Corvonism

Der dicke Bumms im Wald.

Für die einen ist es die härteste Versuchung, für die anderen die längste Peinlichkeit des Jahres: der Männertag oder auch Herrentag, gerne auch Himmelfahrt.

Dabei ist das doch neben all diesen pompösen Feiertagsepen wie Weihnachten und vor allem Silvester das organisatorisch unkomplizierteste Event. Wenn man es richtig anstellt, auch finanziell wenig ausladend.

Klar, körperlich gestaltet sich das überwiegend böse, jedoch positiver Natur.

Apropos Natur: Eine Woche nach diesem obligatorischen Donnerstagsquerschuss kann einem schon mal ein peinlich berührtes Gefühl erschleichen, schließlich ist das gesellschaftliche Tohuwabohu zwischen sprießender Wiese, flüchtendem Fuchs und Dickicht en masse schon fernab von Reife und Etikette.

Ja ja, Kirmes ist uncool, Scheunenpartys sowieso, von Stadtfesten ganz zu schweigen, aber dieses Fiasko mit Hauptschulniveau ist natürlich was anderes.

Wie dem auch sei, jedem das seine, den Typen da bitte das meiste. Pannen und Pleiten den Prozenten sei Dank.

Und warum zum Dreihorn vermittelt die sauerstoffreiche Wald’n- Wiesenluft das Bedürfnis, nicht grundlos verbanntes Volksliedgut aus den Rucksäcken zu packen und gen Lichtung zu tröten?

Das kühle Blonde aktiviert wohl das Langzeitgedächtnis und holt dann musikalische Weisheiten der Marke Sondermüll hervor.

Bestes Beispiel für ein vertontes Himmelfahrtskommando haben einst die Chartlegenden von > Boomtown < im Jahre 1994 frei gelassen. > Blow, boys, blow < nennt sich das gute Stück und ist eine Hymne vor dem Herrn.

Man sieht die zünftig abgehalfterten Seeleute direkt vor sich, mit Inbrunst schreiend, auf’n guten Hieb bzw. Hiebe wartend.

Der Clou der 90er-Fassung ist jedoch eindeutig die hippe Verknüpfung des althergebrachten Shantys mit elektronischen Spielerein, die nach Großraumdisko schreien.

Die Eurodance-Kollegen damals zitterten vor den satten Raps, manche technoide Deathcombo leckt sich noch heute die Stiefel nach den gut gefingerten Laserbeats, so treibend wurde es einem seit dem Jahre X eben nicht mehr besorgt.

So schön also der baumelnde Bierkrug und das eingepackte halbe Hähnchen auch sein mögen, vollwertig wird der heute vorgelobte Tag doch erst mit den Helden von > Boomtown <.

Sollen die sich mal einen sonnigen Lenz auf Malle mit den Tantiemen des alten Kassenschlagers machen, ab sofort wird ihnen jährlich einmal zumindest Tribut gezollt, und das sowohl feucht, als auch fröhlich. In diesem Sinne, auf zur Bank von Sacramento, oder eben auf die nächste vor dem Hochstand. Prost/ata!


Posted in LE SPECIALE

MUTE MATH: MUTE MATH

Nicht kühl und dunkel aufbewahren.

__________

MUTE MATH: MUTE MATH

2006: WARNER MUSIC

Man muss keinesfalls Weinkenner sein, um Geschmack selbstständig zu definieren.

Entweder es fließt eben genüsslich abwärts oder bleibt zäh und dröge auf halber Strecke stecken. Sobald das Gefühl des Wohlbefindens einsetzt, hat man schon alles richtig gemacht.

Womit wir schon bei > Mute Math < wären. Lassen wir die Rätselrunde, welche Sparte Musik diese nun offiziell bedienen.

Elektronischer Rock? Progressiver Pop? Ohrwürmer ohne Haken?

Klar ist bereits bei Hörrunde Nummer 1, die werden nicht nur einmal rotieren. Und im nu erwischt man sich, die Wiederholungsfunktion aktiviert zu haben.

Schon erschreckend zu bemerken, dass es sich unabhängig von Jahrgang und Herkunft um ein rundum gelungenes Gesöff handelt. Jeder Schluck ein Treffer.

Ob nun das vorwärts gehende > Typical < als Quasi-Opener, der schier unglaubliche Hit > Chaos < mit entschlossener Dauergarantie, die heimliche Cabriohymne > Noticed <, das herrlich verwunden tickernde > Stare at the sun < und ohne Frage das elegische Liebesgeplänkel > You are mine <, alles sitzt wie gut eingegossen.

Das gute dabei, dieses Gebräu ist dermaßen süffig, dass es sich sowohl in netter Männerrunde zum Freitag, als auch anheimelnder Kissenschlacht zu zweit oder eben privatem Tanztee im Stockwerk tiefer genießen lässt. Mund auf! Mute bleibt hier sicher nix, dafür aber lieblich statt trocken. Fraglich nur, seit wann der junge Sting wieder mit Mathematik anbandelt.


Posted in ROTATION

OC – CALIFORNIA

California-here we come.right back where we started from.

__________

OC – CALIFORNIA :

Zuviel Sonne benebelt die Sicht, und albern macht sie auch noch, und ungesund ist sie sowieso.

Was dagegen zuwenig Sonne mit Mensch und Umgebung anstellt, ist wohl weitaus fataler.

Darum also doch wieder mitten in die brütende Hitze, wo das Meer so blau herum strahlt, weit tragende bzw. mehrschichtige Kleidung fehl am Platz ist, der Schein des großen Glücks und allgemeiner Zufriedenheit dank der Schönheit ewiger Jugend aufrecht gehalten wird, und man einfach ein Teil vom großen Rad der Zeit sein möchte. Lebe den amerikanischen Traum, >welcome to the OC !<

Über vier Staffeln wurde die Upper Class von Newport zum Dreh- und Angelpunkt des Geschehens. Außenstehende sprachen da voreilig, lediglich eine weitere visuelle Ausgabe leerer Ideale und fader Klischees in den Startlöchern zu haben. Und sie gingen alle falsch in der Annahme, schließlich bewies Ideengeber Josh Schwartz ab August 2003, dass gut ausgeleuchtete Serienunterhaltung nicht immer eine städtische Klinik oder ein unrealistisches Schicksal als roten Faden bieten muss.

„Ich hasse diesen Staat. Ich hasse den Sonnenschein. Ich hasse den Ozean. Ich hasse Schwarzenegger.“

Einer der Zitate, die aufhorchen ließen, und einmal mehr bewiesen, dass die kalifornische Community letztlich auch nur mit Wasser kocht und hinter den Fassaden Abgründe lauern, die natürlich ballonartig aufgedunsen präsentiert wurden und gerne fernab des Alltags pendelten, aber eben über alle Folgen hinweg eines nicht vergaßen- den Unterhaltungsfaktor.

Das ist es doch grundsätzlich, warum die Röhre läuft- der Wunsch des Mitgenommenwerdens in etwas was Kontrast zu dem Geschehen vor der Haustür darstellt. Realitätsnähe hin oder her, es muss einen packen und nicht nachträglich zum Schämen bringen, eine weitere kostbare Stunde vergeudet zu haben.

In Orange County tickten die Uhren etwas schneller als in benachbarten Serienstädten, zwei Folgen verpasst und schon ist der Nachholbedarf immens. Das passierte ganz klar eher selten, dafür waren die Storyschreiber zu pfiffig und trotz wankender Quoten nach einem fulminanten Sendestart weiterhin in Höchstform.

Thematisiert wurde rückblickend fast alles was das Buch der Dramaturgie so hergibt:

Korruption, Psychopathologie, Homosexualität, Umweltschutz, Karrieresturz, Suchtproblematik, Ehebruch, Gewalt und noch mehr, was zwischen Highschool und Poolhaus, Strand, Mall und Kanzlei eben Stoff bietet.

Und das Interessanteste an dem Projekt kommt erst: die Figuren.

Auf den ersten Blick möglicherweise eher grob gezeichnet und auf Grund der meist eher kompakt gehaltenen Dialoge fälschlicherweise als konturenlos bezeichnet, im Verlauf der Serie lernt man jedoch jeden einzelnen Charakter nicht nur logischerweise besser kennen, sondern auch schätzen, versteht man möglicherweise erst später bestimmte Handlungen, Reaktionen und Verläufe. Da passiert auch ausgesprochen viel zwischen den Zeilen, so gerne man sogenannten Teenieserien Tiefe absprechen mag. Breitendeckend eher unbekannte Musik im Feld von Indierock und Singer/Songwriter- Pop zieht sich ihre Bahn von Folge zu Folge, mit dem Auftrag, die Bilder intensiver zu transportieren und die neue Sparte > OC-Musik < in die Gesellschaft zu tragen.

Nachdem inzwischen längst die letzte Klappe fiel, und die latente Vorfreude auf die Episode der kommenden Woche in alle Winde verflogen ist, fällt auf, was man eigentlich an diesem wöchentlichen Intermezzo so zu schätzen lernte. Solch eine perfekt inszenierte Halb-Persiflage der Reichen und Schönen Kaliforniens wird es wohl nie wieder geben, muss es auch nicht, bleiben doch die starken TV-Momente mit Langzeitwirkung zurück.

Und man vermisst sie alle.

Ryan Atwood, die männliche Hauptfigur, welcher ständig die Dämonen seiner Vergangenheit bekämpfte und zwischen Unentschieden und Aufgabe des neuen und dann wieder alten Lebens wechselte.

Marissa Cooper, Schönheit des Schulhofs, die einfach ihr junges Dasein in eine wildgewordene Achterbahn katapultierte.

Summer Roberts, die schrille Brünette mit der Überladung Energie, Motivation und Herz.

Seth Cohan, das ungewollte Rolemodel eines verpeilten Indiepoppers.

Kirsten und Sandy Cohan, die das Ehepaar der Fernsehlandschaft mimen, welchem man das unbeschreibliche Miteinander nicht nur abnimmt, sondern auch Neid schenkt.

Und dann natürlich die unnachahmliche Julie Cooper, deren Intrigen und kleine Machenschaften, dank dem tief stechenden Blick und einer nicht enden wollenden äußeren Jugendlichkeit, nahezu anziehend rüberkommen.

Und auch die Nebendarsteller ließen so einige Folgen freudig entgegenfiebern, man nenne nur Jimmy, Anna, Trey, Theresa, Luke, Taylor oder Volchok.

Wem bei all diesen Namen weder die Serienglocken läuten, noch ein Hauch von Interesse aufkeimt, soll weiter in seinem Mantel von Vorurteilen bzw. Unwissen wandeln.

Intoleranz ist hier übrigens auch völlig fehl am Platz.

Das Vermächtnis sind vier Staffeln feinster amerikanischer Hochglanzunterhaltung, die trotz ihrer deutlichen Orientierung am Zeitgeist und jugendlichem Pulsschlag, als klassisches und ebenso eigenständiges Fernsehgut durchgehen.

Und sollten > Phantom Planet < auf ewig als One-Hit-Wonder gelten, ihren kleinen Platz auf dem Ehrenpodest haben sie dank der unkaputtbaren Hymne > California, here we come < allemal sicher.


Posted in LE SPECIALE

Fall 10.

T. aus H.

01] Das Startkapital...ist der Anfang vom Ende.

02] Ziehen sie bitte ihre Zementschuhe aus…Dr. Origamie.

03] Say Captain...say what???

04] Aller Umfang ist schwer…zu umrunden.

05] Teddy Boys…FUCK YOU!!!

06] Und ich schwöre, die Weinflasche beobachtet mich…seit dem meine Mudder plante einen Sohn zur Welt zu bringen.

07] Paparazzi Alarma...einmal Pizza Tonno bitte.

08] Das Mädel mit der Gitarre...glimperglimpertrallalala.

09] 99 Crap-Cartoons...99 problems but a bitch ain’t one.

10] Schlag ein…Digger.

11] Tanztee für alle…Whiskey für mich.

12] Wenn der Nacken juckt…is das Hemd verruckt.

13] Goodbye Dr. Addisfaction..Hello Ms. Robinson.


Posted in UNKNOWNYM 13

DAS ULTIMATE SOMMERHOROSKOP 2008.

Endlich ist es soweit, der Blick in die Sterne der kommenden Sommersaison von 01.Mai bis 10.September steht an. Natürlich ausgesprochen offiziell, verbindlich und vor allem wahrheitsgetreu. Erfahrt schon heute, was euch morgen und übermorgen bevor steht, unverblümt und in charmanter Direktheit. Lesen, verinnerlichen und in den Herbstferien nicht maulen, man wäre nicht vorgewarnt worden. Viel Spaß und eine feucht-fröhliche Langnesezeit!

__________________________________________

Wassermann (21. Januar – 19. Februar)

Tja, diesen Sommer wirst du baden gehen, aber ordentlich. Die Voraussetzungen für eine ganz und gar ausgeglichene Zeit sind zwar alle anwesend, doch du wirst in nahezu jeden Pott Fett springen, und zwar Köpfer. Da hilft nur Vorsicht walten lassen, mit Bedacht Entscheidungen treffen und eine gewisse Portion Skepsis in der Hinterhand behalten. Man kann schließlich auch die Leiter zum Wasserbecken nutzen.

Bitte meiden: 5-Meter-Turm

Beste Zeit: fast jeden zweiten Sonntag

Songtitel: Take good care of my baby

Fische (20. Februar – 20. März)

Du schlängelst dich äußerst geschickt durch die sommerliche Saison. Mischt in so manchen Belangen mit, bist dabei aber keineswegs aufdringlich. Diese charmante Art und Weise wird dir auch zu Gute kommen. In Schwärmen unterwegs zu sein bedeutet zwar weitestgehend mit dem Strom zu schwimmen, aber dafür ist Einsamkeit kein Thema bis September.

Bitte meiden: Yellowstrom

Beste Zeit: täglich ab 10 Uhr morgens

Songtitel: All together now

Widder (21. März – 20. April)

Summer is magic? In deinem Falle scheint der Slogan tatsächlich zu greifen. Während der Sommerstart seine Längen hat und anschließend zwischen Langeweile und ungesundem Stress pendelt, wird dein Schicksal in der zweiten Hälfte wie von Zauberhand geleitet. Plötzlich darfst du einsteigen in das Bad der Freude und Glückseligkeit, ganz ohne verblendete Wahrnehmung, good plantsch!

Bitte meiden: Uri Geller

Beste Zeit: 27.7.aufwärts

Songtitel: Omen III

Stier (21. April – 20. Mai)

Gegen den Sommer wirst du nicht ankommen, soviel steht fest. Da kannst du aufbäumend schnaufen und mit der Hufe schwingen, kommen wird er ja doch. Und in all der aufgebauten Faustmentalität der Sonnenzeit gegenüber, verlierst du die interessanten Geschehnisse rund um dich herum. Es gibt soviel Erfreuliches und Neues, was dir möglicherweise durch die Lappen geht. Irgendwann muss auch mal die letzte Runde abgeläutet sein, gerne auch bei 30° im Schatten.

Bitte meiden: Ringglocken

Beste Zeit: nach dem K.O. bzw. der Disqualifikation

Songtitel: Warriors of the world

Zwillinge (21. Mai – 21. Juni)

Aha, dieser Sommer gehört ausschließlich zwei Personen, dir und dem Mitmenschen deiner Wahl bzw. Qual. Zu Beginn bist du nämlich nicht gewillt, eine Entscheidung zu treffen, wer dein Sommernachtstraum spielen soll. Doch hügelige Tage werden dich geradezu zwingen, eines der potentiellen Anhängsel zu kicken und mit der Gewissheit der richtigen Wahl, als Powerduo im aktiven Outdoorwahn durchzustarten.

Bitte meiden: Pro/Contra-Listen

Beste Zeit: alles im August

Songtitel: Free to decide

Krebs (22. Juni – 22. Juli)

Chaos! Ja, richtig gelesen, die folgenden Monate wird buntes Treiben und Tohuwabohu neu definiert, und du bist mittendrin. Ausweg ist zwecklos, aber warum auch? Einmal in der Achterbahn Platz genommen, kann man gar nicht genug bekommen. Über das ein oder andere Kotzen hüllen wir mal den Mantel des Schweigens.

Bitte meiden: Lakritze und andere blutdrucksteigernde Mittel

Beste Zeit: während der Schlafphasen

Songtitel: Revolution in paradise

Löwe (23. Juli – 23. August)

Ein Geheimnis kann man nicht ewig in der wallenden Mähne verstecken, das ist schon mal Fakt. Und sich selbst in dem Verdecken und letztlich Lügen zu verstricken, macht den Alltag nicht einfacher. Sei ehrlich zu dir selbst und deiner Umgebung, dann lebt es sich gelassener, gerade wenn die Sonne spitzbübisch lacht.

Bitte meiden: Sicherheitsschlösser

Beste Zeit: nach der „Befreiung“

Songtitel: The key, the secret

Jungfrau (24. August – 23. September)

Du kannst dich wahrlich nicht beschweren, was die vergangenen Sommer anbelangt. Wirklich schlecht ist es dir da nie ergangen, da tut etwas Abwechslung doch recht gut, wird in diesem Jahr nämlich eher ein laues Lüftchen statt einem wilden Orkan durch dein Leben fliegen. Alles mau und medium, aber nicht völlig hoffnungslos.

Bitte meiden: Drachen

Beste Zeit: fast immer, jedoch nie wirklich

Songtitel: Sitting, waiting, wishing

Waage (24. September – 23. Oktober)

Man soll doch die Sonne scheinen lassen, nicht den Schein wahren, du scheinst da etwas falsch zu verstehen. Sicherlich lebt der Sommer von Reizüberflutung allerorten, was aber nicht bedeuten soll, dass du durchgehend nach Perfektion zu streben hast. Genauso künstlich wie UV-Bestrahlung im Sonnenstudio, soll alles um dich herum geschehen. Die Zeit zwischen See, Hängematte und Eiscafe muss keiner perfekten Inszenierung gleichen, nimm es locker. Die Haare hängen grünlich vom Algenwasser oder der Feierabend zieht sich dank Menschenmassen an Kassen und im Straßenverkehr immer weiter nach hinten? Sei’s drum, schau mal zwischen die Zeilen.

Bitte meiden: Spiegel und hochauflösende Kameras

Beste Zeit: Freizeit

Songtitel: Take it easy

Skorpion (24. Oktober – 22. November)

Noch nie was von Siesta gehört? Na besser wäre das, schließlich willst du den Herbst nicht wie erschlagen und um Jahre gealtert begrüßen. Pausenzeiten sind bekanntlich Pflicht, also bitte in die Sommermonate integrieren. Dein Zeitmanagement scheint das groß leuchtende Problem zu werden, dabei setzt du dich selbst zu sehr unter Druck und wirst von der unbändigen Angst etwas zu verpassen angetrieben. Einmal den Stachelschwanz einzuziehen, ist kein Zeichen von Schwäche oder Resignation, eher gekonnte Selbstpflege auf Raten.

Bitte meiden: Posteingang und Timer

Beste Zeit: komplette Saison

Songtitel: Human under pressure

Schütze (23. November – 21. Dezember)

Jeder Schuss ein Treffer! Völlig egal, wohin die Pfeile fliegen, sie landen allesamt tadellos. In die Herzen der Mitmenschen, in die augenöffnenden Tatsachen und letztlich einfach mitten ins lebhafte Geschehen. Du bist am Zug und ein Ende scheint kaum in Sicht. Freudig annehmen, der nächste Sommer kommt bestimmt, und nicht wundern, morgens mal Geld in den Schuhen zu finden oder ähnliches.

Bitte meiden: Bumerang

Beste Zeit: Mitte Juli bis Ende August

Songtitel: Mitten in die Fresse (Schunder-Song)

Steinbock (22. Dezember – 20. Januar)

Die Sonne kann so gut lügen, davon kannst du ein Lied singen, spätestens wenn der Sommer sich dem Finale neigt. Während die Stimmung vor der Haustür zwischen Siesta und allgemeiner Euphorie pendelt, fühlst du dich betrogen von all dem. Die Zweifel kommen nicht von ungefähr, schließlich kann nicht nur wegen plötzlicher Schwitzkastenklimatik alles gut, schön und friedlich sein. Einige werden dich Spielverderber oder Miesepeter schimpfen, realistisch oder dauerbockig die anderen, du aber genießt heimlich die lauen Nächte allein.

Bitte meiden: Festivals

Beste Zeit: später vielleicht

Songtitel: The sun always shines on TV

___________________________________________


Posted in FUTURISM

… noch 1 Tag …


Posted in DAILY DRIVE

… noch 3 Tage …


Posted in DAILY DRIVE

THE SECRET: DISINTOXICATION

Offener Bauch zu Mitternacht.

__________

THE SECRET: DISINTOXICATION: 2008 : Goodfellow Records (Import)

secret

Was rumpelt und pumpelt in meinem Bauch herum?

Das fragt sich bekanntermaßen der böse Wolf, der eine halbe Horde von Huftieren intus glaubt, letztlich jedoch eine amtliche Steinladung dank Mutter Geiß im Wanst trägt. Das sind Gute-Nacht-Geschichten, die ordentlich Stimmung machen. Hobbychirurgin im Dienst. Ran an die Innerein, ist ja für einen guten Zweck. Ähnlich den fiesen Schmerzen beim Erwachen, zwirbelt sich die zweite Scheibe der Italiener von >The Secret< durchs Unterholz.

Man hätte sich täuschen können, schließlich ließ Vorgänger >Luce< die Möglichkeit der Entwicklung in mehrere Richtungen offen. Mehr hallende Gesangsspuren, Keyboardspielerein, emotionale Gitarrenausflüge- ausladende Epik im ganzen eben. Doch nichts da. > Disintoxication < ist so was wie der knochige Bruder. Er zappelt ruppig und abgehackt, bleibt knapp angebunden und will so gar nicht die nächstbeste Fassung des Erstlings spielen. Und das macht die Sache erst interessant.

Walking on Stacheldraht? Atmosphäre: Schwarz? Gut ausgepeitscht ist halb gewonnen?

Dann ist dieses Geheimnis der Soundtrack der Wahl, liegt jedoch schwerer im Magen als so manches Untergrundtier sich selbst eingestehen würde.


Posted in ROTATION

Die Wege der Liebe sind unerfindlich…äh gründlich.

Situation 1 >

Bahnhofshalle.

Pärchen, im Abschwillen der pupertären Phase, auf Bank sitzend.

ER : Ey, warum willst du denn nicht mit mir schlafen, ey?

SIE : Ach.

ER : Los, sag!

SIE : Ich weiß nicht, ob ich schon soweit bin.

ER: Was? Wer hat dir denn den Scheiß erzählt?

(er schaut sie nervig entgeistert an)

ER: Aber ich lieb dich.

SIE: Ja?

Situation 2 >

Stadtmitte.

Pärchen, jenseits der 30, an einem Stand.

ER: Ich liebe dich.

SIE: Jaja. Das hab ich dir gestern auch schon gesagt.


Posted in DAILY DRIVE

A NIGHTDANCERS LAMENT: A CHAPTER

Payback: Dancecheck.

__________

ARTIST] A NIGHTDANCERS LAMENT

EP] A CHAPTER

RELEASE] 2008

Es sind die Zeichen unserer Zeit. Allerorts wird man zugeworfen mit Eindrücken, dass man schließlich überfordert zurück bleibt und das Filtern eher als Last statt Lust über bleibt. Das müssen schon recht ausgefuchste oder einfach hinter der fernsten Waldlichtung lebende Mitmenschen sein, die dem Hirnrummel gelassen aus dem Weg gehen können. Achtung, wieder ein neuer Bandname! Los, fangen!

Diesmal schimpft sich das musikalische Kollektiv > A Nightdancers Lament <. Ja, da schwingt schon beim Betrachten der eher schwarzen Bookletstimmung samt Totenschädel eine gewisse Ironie mit durch. Und es bewahrheitet sich schnellstens. Getanzt wird woanders oder anders. Hier regiert ein siebenköpfiger Core-Reigen, dem unüberhörbar ein Handmade/Homerecording-Button anheftet. Grundsätzlicher Qualitätsbeeinflusser? Nicht wirklich. Gerade die Always-Kurze-Hosen-Community hat bei Demo-EP`s wie diesem hier, schon mal eine sympathische Ausgangsposition auf ihrer Seite. Da rumpelt es sich zwar teilweise mit mancherlei Holpersteinen über den imaginären Dancefloor, doch das Gespür für saftige Screamo-Arrangements steckt bereits fest in den Tanzschuhen. Dass sie es mit dem Songwriting ernster nehmen als der recht niedlich anzusehende Selbstverarschungsclip auf der obligatorischen MySpace-Seite weis machen möchte, zeigt der Drang nach Abwechslung. Ob die immer weiter in Mode kommenden Spokenword-Passagen, den teilweise sehr dem klassischen Metalterrain zuwinkenden Gitarrenparts, einem atmosphärischen Instrumental oder natürlich kollektiven Mitgröhlintermezzi-hier wird rausgeholt was derzeit geht. Lyrisch nimmt man Abstand von religiösen oder knochenbrechenden Inhalten, da reicht die Palette von Freundschaft, Zusammenhalt und Liebe anscheinend aus. Aschaffenburg, der erste Schritt ist getan, da darf der nächste jedoch gerne ein Fußstapfen größer sein, das Hirn muss schließlich den erneuten Beweis erhalten, sich den Bandnamen nicht grundlos gemerkt zu haben. Bis dahin kann Track Nummer 2 „The exorcism of our poisoned minds“ gerne die Hymne zum Warmmachen für den Pit der Kleinstadtdisco unserer Wahl spielen.

_____________________________________

___________________

www.myspace.com/anightdancerslament


Posted in ROTATION

„In der Musik geht es nicht um Szenepunkte!“

Heute wird lamentiert, soviel steht fest.

Dimo, Gitarrist der Aschaffenburger Nachwuchskapelle > A NIGHTDANCERS LAMENT <, steht im Sinne seines musikalischen Quintetts einer unanständigen Latte an Fragen deutlich Rede plus Antwort, und dies im unkonventionellen A-O-Style. So here we go!

A wie Aschaffenburg: Laut landläufiger Meinung ist die Stadt samt Umgebung als glücklich, ausgeglichen und schuldenfrei bekannt, Kommentare gefällig/st?

Du hast die Floskel Aschaffenburg – das bayerische Nizza vergessen, ansonsten passt alles. Prima hier zu leben sag ich dir.

B wie Bandcontests:
Joa, eigentlich halten wir nicht so viel von Bandcontests, aber das sind die Gigs die wir bekommen.

Der harte Weg den Newcomerbands gehen dürfen, nicht immer ohne die weite Schere zwischen Pro und Contra, oder?

Ach Kritik und Feedback wird’s immer geben, solange man selbst an das glaubt was man da tut und sich seinen musikalischen Fähigkeiten bewusst ist, kann meist nichts schief gehen. Contra überlassen wir dann den Kritikerlieblingen.

C wie Credibility:
Jede Band braucht das. Zu Beginn hat’s keine. Wer es hat, sind Wichtigtuer.

Hardcore, oder was?
Hardcore, Metalcore, Whatevercore! Der Sound festigt sich langsam. Die Demo ist zwar diesjährig erschienen, aber die Songs sind teilweise schon über ein Jahr alt. Der aktuelle Stil neuer Songs geht eher in melodischen Screamo mit balladesken cleanen Gitarrenpassagen.

D wie Demodisc:
Muss man haben! Da simma dabei!

Ein siebenteiliges Kapitel für sich, bitte mal kurz aufschlagen!

Between a colliding world – Die klassische Abrechnungshymne. Sollte jede Band im Repertoire haben.

The exorcism of our poisoned minds – Bibelpassagen aus dem Exorzismus geklaut ;) . Wie der Titel schon sagt. Es wird Zeit für einen Exorzismus an einer vergifteten Gesellschaft, die in Lethargie badet und in Apathie untergehen wird.

Look! There is a message for you! – Eingängig, Poppig. Vielleicht sogar die Todsünde.

Payback Melancholia – Seltsamer Titel. Erfasst. Eines unsere ältesten Stücke. Geht darum niemals aufzugeben, egal wie hoffnungslos die Lage erscheint.

Interlude – Heutzutage ein MUSS für eine Gitarren-Band.

I’ve got a special iron maiden for you! – Auch die Ironie darf bei ANL nicht zu kurz kommen. Vor allem der Endsatz „Lying in your bloodbath – can you see the rising sun“ hat dieses düsterpoetische und doch irgendwie schrullige Ironie-Image.

My Catharsis – Wichtigster Song für die Band! Geht um Freundschaft und Zusammenhalt! Letzte Songzeile – vom Publikum erwünscht mitzusingen: I WILL NEVER RISK TO LOSE A FRIEND LIKE YOU!

E wie Erfolgsaussichten:
Gerne. Alles darf kommen, aber wir wollen erst mal über den überregionalen Status kommen, dann sehen wir weiter.

Welche Ziele sind da angestrebt, gerne auch fernab von realistisch?
Unser aller Ziel ist so viele Konzerte zu spielen, wie nur möglich und mit der Band so lange es geht eine tolle Zeit zu haben. Label, Vertrieb und Promotion-Agentur wäre auch was feines. Man nimmt alles mit was geht!
Wir sind nur ne Band vom Lande, bescheiden und pflegeleicht.

F wie Freundschaft:
Wichtigstes Kriterium im Leben! Niemals zu unterschätzen! Spiegelt sich auch thematisch immer wieder in den Songs.

Zusammenhalt und das Miteinander sind textlich ein deutlich führendes Thema…?
Du hast es erfasst!

G wie Grün-hinter-den-Ohren:
Schon gut möglich, aber liegt am Verneinen szenetypischer Strukturen. Jeder macht sein Ding und lebt seinen persönlichen Lifestyle. In der Musik geht es nicht um Szenepunkte!

Welche eher unangenehme Seite birgt das junge Musikerleben zwischen Probesessions und kreativem Reifeprozess in sich?
Unangenehm. Es ist für jeden das geilste mit den Jungs im Proberaum abzuhängen, über Musik zu diskutieren und an neuen Songs zu werkeln. Das man da auch mal von einer geliebten Passage lassen muss, wenn die Demokratie dagegen stimmt, ist dann schließlich das ärgerlichste.

H wie Herzblut:
100%JEDER! könn ar noch deutch mehr gehn. Liegt aber am Frust. Mit unserer Musik bekommen wir verhältnismäßig wenig Gigs. Mit stumpfem Hardcore wäre das dann wohl was anderes.

“so this is our life, our dream, our passion.
> share this with us !”?
Seid ein TEIL von ANL wenn ihr auf uns steht. Musik und Lyrics stehen dicht bei einander. Wir wollen sie mit allen teilen, die darauf stehen.

I wie Iron Maiden:
Liebt jeder. Kult. Leider werd ich wohl nie so spielen können.

Ganz obligatorisch, welche Verbindung herrscht denn da zu den altehrwürdigen Metal-Recken?

Unser Drummer ist Heavy Metaller und steht auf den ganzen Metal-Kram, unser Bassist ist da eher die Extreme-Metal-Variante.
Für den Rest ein kurzweiliges Hörvergnügen.

J wie Jede Menge Selbstironie:
Wird behauptet. Dabei fliegen bei uns öfter die Fetzen als bei ironischeren Kollegen.

Stets im Zusammenhang mit euch zu lesen oder hören. Was hat es damit auf sich?
Wir nehmen unsere Musik ernst aber machen bei dem ganzen Griesgrämig in die Leere schauen nicht mit. Lachen und Prügeln geht schließlich auch.

K wie Klassenbeste:
Welche Künstler haben euer Schaffen bisher eindeutig beeinflusst und wer wäre der große kollektive Headlinerwunsch?

Darüber haben wir noch nicht nachgedacht. Größter Einfluss wäre von meiner Seite >AFI< (alltime favourites), auch wenn ich mich hüten würde, diesen ehrenwürdigen Vergleich zu erstreben. Ansonsten viel New-School Hardcore, aber auch Metalcore Bands wie >As I lay dying<, >Darkest Hour<. Atmosphäre und Fragilität von >From Autumn to Ashes<.

Größter Headlinerwunsch: mir fällt es persönlich immer noch schwer, unsere Mucke einzuordnen, kann daher nicht sagen zu wem wir am besten passen würden. Alle Bands, die ich privat höre, haben nicht viel mit unserer Musik zu tun.

L wie Livehaftig:

So oft es geht!!!! Und definitiv immer ein Erlebnis. Abgehen und tight spielen heißt die Kunst.

Der Ruf einer wahrlich ambitionierten Liveband haftet euch an den Fersen, resultiert woraus? Wer sagt das?Wir spielen einfach alles. Egal wo. Egal vor wie vielen Leuten. Egal mit welcher Band.

M wie MySpace:
Joa, wir sind eine Myspace-Generation-Band. Die Gesellschaft ist schuld daran, dass ich so bin (ach ja, die gute alte Terrorgruppe).

The web is saving us all! Bekannterweise das Medium für Schaulustige und Schausteller, aber eben auch perfektes Pushmittel für Newcomerbands. Eure Erfahrungen?

Wir sind bei Myspace auf Platz 9 der Screamo-Charts, warum auch immer.

N wie Nachttänzer: Ist der Bandname tatsächlich als Seitenhieb auf die fortschreitend existente Spaßgesellschaft zu verstehen, und welche Gründe gibt es (nicht) zu tanzen?

Es fällt schwer, zu unserer Musik zu tanzen. Der Bandname leitet sich aus einer Kurzgeschichte ab, die ich geschrieben habe (auf meinem Blog zu lesen). Aber ansonsten stimmt es, wie du es interpretiert hast!

O wie Ooond, was es noch zu sagen gäbe: Grüße und geheime Botschaften?

Wir würden uns einfach freuen unseren Bekanntheitsgrad zu erweitern. Außerdem wollen wir jedem sagen, dass er nicht so engstirnig anderen Musikstilen zu sein muss. Einwenig mehr lächeln und sich selbst nicht zu ernst nehmen bitte, dann klappt es auch mit den Nachbarn! Grüße an alle Bands die sich den Arsch aufreißen und den Ball am Laufen halten!

Danke, Dimo. Wann die volle Reihe mit P-Z erscheint, wird sich zeigen. Bis dahin, adios und alles Gute an die Nachttänzergesellschaft!

www.myspace.com/anightdancerslament


Posted in DAILY DRIVE

APRIL: [IN/OUT]

+IN+

+Abschiede gebührend zelebrieren. Ob nun das Finale des lokalen Tanzworkshops, die anstehende Reise ins Irgendwo, das Ende des Junggesellendaseins oder einfach das Offline-Setzen kurz vor der Bettruhe. Klammheimlich und diskret davon schleichen ist nicht, von leidenschaftlichen Winken bis zum amtlichen Besuffskus ist alles erlaubt bzw. Gesetz.

+Eine reine bis übersichtliche Gesichtsfläche. Gut verwuchert ist halb gewonnen? Wohl kaum. Raus aus dem kauzigen Mantel und Freiheit für das Wesen/tliche.

+Strudel bzw. Stroodel. Ob mit Apfel oder Quark als Innerei, da wird sogar der Sonntag noch aufgewertet. Slam to schlemm.

+Freundschaft. Ja, nun doch. Also, Schäfchen zusammen halten und das ohne wild gewordenen Hirtenhund und Schlagstock.

+Rummel. Ein Platz zum Raunen und Staunen, alles so bunt hier. Kettenraucher mit Hängeblick hinter dem Mief des gar nicht originalen Thüringer Rostbratwurststands, chauvinistische Sprüche vom Mikro des „Airwolf“-Fahrgeschosses und mitleidserregende Gestalten all around. Ein Abenteuer, das nicht mal teuer sein muss, Sozialgaffer kommen auf ihre Kosten.

+Rückkehr der alten RTL2-Philosophie. Wer braucht schon Anspruch, wenn es auch leichter geht. „Hüllenlos- auch nackt gut aussehen!“ und „ Cheaters- Beim Fremdgehen erwischt“. Da kommt Freude auf, ein Hoch auf den televisionären Supergrütz. Freizeit, du bist gerettet!

+Jogging! Aber Vorsicht, ist leichtes Gesellschaft-Shocking. Freiwillig die 7km/h überschreiten genießt wenig Akzeptanz der Community. Demzufolge muss es außer dem Mp3-Player, dem Kapuzenpulli und der netten Brünetten an der Garage niemand wissen.

+Verstecken spielen, jedoch nicht mit Mitmenschen. Komplett drinne ist es, die eigenen Haustiere oder eben die des Nachbarn als Gamepartner zu wählen. Nein, nicht Bello hinter die Kellerluke sperren oder den dicken Mümmel in den Wäscheschrank, eher klassisch. Einer sucht, der andere wartet mit Herzklopfen im vermeintlichen Dickicht. Halber Kult, gerne auch direkt in der Menschenmenge.

+Luxus. Bevorzugt im kleinen Rahmen. Also, neues Auto, neue Wohnung, neue Freundin.

+Müll als Möbelersatz. Fahrt zu IKEA ersparen, schließlich gibt der seit 4 Jahren defekte Fernsehapparat oder die beiden Bierkästen mit einer lieblichen Decke versehen, den kaum erahnten Eyecatcher mit Funktion inklusive. Und ja, zumindest um die dadurch fehlenden Hot Dogs könnte man streiten.

_OUT_

_Dreist drauf los hupende Karosserien. Weder die akute Hochzeit, noch der Sieg der persönlichen Lieblingsmannschaft oder allgemeine Mööp-Laune, rechtfertigen diesen Lärm.

Achtung: ist eh illegal, also ist ein Aussteigen plus Faustschlag oder erhobenem Zeigefinger nur verständlich.

_Nihilismus. Es muss doch einen Sinn oder zumindest Werte und moralische Verbindlichkeiten geben. Warhols „Everything is nothing“ tut als Slogan selten gut.

_Gangbang im Netz. Alles kann und muss? Bitte nicht. Das wüste Verketten vom Miteinander wirft nur zu viele Fragen und vor allem wenig lehrreiche Stunden im World Wide Web auf. Sich nicht überall reinstecken.

_Smiley-Pretty-Boys. Kopf ab…äh…zu, es gibt nichts zu lachen bzw. das wird euch noch vergehen.

_Parkdecks und ihre Öffnungszeiten. Leben wir nicht in einer freien Welt? Dann weg mit den Ketten von Zeitgefügen. Und jetzt nicht an die Existenz der Wachmänner denken.

_Außergewöhnlich häufiges Darstellen der aktuell negativen Gemütslage durch lautes Stöhnen und einem Überangebot von „Fuck!“ und „Scheiße!“. Klingt dämlich und ändert nichts.

_Weisse Turnschuhe in Hochformat meets blaue Röhre. Nein und dreifach nein. Daran halten, sonst sind Legs weg!

_Transparente Cocktailgläser. Als wären Titel wie Venus, Pretty Barbie oder Blowing Candy nicht beschämend genug.

_ Neid und Missgunst, mal wieder zu erwähnen. Darf nicht jeder mal ein Stück der Sonnenseite abbekommen? Wolken kommen eh wieder, also.

_Städte ohne Struktur und visuelles System. Fehlende Orientierung hin bis her, zumindest ein Geldautomat, eine Pizzeria und ein Stadtplan müssen in überschaubarer Reichweite sein.

_Zielgerichtete Einkaufstouren. Sind nahezu zum Scheitern verurteilt. Ein Coffee-2-go in der einen und das Handy in der anderen Hand helfen auch nur schwerlichst bei der Erfolgsreise.

_Akute Müdigkeitsattacken. Partysprenger und Garaus für DVD-Sitzungen.

_Bewegung zum zweiten. Denkum Fatalum: Sprint zum Kühlschrank und Pfannenjonglieren ist nicht mit aktiver Betätigung gleich zuschalten. Hüpf!


Posted in IN / OUT

AMY MACDONALD: THIS IS THE LIFE

Landluft again.

__________

AMY MACDONALD: THIS IS THE LIFE: 2007

amy.jpg

Die Geschichte ist dermaßen klassisch, dass sie kaum ins Hier und Jetzt zu passen scheint.

Man hört einen Song im Radio, irgendwann während dem Heimweg auf der Autobahn. Der ist so schön und toll, dass man denkt, ihn abgesehen von der zufälligen Rotation im Nachtprogramm, eh nie wieder zu hören. Poplieder kommen und gehen, im schlimmsten Falle verlieren sie sogar schneller ihren Glanz als die neue Flitzerblitzer-Runde durch ist. Doch die nächste Nachtfahrt sollte folgen und da kam er wieder, noch immer so unschuldig und wie aus einer Welt wo der böse Großstadtdschungel nicht weiter sein könnte. Wer macht sich schon Gedanken, es hier mit Country oder Folkpop zu tun zu haben. Es gibt keine Ansage, dem zu Folge ist man so unberührt von allem.

Zwei Wochen später ist man schlauer.

Die sympathische Stimme gehört Amy Macdonald aus Glasgow, Jahrgang 87, mit Goldstatus der ersten Scheibe im Vereinigten Königreich auf dem Buckel, das Lied nennt sich übrigens > Mr. Rock’ Roll < und so gesehen schon ein alter Hut vom letzten Sommer. Das schlimme an der ganzen Sache: das Lied ist auch inzwischen noch immer die kleine Hymne vom Lande, wird also dem Familienname und dem möglichen FastFood-Gedanke nicht gerecht, und all die anderen > This is the life < -Stücke gesellen sich so unverschämt lieblich hinzu, dass einem bange werden kann. Sicher ist das im bunten Zirkus der Popmusik nur eine weitere Artistin unter vielen. Aber eine, die ihr Handwerk so grundehrlich und gar anrührend rüberbringt, dass man die aufkommenden Bilder von Ferien auf dem Ponyhof nicht als peinlich wegwischen möchte. Irgendwo fahren da hinten sicher > The Shins < noch den Mist davon und > KT Tunstall < kommt zum Kaffee vorbei. Hier lässt es sich wohl fühlen, wenn Nacht wird, ist dunkel, grelle Scheinwerfer sind nicht. Und so ist es auch gut. Danke, Amy!


Posted in ROTATION
Nächste Seite »