoffnung verkommt nicht mehr zum zynischen Schimpfwort zwischen Stock und Stein. An der nächsten Gabelung sind sie nach 40 Minuten verschwunden, doch all die Melodien fliegen weiter umher, leise aber nachhaltig. Was, noch 176 Meilen? Sei’s drum, die erlebte Spielfreude hält standfest und wach.


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Daumen hoch für DRINNIS.

Alles spuckt schon vorzeitig auf die anstehende Indoorsaison, dabei hat dieses Leben und Lebenlassen hinter der Eingangstür doch so manche Vorzüge.
Die so genannten Drinnis, welcher der Existenz in den vier Wänden nicht unbegründet mit Leidenschaft frönen, sind schon jahreszeitenbedingt wieder auf dem Vormarsch.
Hier folgt die Latte an Pro’s zum Überzeugen:

PRO DRINNI:

- man ist fast ausschließlich sich selbst ausgeliefert, ergo: abgesehen von Autoimmunerkrankungen kann vorerst nicht viel passieren
- Laune an wetterlichen Gegebenheiten anzupassen ist überflüssig
- akute körperliche Betätigungen wie Flucht oder Angriff sind nahezu auszuschließen
- Hyperaktion der Sinne durch zuviele eintreffende Eindrücke und Reizbestückung
- man weiß nicht, was man verpassen könnte
- Aussehen ist relativ
- durchgehend Stromanschluss für mögliche Nutzung virtueller Medien verfügbar
- kommunikative Dysbalancen liegen im Dunkeln
- alltägliche Abläufe sind besser zu koordinieren und gewährleistet
- der Begriff Haus- und Kammermusik trägt neue Bedeutung
- O2-Zufuhr kann selbstständig geregelt werden
- Hund/Knochen-Zusammenhang kann gut gelebt werden
- keine Scheiße am Schuh, keine unfreiwillig feuchte Unterbüchs, kein Schlagabtausch der non-verbalen Art
- Stille ist Freund bzw. zweites Ich


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JULY SKIES: THE WEATHER CLOCK

JULY SKIES: THE WEATHER CLOCK: MAKE MINE (CARGO RECORDS): 2008

Ihr kleiner Reisebegleiter.

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Man muss nicht immer verliebt, ein gefühlstechnisch weich erbautes Wesen oder Ökotrophologiestudent sein, um einen spätsommerlichen Nachmittag unter Apfelbäumen genießen zu können. Die still stehenden Gewächse lassen die letzten tief schürfenden Sonnenstrahlen nur bedingt zur Wiese gelangen, die Vögel und Grillen geben mit ihren mehr oder weniger dezenten Lauten ihr Übriges um die anheimelnde Picknickatmosphäre nahezu perfekt zu machen.

Dabei sollte schon seit 2002 jedem klar sein, dass sich neben dem obligatorischen Stück Pflaumenkuchen plus Kaffee mit Milch, nur noch eine Scheibe der Wahl aus dem angelsächsischen Hause > July Skies < auf der Decke platzieren braucht, und man hat die grüne Bilderbuchsitzung tatsächlich live vor sich.

> July Skies < sind eine sowohl visuell, als auch musikalisch vollkommen stilsichere Ambientformation, die ihr Gespür für fein gesponne Klangwelten auch auf der aktuellen Veröffentlichung namens „The Weather Clock“ wieder gekonnt unter Beweis stellen.
Gerne kann man das Dream-Pop nennen, Postrock ohne Ausbrüche aber dennoch mit Spannungsbogen, würde es auch treffen.

Allein die Songtitel lassen schon erahnen, wohin die Tonreise gehen soll: „Branch Line Summers Fade“ oder „Girl On The Hill“.
Schaut man sich die offiziell genannten Einflüsse an, folgen solch treffende Aussagen wie „Lost Youth, Post-War Britain & The Sound Of Children Playing Faraway“. Da schlagen die geistigen Verknüpfungen Purzelbäume.

Dass gerade im Jahr der kommerziellen Entdeckung atmosphärischer Gitarrenmusik dieses Kleinod völlig hinten über fällt, ist mehr als bedauerlich.
Für alle kommenden Sonntagsausflüge gehört dem zu Folge eines stets in den Korb gepackt, siehe oben.


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LULU ROUGE: BLESS YOU

LULU ROUGE: BLESS YOU: MUSIC FOR DREAMS: 2008

Diagnose: Ein schwarzes Blubbern.

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Es ist genau diese Nacht.

Alles scheint still zu stehen, gleichzeitig jedoch klopft und pocht es aus allen erdenklichen Ecken. Stimmen flüstern zurückhaltend und dennoch eindringlich. Kühle Distanz reicht unbedenklicher Wärme die Hand. Parallel ziehen kahle Felder und verlassene Altbausiedlungen am Auge vorbei. Es wird getanzt, ohne Gesichtsausdruck. Das schlägt sanft aber tief. Katatonie vs. aktiviertem Sympathikus. Apathisch starren, aber dabei hektisch voran. Musik für Träume? Schwarz-weiß. Danke.


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Fall 20.

T. aus G.

01] Hilfe, mein Posteingang…

…besteht nur aus Kettenmails.

02] One coffee 2 go…

Deckel drauf und weg.

03] Die Fabel vom transsibirischen Landwirt…

…kennt doch niemand.

04] Kurzschlussgefahr…

…ist ein Risiko für Herzpatienten.

05] Abtauen-Girl…

…was muss dabei beachtet werden?

06] Digital ist besser…

…bei solchen Songs Ruhe bewahren.

07] Step back from Barbados…

…step forward to a neighbouring village.

08] Wenn jeder Tag ein Sonntag wär…

…würde ich an Adipositas erkranken.

09] Es gibt kein WIR…

…denn das ist der Plural.

10] Heute: Galerie der Ahnungslosen…

…und alle sind dabei.

10 1/2] Silence / Violence / Wireless…

…ist eine konflikthafte Situation.

11] Und er verkam zu seiner eigenen Parodie…

…mit einem verspottenden Charakter.

11 1/4] …Schwester sein, dagegen sehr…

…weibliches Geschlecht.

12] Aber den Müll bringst du runter!…

…muss ich den auch sortieren?

13] Disqualifikation in der letzten Runde…

…wieder alle Regeln gebrochen.

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LADY GAGA: THE FAME

Zwischen Boxenstopp und Zuckerwatte.

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LADY GAGA: THE FAME:

INTERSCOPE (UNIVERSAL): 2008

Mädels, natürlich seht ihr alle herrlich aus, wenn ihr so bedrückt zwischen Klavier und Wiese eure kleinen Liebeslieder schmachtet.

Doch irgendwann ist man der weiblichen Melancholie überdrüssig und die gute alte Girl-Power schreit nach neuen Abschüssen.

Da kommt diese verstrahlend blondierte New Yorker Selbstinszenierung namens > Lady Gaga < gerade richtig. Statt einer Reise durch die weiblichen Gefühlswelten, geht es mit ihr geradewegs in das Reich der Oberflächlichkeiten. Genau dort, wo es glitzert und funkelt, wo ordentlich geschüttelt wird und die Jungs willig Parade laufen.

Sie selbst versteht sich als provokante Künstlerin, beim Rotieren von „The Fame“ wird einem jedoch mehr deutlich: Sie steht auf Eurodance, Gwen Stefani, kompakt gesetzte Popsongs ohne seelisches Rückrat und vor allem sich selbst. Na hallo? Da müsste sich doch karrieretechnisch was machen lassen.

Und nun? Wer keine Angst vor catchy Refrains mit stimmlichem Potential hat, hört mal bei den offensiven Überohrwürmern „Boys, Boys, Boys“, „Beautiful, Dirty, Rich“ und „Just Dance“ rein. Wer da nicht heimlich vor Spiegeln tanzt, ist erwachsen oder selber schuld.


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Das ultimate Herbsthoroskop.

Einsicht ist der einfachste Weg zur Besserung. Der Sommer ist Geschichte, zurück bleibt außer Narben, vollen Handyspeichern und neu gewonnenen Zwängen und Erfahrungen nicht viel. Rückblick adios, hier kommt die web-gewordene Glaskugel für deinen ganz persönlichen Herbst. Erfahre heute das Drama von morgen. Teilweise mit mehr Gewehr denn Gewähr.

Wassermann (21. Januar – 19. Februar)

Nun komm endlich mal wieder runter. Die sonnenverblendete Ära ist soeben zu Ende gegangen. Also zurück auf den Boden der Tatsachen, ohne Sonnebrille und all den nebensächlichen Tamtam. Das kann natürlich weh tun, schließlich sind Wolkenfliegerein immer sanfter als Betongänge. Besser ist jedoch, du merkst dies selbst, ohne Eingriffe von außerhalb.

Bitte meiden: Flaschenpost voller Nostalgie.

Beste Zeit: Alles ab der tatsächlichen Ankunft in der Herbstsaison.

Songtitel: Come down.

Fische (20. Februar – 20. März)

Au weia! Da ist aber jemand voller Tatendrang. Wärst du erneut in der Kindheit, ständen Drachenbau, Bucheckern sammeln und wahnwitzige Blättercollagen basteln auf dem Plan. So sind es eben irgendwelchen Werkelein am Automobil bzw. der Wohnungseinrichtung, Sammeln von Telefonnummern und Nummern im speziellen und Basteln von Anmachen oder eben Ausreden.

Bitte meiden: Räume der Stille.

Beste Zeit: Herbst.

Songtitel: Always Hardcore.

Widder (21. März – 20. April)

Mit dem Laub fallen auch deine Emotionen gen Keller. Resignation, Stagnation und ergo herrscht im Umfeld Irritation. Einigeln ist machbar aber geringfügig sozial. Abstand geht ja in Ordnung, doch wenn später aus minimal maximal geworden ist, stehst du alleine im Dunkeln.

Bitte meiden: Postrock.

Beste Zeit: Tage mit mehr als 2 Sonnenstunden.

Songtitel: Far away.

Stier (21. April – 20. Mai)

Endlich wird die Ernte eingefahren. Und gemessen an dem, was du in den Sommermonaten an Vorarbeit geleistet hast, wird sie von amtlich bis amtlich recht positiv ausfallen. Das Herz lacht, das Portmonee sowieso, vom Selbstbewusstsein ganz zu schweigen.

Bitte meiden: Neider.

Beste Zeit: Mindestens bis zum Winterstart.

Songtitel: You get what you give.

Zwillinge (21. Mai – 21. Juni)

Mütze auf, Kapuze bestenfalls zusätzlich, es wird nämlich stürmisch. Einige Veränderungen werden dein Dasein mächtig durcheinander wirbeln. In all dem Trubel wirst du zwischenzeitig die Orientierung verlieren, aber sei gewiss: So eine ungewollte Neuordnung bringt nicht nur Negatives zu Tage.

Bitte meiden: Haarspraymangel.

Beste Zeit: Alles unter Windstärke 2.

Songtitel: Shut doors and windows.

Krebs (22. Juni – 22. Juli)

Haha, du kommst zu spät. Die Tage der Massenansammlungen sind vorerst vorbei, jetzt gestalten sich Interaktionen aus erster Hand wieder schwieriger. Auch leicht dämlich, so torschlusspanikmäßig jeden verbleibenden Tag ohne Regenguss und über 16 Grad noch rasch mit ordentlich Aktivität und erzwungener Mehrsamkeit verbringen zu wollen. Du bekommst den Sommer nicht zurück, soviel steht fest, was aber eine nette Herbstzeit nicht vollkommen ausschließen soll.

Bitte meiden: Summer-Return-Feten.

Beste Zeit: Mit Glück ab Mitte Oktober.

Songtitel: My own summer (shove it).

Löwe (23. Juli – 23. August)

Angst, Panik und seltsame Anwandlungen. Dein Herbst liest sich wie ein What-is-what der psychischen Auffälligkeiten. Du bist überfordert, schnell gereizt und stimmungstechnisch überwiegend jenseits von gut. Aber Vorsicht: Ein paar einzelne Mitmenschen versuchen mehr als einmal diesen dubiosen Bann zu brechen, stetige Gegenwehr wäre dumm und im Rückblick später sogar fatal.

Bitte meiden: Schattenspiele.

Beste Zeit: Nach Sonnenaufgang und ohne Stimmen im Kopf.

Songtitel: The night I lost my head.

Jungfrau (24. August – 23. September)

Amore Amore. Mehr muss gar nicht gesagt werden. Rote Wangen, verstohlene Blicke und vor allem gestohlene Herzen. Volltreffer für dich, Ofenschuss für den Freundeskreis. Altes Dilemma, dessen du dir bewusst sein musst.

Bitte meiden: 24h Beziehung.

Beste Zeit: Nach einer ernst gemeinten Liebeserklärung.

Songtitel: Love burns.

Waage (24. September – 23. Oktober)

Willkommen auf der mehrwöchigen Berg- und Talfahrt. Diese nennt sich dein Leben im Herbst 2008. Du musst schon gut ausgeschlafen sein und gut gefrühstückt haben, um diesen Wechselritt unbeschadet zu überstehen. Ein bisschen Abwechslung schadet nie, nur kann es einen in deinem Falle auch mal aus dem Sattel werfen. Tage zum Umarmen, Tage zum Abspucken, Tage zum Einfrieren- das alles in der unvorhersehendsten Mischung. Alle Achtung!

Bitte meiden: Unausgeheilte Magenreizungen.

Beste Zeit: Die Erholungstage irgendwo dazwischen.

Songtitel: Down and under.

Skorpion (24. Oktober – 22. November)

Es gibt ihn nur sehr selten und meistens kommt er absolut unverhofft und vergeht natürlich viel zu schnell. Der eine Tag, von welchem man noch ewig zehrt. Genau, der eine Tag. Du wirst ihn erleben. Ob Glückstag, Freudentag oder wie auch immer genannt, er wird dich ereilen, mit Garantie. Lass ihn dir rechtzeitig patentieren, mache Fotos, Videoaufnahmen oder Gemälde, it will be one of a kind.

Bitte meiden: Übertriebene Vorfreude und Fehlarme.

Beste Zeit: Na wann wohl? An DEM Tag.

Songtitel: It only took a day.

Schütze (23. November – 21. Dezember)

Betitele deinen Herbst am besten schon vorzeitig mit > Festival der Triebe <. Es ist nahezu erschreckend, wie sehr du über Monate hinweg alle antrainierten Normen ad acta legst, von Hemmungen gar nicht zu reden. Schuld ist daran selbstverständlich, neben dem Hormonhaushalt, der Missbrauch von Genusmitteln. Sei vorsichtig, sonst geht die urplötzliche Sturm- und Drangphase ganz schnell in die Hose bzw. läuft in dem Bereich genau gar nichts.

Bitte meiden: Entfernung der Kinderschutzoption (TV/PC).

Beste Zeit: Die Zigarette danach.

Songtitel: The Paris Hilton Sextape.

Steinbock (22. Dezember – 20. Januar)

Sicher vermisst dein Körper die Sonnenzufuhr, was allerdings kein Grund ist, den Begriff > Trauerkloss < neu zu definieren. Melancholie als Grundeinstellung ist eine Möglichkeit, jedoch keine gute. Abgesehen davon, was du um dich rum alles verpasst bzw. gar nicht wahrnehmen möchtest, verkommst du im Umfeld ganz knapp zur Parodie der Saison.

Bitte meiden: Schminkkoffer und Dachterrassen um Mitternacht.

Beste Zeit: Vor dem Wecken.

Songtitel: Back to black.

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DREDG: HAMBURG: MARKTHALLE: 02.09.2008

Vorwiegend heiter.

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DREDG / LONG DISTANCE CALLING: HAMBURG: MARKTHALLE: 02.09.2008

Es steht ein Konzert an, und zwar eines von einer dieser sogenannten Lieblingsbands. Erkennbar schon daran, dass vor den Toren der Markthalle Fachgespräche zu vernehmen sind, die eindringlich die potentielle Setlist behandeln, genauso wie Gerüchte über neues Material und allgemein die freudige Aufregung, dass es heute so weit ist.

Weiße Schilder zeigen ein „Ausverkauft“, die ersten Luft schnappenden Besucher schon Schweiß auf der Stirn.

„Long Distance Calling“ zelebrieren in ihrer Vorbandfunktion die packende Fassung Postrock, welche das klasse Debüt „Satellite Bay“ bereits verspricht. Vorhersehbare Laut/Leise- Wellen sind hier Fehlanzeige, bei dem sympathischen Münster- Dortmund -Mannheim- Kollektiv regieren komplexe Soundwände ganz ohne zähfließenden Verkehr. Da ist mehr als nur Höflichkeitsapplaus verdient, jeder neu gewonnene Fan sowieso.

Gegen 22 Uhr wird es recht eng, gut klimatisiert und endlich dunkel:

„Yeah yeah, Hamburg“ genügt erst mal als bodenständige Begrüßung.

Was folgt, ist eine Lehrstunde für progressive Rockmusik, dennoch nicht ganz ohne Schattenspiele.

Die Songauswahl ist natürlich schlau, aber statt all der offensichtlichen Hits mit noch immer gültigem Haltbarkeitsdatum, hätte man die existierenden Pole des > Dredg <-Kosmos gerne auch offensiver ausgelotet gesehen. Die gut gestimmte Meute zeigt sich durchweg begeistert, ob bei atmosphärischen Evergreens der Sorte „Same Ol’ Road“ und vor allem „Bug Eyes“, oder auch den vier neuen Songs.

Die Marschrichtung der folgenden Platte wird hier deutlich aufgezeigt. Dem Ritter Sport- Motto soll anno 2009 noch stärker gefrönt werden: Quadratisch, praktisch, gut. Aber leider auch mit zuviel Ballaststoffen, denn irgendwann ist der Pathosgipfel erreicht, die plakative Schlichtheit des Popgedanken überstrapaziert.

Sorry > Dredg<, auch euer so oft betitelter Artrock kann mal aus der Art schlagen.

Die leichte Ernüchterung ob der fragwürdigen Aussichten läßt die Begeisterung über die ausgefuchsten Effektspielerein im Hier und Jetzt nicht aus. Überraschende Einwürfe und dubiose Wendungen im Programming werfen die Portion Unberechenbarkeit in die Runde, die weiter zu erhoffen war.

Wie jedes Konzert endet auch dieses mit dem Passieren des Eingangs und damit des „Ausverkauft“- Schildes. Man drängt sich an den Fanscharen vorbei und betet geradezu innerlich nur eines: Bitte lasst niemals das T am Wortende aus. Danke im voraus.


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