Corvonism

BLACK REBEL MOTORCYCLE CLUB: HAMBURG: MARKTHALLE: 26.11.2007 | Dezember 3, 2007

brmc

Schwarz in der Extended-Fassung.

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BLACK REBEL MOTORCYCLE CLUB

HAMBURG : MARKTHALLE

26.11.2007 / 21:00

Ein Fest. Ein Spektakel. Ein Paradebeispiel der lässigen Pose im gewaltigen Breitwand-Format.

Satte 150 Minuten nach dem Eröffnungsgong gehen sie dahin, die zufriedenen Zeugen der Vorstellung des Jahres. Zweifel oder gar Enttäuschung bekommen heute keine Daseins-Berechtigung, das war Weltklasse und das ist allen bewusst. Große Hymnen brauchen ihren Raum und dem > Riesig ist das neue Groß < – Slogan entsprechend, wird die nordische Meute einmal durch die Welt des > BRMC < gezogen, und das in jeder erdenklichen Art und Weise.

Da stehen sie also, eingetaucht in ein beeindruckendes Meer von Lichtspielen, die drei Jungs, die ihre Version von Coolness konsequent nach außen tragen. Nein, das sind nicht die potentiellen Kumpels vom Nachbartisch, diese Herren stehen immer eine Stufe über ihren Anhängern, Distanz erwünscht und ausgepackt.

Die Menge steht dicht und erwartungsvoll. Was kommt, die obligatorische Hit-an-Hit-Schau mit der Pranke voll Lederjacken-Gröhlern oder doch die abgehangene Akkustik-Sause zum Landluft-Schnuppern ? Sowohl als auch, und letztlich noch so viel mehr. Während die Konkurrenz aus dem Vereinigten Königreich Angst vor dem bröckelnden Hype-Lack haben muss und zum Teil immer mehr zum ungewollten Party-Gag mutieren, können > BRMC < die Hände getrost in den Jeanstaschen stecken lassen, der Club hat mehr Eier und Seele als die gesamte > NME < – Fressage zusammen. Hamburg weiß das und zeigt das dann auch unaufgefordert.

Man sieht Frauen in knappen Oberteilen wild die Mähne werfen, ekstatisches Röhrenjeans-Gezappel, Kopftuch-Träger überzeugt den Schädel wippen, knutschendes Paar-Gut und letztlich wird ob der leidenschaftlichen Performance nicht nur erbarmungslos geklatscht, sondern gar der Boden gestampft, dass die Gerüchte von einstürzenden Bühnen in London, als solche verdammt werden. We will rock you ! – aber holla !

Und die Wunschliste wird fleißig abgearbeitet wie eine Last-Minute-Buchung. Vom schon kultigen Debut feuert man mehr raus, als man zu hoffen wagte, plötzlich ist wieder 2001. Die > Strokes < oder > The Vines < als Retter des Rock- pah! > Whatever happened to rock´n roll <, > Six Barrel Shotgun < oder > Rise and fall < knarrzen sich semi-punkig durch die heiligen Hallen, während die ausladende Country-Session mit > Mercy < oder > Faultline < heimlich die Feuerzeuge aufblitzen lässt. Doch die wirklich beeindruckende Seite der 3er-Gang wird erst bei > American X < offenbart. Die Gitarren forsten sich psychedelisch im zweistelligen Bereich durch die Muscheln bis die Lavalampe schmilzt. Ist das etwa Prog ? Zumindest geil, wie alle, dem Lärm zu Folge, einhellig unterschreiben. Meister aller Klassen, oder wie ?

Club-Mitgliedschaften sind ja stets so eine fragliche Sache, einmal dabei, gibt es nur unter schwersten Bedingungen ein Entkommen. In diesem Falle, das Beste, was einem passieren kann, ich verlängere um eine weitere Dekade, danke.



Veröffentlicht in THE STAGE OF NO RETURN

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