
Sie tun weh, sind unumgänglich und wie zu lange gelagerter Ohrenschmalz: Radiorockballaden anno 2008.
Nicht, dass die Schmonzetten der Vergangenheit dadurch an Qualität gewinnen, aber was derzeit so durch den Radiosumpf gezogen wird, spottet jeder Scheidung. „Mach doch mal Radio an!“, sollte als Aussage verbannt werden. Wenn schon Popmucke, dann bitte nicht von Typen mit mehr Geseier statt Eier. Okay, Testosteron hat auf den Frequenzen nicht viel zu suchen. Die Birgit am Bügelbrett lässt sonst Vatis Sonntagshemd anschmoren, aber trotzdem. Die 80er haben bekanntlich schon mehr Längen als nötig, aber diese neue Sparte Musik macht dagegen fast Angst. Melodien mit Gefühl? Spucken! Gänsehautgarantie für den Mensch zwischen Klingeltonfraktion und Querbeethörer. Unecht wie ’ne Rolex vom Marktstand am Dienstag. Sollen Songs doch systematisch ablaufen, aber diese Songkonstrukte sind wahrlich erschreckend. Wer den Scheiß hört, ist selber schuld bzw. einfach doof.
Es lohnt sich ja nicht mal tiefschürfend an diese Thematik ranzugehen, weil Gift und Galle stärker sind als Anstand und konstruktive Kritikführung. Männer in den Endzwanzigern, die sich ihre Kreativität und Glaubwürdigkeit entweder von Menschen mit schweren Koffern oder Mädels mit leichten Kleidchen haben abnehmen lassen oder einfach nur grundsätzlich beklopfte Songwriter sind, die Balladenbrei als ausreichend gewürzte Suppe sehen. Kennst du eins, kennst du alle. Hasst du eins, hasst du sie alle. „Das Lied ist aber echt schön“, zählt nicht. Mit 3 Kindern im Automobil ist die Beschallung auch nur bedingt gerechtfertigt, weil dann schon im Alter X falsche Assoziationen zur Thematik >Rock< gezogen werden. Da können peinlich berührende R’n B-Häschen ohne Musikverständnis durchs Radioprogramm hoppeln oder ein lang nicht mehr blühender Evergreen von Vorgestern schief quaken, richtig panne wird es, wenn die so bunte Mixtur mit einer Radiorockballade pro Songblock beschmutzt wird. Mitsingen fehl am Platz, Mitfühlen Todsünde. Und ja, liebe Kuschelrocker, fummeln bei dem Lappengesäusel ist strafbar, man kümmert sich drum.
Die besten Beispiele für schlechte Ohren dank Radio on the softrocks:
Hoobastank – Reason
Sunrise Avanue – Fairytale gone bad
Plain White T’s – Hey there, Delilah
Nickelback – Far away
Stanfour – For all lovers
Rob Thomas – Little wonders
Reamonn – Allright
Snow Patrol – Chasing cars
Three Doors Down – Here without you
Linkin Park – Shadow of the day
Razorlight – America
Incubus – Love hurts
Revolverheld – Ich könnt’ die Welt verändern
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aber die sind doch (fast) alle sooooooooooooooo schön! und so sehr wie amy macdingsbums gehn sie mir allemal nich aufn sack… ende im gelände!
Kommentar von susn — Mai 16, 2008 @ 4:13
so, und chasing cars ist auch ein super lied. ansonsten kann ich da nicht mitreden…wer hört denn heutzutage noch radio? meine mutter…
Kommentar von phine — Mai 18, 2008 @ 9:29