Hey Red Cap!
Dreht man die Zeit um 8 Jahre zurück, würde sich etwa jeder Dritte der 14-18-Jährigen sofort angesprochen fühlen. Ein Phänomen hatte die Musiklandschaft erreicht, es hieß >New Metal< und war nach dem längst abgeschlossenen Grunge-Überfall wohl der nächste revolutionär anmutende Rockmarsch. Harte Zeiten fordern harte Maßnahmen und so klang der Soundtrack des Millenniums auch. Eher althergebrachte Riffattacken trafen auf peitschende Rapeinlagen, immer mit der nötigen Portion Psycho bzw. Ringutensilien in der Visage.
Wenn schon wütend, dann wenigstens cool dabei aussehen, die Adidas halten Gott sei Dank mehr als zwei Sommer.
Während also die immer wilder wuchernde Crossover-Fraktion potentielle Competitions in Sachen schräg inszenierter Images und Durchschreiten von Genre- aber bevorzugt auch Geschmacksgrenzen aufstellte, gab es diese eine Band, die sie alle in die Baggy steckte.
Gerade in kommerzieller Hinsicht ließen >Limp Bizkit< die Kollegschaft hinter sich, und das rückblickend auch verdient.
Während Wes Borland immer mehr als der kaum einschätzbare Künstler fungierte, war Mr.Fred Durst der irgendwie liebenswerte Proll der Halfpipe vom Viertel.
Dicke Hose, dicke Lippe, dicke Birne, und immer die Rotkäppchen-Verehrung ausgelebt.
Wenn das Ausbildungsgehalt nicht genug für Gel und Haarfärbemittel hergab-schon schlecht, aber eine Ausgabe des rote Kappis durfte echt nicht fehlen. Hatte für eine kurze Zeit die Funktion eines Schutzhelms und war praktisches Erkennungsmerkmal.
Lustig wird es bei der Fotoschau der Festivalsaison 2000, da riskiert die Silhouette der Outdoormeute ein ganz schön rotes Köpfchen.
Als Fred dann langsam die Backstagetüren zu Britney, Christina und seiner eigenen Person öffnete, ging auch die Popularität der Kopfbedeckung Richtung After(-Show). Im Zuge der 90er-Revival-Welle laufen wir aber wohl auch schnurstracks auf eine Wiederentdeckung der >Break Stuff<-Kappelle zu. Wünschenswert wäre das ja, schon wegen Nostal-gier und einem neuen Bündnis der roten Front.