Auch ohne Push kein Yeah! zuviel.
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YEAH YEAH YEAHS
Show Your Bones
Label : Polydor ( Universal )
2006
Das ist schon ein Kapitel für sich, mit den Damen im Rock – Zirkus.
Viele tauchen in der Manege auf, zeigen uns kurz und prägnant ihre Künste, doch außer dem hübschen Gesicht bleibt letztlich wenig von der Vorstellung zurück. Oder aber es handelt sich um die wahrlich großen Damen, die anfangs nur mit dem kleinen Finger locken und – peng ! – haben sie dich und du bist ihnen verfallen, selbst wenn die Zelte schon die nächste Stadt erreicht haben.
Es war eine dieser größenwahnsinnig angelegten US – Awardverleihungen.
Eher entsetzt und gelangweilt über all den billigen Lack der VIP – Schönheiten, schleppte ich mich durch das Programm, bis sie kam > Karen O !
Nennt sie nur überbewertete Style – Ikone, Pseudo – Avantgardistin oder einfach nervige Indie – Schnalle – sie trotzt alledem.
Der elektrifizierende Glamour, den sie da versprühte, er hält an bis zum heutigen Tag. Hier geht es nur um Image ? Mitnichten ! Musikalische Eckdaten ? Bitteschön !
Vergesst die erste Platte , die vorzeitige Perfektion erreicht das New Yorker – Dreigespann erst mit >Show Your Bones<. Ein Album, welches nicht in bestimmten Situationen zum Auflegen einlädt, sondern einfach immer funktioniert und vor allem immer wieder und immer öfter.
Mit der Hit – Single >Gold Lion< als Eröffnung kann schon mal nichts mehr schief gehen, der Alternative – Club deines Vertrauens würde das unterschreiben. Doch, was heißt hier Hit? Das >All Killers – No Fillers< – Prinzip greift im Falle dieser 39 Minuten nämlich bedingungslos.
>Phenomena< kommt mit seiner staksigen Tanzrhythmik cooler um ´s Eck, als du je sein möchtest, während >Warrior< die ergreifende Lagerfeuerballade mimt, die man sich nach dem >Fever To Tell< – Übersong >Maps< erhofft hat, und >Turn Into< gibt uns abschließend die musikalische Nachtfahrt, die nie enden soll.
Wo ist der Punk, das Chaos und der hohe Fun – Level von alten Tagen ?
Etwa im Laubdickicht versteckt, in dem das Trio im Booklet lässig halt macht ?
Es ist alles noch da, liebe Zweifler, nur anno 2006 eben in der kanalisierten Fassung. Während Miss O. uns einst am liebsten die frisch gewetzten Krallen Richtung Rücken rammte, ist sie inzwischen eben auch zu Umarmungen im Stande. Und die sollen weniger schmerzen ? Ihr wisst nicht, wovon ihr redet.
Kurzum : Over the top, Pflichtkauf und der Klassiker, den ein Hype eigentlich gar nicht produzieren darf.