Corvonism

kick the IN OUT of february. | Februar 3, 2008

IN+

+Ovomaltine, da es den anheimelnden Esprit alter Tage zwischen Kaffeekränzchen und Fotoalbum-Blättern versprüht, aber delikatös in nahezu jeder Situation.

+gefühlsmäßige Verarmung offen zelebrieren, celebrate bad times, come on!

+der Begriff >arschlos<, letztlich nur eine gossigere Ausgabe von >haltlos<, von wegen definitionsfrei.

+Stimmungs- und Meinungswechsel. Nicht vergessen, Ambivalenz ist ein Zeichen zu leben, nicht von Schwangerschaft.

+Heimatgefühle. Wenn alles Vertrauen schwindet, das rudelartige Gefühl zusammen zu gehören, bleibt irgendwie. Achtung: manchmal auch peinlich berührend.

+Frisches vom Bäcker, solange der ungelernte Mensch hinter der Theke weiß, was er einem da einpackt. Erklärungen wie „was rotes drin“ wirken nur semi-profesionell.

+Lernmarathons, die kurz, knapp und effektiv ausfallen. Wem will man schon was beweisen, außer seiner inneren Uhr. Gelassenheit als Wort der Stunde.

+nach Kalendern erst ab Februar Ausschau halten und befestigen, vorher würde es schließlich von glitzernder Adventsdeko und dem Silvestermüll verdeckt werden.

Tipp: www.lieblingsempire.org

+Gesprächsthemen der obskuren Sorte. Sollte Inzest nicht Tabu bleiben? Verbotene Liebe, das ist euer Metier.

+Gewohnheitsrecht, ist alles so wild, schnell und vergänglich, da gilt es auch Dinge einzufordern die Bestand haben dürfen. Immer machbar?

OUT_

_Schlaglöcher, weil selten zu erahnen, tief und sogar gefährlich bis zum Zerstörungsakt

_andere zeitlich bis zum Ultimum vertrösten. Aussagen wie: „Na gleich-das hab ich dir eben schon gesagt“, gehen gar nicht bzw. schließen sich einfach selbst aus und ein.

_Gesprächsbedarf ziellos an den Mann bringen wollen. Wenn man quatschen möchte, ruft man an.

_Tanzen, eher ein Beweis von Dummheit, als von expressiver Lebensfreude. Diskussionswürdig, liebe Dancingqueens.

_Bier. Ein großes Sorry geht raus an Deutschland, aber der Untergrund und die Szene wispern das schon länger durch die Gassen. Das Zeug ist auf einem Popularitätstief trotz des Mixhypes und Karneval.

_Luftverhältnisse welche Pumakäfigen Konkurrenz machen, more than love is in the air.

_von Illegalitäten träumen. Einbrüche sind selten cool, nur körperliche bei den anderen.

_Stagediving bei Publikum mit Durchschnittsalter von 17, da ist der freie Fall abzusehen, plumps!

_panische Autofahrer. Leise rieselt eine Flocke, da müssen 20 Sachen runter, schließlich hat man keine Schneeketten drauf.

_dicke Gestelle. Auch wenn es Indielectricpoppowertower-Anhänger niemals zugeben würden, die Brillen der Marke Hot Chip gehören in die Kategorie „Ach Großmutter, warum hast du so große Augen?“, demzufolge nicht so fette Glubscher riskieren.

_sich mit der partytechnischen Angebotspalette zufrieden geben. Stürzt die Boxen, boykottiert die Nebelmaschinen, verhaut den DJ oder organisiert euch selbst. Do-it-yourself-Motto nicht nur ordentlich hardcore, sondern womöglich auch zukunftsträchtig.

_über deutsches Musikfernsehen lästern. Schon mal Hit24 erlebt? Ein Fest für alle Sinne, auch noch nonstop, öhm. Da kämpfen innerer Anspruch und voyeuristischer Wolf innerliche Schlachten, die visuelle Randomparty unserer Eltern.

_Mitarbeiter marktführender Baueinrichtungen. Wer Kunden verarscht, gehört vergabelstaplert.

_derbere Umgangstöne meiden. Wir sind ja alle so erwachsen.

[ PS: Die Schnecke kann trotz der immensen Nachfrage nicht tanzend auf Handy geladen werden, sorry. ]


Veröffentlicht in IN / OUT

2 Kommentare »

  1. Würde gerne zu allem meinen Senf abgeben, bin aber schreibfaul. Nagel mal wieder auf den Kopfe getroffen.
    Echt der Wahnsinn wie nah in/out trotz weiten Distanzen sind.
    Prosit, auf die Ovomaltine.

    Kommentar von bollohorst — Februar 4, 2008 @ 12:33

  2. Du hast bei „out“ Karneval an sich vergessen. Oder noch besser: Karneval in Verbindung mit Privatfernsehen.
    Was die einen das ganze Jahr zelebrieren (Fleischeslust, die auf Urinstinkte zurückgeht, Nichtunterscheidenkönnen von vorgetäuschten und echten Gefühlen, bzw. die fehlerhafter Anwendung beider uvm.) kumuliert sich bei den anderen an einigen Tagen in unterträglichem Maße, was das Fernsehen seinerseits vor Berichterstattungsgier fast überschnappen lässt und gewohnt widerliche Resultate folgen lässt.

    Weiterhin verwerflich an Karneval ist dieser unterdrückte Militarismus in den zugehörigen Vereinen.
    Vielleicht sollten wir doch besser alle Waffen tragen, wenn man Karneval dadurch verhindern könnte ?!

    Kommentar von eatinginternet — Februar 6, 2008 @ 5:00


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