Corvonism

MAI: [IN/OUT] | Mai 4, 2008

+IN:

+ Parties, die sich wie von Zauberhand ihren Weg bahnen und einen finden, ganz ohne Googelein oder breite Mund-Propaganda.

+ Ping-Pong-Gespräche mit ohne Inhalt, selten zeitlos jedoch kurzfristig euphorisierend. Da bleibt das Motto ohne Balken frei stehen: Ein Gehirn wäscht das andere.

+ Mümmeln. Besser als nagen und knabbern. Blonde Mädchen wissen möglicherweise Bescheid.

+ Sound of silence. Ja, ist so. Das Autoradio in Mute-Funktion oder den Hausmeister mal den Krach zum Feierabend verbieten und schon merkt man, dass nicht das Brummen der Hummeln oder dieses Regengetröpfel der Feind im Ohr ist. Vermeidet nicht nur Tinitus, sondern auch das allgemeine Gefühl durchzudrehen.

+ Slogans zur Weltverbesserung. Beispiel der Woche: Postrock statt Rosenkohl. Potentiell für die kommende dann: Liebe wird aus Wut gemacht.

+ Lokale als Heizdecke. Meist diese mehrfach abgetrennten In-Schuppen mit Salaten nicht unter 12 €. Probleme mit dem Parasympathikus flüchten automatisch, der gefühlten All-Around-Wärmflasche sei Dank.

+ Ülker-Halley-Kekse. Die neuen Knusperfreunde vom türkischen Market am Straßeneck. Etwas trocken, aber ergiebig und eigensinnig. Bei Bedarf gerne das Produkt mit einem Menschennamen der Wahl ersetzen.

+ Bügelbrett. Abgesehen von der eifrigen Tante und Mutti, eher ein Nischendasein fristend, aber eben unbegründet. Knitterhemden sind was für Terry und David, Hosen mit Schieffalte kommen panne rüber. Also nicht so anstellen, sondern aufstellen!

+ Events mit plakativen Titeln. Was soll das Geeier und Rühren im Brei. > Black-Metal-Party in Volteroda < oder > Porno-Treffen-Bremen < sind nicht falsch zu verstehen und verkaufen einem nicht Brause für’n Felsquell.

+ Raubtiergeruch im Kleinwagen. Lass ihn raus den Tiger oder so.

+ Open-Air-Frühstück nach durchzechter Nacht. Macht einem erstmal richtig den desaströsen körperlichen Zustand bewusst, gleichzeitig die viel zu selten gesehene Schönheit des Morgens danach. Kann nicht jeder genießen, sollte auch nicht. Was wäre dann 07:12 Uhr nur beim 24h-Bäcker an der Kreuzung los.

+ http://www.toilettenpapier-sammlung.de/. Links zu Toilettenpapierherstellern weltweit, Themen wie Falten und Wickeln, interessante Gallerien und jede Menge mehr zum verdrängten Hilfsmittel. Bei zuviel Maiwärme als nette alternative Stöberseite zu empfehlen.

_OUT:

_Die ranzigsten Lokale der Stadt bewusst aufsuchen, solange man nicht offiziell Feldstudie betreibt (für Bezahlung). Wo ranzig-da tanz ich!, denken sich eh viel zu viele Nasen.

_Grundsatzdiskussion: Weckeralarm! Ein ewiger Reibungspunkt der Gemüter, schließlich ist es noch immer unklar, ob der einprogrammierte Klingelstreich eher einmalig zum abrupten Erwachen oder eben heran- und wieder davonschleichend über Stunden gezogen, das Obligatum darstellt. Nur bitte ausstellen, wenn mehr als 3 Tage die Wohnung verlassen wird. Nachbarn gibt es schließlich überall.

_Momentaner Gossip, weil zum Abgewöhnen. Okay okay, Robbie ist jetzt adipös, Mariah heimlich unter der Haube, Mariah züchtet Nachwuchs heran, Pete wieder auf freiem Fuß, Jimi Hendrix und sein Flotter Dreier auf Videotape, ein Disney-Mädel zeigt Haut und Paris Hilton hat auch Lust auf einen Ehering. Beugt alles gut dem Sommerloch vor, ist aber abgesehen von letzter Nachricht keine offenen Münder wert.

_Vorwarnen von schlechten Geschenken. Schön blöd, die Spannung so zu bremsen bzw. sich selber zu ritzen, hat doch jeder seine eigene Ansicht von Freude, Enttäuschung und Scham.

_Abschleppen. Zwischenmenschlich längst fernab vom Tabu, auf das Automobil bezogen, nach wie vor lästig wie die Scheiße am Schuh.

_Inkonsequenz. Und wenn, dann bitte verstecken. Geht nicht um Inkontinenz!

_Anmache: Komm vorbei, das wird echt’n Spaß! > laaangweilig und recht schwach auf der Brust.

_Falsche Haltung einnehmen. Sowohl politisch ein feuriges Thema, in diesem Falle jedoch auf die adäquate Körperstellung bezogen. Nicht stand up and fight, sondern stand up right!

_Thema Wegwerfgesellschaft> Unterpunkt: Freundschaft. Soziale Selbstverständlichkeiten als Freundschaftsbeweis werten und auch einmaliges Nachfragen als deutliches Interesse am Gegenüber durchgehen lassen. Alles herrlich knorkig.

_Zappen. Hallo!?

_Plötzliche Eventflucht. Ein Unding, beim Kinoabspann wie entrüstet auf die husch schwindende Besuchermeute zu starren, beim offiziellen oder absehbaren Ende einer anderen Kultursause (Konzert, Puppentheater, Silberne Hochzeit) aber wie angestochen den Ausgang entgegen poltern. Durchatmen, Abgang vorbereiten bzw. inszenieren und Schlussakt in Ruhe aufnehmen.


Veröffentlicht in IN / OUT

1 Kommentar »

  1. Unglaublich wie aktuell diese Liste immer ist – auf meinen Kosmos bezogen. Sollte man mal Punkt für Punkt durchgehen damit du mir auch glaubst, aber dafür bin ich zu faul. Jedenfalls: <3-lichst gelacht mal wieder

    Kommentar von bollohorst — Mai 4, 2008 @ 12:27


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