Teppich und Unterholz.
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JUNIUS
Junius
Make My Day Records / Alive
2008
Musik erschafft Bilder, bestenfalls wird sie gar von diesen getragen.Im Falle Junius wäre die ausgiebige Vorarbeit von Labelseite aus, nicht von Nöten gewesen, sprechen die Klänge des selbstbetitelten Debüts der Herren aus Boston letztlich doch für sich. Uns wird also von Aufnahmen fernab der Zivilisation, zwischen verlassenen Farmhäusern und modrigen Sumpfgebieten, berichtet. Lyrisch sollen sich tiefgreifenden Themen wie verbotenes Wissen, Mythologie und Phänomene des Jenseits durch die 11 Kompositionen winden. Da werden die Erwartungen folglich nicht zu tief gesetzt. Mehr Schein als Sein? Mitnichten, die Kollektion überarbeiteter Songs der beiden voran gegangenen EP’s, hält den hype-artigen Bedingungen souverän stand.
Landluft setzt vielleicht nicht felshohe Originalität frei, jedoch picken sich Junius gekonnt die besten Momente abgedunkelter Rockmusik heraus, und schaffen so eine wohlige Klangwelt zwischen Postrock ala gemäßigten Isis oder The Appleseed Cast, und wavigen Popsounds wie The Cure und Joy Division. Was der eine als angenehme Abwechslung sieht, könnte ein anderer als weder Fisch, noch Fleisch abtun. Spannend wird die Reise in Zukunft, denn mit einer inzwischen beachtlichen Liveerfahrung im Rücken, haben sich Junius aktuell im Aufnahmestudio isoliert, um nicht ohne ein vollständig neues Album im Gepäck die Bretter der Welt zu besteigen. Bis dahin ist vorliegendes Werkstück, das Dokument der wahrlich nicht schlechtesten Wahl.