Corvonism

Die 10 bewertesten Telefon-Alibis.

Die 10 bewertesten Telefon-Alibis.


Man kennt das: der Festnetzapparat läutet und zeitgleich auch die persönlichen Alarmglocken. Schließlich ist man nicht durchgehend bereit für Knopfdruck-Kommunikation mit Familie, Vormund, Beziehungsanhang oder Bekanntschaften aus 1001 Nacht. Doch das völlige Ignorieren des Klingelns könnte weitere Fragen am anderen Ende aufwerfen. Das bedeutet: der Mitbewohner, Kumpel oder die inoffizielle Reinigungskraft der Einrichtung müssen den Hörer abnehmen und sich einen triftigen Abwesenheitsgrund überlegen. Da hilft kein rausgepoltertes  „Er/Sie kann gerade nicht!“ als Reaktion, da müssen Ideenreichtum und Kalkül mit einkehren. Anbei die zehn wasserdichtesten Alibis fürs telefonische Nicht-Drangehen.

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Nr. 01] ER/SIE DUSCHT GERADE. > Der Klassiker weil niet- und nagelfest. Was soll man auch im schaumig-feuchten Zustand Richtung Telefon laufen. Das Wasser läuft zu prasselnd, man singt zu laut bei miesen Duschradiohits mit, vor der Badtür ist kalt, man hat noch nicht mal die Toilette gespült und akute FKK ist eher Mus als Muss.

Fazit: Gerne einsetzbar, könnte auch bis zu eine satte Stunde frei halten, jedoch nicht mehrmals täglich verwenden lassen.

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Nr. 02] ER/SIE SCHLÄFT. > Die beruhigendste und schönste Ausrede. Die Vorstellung, dass der Angerufene gerade selig schlummert, beruhigt ungemein. Wecken ist schließlich unmenschlich.

Fazit: Gerne einsetzbar, lässt sogar ganze Tage telefonische Ruhe einkehren. Doch Vorsicht: Bei ständigem Schlafverweis könnte der Anrufer misstrauisch werden. Letztlich liegen Schlaf und Tod nah beieinander.

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Nr. 03] ER/SIE IST IN DER STADT. > Ein Alibi so sicher wie die nächste Stromrechnung. Das Leben bedeutet auch Verpflichtungen. Zwischen Arztpraxis, Einwohnermeldeamt, Bäckerei und Trinkhalle vergehen etliche Stunden. Stadtzentren sind voller Überraschungen, ob nun durch Abschleppdienst, abrupte Erledigungen oder Überraschungswinken am U-Bahngleis.

Fazit: Raffinierte Aussage, weil die eigene Wohnungsstätte nicht stetiger Place-To-Be sein kann und darf. Doch allzu häufig auch nicht die Ausrede der Wahl, da das Treiben im Großstadtdschungel bekanntlich auch Unmengen an Gefahren mit sich bringt.

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Nr. 04] ER/SIE IST ARBEITEN. > Eine Aussage so sicher wie die Bank früher. Ohne Fleiß kein Preis bzw. Arbeit ist der Welten Hohn. Da gibt es kein zweites Fragezeichen, nach wie vor ist Arbeit Arbeit und Schnaps eben Schnaps.

Fazit: Die gesprochene Abwehrhand, irgendwo müssen doch die Stressfalten und allgemeine Alltagsunlaune herkommen. Achtung! – nach 13 Tagen in Folge könnte der Anrufer sich arbeitsrechtlich jedoch kundig machen.

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Nr. 05] ER/SIE ISST GERADE. > Die konservativste Reaktion, welche man auftreiben kann. Essen = Ruhe. Dementsprechend realistisch könnte es dann doch aufgefasst werden. Mit vollem Mund spricht man nicht und außerdem wird sowohl ein Toast als auch ein Rückensteak schneller kalt als einem lieb ist.

Fazit: Machbar, jedoch nur bei Mitmenschen, welche bekanntermaßen gerne, ausgedehnt und ungestört Nahrung aufnehmen. Nachfragen, was es denn gäbe, sind außerdem klares Beiwerk, da sind vorherige  Absprachen Pflichtprogramm. Bei zu häufiger Verwendung droht außerdem die Gefahr der Essproblematik-Gerüchte bzw. dem aufkeimenden Vorwurf, Kilojoule wären wichtiger als Gespräche.

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Nr. 06] ER/SIE MACHT SPORT. > Eine Aussage mit Brisanz. Zwischen Stadtpark-Joggen, schwitziger Hantelpumperei und Sit-Ups während GZSZ, ist da alles möglich. Niemand will ein Keuchen plus Stöhnen am Hörer. Nicht jeder glaubt jedoch an plötzliches Interesse für Muskelaufbau und Waden-Neudefinition beim Gegenüber.

Fazit: Abwägbares Alibi, welches Risiken birgt. Bei zwei Wochen stetigem Sportverweis ohne offensichtliche Resultate im Nachhinein, könnte der Schwindel bald auffliegen.

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Nr. 07] ER/SIE LERNT. > Die Aussage mit bis zu meterhohem Fragezeichen. Beachtlich und erfreulich für Erziehungsberechtigte, die wieder an das Gute in ihrem Sprössling glauben. Dann aber auch skeptisch bei Menschen, die am Fließband arbeiten oder seit fünf Semestern keinerlei Studium-Feedback gaben.

Fazit: Alibi mit Hoffnungsschweif. „Endlich wird wieder gelernt“, oder „Was soll der schon lernen?“, sind mögliche Gedankengänge am anderen Ende der Strippe.

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Nr. 08] OH, DIE VERBINDUNG IST SO SCHLECHT! > Die ärgerlichste und gleichzeitig wirksamste Methode. Wenn an der Technik gerade gearbeitet wird, seltsame Schwingungen den Kontakt beeinflussen oder das Telefon einfach umher spinnt, ist Hopfen und Malz vorerst verloren – höhere Gewalt sozusagen.

Fazit: Empfehlenswert  für eine Zeit von ca. ein Monat, dann steht entweder der Anrufer oder ein neues Telefon live vor der Tür.

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Nr.09] HM, KOMISCH ER/SIE IST HIER NICHT ANZUTREFFEN. MOMENT…HM, NEE, NICHT DA! > Die ahnungslose, naiv-dümmliche Art, die einem erstmal jemand vorwerfen soll. Keine Ahnung bedeutet eben auch keine Auskunft – Dummheit siegt ja meistens.

Fazit: Daumen-hoch-Methode, die aber auf Dauer eher für einen dämlich-uninformierten Freund/Mitbewohner spricht bzw. die positive Connection zwischen dem Abnehmer und Angeruften in Frage stellen könnte.

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Nr. 10] ER/SIE WOHNT HIER GAR NICHT. > Die absolute, aber mitunter aufwühlenste Reaktion. Zahlendreher sind menschlich, Verwirrungen ebenso. Mit Pech wird aber im panischen Marathon die Nummer wiederholt, und so wird keine Ruhe einkehren.

Fazit: Als Gag oder Notnagel einsetzbar, aber keine regelmäßige Lösung.

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DENOVALI SWINGFEST: ESSEN: COFFEE CORNER: 21.11.2009

DENOVALI SWINGFEST: ESSEN: COFFEE CORNER: 21.11.2009

The Swing Of Fire?

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Im Pott geht es farbtechnisch bekanntlich eher grau zu, in Sachen Architektur oder Infrastruktur der dicht gedrängten Ballungszentren sieht man schnell rot, Richtung Laune auf ein Wochenende an der Ruhr fast schwarz. So hart wie ehrlich, sollte dementsprechend der Denovali-Abend im Essener Coffee Corner als 1-Tages-Festival laufen.

Im Auftrag pfiffiger musikalischer Auslese samt livehaftigem Seltenheitswert wurde ein pikant-würziges Who-Is-Who des Labelrosters aufgestellt. Da war die bald ausgeschriebene Sold-Out!-Flagge nahezu absehbar, ein exklusives Menü bleibt eben begehrt.

Doch mit dem Kartenlimit schnitten sich die Veranstalter wohl ungewollt ins Bein, von dichtem Gedränge vor Ort konnte zumindest nicht die Rede sein – ob nun nachmittags um 14 oder abends um 21 Uhr. Die geschätzte Überzahl von 87 % männlichem Publikums -nennt sie Nerds oder Metal-Elitäre- war hingegen absehbar.

Doch hatte das Flair der Jugendbegegnungsstätte wenig mit dem insgeheim erhofften Spezialcharme der Veranstalter zu tun. Ein Böser, der behauptet, die ausgelegten Merchandiseartikel waren noch die visuellen Lichtblicke zwischen Bar und Foyer. Letztlich ist die Garnierung fernab von relevant, wenn die Gänge an sich stimmen.

Daturah disqualifizierten sich mit ihrer krankheitsbedingten Absage von vornherein. Dadurch verschob sich der Zeitplan besucherfreundlich nach vorne.

Blueneck gaben als Vertreter der eher gemäßigten Postrock-Fraktion ihr überzeugendes Stelldichein. So dezent verträumt und nahe am Schwebezustand zeigte sich an diesem Samstag niemand mehr. Schade nur, dass die Jungs aus Bristol mit dem Material ihrer Neuveröffentlichung „The Fallen Host“ eher leicht desinterssiert hingenommenes Kanonenfutter für das sein durften, was da noch folgte.

Das waren z.B. die technischen Debakel und die eher unprofessionelle Umgangsweise damit, der Würzburger von Omega Massif. Eher Stirnrunzeln als Bestaunen war angesagt, und das trotz der nach wie vor gewaltigen Gitarrenkompositionen im schleichenden XL-Format. Das Knistern in der Luft wurde eher vom Knistern des Lautsprechers eingeholt, schade.

Vorletzte Band: The Fog … äh Celeste. Jedenfalls war es der französische Vierer, welcher all den skandinavischen Black-Metal-Kollegen zeigte, wie inszenierte Misanthropie und Grimmigkeit ohne Corpsepaint und Nietendress aussehen kann. Rote Stirnleuchten rotierten in sattem Kunstnebelmeer – der zugehörige Soundtrack ist kurz aber schmerzhaft. Wo vielleicht die songwriterische Abwechslung im Dunst verloren schien, gab eine amtliche Wall-Of-Sound dem satten Fiasko seinen verdienten „Hells Choir“-Anstecker.

Als sich in Berlin oder Hamburg sicher erst langsam die ersten Menschen Richtung Abendkasse begaben, feierte Essen bereits seinen historischen Zapfenstreich.

Fall Of Efrafa waren nicht grundlos nach allen Anderen an der Reihe. Man kann aufhören, wenn es am schönsten, oder einfach wenn eine Sache erledigt ist. Die von Beginn angekündigte Trilogie hat mit „Inle“ ihren finalen, chronologisch jedoch endlich ersten Teil gefunden. Ein „Reloaded“ oder etwa „Inle – The Forgotten Tales“ ist unrealistisch und kaum absehbar, ergibt das zweitletzte Konzert vor endgültiger Schließung der Efrafa-Pforten.

Es hat seine gewollten Längen, die erwarteten Furchen, die ungereinigte Ladung sludgegefütterten Postcores. Die Berg/Talfahrt-Stunde manövriert sich nicht zum bombastischen Manifest, dennoch zum Ton gewordenen Stempel und Beweis, dass Fall Of Efrafa natürlich schweren Herzens und parallel guten Gewissens abtreten dürfen. Wie man weiß, zerstört sich Reputation nicht von selbst. Nach getaner Arbeit darf man gehen. Zugabe ist Ballast, Danksagungen sind kurz zu halten, übertriebene Verbeugungen unpassend, halbsatt nach Hause gehen manchmal auch ausreichend.

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THE WINTERHOROSKOP 2009.

The Winterhoroskop 2009

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Skorpion [24.10.-22.11.]

„Männerherzen“

Herzen sind zum Brechen da, oder wie war das nochmal?

Jedenfalls bist du entweder die Person, welche die unsäglichen Schmerzen im linken Brustbereich aushalten darf bzw. der miese Auslöser für Selbiges beim Gegenüber.

Der Winter wird kein gemütliches Wunschkonzert. Und so kannst du schon kurz nach dem Triumph über ein weiteres -wenn auch vielleicht ungewolltes- Tränenmeer beim potentiellen Geschlechtspartner, selbst urplötzlich zum Leidenden mutieren.

Schütze [23.11.-21.12.]

Hangover“

Party now, try to live tomorrow!

Na, heute schon gekotzt? Dann wird es aber Zeit. Aber halt, dafür sind ja die Feiertage offiziell eingeplant. Das Jahresende wird nämlich dein persönliches Fest der Blackouts, Abstürze und bösen Oho!-Erlebnisse.

Häng dich jedoch nicht zu weit aus dem Fenster bzw. allzu tief in den Wodkaeimer. Von den äußerlichen Spuren mal ganz abgesehen, die mit Geschick gut kaschiert mit ins neue Jahr genommen werden können, sind es deine kleinen zwischenmenschlichen Patzer im Festtagswahn, welche für nachtragende Worte sorgen könnten.

Steinbock [22.12.-20.01.]

Verblendung“

Die Feiertage sind mehr Schein als Sein. So weit so bekannt.

Doch ob im Familien- oder Freundeskreis, ein kleines unangenehmes Intermezzo wird dich erwarten oder hinter deinem Rücken seinen Ablauf feiern.

Sei nicht misstrauisch, dennoch in aufmerksamer Lauerstellung auf das was da kommen könnte, es dürfte dir den Arsch und sogar Ruf retten.

Wassermann [21.01.-19.02.]

The Wrestler“

Ein Schatten seiner selbst. Abgekämpft und mit dem Blick auf alte Tage. Nostalgie genannt.

Die Monate im Dunkeln geben leider nicht die emotionale Wärmflasche als Präsent der Wahl, eher eine Talfahrt Richtung Zweifel und die immer deutlichere Frage nach dem Übermorgen.

Versuche dich zwischen all dem Wirrwarr weitmöglichst auf zubäumen, öffne mal die Fenster und trinke mehr Tee/Kaffee als dir generell gut tut.

Fische [20.02.-20.03.]

„New Moon“

Gut befreundet ist halb gewonnen, gut verfeindet ebenso?

Da hast du gefühlt seit Menschengedenken diesen Mensch um dich herum, und weißt es nicht mal zu schätzen. Dabei schießt du dir mit deiner dank Adventsstimmung und Neujahrseuphorie aufkommenden Egal-und-keine-Zeit-Haltung ein Eigentor, außerdem eher selbst ins Bein.

Spätestens wenn die Outdoor-Saison ihr Comeback feiert, wirst du diesen fehlenden Platz neben dir nämlich bemerken. Der gezeigte Mittelfinger von Gegenüber ist da lediglich notwendige Konsequenz. Scheuklappen müssen bestraft werden.

Widder [21.03.-20.04.]

„Ein Rentier hebt ab“

Der ein oder andere entdeckt unregelmäßig das Tier in sich. Zwischen Dezember und Januar bist du das.

Du entdeckst eine ungeahnte Energie in dir, die andere ansteckt bzw. manchmal eher anstecken soll.

Vorsicht: Die Hörner abstoßen, Krallen ausfahren oder abrupte Bissigkeit zählen eher zu den ungeliebten Animalationen in der Umgebung. Sich selbst kurzfristig zähmen, sonst gesellschaftlicher Käfig!

Stier [21.04.-20.05.]

Paranormal Activity“

Kein Schocker haut dich je vom Hocker, dachtest du bisher.

Über die Weihnachtszeit schleicht sich noch alles unauffällig durch den Alltag, doch ab Februar liegt irgendwas in der Luft. Es könnte die rohe Stimmung sein, die dir von links und rechts entgegen wehen möchte, du jedoch gekonnt auf Distanz hälst.

Dein Misstrauen ist nicht mal unbegründet, eher die logische Schlussfolgerung aus dem undefinierbarem Verhalten von ihr, ihm oder auch ihnen. Lass dich nicht einschüchtern, behalte den konstant Kopf aufrecht und die Augen offen.

Zwillinge [21.05.-21.06.]

2012“

Es gibt keine Hoffnung. Es gibt keine Hoffnung? Da wiederholt sich was?

Richtig erkannt. Auch in deinem Falle dreht sich alles um die Zukunft bzw. die Angst davor. Im Grunde läuft alles, doch eigentlich fließt es eher zähflüssig von Monat zu Monat.

Die Unzufriedenheit und näher kommenden Gewitterwolken bleiben den Menschen neben dir nicht unbemerkt. Das daraus resultirende Schulterklopfen und Ratschläge geben ist tatsächlich gut gemeint, wenn auch manchmal mehr der schale Beigeschmack zum eh schon hochtrockenen Weingeschmack im Hinterkopf bleibt.

Krebs [22.06.-22.07.]

Der Vorleser“

Zeit ist kostbar, bitte nutzen! „Carpe Diem“ mal als Slogan ausgeklammert.

Das tust du und dies nicht mit ausgiebigen Web-Sitzungen oder verschwenderischen Nachmittagen im Off. Du triffst dich mit Mitmenschen der ersten Wahl zum konstruktiven Austausch, erforschst, liest und bist empfänglich für eine Menge Rundum-Informationen. Ob da im Neujahr von einer Planungsphase weiter zur Machen-Phase gewandert wird …

Löwe [23.07.-23.08.]

„Zeiten des Aufruhrs“

Chaos regiert, Chaos frustriert.

Da wandelst du nichtsahnend Richtung Jahresende und plötzlich das. Der Schlag in die Magengrube und parallel direkt ins Gesicht. Sicherheit und Ausgeglichenheit katapultieren sich ins Land des Unbekannten,lediglich die Stirnlampe leuchtet den möglichen Weg.

Doch das ist deine Chance: Stell die Weichen neu, mach genau das Gegenteil von Gewohnheit. Misslich, aber die fast einzige Lösung.

Jungfrau [24.08.-23.09.]

Slumdog Millionär“

Glück kann man haben, kaufen oder klauen aber weiterhin nicht.

Keine Angst, brauchst du gar nicht. Auf deinem Weihnachtswunschzettel muss der Begriff auch nicht stehen, dafür kommst du bis zum Frühlingsbeginn nicht nur stets und auffällig häufig mit dem halbblauen Auge aus brenzligen Situationen, sondern lotst so manches auf deine Seite.

Verlass dich nicht auf Versprechungen, doch sei dir sicher, dass Bergauf vorerst deine Zielgerade ist.

Waage [24.09.-23.10.]

„Der seltsame Fall des/der …“

Wunder gibt es immer wieder, Verwunderungen aber ebenso.

Vor allem wenn es sich um dich und beziehungstechnische Gegebenheiten handelt. Da werden Entscheidungswilligkeit, Durchsetzungsvermögen und Offenheit auf das Abstellgleis befördert, schließlich ist all dieser Gefühlsspaß was für die Anderen.

Doch innerhalb der kommenden Monate bahnt sich da ein Miteinander an, das sichtlich komplex ist und längst über ein-bißchen-Fummeln-zur-samstäglichen-Sperrstunde hinaus geht. Einfach mal ehrlich zu sich selbst und Person Nr. 2 sein, bevor es zu spät ist, und 2010 wird vielleicht genau so, wie du es nicht mal erhofft hattest.

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Anmerkung: Diese Vorraussagungen sind nahezu bindend, da unter profesionellen Zukunftsblickmethoden ausgewertet. Mögliche Fragen, Kritik oder Angstzustände können gerne direkt bei Corvonism eingereicht werden, werden ggf. auch bearbeitet.


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THE 13 with: HER NAME IS CALLA.

THE 13 with: HER NAME IS CALLA. [Tom Morris]

Her Name Is Calla

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01] Open The Gates Of … Hell.
No, erm, its hard to say with sounding pretentious, but opening your mind to new sounds and new ideas not thinking that there’s a set way to do things. We always give what we’re doing a lot of thought, we try not to go down the same paths all the time and go over the same things again and again.

02] The Plan Is To … Not have a plan, to do things the hard way.
The journey will take you to places you never would of visited and you wont end up where you saw yourself going.

03] Novembernights In Leicester … Dark and cold. Leicester comes alive in the winter months, as the university students return and breath a youthful exuberant breath into the city, awakening the music and life of the city.

04] Greetings To The Motherfuckers Out There? … Ha ha, yeah sure.
We’ve all been a motherfucker in our life’s at some point, but the key is not to stay one. Just visit the motherfucker in you, but don’t stay, its not a nice place to be.

05] Times To Wear Nylon … The 70’s! or if you love static.

05.05] We Love To Talk … Over email. With the band being spread all over England, we’re in constant communication with emails, but its not only music and band things that we talk about, it could be anything.
At the minute we’re mainly talking about how the recording of ‘The Quiet Lamb’ is going. With us all sending some of our parts to each other, and Tom Morris handing most of the mixing, we’re constantly getting rough mixes of songs or new ideas being sent to each other. It’s really good as it keeps us all excited and keen to meet up and make the ideas flesh.

06] Denovali … Are really nice guys and know what they’re doing. They have given us this massive opportunity to expand across Europe and the World. They have similar ideas to us regarding packaging and marketing. and they have been very good at communicating and getting things done with our current UK label Gizeh. They are both working to get our music out there and listen to, which is highly commendable! I tell you.

07] The Point For Throwing The Cello In The Corner … Erm, is this some Dirty Dancing reference? ‘No body puts the cello in the corner!’

08] The Fairytales From The W-onderground … Are wilde. With this I think you’ve opened up a whole load of other questions on subverting young minds. Do we attempt to be subversive? no. We don’t attempt to be anything, other than ourselves. Will we ever make music for children? Hm….

09] Songs To Keep The Heart Empty … Should be sung alone. No idea what you’re referencing here. What I will say however is that being in Her Name is Calla doesn’t seem to help the love life at all. Our audiences seem to be mostly men, many with beards (not a bad thing at all). I’ve yet to see any sign of the groupies I got into music for in the first place.

10] I Like Trains While Being Worriedaboutsatan … Ha ha, this is erm what!?
Both bands are our friends, bands that we like and like playing with and along side. Thom Corah played trombone on the I Like Trains Spencer Percival b-side I am Murdered, and Tom Morris sang on the Worriedaboutsatan song Evil Dogs.
We’re actually due to be touring next Easter across the UK and Europe with Worriedaboutsatan.
Its already looking to be a great tour as both bands are big Arnold Swartcheneger fans. (I CANT SPELL)

11] The World Wide Wrap … Is a yearly event organised by the FJMC to allow Jews from all over the world to participate in and learn about the mitzvar of tefillin. In it’s tenth year, it involves hundreds of individual clubs from around the world, but seems centred on the State, particularly as it is held on Super Bowl Sunday. What I’d like to see is a group of people getting it wrong and thinking they’re turning up to the World Wide Rap…

11.2] Six + One Is … 7. In fact one of out new songs, currently being recorded for The Quiet Lamb, had a working title as 7. but not any more. you’ll have to guess which one is it.

12] You VS. Shortcuts? … We never take them, along with the thoughts at the top. the we take journey makes the song what it is, take that away and you have nothing of substance.
all of our music is a labour of love.
Also its at the top of the myspace as its a bit of an inside joke, because everything always takes us so long to do.

13] At The Bar Of The Post Summer Fest … Unfortunately this was cancelled so we didn’t end up playing, which was a shame as we we’re really looking forward to it.
We managed to use the day wisely, we spent the day at a lake close by swimming and sleeping, staying in some tents and have a nice quiet day.

13.3] Finally On The Road Again … Hell yes!! we love being on the road, the best tour we’ve ever had and the most fun we’ve ever had on tour happened this year, touring over mainland Europe, it was truly eye opening.
We love being out there, playing our songs and meeting all the people that come to the shows. It’s something we all love doing and we always try to be the best we can, making sure our gigs are something to remember and to look forward to for everyone involved us and the audience

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http://denovali.com/hernameiscalla/

http://www.myspace.com/hernameiscalla

 


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WWE UNDERTAKER’S REST IN PEACE TOUR 2009: HAMBURG: COLOR LINE ARENA: 13.11.2009

WWE UNDERTAKER’S REST IN PEACE TOUR 2009: HAMBURG: COLOR LINE ARENA: 13.11.2009

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Manchmal stellen Menschen zu viele Fragen.

Was – dieses Catchen gibt es noch?

Kann man dieses US-Bollobuilding-Kostümschau auch mit über 18 gut finden?

Ist das wirklich alles nur Show?

Findet man was an diesen seltsamen halbnackten Typen und übertrieben glamourös gestylten Uschis?

Dolph Ziggler

Auf alles ein saftiges Ja plus Ausrufezeichen. Wrestling ist und bleibt weiterhin der best inszenierteste Unterhaltungssport weltweit. Da treffen herrlich oberflächliche Schauspielleistungen im Muskelkostüm auf akrobatisches Können und hannebüchene Storylines, welche das Leben leider selten schreibt. Dafür kann man nie zu alt sein, nur alles zu ernst nehmen bzw. plötzliche unangebrachte Erwartungen an eine Branche setzen, die sie gar nicht erfüllen möchte. Wer sich vor Männern in Stahlkäfigen oder auf wenig bruchsicheren Kommentatorentischen fürchtet, Rollenspiele mit Vorsicht genießt bzw. nicht verstehen kann, warum Frauen sich ohne Öl oder Schlamm quer auf ein paar qm schubsen müssen, dem bleibt die Aktiengesellschaft WWE weiterhin als das große Fragezeichen zurück.

Entgegen der rückläufigen Verkäufe der zahlungspflichten TV-Großveranstaltungen und einem Absinken der DVD-und allgemeinen Merchandise-Einnahmen, erfährt der Boom der frühen Neunziger seine Rückkehr in Deutschland. DSF, Eurosport, einer größeren Produktpallete samt Promomaschinerie und der erneut familienorientierteren Ausrichtung sei Dank, verzeichnet Wrestling hierzulande ordentlich Wachstum. Extrem, blutig, sexistisch oder unterirdisch beleidigend war gestern. Der Sport soll zurück auf die Tauschbörsen der Schulhöfe und in die investierfreudigen Kinderzimmer. Figuren, Poster, Sticker, Sammelkarten, Videogames, Shirts und Discsets – kommerzielles Ende der Fahnenstange ist Fremdwort. Auch okay so, dafür ist bzw. so bleibt man Fan.

Rey Mysterio

Freitag, der 13. Die Color Line Arena ist mehr als gut besucht und besonders auffällig gut gestimmt. Und das trotz teilweise mehrstündiger (erfolgloser) Wartestunden in der Novemberkälte zur nachmittäglichen Autogrammstunde Nähe des Hauptbahnhofs. Die Rey Mysterio-Masken sitzen genauso wie die Unmengen an ausgewaschenen Undertaker-Shirts. Da kann es ja losgehen. Smackdown!-Ringsprecher Tony Chimel wechselt mimiktechnisch zu gerne zwischen versteckt albern und plötzlich bierernst. Vor allem wird inzwischen zu gerne zwischen Match und Werbetrommelrühren geswitcht, der produzierte Spuk am Ausgang muss schließlich weg.

Es ist nicht unbedingt die Tour der großen Namen. Triple H und John Cena fehlen kaderbedingt genauso, wie Shawn Michaels und Randy Orton. Das scheut nicht. Ist schließlich das Phänomen und Deadman in einem – der Undertaker – als das altehrwürdige  Zugpferd mit an Bord, da kann nicht viel schief gehen. Eröffnet wird mit einem flotten Triple-Threat-Match um den wieder relevanteren Intercontinental-Title, wo der erfolgreich als Massenliebling etablierte John Morrison seinen Gürtel gegen den noch euphorischer bejubelten Matt Hardy und überzeugend überzogenen Egomanen Dolph Ziggler verteidigt. ECW-B-Stars haben es bekanntlich schwerer. Nicht jedoch, wenn man Mit-Neunziger Star Goldust an Bord hat, ihm Athletikwunder Shelton Benjamin an die Seite stellt und mit Ezekiel Jackson den beeindruckendsten Oberarm-Batzen im Team plus selbstüberschätzenden Schönling Zack Rhyder als Kontrahenten anbietet, und Erstere auch noch den Sieg einfahren. Drew McIntyre hat die krasseste Stimmfarbe des gesamten Rosters, mit Finlays Hilfe sogar den lautstärksten Zweitnamen als „Weichei“.  Macht nichts, die Chefunterstützung durch Vince McMahon ist ihm gewiss und so geht Drew trotz ewigem Geplänkel wie verbalisiertem Deutschlandhass zwischen den Aktionen als Sieger heimwärts. Die Divas können meist nur kurz für Aufmerksamkeit sorgen. Lediglich Mickie James bleibt seit ihrer Top-Fehde vor gefühlten 10 Jahren allgemeiner Applausmagnet. Mit der deutschstämmigen Katie Lea Burchill, die hier überraschend als Gute agiert,  im Tag-Team gegen Women’s Champion Michelle Mc Cool und Glamzone Beth Phoenix. Da wird offensichtlich, dass die weiblichen Main Events für 2010 positiv gesichert sind.

Fannähe als Grundsatz heißt es bei Rey Mysterio, der unabhängig von Titelgeschehen oder großer Airtime, der Held der Prä-Pupertätsgruppe bleibt. Sein ehemals bester Freund und nun Erzfeind Batista will mit seinem kaltblütigen neuen Image noch nicht ganz zünden, tut aber aktionstechnisch schon mal alles dafür. Eine Disqualifikation als Matchausgang kommt heel-typisch immer gut, und so sind es nochmal John Morrison und Matt Hardy, die dem Maskierten zu Hilfe eilen. Auch Mr. Ziggles und Rhyder hauen kurzfristig noch einmal mit ins wilde Treiben. Doch die euphorischen kleinen Fans, Unmengen Handycams, Maskenverteilung, Umarmungen und eine Kinderfreundlichkeit, die Mutti zu Tränen rührt, sind es vor der Pause, die zeigen, warum Rey einfach einen wasserdicht abgeriegelten Vertrag benötigt.

Diva Tag Team Match

Für alle, die zwischen Toilette und Burgerstand zu lange brauchen, verschließt sich leider der unfassbar intensive Buh!-Yeah!-Wechselkurs beim ECW-Titelkampf zwischen Captain Charisma Christian und Dauergriesgram William Regal. Matchtechnisch bleibt weniger in Erinnerung, dafür köchelt die Stimmung trotz dem sonst eher mauen ECW-Bonus amtlich. What’s up? R-Truth weiß es. Neuling Eric Escobar ebenso. Nur, dass Letzterem außer der Wut über eher den Rekordsieg seines rappend-tänzelnden Gegners nicht viel bleiben wird.

The Undertaker

Und dann kehrt der Mann ein, der seit knapp 20 Jahren mit durchgehend einem Grundcharakter auftritt, doch ebenso durchgehend als halb-lebender Grund für verkaufte Tickets gilt. The Undertaker. Was wäre er ohne seinen Gong,  Mantel, Nebel und dem getragenen Einmarsch? Der Sarg steht schon bereit. Schließlich muss Straight Edge-Überzeugungskünstler CM Punk in einem Casket-Match ran. Und das bedeutet erstmal: Fluchtverhalten. Das können die vermeintlich Bösen ja über die drei Stunden Show reihum perfekt. Doch keine R.I.P.-Tour ohne ihren würdigen Sieger. Die World Heavyweight Championship bleibt bei dem Mann in Schwarz. Und dann, Licht an, Spot aus, Ring abgebaut. Und die erneute Erkenntnis, dass man all die trantütig typischen Fragen von Unwissenden getrost ignorieren kann, solange man selbst drei-stellig ausgegebene Beträge für schlau investiert hält.

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ABANDON: THE DEAD END

ABANDON
The Dead End

The Dead End

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All zu viele Hintergrundinformationen verwässern oft den Eindruck, lenken den Blick schlechtestenfalls in eine ungewollte Richtung. Packen wir den Schicksalsbonus eben an das Ende.

„The Dead End“ soll den Jungs aus Göteborg innerhalb der letzten drei Jahre so manches abverlangt haben. Kraft, Zeit und Sonnenlicht gehören schon mal unüberhörbar in die potentiellen Top 5, schließlich ist das 2-CD-Mammutwerk mit seinen 100 Minuten Inhalt nichts weniger als ein gewaltiger Soundbrocken. Dementsprechend schwermütig, zähfließend und bewusst frei von kompakten Songstrukturen schleppen sich die Ton gewordenen Stimmungssenker durch die Kraterlandschaft von Doom, Sludge und dem tristen Bruder von Ambient.

Die durchgehende Stimmung besetzt gemäß den Songtiteln wie „Pitch Black Hole“ oder „There Is No Escape“ alles zwischen grau und schwarz. Neurosis luken gelegentlich um die Ecke, bleiben aber trotzdem deutlich auf Abstand. Technische Raffinessen und Aha-Effekte sind zwar Fehlanzeige, würden dem bodenständig produzierten Trauermarsch im Endeffekt eher schaden statt nützen.

Wo dieses Überangebot an Material ansonsten eher für Schnaufen sorgen würde, ist es im Zusammenhang mit der bandinternen Tragik dann wieder passend und wichtig so.

Sänger Johan Carlzon: 1976 – 2008.

(Discouraged Records)

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written for FUZE Magazine


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Ein Hoch auf: die Kapuze.

Ein Hoch auf: die Kapuze.

Kapuze

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Anhängsel sind einerseits gerne gesehen und geben sowas wie Rückendeckung, können aber auch nerven, stören und als überflüssig durchgehen. Doch ein Fortsatz, welcher namentlich auf einen katholischen Bettelorden zurückzuführen ist, bleibt modisch zeitlos und dauerhaftes Must-Go.

An der kostengünstigen Windjacke, dem prallen Winterpullover oder auch schicken Stylomaten-Trainer. Unisex einsetzbar. Ob lässig im Nacken hängend, auf Halbmast über Kappi bwz. Mütze oder tief Richtung Visage gezogen, die Kapuze steht und fällt mit ihren Aufgaben. Und da hat sie so einige zu verzeichnen. Sie verdeckt fettiges , zu wenig  oder schlecht nachgefärbtes Haarwerk. Versteckt Mahnmale von kopforientierten Schlagabtauschen, gibt das Gefühl von Sicherheit bei innerem Ungleichgewicht. Ist mal mehr Zeichen für gewollte Distanz, Arroganz oder Szenerevelanz. Lässt Bölleralarm an Outdoor-Neujahrsnächten überstehen, gibt einen Funken Hoffung bei Instantregen und spendet dem wichtigsten Körperorgan Wärme und weitestgehend Schutz vor schädlichen Einflüssen. Doch Achtung: Kapuze – von latein cappa / italienisch capuccio übernommen – am Mann bedeutet nicht parallel mittendrin und sowieso dabei zu sein. Jeder kann und darf grundsätzlich diese tragen und nutzen, aber nicht bei Jedem funktioniert sie über ihren Nutzen hinaus, leider.

Doch Motto bleibt: Wer die Kapuze nicht ehrt, ist den erhobenen Fashion-Daumen nicht wert.

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MTV EUROPE MUSIC AWARDS 2009: 05.11.2009: BERLIN: O2 World

MTV EUROPE MUSIC AWARDS 2009: 05.11.2009: BERLIN: O2 World

ema 09

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Worauf freuen sich die Majorlabels? Gut, im Grunde auf fast gar nichts mehr. Aber es gibt da einen Tag, der potentiell mal wieder Kohle bzw. kurzfristiges  Interesse aufwerfen könnte. Die EMA’s. Das jährliche Schaulaufen der von MTV dank Playlist-Einsatz Richtung Popularität getriebenen Popstars und Musikfratzen ohne realistisches Verfallsdatum. Nicht umsonst fallen in den Werbeblöcken die gar nicht mehr wahrgenommenen Billig-Download-Trailer komplett raus und werden von Unmengen Spots aller Neuveröffentlichungen von eh schon in den Top 10 platzierten Künstlern abgedichtet.

Dabei erwartet man von Awardverleihungen selten wirklich viel. Überreichte Preise, die ihre Produktion kaum wert sind. Laudatoren, welche keine sind und außer „Make Some Noise!“ nicht viel falsch oder richtig machen können. Live-Auftritte mit viel Hokus und letztlich gähnend viel Pokus. MTV setzt dann gerne einen inszenierten Pseudo-Skandal ins Hochglanz-Nest um den Hauch von Jugendlichkeit und Spontanität abseits der gecasteten U21-Zuschauermenge zu bieten. Parteilosigkeit und Nähe zur Basis  ist ja dank des Netz-Votings gegeben. Die regelmäßige Warnung vor gewalt(tät)igem Inhalt und Stroposkopalarma scheint dabei wie das Achtung-Schild vor einem Kaninchenkäfig.

Die 2009′er Ausgabe ist Geschichte. Wo wir auch gleich beim historisch eingebettetenThema wären: 20 Jahre Mauerfall. Nicht umsonst hat man sich in die Geburtsstädte der Europe Music Awards begeben, drängt sich feierbedingt ja geradezu auf. Und wenn man kein nationales, host-taugliches Gesicht für die 150 Minuten TV-Unterhaltung findet, schnappt man sich eben was Weltbekanntes mit Spiel/Spaß/Spannung: Katy Perry. Hat sie bereits im vergangenen Jahr erschreckend souverän ihren moderierten Kleiderwechsel durchgezogen und ist auch gefühlte drei Jahre nach „I Kissed A Girl“ noch immer nicht auf der totalen Out-Liste, war sie der passende Joker. Ob auf dem Mond, im Champagnerglas oder im Löcherkleid: sie steht ihre Frau amtlich.

Und die Anderen? Waren da. Green Day eröffnen rebellisch und standardgemäß  den Abend mit „Know Your Enemy“ plus „Minority“. Blond steht Billie Joe genauso wie der Witz mit dem gewonnenen Best Cock-Award. Um den bejubelten Gast David Hasselhoff darf man nur noch Angst haben, da haben Wahrnehmung und Ausdruck inzwischen seltsames Eigenleben begonnen. Inwieweit Placebo nach wie vor die relevante Alternative darstellen, sagt der Best Alternative-Award Gott sei Dank nicht aus. Und ob Lil’ Kim gerade nur Ausgang hat oder tatsächlich wieder gen Upperclass robbt, war nicht ganz auszumachen. Was die Mädels an der kleinen Schmuserock-Vorlage Pete Wentz finden, bleibt weiter fraglich. Stotternd vom Prompter im Backstageraum ablesen kann er zumindest. Siegerin des Abends ist Beyonce, deren „Halo“ als Best Song von Wrestlingstar Batista übergeben wird. Außerdem geht sie für ein Jahr als Best Female Artist durch, ihr tanztechnisch interessanter Clip zu „All You Single Ladies“ parallel als Best Video. Lady Gaga bleibt der Fete lieber fern und gibt einer Aidsgala trotz Best New Act-Auszeichnung den Vorrang. Auch Eminem bastelt im Studio statt in der deutschen Landeshauptstadt als Best Male gefeiert zu werden.

Während die Verkaufszahlen im Inland schwinden, der Kulturteil jedoch zeitgleich sein Interesse hochfährt, sind Tokio Hotel mit dem Best Group-Award gut gefahren. Vor zwei Jahren noch von MTV sträflich missachtet, gehören sie nun dazu wie Markus Kavka. Nur die Dankesrede des Haarchemie-Freundes Bill, ausschließlich in englisch gehalten, wird für einige böse Briefe zur Bravo-Community sorgen. Best German Act sahnt Nena ab. Ach nein, Silbermond mit ihrer dauerfreudig-euphorischen Sängerin sind es wohl eher.

Doch ob nun die türkischen Kollegen von MaNga mit der Best European Act-Trophäe, Dave Grohl mit Matte im Gesicht oder Shakira bzw. Leona Lewis samt ihrer gewollten Livedarbietungen, am Ende kann es immer nur einen geben. Den Retter: Bono. U2 sagen „Live is where this band lives“. Und so sind sie es, die das triumphale Highlight der Show inmitten von Freiheitsparolen wie „Get up, stand up for your rights“ samt Best Urban-Gewinner Jay-Z zelebrieren dürfen. Exklusiv am Brandenburger Tor mit der Lichtshow des Monats und dem Pathos des Halbjahres geben sie ihre Greatest Hits-Anwärter „One“ und „Sunday Bloody Sunday“ zum besten. Ost und West leuchtet auf. Alles vereint. Frei von Zwängen und Ketten. Schön. Danke, U2. Danke, Bono. Gute Nacht, MTV.

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ASSJACK: ASSJACK

ASSJACK

Assjack

Assjack

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Es war irgendwo im Grenzgebiet von Nashville, Tennessee.

Ein paar Leute erzählten bereits Tage zuvor was von einer Jackass-Party am Samstag Abend.

Da, wo doofe Stunts gepaart mit der amtlichen Überdosis Alkohol, einer Horde moshfreudiger Rednecks und kollektivem Psychobilly-Flair den eventtechnischen Ton angeben sollen.

Wo die Lunte brennt, Testosteron, Spaß und Spiel als Headliner regieren und der Feingeist mit der Axt gepeinigt wird.

Dort, wo wild und ungestüm Trumpf ist, und abgehangene Frauen zum Ankrabbeln bereit stehen.

Onkel Mikes bärtige Truckerfreunde der generellen Einödnis den Mittelfinger oder fettigen Mittelscheitel zeigen.

Die schlecht gezähmten Köter noch auf Kampf aus sind.

Wo das Fleisch blutig tropft und Bier noch richtig fließt.

Sich das handgemachte Teufelszeichen selbst beim Sturz in die eigene Kotze wie von alleine aufrichtet.

Da, wo Metal noch Gefahr plus Faustschläge bedeutet.

Zwar die Hälfte Anwesender wie genau solche aussehen, kompositorisch jedoch keine Gefangenen gemacht werden. Riff, Ratter, Röhr!Und das fast durchweg im beliebten Hasenficktempo.

Moment mal, die Fete lief vielleicht doch unter ASSJACK, nimmt sich am Ende aber genau gar nichts.

Ich war dort. Einmal und wohl nie wieder.

Entschuldige, alter Rebell Hank Williams III oder in deiner Sprache: Fuck you, Bastard!

(Sidewalk Records)

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IN vs. OUT-Liste: November 2009.

IN vs. OUT-Liste: November 2009.

Sitzröhre

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[IN]

! Auto als Allzweckmittel] Es darf auch mal auf Jugendherberge, Kneipe und Club geschissen werden, schließlich bietet der superverbleite Freund all das in einem. Macht Spaß, Dreck und Raubtiergeruch. Ansonsten gilt ab sofort: der Lenker ist für alle da, der Kofferraum auch.

! Suppe] Legt sich im ultrahocherhitzten Zustand angenehm schleppend von dünn- bis üppig dickflüssig Richtung Rachen. Das Gegenteil vom Nahrungs-Quickie.

! Drums] Geben den Beat an und spielen nach wie vor erste Geige. Dürfen auch öfters von weiblichen Mitmenschen bedient werden.

! Hotel-Übernachtungen] Du kannst/brauchst nicht immer 17 sein. Das frisch geputzte Eigenheim auf Zeit gibt dem hochtrabenden Begriff Luxus eine neu gelebte Bedeutung. Wobei ggf. der Einlaß schon zum Problem werden könnte.

! Aufgedrängte Prosits] Gewollter Abstand von Hochprozentigem wird von ihr, ihm oder ihnen zu gerne gesprengt. Was zählt schon der eigene Wille?

! Konsumieren] Raus mit der Kohle, solange sie da ist. Und vergiss gleichzeitig die verdammte Finanzbuchhaltung.

! Männerrunden] Schön primitiv aber wenig ertragreich bis fremdbeschämend schön. Spätestens ab dem Moment, wo die Alte vom Tresen mit dummen Fragen („Werdet ihr überhaupt von Frauen angesprochen?“) dazu tritt. Was dort passiert, bleibt auch dort bzw. wäre das meist angebracht.

! Wandern] Ohne blöden Stock und Gothic-Blick, aber mit der Lust auf Sauerstoffübersättigung und dem Liveerlebniss der Antichrist-Kulisse.

! Einsicht] Ob Fehler, pannige Aussagen oder fragwürdige Einstellungen. Sobald der Groschen selbst fällt, kann es bergauf/U-Turn gehen.

! Gespräche] Die mit Sprechen, Sätzen und ohne Alter, Digga, Vorhaut und Fotze. Kommt am Ende sogar mehr raus als nur der potentielle FSK 18-Aufkleber auf’s Konversations-Fazit.

! Navigationssystem] Jeder zweitklassige Beifahrer ist ersetzbar, leider.

! Mehr Eier auf der Bühne] Nein, nicht auf die Bühne (obwohl)! Nur weg mit dem (ramm-)dösigen Schmusekurs allerorts, der nach Pfeilern zum Anlehnen suchen lässt.

! Merchandise] Doch mehr als nur die finanzielle Notspritze für Bands. Manchmal muss Sympathie über Artwork und Nutzwert siegen.

! Neue Spitznamen] Auch die entwickeln sich von selbst bzw. ihr neues Eigenleben.

[OUT]

? Mangelndes Vegetarismus-Angebot nach Mitternacht] Wo bleibt denn da die Alternative bzw. Lebensmittel-Vielfalt? Bitte nicht nur die Massenschlachteplatte der einschlägigen Großunternehmen anbieten, schnelles Fressen sollte auch mal natürlich bunt und semi-koscher ausfallen.

? Mieses Publikum] Das ist nicht unbedingt das, was nach Vorstadt, Ibizaurlaub und unqualifierten Förderschulabschluss aussieht, sondern sich auch dementsprechend verhält.

? Undefinierbare Nachteindrücke] Mädels mit Drumpads auf dem Kopf, wacklige WG-Diskussionen wegen nächtlichen Fäkalverhaltens etc., sind nur der gefühlte Anfang.

? Bankunternehmen] Statt Wechselkurs einfach schnell wechseln.

? Ansagen von Security-Seite] „Dafür sind wir da. Wir geben Stempel. Immer so ‘ne Scheiße!“

? Raucherräume] Raus da. Sind wir Orkus-Leser, oder wie?

? Runterstufen] Kann man vielleicht Kilojoule, Fernsehkonsum und Ähnliches. Bei persönlicher Position in Freundschaft oder Beruf wird es mulmig bis ätzend.

? Alkoholmangel] Es lohnt sich immer eine Überdosis im Haus zu haben. Der Fall X wird es zeigen.

? Web-Zweideutigkeiten] Beweist immer wieder, dass all die Communities nicht mehr als eine Cybersex-Singlebörse für Fortgeschrittene darstellen. Wenigstens ist das öffentliche Ankrabbeln da for free und letztlich auch for freedom.

? Kleinstadtflair] Jaja, idyllisch bis niedlich. Zeigt einem ebenso, was man (noch) nicht (mehr) möchte.

? Regenfiasko] Nass von oben sorgt erschreckend fix für Feuchtareale unten. Taxi, gleich drinne bleiben oder nur besoffen unterwegs sein als Alternativen möglich.

? I-Phone] Macht den einen süchtig, den Anderen neidisch.

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DER BROTKORB.

… als Trostkorb.

http://www.derbrotkorb.com

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Beständigkeiten machen vielen Menschen Angst, Wohlfühlen führt gerne zu fluchtartigen Bewegungsmustern und dort wo mit Nahrungsmitteln noch einfühlsam umgegangen wird, sind höchstens die Anderen. Das muss doch aber nicht sein. Als Paradebeispiel für die gelebte Antithese wäre da die Hamburger Institution zu nennen, die mit „Der Brotkorb“ schon mal den Rennernamen schlechthin gewählt hat. Verführt geradezu, die eigene oder kollektive Stimmung daran anzugleichen. Ob Frustkorb, Brustkorb oder Lustkorb – alles kann, nichts muss.

Mit seinem Sitz direkt zwischen Grüner Jäger und Kiezmeile hat man nicht nur den perfekten Platz der Wahl zu bieten, sondern auch die obligatorische Auffangstelle für gesuchtes Fressen oder geschundene Fressen. Tagsüber werden eher klassisch die Sesambrötchen und Motiv-Tortenstückchen über den Tresen gereicht. Der WG-Kaffee wartet schließlich schon. Doch spätestens zur Post-Mitternachts-Wochenendstunde, wo auf christliche Arbeitszeiten getreten wird, kann man mit dem „Brotkorb“ als Übergangslocation oder eventtechnischen Notnagel nur alles richtig machen.

Ob die pralle Rumkugel nun die Fahrt für den kommenden Erdbeerlimes-Überschuss frei machen muss, oder das belegte Käsebrötchen eher als das delikate Nachbeben zum Runterkommen herhalten darf. Alle angebotenen Bäckereiprodukte haben potentiell ihre Wirkung. Frisch ist das Hausmotto. Eingepackt, abgerechnet und überreicht von durchweg freundlichem Nachtdienstpersonal, die von stilsicherer Leidenschaft am Arbeitsplatz die übergroße Scheibe vom lieben Gott/der Natur mitbekommen haben. Hier wird nicht gerotzt, gemotzt oder gehetzt. Eine Konditorei als Ruhepol. Und völlig egal, ob da der faustreckende Handballtrupp oder eine Horde schlampiger Bordsteinschwalben einkehrt. Die Stimmung wahrt sich selbst. Und vor allem: auch noch so billig. Schließlich sind 52 Freitag-Sonntag-Runs pro Kalenderjahr generell schon kein geldbörsenstreichelnder Pappenstiel. Gut, günstig und zum Einziehen schön also. Wo sind denn da die Negativen? Typisch! Kann man sich denn nicht einfach mal zufrieden geben. Danke und Grüße, Richtung „Brotkorb“!

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TROELS ABRAHAMSEN: STARS: VORDINGBORG: DÄNEMARK: 24.10.2009

TROELS ABRAHAMSEN: STARS: VORDINGBORG: DÄNEMARK: 24.10.2009

Troels

Kleinstädtisches Oberstufen-Stand-In.

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Was tut man in einer dänischen Hafenstadt, welche knapp 46.000 Einwohner zählt, jedoch offiziell nur ihren gut erhaltenen Gänseturm als Wahrzeichen und halbes Sightseeing-Ziel anbietet? Genau, durchfahren oder gar nicht erst kennen. Ist man jedoch am Soloprojekt der männlichen VETO-Frontale Troels Abrahamsen interessiert und scheut sich nicht vor Grenzübergängen, muss man eben doch einmal dort einkehren, wo alles über 21 scheinbar schnellstmöglich auskehrt.

Die ortsansässige Schülerzeitung scheint der aktuellen Oberstufe das Samstagskonzert zumindest ans Herz gelegt zu haben. Das Stars strahlt zwar nicht ausgebucht, dennoch ist die Raucherecke des Schulhofs fast komplett vertreten. Der kleine Ole, die kräftige Anneke und wie sie alle heißen. Da lässt Troels sein Merchandise-Angebot verständlicherweise gleich im Tourbus, packt dafür in der gut gefüllten Stunde alles raus, was zu erwarten war. Und im Grunde noch viel mehr. Schließlich kursierten so manche Gerüchte über die Abkehr vom raffinierten Clubsound Richtung Singen plus Songschreiben. Doch damit die brav stehende Meute was zum Tänzeln hat, wird dem Netzgerede die lange Nase gezeigt, entwickelt sich der albumgerecht vorgetragene Einstieg mit den lieb gewonnenen Soft-Elektronikperlen schließlich nach und nach zur ausgedehnten Sause ohne Auge auf Uhr und Songaufbau. Da mutiert das angeblich nerdige Laptop-Flackern und Knirschen im Downtempo unter dem sentimentalen Singsang wie von selbst zur vollmundigen Beatbox. Anbiedernd? Mitnichten. Dafür steckt noch immer zuviel Hirn unter jedem Schlag und fehlt der verstrahlte  Chicorio-Sonnenbrillen-Charme am Mikro. Rumms. Musik aus, Jugend weg. Nein, alle weg. Wie wäre es mit Kopenhagen?

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Der Irrtum des Wod-Kaos.

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Es existiert diese Szene von einer ca. 4-5-köpfigen Gruppe Heranwachsender, die an einem verregneten Spätsommerabend mehr oder weniger dumm zusammen sitzt. Jedoch nicht im Trubel der Bar-Innereien, sondern direkt davor, also frontdoor. Klimatisch war eher Herbstwinken angesagt. In ihrer Stimmung zwischen Wochenend-Lähmung und latent regierender Euphorie, war die Frage nach dem Getränk zum Aufwärmen absehbar. Während das Mischen von dem, was eigentlich nicht zusammen gehören soll, nicht nur menschlich gern gewähltes Thema bleibt, ist die Experimentierfreude beim Vermengen hochprozentiger Flüssigkeiten weiter Trumpf. Keine Sau kann ernsthaft Absinth mit Senf oder auch Kinderbowle plus Jägermeister delikat finden. Aber unter den alkoholischen Getränken gibt es einen ungekrönten König, der über nahezu jedem anderem Gesöff thront. Wodka, ggf. auch Vodka.

Schütte Kirschsaft über ihn, wichse ihn dir samt Ahoi Brause im Rachen wild oder mach dir die Wampe mit seiner rohen Hilfe akut warm. Everybody loves the Big W.

Diese Horde Halbwüchsiger saß da also im Taumel ihrer Ping-Pong-Unterhaltung, und einer von ihnen stand plötzlich auf. Er kam wieder. Mit einem Kakao, nein – mit einem Wodka-Kakao, Wod-Kao oder verdammt nochmal Wokako. Mit schlecht inszeniertem Stolz pries er diese Mixtur als das neue Ding an. Nie dagewesen. Die Anderen nickten das Getränk tatsächlich als beachtlichen Neu-Versuch ab. Wie unwissend sie waren und bis heute wohl sind.

Hätten ihre Großmütter mal den doofen Sangria oder Kopfschmerz-Jagertee in der Abstellkammer gelassen und ihnen die Lehre der altbekannten Russischen Schokolade näher gebracht. Die kommt natürlich nicht ursprünglich aus der Taiga, aber parallel enthält der Spinat auch nur geringfügig Eisen. Egal. Selbst die abgelegenste Wald- und Wiesenspeisegaststätte hat diese ach so spezielle Schokolade in ihrem Tagesangebot. Mehr konservativ als revolutionär chic also.

In Zukunft dürfte das angesprochene Gespann auch gerne mal in der Wohngemeinschaft der anwesenden Weiblichkeit landen. Sie setzt einen Topf Milch auf den Herd. Gibt eine selbst abschätzbare Ladung Zucker dazu, wirkliches Kakaopulver wird hinein geschüttet, gefolgt von der Fuhre Wodka. Sie kann dann noch ihr Sahnehäubchen draufgeben und fertig ist der Spuk. Und nein – Rum, Amaretto oder Tante Olgas Hinterhof-Likör sind keine wahren Vertreter für Mr. W. Die Wirkung einer Wod-Kao-Überdosis ähnelt angeblich der erschreckenden Süffigkeit eines lieblichen Weissweines featuring des Völlegfühls und dem Blähbauch drei zu schnell reingestopfter Rumkugeln. Klingt gut? Dann interessiert ja auch nicht mehr, wer es letztlich erfunden hat.

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