Corvonism

Your disco needs you.

August 9, 2008
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„ Your disco needs you „ posaunte > Kylie Minogue < zu Beginn des neuen Jahrtausends mit altbackener Beatinstrumentierung und gewagt unschönem Videoclip in die Welt hinaus.

Natürlich hat sie recht, ohne uns sind all die Tanzlokale nur schlechte Beheimater von Nebelmaschinen und Studentinnen mit Finanzproblem.

Dabei hat diese Einrichtung doch immer mehr an Relevanz verloren.

Nein, Musik behält beim ausgehwilligen Publikum seinen Stellenwert bei, doch in Zeiten von Last.Fm, wo jeder ein potentieller Playlist-Ersteller und DJ plus Musikkenner von Grönland bis Marokko sein kann, hat der Mensch hinter dem Pult nahezu ausgedient.

Wer lässt sich im Jahre 2008 denn noch aufdiktieren, womit die wertvollen Wochenendabende klangtechnisch begleitet werden.

Gut, gibt es Tequila zum halben Preis oder hat man Besuch von früher im Haus, ist die Disco-Entscheidung nicht unschlau. Stimmung all inclusive.

Ist man jedoch abgesehen von reiner Feierlaune unterwegs, zeigt sich die inzwischen natürlich als Club betitelte Option wenig effektiv, denn Musikinteressierte trifft man woanders. Und da ist doch das Problem.

Sind die Jockeys heute einfach zu eingefahren oder vom Geschäftsführer dermaßen in die Mangel genommen, dass jedes Experiment von vorne herein abgebügelt wird?

Die größten Hits der 80er, die meisten Kracher vom neunten Crossover- Sampler oder die abgehangensten Heuler der vergangenen Sommersaison- das alles geht und letztlich geht dementsprechend nichts.

Natürlich bieten gerade die Großstädte ihre ausgefallenen Mottoparties und Untergrundtreffen, das bleiben aber meist kurzfristige Nebenschauplätze oder sie verkommen, wie im Indietronic-Hype 2007, zum fetten Allerweltsdate.

Es regieren die alten Hüte, der potentielle Gast wird sofort als dummer Konsument degradiert, Experimente ungelegen.

Neue Musik scheint gefährlich. Was zwischen musikalischen Blättern wie Intro, Fuze oder Spex an neuartigen Veröffentlichungen hoch gelobt wird, passiert nicht in deutschen Diskotheken. Da schauen erschreckend oft irritierte Menschen vorm Plattenteller hervor, wenn man einen der unzähligen Ratschläge einer aktuellen Musikzeitschrift als Wunsch anbringt. Dafür läuft dann eben je nachdem „Like a prayer „ oder „ Toxicity „ als total überraschendes Kontrastprogramm.

Wer schlägt denn nun in die Achse dese Bösen?

Die einfältigen Plattendreher, die wenig wagemutigen Ladenbosse oder doch der dämlich erwartungslose Mob, der nach Feierabend alles außer neue Tonoptionen möchte.

Die große Angst vor der Alternative?

Wann oder wer startet die diskothekale Revolution?

Antwort offen, Lösung gefragt.


Veröffentlicht in LE SPECIALE

Das offizielle Corvonisse [I].

August 6, 2008
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Das teuflische Dutzend Verhaltensregeln (ohne Reihenfolge):

NICHT NICHT NICHT TUN >>>

01] Joghurtdeckel blank lecken

02
] während Gesprächen die eigenene Fingernageldreckschicht betrachten

03] Blumen mit der flachen Hand schlagen

04] sich mit Styropor massieren

05]
Fingerbeere befeuchten bevor Buch/Zeitschriftenseite umgeblättert wird

06] Fliegen mit Schnecken zusammen in einem Terrarium halten

07]
Klobürste als Mikro beim heimlichen Karaoke im Bad verwenden

08] gerade geernteten Ohrenschmalz im Halbbogen davon schnippsen

09] barfuß Rolltreppen entgegen gesetzt laufen

10] vom Balkon ab 2. Etage abwärts aschen

11] kauen, lachen und schlucken parallel

12] fremden Schweiss sammeln

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Veröffentlicht in DAILY DRIVE

IN/OUT [AUGUST].

August 3, 2008
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[IN]

+ Selbstkontrolle, wenn es die anderen schon nicht tun.

+ Zelterei. Sorry, Campen ist tatsächlich wieder Richtung auftsteigendem Ast, natürlich inklusive all seinen Contrapunkten…living in a vacuum.

+ Überraschungsaktionen im Partytrubel, z.B. abruptes Kippenausdrücken im Tequilaglas der blonden Amazone an der Theke, irritierende Fluchtaktionen und verbale Entgleisungen gehören nicht dazu.

+ Weltuntergangswetter, plötzlich können alle rennen und kriegen mal den Mund oder eben Schirm auf.

+ die weibliche Version des Torwarts: Torwarze.

+ 3 Tage wach. Jaja, Dorfpartyslogan und aufgesetztes Wochenendmotto auf der einen Seite, unbeabsichtigte Lebensweise auf der anderen.

+ die Stimmung „BLAH“, weil überdurchschnittlich oft passend und aussagekräftig.

+ die dedektiv hochwertige Frage: Wer hat den Schuh kaputt gemacht? XY völlig ungelöst, Zeugenaussagen herzlich willkommen.

+ windige Treffen am Meer. Sand im Mund, Käfer im Auge, Rauschen im Ohr- ja, da kommt Stimmung auf.

+ selbsthergestellte Präsente ohne Verschenkungsanlaß, ist wie Praline oder Rosen in cool.

+ Schnappschüsse im Bahnhof gegen Entgelt aber für schlechte Resultate.

+ Platzverweise, von wegen Freiheit. Gesetze anzuspucken hält angeblich jung und weniger berechenbar.

[OUT]

- technikabhängige Krüppel, bei Stromausfall ist die Selbstständigkeit dahin.

- Panik verbreiten, für Unruhe sorgen, aufmischen. Das Fiasko-Fiasko-Festival wird doch erst aus der Taufe gehoben.

- Schweisssessions nach Mitternacht. Sich samt Dunkelheit in seiner eigenen Suppe suhlen, bleibt nichts weiter als ein flutschiges Desaster.

- Generation 55+ im derben Jugendlichkeitsstrom. Wo bleibt denn da die Vorbildfunktion?

- Ernährungsgespräche. Letztlich hungert jeder für sich allein bzw. du bist, was du isst.

- barfuß durch Metropolen. Scheiße am Zeh, Scherbe in der Ferse, Keime an der Wade > Hygienebeauftrage schlagen Alarma.

- Nachtmittagsschlaf. Zerebraler Todesstoß und gefühlter Arschtritt in einem.

- Divaismus. Mehr Mus als Muss.

- Arbeitswahn. Rächt sich, leider nicht finanziell.

- das Leben aus der pararealen Traumperspektive, nur ohne Schafe zum Zählen und Kissen zum weichen Betten.

- die Umgebung, nicht sich selbst in Frage stellen.

- Ausgang nicht finden. Exit, please!

- deutlich hörbare Bauchgeräusche zwischen Wellengang, Blubberei und geschüttelter Colaflasche.

- allzu offenherziges Gähnen in der Gesellschaft, lässt weiter blicken als nötig.

- Spruch: Auf einem Bier lässt sich schlecht stehen. Dann doch lieber: Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps.


Veröffentlicht in IN / OUT
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