Corvonism

DÚNÉ: HAMBURG: KNUST: 10.FEBRUAR 2008 | März 2, 2008

young, free, easily.

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DÚNÉ

HAMBURG

KNUST

SONNTAG / 10.FEBRUAR 2008

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Trockene Lippen sind doch kein Thema für Männer, zumindest habe ich aus deren Ecke noch keine Labello-Gespräche vernehmen dürfen und trotz Lippenplatzerei wurden mir auch selten maskuline Ratschläge gegeben.

Dabei ist im Falle von > Dune < diese Thematik der große kommerzielle Aufhänger, dargeboten von einem schlaksigen Knaben. Die Retrometro-Generation sieht diese altbackenen Rollenkonventionen wahrscheinlich weniger eng. Da dürfen Typen Münder gut geblichen tragen.

Überhaupt die Altersfrage, da stehen diese sieben Dänen, sichtlich guter Dinge, zum Sonntag Abend in der Hansestadt auf den Brettern und werfen mal wieder die alte Weisheit: „Unterschätze nie die Kraft der Jugend“ durch die gut besetzte Lokalität.

Man sieht die aufgeregten Mädels, die schon kichernd gen Bühne starren und einen Pulk von Boys mit hippen Einheitsdress. Allesamt noch mal vor die Haustür, bevor die neue Schulwoche wieder in Beschlag nimmt. Klausurvorbereitung statt Tanzsause? Wohl kaum. Und der anwesende Rest darf ebenso Zeuge einer der momentan frischesten Liveacts sein.

Erschreckend, wie die triste Februarstimmung im Nu vom musikalischen Beweis erstickt wird, dass gute Laune nicht grundsätzlich fernab von Coolness parken muss. Sie ziehen mit, dank potzblitz angeeigneter Professionalität und der ausgefuchsten Aufgabenverteilung. Dort vorne hat jeder seine Funktion.

Da ragen vor allem Gitarrist Simon mit seiner erdigen Rockperformance, Keyboarder Ole Björn als aberwitziger Animateur und Bewegungskünstler, die für die Frauenquote und Saiten-plus Tasten zuständige Cecilie, und natürlich der Organspender (und Darsteller großer Rockgesten im zweiten Lehrjahr) Mattias, hervor.

Hat sich das Ü-23-Publikum erst mal mit der jugendlich-zarten Atmosphäre vertraut gemacht, fällt ignorantes Dastehen schwer. Die Hitdichte ist fast erschreckend, was sich beim abschließenden Jackeanziehen bemerkbar macht, da diese Indiepop-Hymnen bieneneschwarmartig im Kopf hausieren gehen. Unverschämt das. Der Begriff >catchy <bekommt ein neues Paradebeispiel, und ich Lust auf Wasserspucken und Karaoke. Irgendwo sind wir ja alle ein bisschen Pop, aber pssst.


Veröffentlicht in THE STAGE OF NO RETURN

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