Wettervorhersage: Eher Königlich.
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CULT OF LUNA: HAMBURG: HAFENKLANG EXIL: 03.JULI 2008
Wenn die Hitze in den Straßen unerträglichen Platz einnimmt, dass man von kalten Fliesen oder noch kälteren Gesichtsmasken träumt, weiß man, dass sich da oben schneller was zusammenbraut, als die Sonnenbrille abgesetzt ist.
Dicke Luft, die zum Fächern zwingt und auf Regen hoffen lässt.
Und er kommt, und wie er kommt. Es prasselt, es schüttelt, es knallt abwärts, dass einem der Schirm leid tut.
Der Unwetter-Atmosphäre entsprechend, laden die schwedischen Herren von >Cult of Luna< zum abendlichen Stelldichein. Gemäß der aktuellen Scheibe >Eternal Kingdom<, sollte es keinesfalls eine lieblich schwebende Nachtwanderung werden.
Statt der immer präsenter gewordenen Postrock-Elemente in der jüngeren Diskographie, wird 2008 live weniger geflattert. Wieder mehr Wolfsrudel als Glühwürmchen. Erfreulich, gerade in Zeiten, in denen der allgemeine Wunsch nach musikalischen Flugreisen immer größere Ausmaße annimmt.
Gut, der Sound ist leider eher medium abgemischt, tut dem Erlebnis zum Donnerstagabend dennoch keinen Abbruch. Frontmann Johannes Persson starrt mit bereits bekannter Miene der Ernsthaftigkeit in die überschaubare Meute. Ansagen braucht kein Mensch, Leiter auf der Bühne bisher eigentlich auch nicht. Die Wall of Sound ohne große Entertainment-Haschspiele.
Es bedarf keiner Zugabe, schließlich wird sich knapp 90 Minuten lang herrlich ausladend und dennoch kompakt durch musikalisches Sumpfgebiet geschleppt, dass die Anwesenden freudig gestimmt den Heimweg antreten können. Hoffentlich mit festem Schuhwerk.