Heute wird lamentiert, soviel steht fest.
Dimo, Gitarrist der Aschaffenburger Nachwuchskapelle > A NIGHTDANCERS LAMENT <, steht im Sinne seines musikalischen Quintetts einer unanständigen Latte an Fragen deutlich Rede plus Antwort, und dies im unkonventionellen A-O-Style. So here we go!

A wie Aschaffenburg: Laut landläufiger Meinung ist die Stadt samt Umgebung als glücklich, ausgeglichen und schuldenfrei bekannt, Kommentare gefällig/st?
Du hast die Floskel Aschaffenburg – das bayerische Nizza vergessen, ansonsten passt alles. Prima hier zu leben sag ich dir.
B wie Bandcontests:
Joa, eigentlich halten wir nicht so viel von Bandcontests, aber das sind die Gigs die wir bekommen.
Der harte Weg den Newcomerbands gehen dürfen, nicht immer ohne die weite Schere zwischen Pro und Contra, oder?
Ach Kritik und Feedback wird’s immer geben, solange man selbst an das glaubt was man da tut und sich seinen musikalischen Fähigkeiten bewusst ist, kann meist nichts schief gehen. Contra überlassen wir dann den Kritikerlieblingen.
C wie Credibility:
Jede Band braucht das. Zu Beginn hat’s keine. Wer es hat, sind Wichtigtuer.
Hardcore, oder was?
Hardcore, Metalcore, Whatevercore! Der Sound festigt sich langsam. Die Demo ist zwar diesjährig erschienen, aber die Songs sind teilweise schon über ein Jahr alt. Der aktuelle Stil neuer Songs geht eher in melodischen Screamo mit balladesken cleanen Gitarrenpassagen.

D wie Demodisc:
Muss man haben! Da simma dabei!
Ein siebenteiliges Kapitel für sich, bitte mal kurz aufschlagen!
Between a colliding world – Die klassische Abrechnungshymne. Sollte jede Band im Repertoire haben.
The exorcism of our poisoned minds – Bibelpassagen aus dem Exorzismus geklaut
. Wie der Titel schon sagt. Es wird Zeit für einen Exorzismus an einer vergifteten Gesellschaft, die in Lethargie badet und in Apathie untergehen wird.
Look! There is a message for you! – Eingängig, Poppig. Vielleicht sogar die Todsünde.
Payback Melancholia – Seltsamer Titel. Erfasst. Eines unsere ältesten Stücke. Geht darum niemals aufzugeben, egal wie hoffnungslos die Lage erscheint.
Interlude – Heutzutage ein MUSS für eine Gitarren-Band.
I’ve got a special iron maiden for you! – Auch die Ironie darf bei ANL nicht zu kurz kommen. Vor allem der Endsatz „Lying in your bloodbath – can you see the rising sun“ hat dieses düsterpoetische und doch irgendwie schrullige Ironie-Image.
My Catharsis – Wichtigster Song für die Band! Geht um Freundschaft und Zusammenhalt! Letzte Songzeile – vom Publikum erwünscht mitzusingen: I WILL NEVER RISK TO LOSE A FRIEND LIKE YOU!
E wie Erfolgsaussichten:
Gerne. Alles darf kommen, aber wir wollen erst mal über den überregionalen Status kommen, dann sehen wir weiter.
Welche Ziele sind da angestrebt, gerne auch fernab von realistisch?
Unser aller Ziel ist so viele Konzerte zu spielen, wie nur möglich und mit der Band so lange es geht eine tolle Zeit zu haben. Label, Vertrieb und Promotion-Agentur wäre auch was feines. Man nimmt alles mit was geht!
Wir sind nur ne Band vom Lande, bescheiden und pflegeleicht.
F wie Freundschaft:
Wichtigstes Kriterium im Leben! Niemals zu unterschätzen! Spiegelt sich auch thematisch immer wieder in den Songs.
Zusammenhalt und das Miteinander sind textlich ein deutlich führendes Thema…?
Du hast es erfasst!
G wie Grün-hinter-den-Ohren:
Schon gut möglich, aber liegt am Verneinen szenetypischer Strukturen. Jeder macht sein Ding und lebt seinen persönlichen Lifestyle. In der Musik geht es nicht um Szenepunkte!
Welche eher unangenehme Seite birgt das junge Musikerleben zwischen Probesessions und kreativem Reifeprozess in sich?
Unangenehm. Es ist für jeden das geilste mit den Jungs im Proberaum abzuhängen, über Musik zu diskutieren und an neuen Songs zu werkeln. Das man da auch mal von einer geliebten Passage lassen muss, wenn die Demokratie dagegen stimmt, ist dann schließlich das ärgerlichste.
H wie Herzblut:
100%JEDER! könn ar noch deutch mehr gehn. Liegt aber am Frust. Mit unserer Musik bekommen wir verhältnismäßig wenig Gigs. Mit stumpfem Hardcore wäre das dann wohl was anderes.
“so this is our life, our dream, our passion.
> share this with us !”?
Seid ein TEIL von ANL wenn ihr auf uns steht. Musik und Lyrics stehen dicht bei einander. Wir wollen sie mit allen teilen, die darauf stehen.
I wie Iron Maiden:
Liebt jeder. Kult. Leider werd ich wohl nie so spielen können.
Ganz obligatorisch, welche Verbindung herrscht denn da zu den altehrwürdigen Metal-Recken?
Unser Drummer ist Heavy Metaller und steht auf den ganzen Metal-Kram, unser Bassist ist da eher die Extreme-Metal-Variante.
Für den Rest ein kurzweiliges Hörvergnügen.
J wie Jede Menge Selbstironie:
Wird behauptet. Dabei fliegen bei uns öfter die Fetzen als bei ironischeren Kollegen.
Stets im Zusammenhang mit euch zu lesen oder hören. Was hat es damit auf sich?
Wir nehmen unsere Musik ernst aber machen bei dem ganzen Griesgrämig in die Leere schauen nicht mit. Lachen und Prügeln geht schließlich auch.
K wie Klassenbeste:
Welche Künstler haben euer Schaffen bisher eindeutig beeinflusst und wer wäre der große kollektive Headlinerwunsch?
Darüber haben wir noch nicht nachgedacht. Größter Einfluss wäre von meiner Seite >AFI< (alltime favourites), auch wenn ich mich hüten würde, diesen ehrenwürdigen Vergleich zu erstreben. Ansonsten viel New-School Hardcore, aber auch Metalcore Bands wie >As I lay dying<, >Darkest Hour<. Atmosphäre und Fragilität von >From Autumn to Ashes<.
Größter Headlinerwunsch: mir fällt es persönlich immer noch schwer, unsere Mucke einzuordnen, kann daher nicht sagen zu wem wir am besten passen würden. Alle Bands, die ich privat höre, haben nicht viel mit unserer Musik zu tun.

L wie Livehaftig:
So oft es geht!!!! Und definitiv immer ein Erlebnis. Abgehen und tight spielen heißt die Kunst.
Der Ruf einer wahrlich ambitionierten Liveband haftet euch an den Fersen, resultiert woraus? Wer sagt das?Wir spielen einfach alles. Egal wo. Egal vor wie vielen Leuten. Egal mit welcher Band.
M wie MySpace:
Joa, wir sind eine Myspace-Generation-Band. Die Gesellschaft ist schuld daran, dass ich so bin (ach ja, die gute alte Terrorgruppe).
The web is saving us all! Bekannterweise das Medium für Schaulustige und Schausteller, aber eben auch perfektes Pushmittel für Newcomerbands. Eure Erfahrungen?
Wir sind bei Myspace auf Platz 9 der Screamo-Charts, warum auch immer.
N wie Nachttänzer: Ist der Bandname tatsächlich als Seitenhieb auf die fortschreitend existente Spaßgesellschaft zu verstehen, und welche Gründe gibt es (nicht) zu tanzen?
Es fällt schwer, zu unserer Musik zu tanzen. Der Bandname leitet sich aus einer Kurzgeschichte ab, die ich geschrieben habe (auf meinem Blog zu lesen). Aber ansonsten stimmt es, wie du es interpretiert hast!
O wie Ooond, was es noch zu sagen gäbe: Grüße und geheime Botschaften?
Wir würden uns einfach freuen unseren Bekanntheitsgrad zu erweitern. Außerdem wollen wir jedem sagen, dass er nicht so engstirnig anderen Musikstilen zu sein muss. Einwenig mehr lächeln und sich selbst nicht zu ernst nehmen bitte, dann klappt es auch mit den Nachbarn! Grüße an alle Bands die sich den Arsch aufreißen und den Ball am Laufen halten!
Danke, Dimo. Wann die volle Reihe mit P-Z erscheint, wird sich zeigen. Bis dahin, adios und alles Gute an die Nachttänzergesellschaft!

www.myspace.com/anightdancerslament