Willkommen in der Cheers-Connection.
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Friend And Foe
Label : City Slang ( Universal )
2007
Zum Wochenende die Innenstadt nach Sonnenuntergang zu durchqueren, gleicht oft einem Kampf mit dem inneren Schweinehund bzw. des eigenen Anspruchs, schwirren doch Eindrücke am Sichtfeld vorbei, die den Zeigefinger mal mehr oder selten weniger gen Rachen wandern lassen.
Ein besonderes Exemplar der Gattung > Abendgestaltung < nennt sich Cocktailparty, abgehalten in stehender Position. Da läuft schon mal alles schief:
Die Beleuchtung ist zu grell, das Publikum im Grunde schon dermaßen raus, die Preise eine Frechheit und die Musik greift das Wort Zumutung auf.
Bei den ersten drei Punkten ist Rettung weder in Sicht, noch angebracht, doch wenn es um die Klangkulisse geht, könnte Abhilfe geschaffen werden.
Lässt man nun weder eine dieser unsäglichen Chill-Out-Ramschplatten, noch die bedingt stilvolle Jazzpop-Kollektion vom Wühltisch auf die hippe Proseccogemeinde los, sondern zum Beispiel den neuesten Output der Portlander >MENOMENA< namens > Friend And Foe <, würde die sterile Tristesse der lauten Meute möglicherweise im eigenen Jil Sander-Nebel ersticken.
Abgedreht, leicht obskur, immer aber so herrlich bunt und knackig, dass sich die süße Brühe im Glas wie von alleine verflüchtigt. Sicher wird niemand der Anwesenheiten den Begriff >Art-Rock< zum Thema ausstellen wollen, schließlich ist Samstag und der nächste Montagmorgen kommt bestimmt. Wie schnell aber hat man den nächsten halbcoolen Scheiß verpasst, dann mal lieber nix sagen und diese wilde Popaufführung im Background unkommentiert laufen lassen, tolerant und weltoffen ist ja die Devise. Und außerdem sind es vielleicht genau diese Minuten jüngste Musikgeschichte, die den Soundtrack zur perfekten individuellen Abendperformance vor Ort darbieten.
Mit der glorreich getragenen Piano-Schnulzette >Rotten Hell< aus der Designer-Anlage, fließen die Gespräche zum Thema Abo der >Wirtschaftswoche< umso besser, >Wet & Rusty< lässt dank der sonnendurchtränkten Melodie das auffällige Blinzeln des Typen am Nachbartisch zum kleinen Höhepunkt des Events mutieren und beim Ertönen der fetzigen Saxophon-Samples in >Boyscout’N< wird der Weg Richtung Toilette zum inoffiziellen Catwalk.
Dass beim Rausschmeißer-Doppel des Albums >Ghostship< und >West<, die Belegschaft zwischen funkelnden Kreolen im Ohr und der frisch gedruckten Visitenkarte in der Jackentasche, tatsächlich ob der so fragil-leidenden Atmosphäre, über Sinn und Zweck des Daseins grübeln, bleibt eher ungewiss.