Girlpower im Schnelldurchlauf.
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AVRIL LAVIGNE: MÜNCHEN: ZENITH: 17.JUNI 2008

Mit einem Pfeifkonzert in den Gehörgängen, offensichtlichen Buhrufen auf den Lippen und vielen hängenden Schultern kann doch kein Popkonzert zu Ende gehen. Das wäre fatal, schließlich sind die doch nicht die Opposition. Und so war spätestens beim komplett leer gekauften Merchandisingstand klar, dass die Fans zwar erst mal schmollen, schlussendlich aber doch das Taschengeld für rosa Fahnen, Anhänger, Poster, Leuchtröhren etc. spenden.
Schnell verdientes Geld für die liebe Avril. 50 Minuten reine Spielzeit sind natürlich bei fast 45 Euro eine Frechheit, da gibt es nichts zu rütteln. Wichtig jedoch, wie diese Zeit gefüllt wird.
Im Falle > Avril Lavigne < erwartungsgemäß mit der satten Ladung US-Entertainment. Da können obligatorische Show-Accessoires wie die riesig blinkende Videoleinwand, welche das jeweils passende visuelle Beiwerk liefert, und ein hippes Tanzensemble, als mehr oder weniger notwendige akrobatische Songbegleitung, natürlich nicht fehlen. Dreh- und Angelpunkt des Geschehens bleibt die Dame in blond. Und mit amtlich Feuer unterm Popo wackelt sie sich durch ihr Set. Da sind die inzwischen auch schon 6 Jahre alten Gassenhauer der Sorte > Complicated < oder > Skaterboy < gut neben den Tanzfegern und inzwischen auch musikalischen Aushängeschildern > Girl friend < (unnötigerweise gleich doppelt performt) und dem Titeltrack der aktuellen Scheibe > The best damn thing < platziert. Wirkte die Avril von damals wie das leicht naiv-wütende Pendant zum Cheerleader- Highschool- Mob, scheint sie inzwischen doch eine von ihnen zu sein. Da richten die Totenköpfe, gebrochenen Herzen, Gitarrenriffs im simplen Punkpop- Style und obligaten Schimpfwörter auch nicht viel aus. Sie ist ihre eigene fette Marke geworden, wo irgendwo alles passt, wenn auch mit einem verschmitzten Lächeln hinter dem Mittelfinger. Wer das hier Punk nennt, denkt auch, Avril wäre eine große Drummerin.
Soviel Mittel zum Zweck lässt sich nicht mal übel nehmen. Für die aufgeregt schreienden Mädels ist sie die kecke große Freundin. Wie lange da die Treue gehalten wird, bleibt offen. Mehr der süßlichen Balladen hätten sich jedoch so einige noch gewünscht, zuviel Krach tut ja schließlich niemals gut.